Rezension
Gamamila
1. November 2008
Chronikarchiv

2. Oktober 2008
Anwältin für Rudolf Steiner

23. September 2008
Ist Sebastian Gronbach eine Gefahr?

3. September 2008
Der Almandin

29. August 2008
Ich-Kunst und Karmaforschung

28. Juni 2008
Erleuchtung im Sinne Rudolf Steiners - seine Lichtübung frei interpretiert

24. Juni 2008
Baummeditation

26. Mai 2008
Italien und die Zukunft des Südens

22. April 2008
Künstlerische Natur-Beobachtung

17. April 2008
Bjørn Moen: Karl Ludvig Reichelt - der Apostel des Johanneischen Christentums

11. April 2008
Frieden durch gegenseitiges Lernen -
Kari Bu im Gespräch mit Christian Egge

2. April 2008
Sebastian Gronbach und sein integraler Gasballon - eine Rezension

21. März 2008
Meister und Hüter der Meditation...

16. März 2008
Das Motiv auf einer Pastellskizze von Steiner enthält ein großes, ernstes Antlitz in rosa-violettem Farbton...

10. März 2008
Statt diesmal einen weiteren Aufsatz zu bringen, möchte ich mein Blog präsentieren...
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2. März 2008
Der Umgang mit Kunst baut eine seelische Brücke, die zu geistigem Erleben führt...


24. Februar 2008
Im höheren Bewusstsein betritt man geistige Orte, wo man sich normalerweise nicht auskennt...

17. Februar 2008
In vielen Ereignissen ist man allein gewesen...
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10. Februar 2008
Biografisches zu denken, zu bewegen und zu vertiefen, ist eine Voraussetzung für karmische Erkenntnisse...          


3. Februar 2008
Fragen über und an die Anthroposophie führen durch... 
           
Sebastian Jüngel|Dafür ist Güte nötig

Jostein Sæther: Einstimmen aufs Karma

Es gibt Menschen, von denen hat man immer einen weitgehend ähnlichen Eindruck. Bei anderen erlebt man ganz Verschiedenes - und dabei recht Gegensätzliches. Und so geht es mir bei Jostein Sæthers Buch ‹Einstimmen aufs Karma›.

Er führt umfassend in seinen Ansatz der ‹dynamischen Meditation› ein. Damit meint er einen künstlerisch-bildhaften Zugang zum Erschließen karmischer Zusammenhänge und zielt ganz lebenspraktisch darauf, heutige soziale Situationen oder Krankheiten aus karmischen Zusammenhängen heraus zu verstehen.

Meditationsanregungen
Zahl- und einfallsreich sind seine Anregungen, sich dafür nicht nur an Künsten wie Musik, Malerei, Bühne zu schulen, sondern auch an Möbeln, Bekleidung und Wandlasur. Auch Naturerlebnisse können Ausgangspunkt der meditativen Arbeit werden. Wichtig ist dabei immer die persönliche Beziehung des Forschers zum Gegenstand. Sæther stellt schließlich viele ‹Bildmeditationen› vor, wie er die strukturierten bildhaften Handlungsabläufe nennt. Sie erinnern an erlebnispädagogische Settings, jedoch solche in der Vorstellung, nicht im Tun.

Bei all diesen Beispielen wird mir nicht deutlich, ab wann der willentliche Umgang mit dem Bildhaften (als Übung) zur Verwandlung in Erwartung oder ‹Empfängnis› kommt, bei der es Gnade ist, ob eine meditative Einsicht folgt, ab wann also an die Stelle der Visualisierung das außer mir liegende geistig-seelische Erleben tritt. Sæther würde wohl erwidern: Durch die Fragehaltung ziehe ich entsprechende Einsichten und Wesen an; der aktuelle Reifegrad der Seele ist gerade der Raum für die geistige Begegnung. Sæther betont jedenfalls, dass er keinen schnellen Weg vorschlägt.

Er nennt dann Beispiele von Karmaschau aus seiner Beraterpraxis und geht auf Kraft- und Seelentiere, den karmischen Doppelgänger, Beschützer und Widersacher bis zum menschheitlichen Auftrag der manichäischen Haltung ein, auf das Mitwirken an einer Vervollkommnung anderer Wesen. Sæther bezieht sich unter anderem auf Rudolf Steiner, darunter Trouvaillen, die ich hätte kennen können, aber wohl überlesen habe. Damit richtet sich Sæther an jene, die an praktischer Karmaarbeit interessiert sind, an Einsteiger, was die Vorbereitung auf Meditation betrifft, ist aber zuweilen in Inhalt und Begriff recht voraussetzungshaft.

Radikal persönlich
Seine persönliche Perspektive wirkt aufrichtig, ebenso seine Anrede des Lesers mit Du; Schmerz in den Erfahrungen mit dem «anthroposophischen Milieu» spricht Sæther offen an, verteidigt sich gegenüber Vorwürfen einer «zweifelhaften Mischung von Spiritualität und Sexualität» und klingt an manchen Stellen selbstbezogen, zuweilen nonchalant: «Daher sollte es nicht zu sehr verwundern, wenn ich behaupte, dem heute wieder inkarnierten Strindberg begegnet zu sein.» Überhaupt bezieht sich Sæther wiederholt auf seine karmische Biografie ‹Wandeln unter unsichtbaren Menschen›, was verständlich ist, aber zuweilen penetrant wirkt.

Jostein Sæthers Buch ist ein Buch, das Güte braucht. Denn die Stärken in den fantasievollen Anregungen und Hinweisen zu übersehen, wäre schade. Umgekehrt hätte eine konzeptionelle Straffung seinem Buch zu größerer Klarheit verholfen.

Aus: Das Goetheanum | Nr.43-08


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Sebastian Jüngel
Quelle:
dasgoetheanum.ch

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