Die Anthroposophie
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Fragen über und an die Anthroposophie führen durch...
Marius Lien | Zweisamkeit während 100 Jahre - wie die Anthroposophie Eingang fand in Norwegen
Die Kulturelite in Norwegen und die Anthroposophie fanden vor hundert Jahren zusammen. Die Freundschaft ist weiterhin warm, und die Tatsache, dass Rudolf Steiners Praxisbuch zur Meditation Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten in akademischen Kreisen beginnt, als eine „heilige Schrift“ gezählt zu werden, wäre in Mitteleuropa gar nicht denkbar. Ein Kenner der Alternativszene in Norwegen, Marius Lien, hat Interviews gemacht mit verschiedenen Forschern - wie Jan-Erik Ebbestad Hansen, Tore Rem, Jeanette Sky, Anne-Mette Stabel und Peter Normann Waage -, die die anthroposophische Bewegung in Norwegen von innen kennen und/oder sie von außen wissenschaftlich untersuchen. Liens zeitgenössischen Rückblick, der auch für deutschsprachige Leser einen Stellenwert haben könnte, habe ich übersetzt nach dem norwegischen Text, der im Osloer Wochenzeitung Morgenbladet am 19. Dezember 2008 publiziert war.
Auf unserem kollektiven Netzhaut tauchen gemischte Vorstellungen auf: von Kräutern und Handarbeiten, und von der Eurythmie, dieser ballettartigen Theatergymnastik, die den Waldorfschülern einen steifen Nacken und viele Grübelei geben. Einige von uns haben Jens Bjørneboes Jonas gelesen, wo die Waldorfschule erscheint als der tatsächliche Garten des Edens. Einige haben die von Architekten entworfenen anthroposophischen Gebäude gesehen, die Mutigsten haben sie selber betreten. Unabhängig auf welchem Niveau von Steinernahe man sich befindet, ist die Anthroposophie in einem Schleier von Mystik eingehüllt. Und es ist schwierig festzustellen, ob der Schleier von innen oder von außen geschaffen wird.
2008 haben die norwegischen Anthroposophen ein 100-Jahrejubiläum gefeiert. Ein Frühlingsabend des Jahres 1908 stand nämlich ein Mann mit schwarzem Haar und schwarzem Blick, Rudolf Steiner (1861-1925), plötzlich auf dem Hafen von Oslo. Vermutlich kam er direkt von der Begegnung mit der neulich verstorbenen Madame Blavatsky und Oberst H. S. Olcott - welche Namen! - in der Theosophischen Gesellschaft, mit der er noch nicht ganz abgebrochen hatte. Der erste anthroposophische Samen auf norwegischer Erde war allemal gesät.
Alternative Welle
Am Ende des 19. Jahrhunderts kam eine mächtige Welle von alternativen Wirklichkeitserklärungen, mit Kritik des naturwissenschaftlichen und mechanistischen Weltbildes, sagt der Ideehistoriker Jan-Erik Ebbestad Hansen. - Sowohl die Anthroposophie, und die Theosophie, aus der sie entsprang, war ein Teil von dieser, meint Ebbestad Hansen, der das Wirken der Anthroposophen erforscht hat durch verschiedene Zeitschriften im 20. Jahrhundert.
Der Schriftsteller Terje Kristensen resümiert im Buch En kulturimpuls slår rot. Fra antroposofiens første tid i Norge (Ein Kulturimpuls schlägt Wurzel. Vom Anfangszeit der Anthroposophie in Norwegen): Goethe starb 1832, Darwins Theorien machte den Menschen zu einem hoch entwickeltem Tier, und Marx stellte fest, dass unsere Kultur nur eine Ableitung von materiellen Faktoren war. Kristensen zufolge wollte „der moderne Spiritismus“ mit wissenschaftlichen experimentellen Beweisen antworten, dass es eine Geistwelt gibt, dass das Leben nach dem Tod fortgeht, und dass es für das Ganze einen Plan und einen Sinn gab.
Spiritistische Vereinigungen blitzten in ganz Europa auf, und Kristiania [Oslo] bekam 1890 seine eigene. Norwegen war für einen Mann wie Steiner bereit.
- Die Theosophie war stark östlich orientiert. Was Steiner tat, war seine eigene Richtung einzuschlagen, indem er sie an westliche Kultur koppelte: Goethe, dem Christentum und der esoterischen Tradition Europas. Sie versuchte gleichzeitig die traditionelle Wissenschaft des Westens in sich aufzunehmen und eine Alternative zu ihr zu sein. Dies, glaube ich, ist hauptsächlich der Grund warum die Anthroposophie noch lebt, während die Theosophie heute sehr marginal ist, sagt Ebbestad Hansen.
Andersartigkeit
Eine mögliche Überschrift eines Aufsatzes über die in absehbarer Zeit hundertjährige Steinerschulbewegung [in Norwegen werden die Waldorfschulen steinerskoler nach seinem Gründer genannt, JS] in Norwegen könnte sein: „Das Leuchtturm der Anthroposophie in Europa“.
Der Vorschlag kommt von dem Literaturforscher Tore Rem, der durch seine Arbeit an einer Biographie über Jens Bjørneboe einzelne Tendenzen und Epochen der norwegischen Anthroposophie studiert hat.
- Der Anzahl der Waldorfschulen per Einwohner in Norwegen soll höher sein als in irgendeinem anderen Land. Die Anthroposophen waren tätig in der norwegischen Öffentlichkeit in der Zeit zwischen den Weltkriegen, danach bekamen sie einen sehr starken Durchschlag in der Öffentlichkeit in den 1950ern. Die Anthroposophie ist ein interessantes und faszinierendes Thema, und genau so interessant ist die Frage: Was sagt dies über Norwegen? Was ist es, das macht, dass Norwegen so weit empfänglich ist für diese Bewegung? fragt Rem.
Ebbestad Hansen unterstreicht dasgleiche: Norwegen ist speziell.
- Die Anthroposophie repräsentiert die wichtigste alternative Kultur in Norwegen im 20. Jahrhundert. Sie hat eine wichtige, gegenkulturelle Modernitätskritik verbreitet. Das Niederschlagsfeld unter Literaten und Halbintellektuellen ist viel größer in Norwegen als in Schweden gewesen. Die Zeitschrift Janus, mit dem Redakteur Alf Larsen, war der erste wichtige Impulsgeber, und mit der Zeit machte die Waldorfschule einen großen Einsatz. Dazu hatten wir die großen Debatten in den 50ern, sagt er.
Rem meint, dass die akademische Forschung dieser Entwicklung der norwegischen Anthroposophie zuwenig beachtet hat.
- In der norwegischen Idee- und Religions- und Literaturgeschichte ist dies ein Feld, das offenbar nicht genug erforscht ist. Es wurden einigen Mastergrads- und Abschlussarbeiten geschrieben, aber in Verhältnis zur Bedeutung der Waldorfbewegung bleibt die meiste Analyse übrig. Sowohl, weil es viel über dieses Milieu als auch, dass es viel über norwegische Kultur generell sagen würde. Es überrascht mich auch, dass die Waldorfschulen in der norwegischen Schulgeschichte so peripher erscheinen.
Umstrittene Revision
Die 50er Jahre waren also ein goldenes Alter der norwegischen Anthroposophie?
- 1955 stellte der Autor und Kritiker Odd Eidem fest, dass die Anthroposophie während der ersten 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg „die stärkste Geistesgruppierung im Kulturleben Norwegens“ gewesen sei, sagt Rem.
Stimmen wie Bjørneboe, André Bjerke, Ernst Sørensen und Leif Wærenskiold waren aktive. Aber von was handelten die sagenumwobenen Debatten? Die Grimberg-Debatte, die unter anderem [in der damaligen Tageszeitung] Morgenbladet stattfand, wo der Anthroposoph Øistein Parmann Kulturredakteur war, war die wichtigste. Wir lassen Tore Rem erklären.
- So wie ich es sehe, repräsentierte die Grimberg-Debatte, die zwischen 1955-57 ging, einen Wendepunkt für die Anthroposophie. Der Ausgangspunkt war die Neuausgabe [des Verlags] Cappelen des großen Geschichtswerks von Carl Gustav Grimberg, das zuerst in den 1930ern vollständig herausgegeben war. In der neuen Version wurde das erste Kapitel modernisiert, und nach den neuen Entdeckungen der Entwicklungslehre auf neuestem Datum gebracht.
Somit krachte es los.
- Die Steinerbewegung fokussierte auf zwei Punkten in der Neuausgabe. Erstens der Urheberrecht, dass Cappelen mit einem Lebenswerk fummeln würde, was für die Anthroposophen viele wichtige Erkenntnisse repräsentierte. Zweitens reagierten sie darauf, dass Grimberg zu einem Darwinist gemacht wurde. Das Letztere war der wichtigste Beweggrund für die Provokation. Es stieß an gegen die eigene Entwicklungslehre von Steiner.
Frucht und Träume
Die folgenden Diskussionen waren aufgehetzt. Einige Anthroposophen behaupteten sogar, dass der Darwinismus in der ganzen Welt in retour war. Rem:
- Allmählich wurde es ganz deutlich, dass die schreibgewandten Anthroposophen sich über ihrem Mandat und Kenntnisstand gespannt hatten. Sie sprachen sich todsicher aus und machten sich lustig über ihren Gegner. Als sie dann von einer gesammelten wissenschaftlichen Expertise entgegnet wurden, erlebten sie eine schmähliche Überraschung. Es wird möglich zu verstehen, dass sie sich demzufolge von der Öffentlichkeit zurückzogen, und stattdessen sich auf die praktische Arbeit fokussierten. Das Schlagwort wurde: Auf den Früchten soll der Baum erkannt werden.
Alsdann die Debatte ausging, änderte sich die Selbstverständnis der Steinerbewegung etwas, und viele sahen sich als Ketzer.
- Alf Larsen zog die Schlussfolgerung, dass die Anthroposophie noch nicht etwas „für die Massen“ sei, und, dass die Anthroposophen die einzigen seien, die wagten, Fragezeichen zu setzen an die Dogmen der Zeit und an die etablierten Wahrheiten, sagt Rem.
Seit den 50ern wurden die Steinerschulen immer wichtiger. Diese zogen vor allem dasjenige an, was Rem nennt „soziale und kulturelle“ Eliten, aber bereits ist die Schülermasse mehr variiert geworden. Er behauptet, auch, dass einzelne Aspekte der Anthroposophie von den Eltern der Waldorfschüler beinahe übersehen worden sind.
- Etwas, was mich am meisten beim Appell der Waldorfschule fasziniert, ist, wie diese Schulform einmal schaffte, mehr generell Kulturradikaler und Radikaler an sich zu bringen. Viel deutet daran, dass sie sich begegnen konnten im „Traum über den freien Menschen“ und in einem Widerstand gegen den Instrumentalismus. Das Gedankengut, auf welchem der Pädagogik sich stützt, beispielsweise die Lehre der Reinkarnation, wurde sekundär. Auch die Verpflichtungen gegenüber der Einheitsschule [indem die Waldorfschule in Norwegen anfangs meistens nur bis zum 7. oder zum 9. Schuljahr erfolgte; zuerst ab den 1970er Jahren wurde es üblicher, dass die Schulzeit mit einem staatlichen Abiturabschluss nach der 12. Klasse endete; JS].
Vergleich
Die Kulturhistorikerin Anne-Mette Stabel bestätigt Rems Observationen betreffend dem Platz der Waldorfschule in der Forschung. Sie ist Waldorflehrerin gewesen und hat neulich eine Dissertation in Pädagogik angefangen.
- Ich habe viel norwegische pädagogische Literatur gelesen, aber die Waldorfpädagogik wird kaum erwähnt. Eventuell wird sie kurz und mangelhaft angeführt, aber sowohl das öffentliche Leben als auch die Waldorfschule selbst braucht eine Analyse von dem, was sie heute bedeutet und was sie gewesen ist, sagt sie. In der Abhandlung möchte sie die Lehrpläne in der Waldorfschule vergleichen mit denjenigen in der staatlichen norwegischen Einheitsschule seit der Zeit als die erste Steinerschule startete 1926 [in Oslo] bis heute.
- Insbesondere möchte ich eine ganzheitliche Darstellung der Waldorflehrpläne in Norwegen. Das ist früher nicht gemacht worden. Ich will untersuchen, wie sie sich entwickelt haben. Vom Anfang, als sie sich nur auf die Vorträge von Rudolf Steiner basierten bis heute, als die Waldorfschule gerade einen neuen Lehrplan veröffentlicht hat, und, fährt sie fort, ihr auferlegt worden ist, zu zeigen ihre Kompetenzziele im Übereinstimmung mit Kunnskapsløftet [Name für die staatliche Reform der norwegischen Grundschulen und der gymnasialen Weiterbildung mit Anfang ab August 2006. Løftet bedeutet sowohl das Versprechen, das Heben als auch die Kraftanstrengung; Übersetzungsvarianten könnten sein: das Wissensversprechen oder das Erheben des Bildungsniveaus; JS].
Die Abhandlung wird von Rudolf Steinerhøyskolen in Oslo finanziert, und wird eingereicht an das pädagogische Forschungsinstitut an der Universität in Oslo. Sie sagt, dass die Begegnung zwischen der Waldorfpädagogik und dem Staat etwas Neues ist.
- Es ist eine historische Veränderung, es ist zum ersten Mal, dass das Öffentliche sich dafür interessiert, was in den Lehrplänen der Waldorfschule steht, und dann Mindestforderungen gestellt hat. Früher hat die Waldorfschule einen sehr großen Grad der Freiheit genossen. Sie waren explizit nicht gebunden, früher ihre Bieldungziele zu formulieren, sagt sie.
Der Mensch
Aber was hat Rudolf Steiners Lehre eigentlich zum Ziel? Die gesammelten Werke und Vorträge enthalten mehrere Hundert Band, und Steiner hat etwas über alles gesagt. Ebbestad Hansen macht darauf aufmerksam, dass es viele Wege in die Welt Steiners gibt.
- Ein sehr allgemeiner Einfallswinkel ist durch seine Philosophie der Freiheit, wo er versucht, einen sogenannten objektiven Idealismus zu formulieren, der unter anderem eine Kritik an Kant beinhaltet. Andere werden von der organischen Naturverständnis fasziniert und seine Gewichtung des Künstlerischen. Hierzu ist ja Goethe das große Vorbild Steiners. Es ist nicht schwierig zu verstehen, dass das für viele Menschen einen Weckruf ist, sagt Ebbestad Hansen.
Er meint, man kann die Popularität der Anthroposophie als eine Art Reaktion auf eine Glaubenskrise, das am Ende des 19. Jahrhunderts entstand.
- Steiner bietet an, was er eine Geisteswissenschaft nennt, eine spirituell orientierte Weltanschauung, die esoterische Vorstellungen und eine Reinkarnationslehre berücksichtigt.
Rem meint, dass es wichtig ist, zu sehen, wie die verschiedenen Elemente der Lehre von Steiner zusammenspielen.
- Die Begeisterung für die Anthroposophie kann teilweise aus der Sehnsucht nach einem Totalsystem erklärt werden. Vorerst schlug sie an bei einer Generation, die sich vom Christentum abgewendet hatte und nach anderen allumfassenden Systemen suchte.
Heilige Schriften
Jeanette Sky ist Religionshistoriker, und hat zusammen mit Tonje Mehren das neue Band New Age in der Buchserie Verdens hellige skrifter [Die heilige Schriften der Welt] redigiert. Hier gibt es eine bedeutende Spannweite in den Grundlagen der Beitragenden, und Rudolf Steiner ist repräsentiert mit Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten.
- Mit diesem Buch wollten wir dasjenige, was man heute nyåndelighet [neue Spiritualität] nennt, das man früher gern New Age nannte, mit einer Tradition und mit der Geschichte verankern. Auch wenn Steiner mehr als die anderen zum Christentum hin zieht, sagt Sky.
Warum ist Steiners Text eine heilige Schrift?
- Das kann man gegenüber allen Texten im Buch fragen. Das New Age-Feld ist meist sehr fließend, und keine der Texte sind im Ausgangspunkt kanonisch oder heilig. Sie sind es aber geworden durch Gebrauch und Referenzen in der New Age-Szene. Deshalb ist auch Steiner im Buch vertreten. Wir meinen, dass dies auch für ihn gilt. Peter Normann Waage, freiberuflicher Journalist, Autor und einen engagierten Vermittler der steinerschen Gedanken auf Norwegisch, meint, dass es ein Problem sei, dass Steiners Texte gelesen werden, als wären sie aus einer Offenbarung entstanden.
- Er wird sowohl von Anhängern als auch von Gegnern als eine Art Koran gelesen. Das ist schlimm, weil man sich versetzt von einem Verständnishorizont zu einem Standort, wo man den Text mag oder missbilligt.
Waage hat gerade Steiners Dreigliederung (im Verlag Vidarforlaget) übersetzt. Das Buch wurde ursprünglich kurz nach dem Ersten Weltkrieg herausgegeben, und es führt ein in Steiners Sichtweise unter anderem auf das Kulturleben und auf die Wirtschaft in der modernen Gesellschaft.
- Ich meine, dass Steiners soziale Theorien zu seinen meist interessanten gehören. Viele Anthroposophen aber bemühten sich nicht um sie, sie schauten nur aufwärts, um es geradeso zu sagen. Dreigliederung schlägt eine neue Organisierung der Gesellschaft vor, und Steiners Anschauung vom Geld wird bestätigt dadurch, dass das kapitalistische System in regelmäßigen Zeiträumen überflüssige Geldmengen sanieren müssen. Dies geschieht jetzt durch die Finanzkrise.
Warum und wie müsste das Buch 2008 gelesen werden? Wirft es einfach Licht auf die gegenwärtige Krise?
- Es müsste als ein Inspirationsbuch gelesen werden, nicht als Kochbuch oder Parteiprogramm. Es nimmt eine Abrechnung mit alten Denkgewohnheiten vor, und es ist nützlich, um Phänomene in der Gesellschaft zu sortieren. Dadurch trägt es auch dazu bei, Lösungen zu finden, sagt Waage.
Umfang
Gerade diese verschiedenen Seiten bei Rudolf Steiners Leben und seinem Nachleben ist etwas, was fortdauert, zu faszinieren.
- Es war immer eine Spannung nach innen in der Bewegung, da sie nicht selten dogmatisch und autoritär geworden ist, gleichzeitig als sie die Bedeutung der Freiheit des Individuums und die eigene Erkenntnis des Individuums betont hat, sagt Rem.
Die gleiche Diskrepanz spielt sich in der Interesse der Öffentlichkeit ab für das, was geschieht hinter den halbgeschlossenen/halbgeöffneten Türen der Anthroposophie. Fokus lag oft auf entweder das Esoterische und Dogmatische oder auf das Freiheitliche und Erkenntnisbasierte. Ebbestad Hansen drückt es folgendermaßen aus:
- Man kann die Arbeit mit den psychisch Behinderten auf Vidaråsen bewundern, die auf biodynamische Landwirtschaft fokussiert ist und was in den Waldorfschulen geschieht. Hier kümmert man sich um viel Wichtiges, was in der öffentlichen Schule und auf anderen Orten übersehen wird. Gleichzeitig kann man bestimmt viele Bedenken haben über die okkulten und esoterischen Ideen bei Steiner. Auf diesen Feldern ist er extrem, und gelegentlich sehr fantasievoll, schließt er ab.
Sowohl der Chef-Redakteur des Morgenbladet, Alf van der Hagen, als auch der Autor, Marius Lien, haben die freundliche Genehmigung erteilt, dass ich diese Übersetzung hier publizieren darf.
Für Leserkommentar gehe zu meinem Blog

«Einpaar Worte mit dem berühmten Mann» - Ein Interview in der Osloer Zeitung Tidens Tegn mit Rudolf Steiner, als er nach Oslo 1921 kam. Bildquelle: antroposofi.no
Antroposofi 2008: «MENNESKET I VERDEN - VERDEN I MENNESKET»
[Anthroposophie 2008: Der Mensch in der Welt - die Welt im Menschen]
Mehrere Zeitschriften gingen zusammen und gestalteten eine gemeinsame Ausgabe anlässlich der 100-Jahre-Markierung. Die Publikation fokussiert auf individuelle und authentische Erfahrungen mit der Anthroposophie
und auf anthroposophisch bezogene Arbeit.
André Bjerke (1918-1985) war ein norwegischer Schriftsteller und Lyriker. Er machte 1940 mit Syngende jord (Singende Erde) sein Debüt, und wurde nach dem Krieg einer der wichtigsten Schriftsteller Norwegens. Er übersetzte auch Dramen und Lyrik von Shakespeare, Molière, Goethe, Racine, Kipling, Parker, Poe, Hesse, Heine und Blixen. Sein schriftliches Werk in Genres wie Lyrik, Humor, Kriminalliteratur („Tod im Blausee“ ist verfügbar in Deutsch), Prosa, Novellen, Essays, Kinderbücher und sonstiges umfasst über 60 Band. Er bekan mehrere Auszeichnungen u. a. 1973 der Riverton-Preis - ein renommierter Literaturpreis Norwegens.

Jan-Erik Ebbestad Hansen arbeitet als Professor am Institut für Kulturstudien, Abteilung für Ideengeschichte, an der Universität in Oslo. In seiner akademischen Position hat er viele Jahre hindurch vermittelt europäische Ideengeschichte mit Betonung auf christliche Mystik, Okkultismus, die Geschichte der Faust-Literatur und deutsche Romantik.
Quelle:
© Universitetet
i Oslo
Tore Rem, Professor für Literatur, Gebietsstudien und europäische Sprachen an der Universität in Oslo, zudem ist er dort auch Associate Professor (außerordentlicher Professor) am Department of British and American Studies.
Anne-Mette Stabel ist als Dozent am Rudolf Steiner-Hochschule in Oslo in 20 % angestellt. Sie ist Stipendiatin mit externer Finanzierung am Pädagogischen Institut an der Universität in Oslo, wo sie ihre Promotion vorbereitet. Sie ist Cand. Phil. in Kulturgeschichte (Folkloristik) mit den Fächern Soziologie, Sozialpädagogik und Lokalgeschichte. Ferner hat sie Waldorfpädagogik und Erzählkunst (Storytelling) studiert. Bei der Welt-Lehrer- und Erziehertagung „Wille bilden - Kopfgeist wecken“ am Goetheanum 2008 leitete sie die Arbeitsgruppe Storytelling: language of the heart, source of thinking and inspiration for the will.

Vom Leben in einer norwegischen Waldorfschule - Rudolf Steinerskolen in Bergen, gegründet 1929. Diese ist auch die Waldorfschule, wo der ehemalige Leiter der Pädagogischen Sektion und der Jugendsektion am Goetheanum, Jörgen Smit (1916-91), über 20 Jahre Klassenlehrer war. Auch während des Zweiten Weltkriegs war diese Waldorfschule trotz der deutschen Okkupation nicht geschlossen.
Rudolf Steiner hat gesagt in und über Norwegen:
„Etwas Geistiges noch einmal in der physischen Welt zu wollen, darum wird es ankommen. Und dieses ist es wirklich am einfachsten zu verstehen hier in diesen Gegenden.“
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Antroposofisk Selskap i Norge (Anthroposophische Gesellschaft in Norwegen) ist zuhause in der Oskarsgate 10 in Oslo. Zeichnung von Knut Weihe
Peter Normann Waage (geb. 1953) ist ein norwegischer Schriftsteller, der viele Bücher geschrieben hat zur Kulturgeschichte und Politik. Er ist einer der bekanntesten norwegischen Kenner der russischen Kultur und Literatur. Viele seiner Bücher sind auch ins Deutsche übersetzt. Ein bemerkenswertes Buch von ihm - das ich gelesen habe - gibt es nur auf Deutsch: Eine herausfordernde Begegnung. Schmuel Hugo Bergman und Rudolf Steiner (Pforte Verlag, Dornach 2006). Seine letzte Veröffentlichung ist ein groß angelegtes Werk über die Kulturentwicklung des Ich: Jeg - Individets kulturhistorie (Schibsted forlag, Oslo 2008).