Der integrale Gasballon
 
Gamamila
2. April 2008
Chronikarchiv

21. März 2008
Meister und Hüter der Meditation...
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16. März 2008
Das Motiv auf einer Pastellskizze von Steiner enthält ein großes, ernstes Antlitz in rosa-violettem Farbton...
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10. März 2008
Statt diesmal einen weiteren Aufsatz zu bringen, möchte ich mein Blog präsentieren...
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2. März 2008
Der Umgang mit Kunst baut eine seelische Brücke, die zu geistigem Erleben führt...
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24. Februar 2008
Im höheren Bewusstsein betritt man geistige Orte, wo man sich normalerweise nicht auskennt...
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17. Februar 2008
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10. Februar 2008
Biografisches zu denken, zu bewegen und zu vertiefen, ist eine Voraussetzung für karmische Erkenntnisse...          
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Fragen über und an die Anthroposophie führen durch äußere Ereignisse im Leben zu inneren Erlebnissen, die viele Rätsel...             
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Blog

21. März 2008
Das Capesius-Syndrom

20. März 2008
Monsanto und die Gentechnik


14. März 2008
Plädoyer für einen schreibreform der deutschen sprache

10. März 2008
Von der mission der migräne
und der missionen von Sebastian Gronbach
Aufsätze
aus dem "Goetheanum"
zum Thema:
Engel
Ibsen 
Schwelle
Christus Klimawandel
Manichäismus
Körperindustrie
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Jostein Sæther | Sebastian Gronbach und sein integraler* Gasballon - eine Rezension

In den Osterferien sah ich den ersten Luftballon des Jahres. Wie schön! Trotz Spielen und Ausflügen mit Kindern und dem Museumsbesuch im „Tiefsee“ in Basel schaffte ich fertig zu lesen Sebastian Gronbachs Buch Missionen, das eben in Verlag Freies Geistesleben erschien. Gronbach versteht sich als ein mit einer Mission gerüsteter Anthroposoph. Ein anderer Anthroposoph, Jelle van der Meulen, der bekannt wurde durch den Einsatz für einen damals im Sterben liegenden dritten der Sorte, Bernhard Lievegoed, hat einen Epilog geschrieben. Jener nennt das Buch „Stand-up-Anthroposophie“. Ich habe zu vielen der Denkweisen beim Lesen zugenickt, aber bei einigen Fragen erhob ich mich gegen seine Stimme. So möge diese Besprechung nichts anderes sein als ein Versuch, Sebastian Gronbach von den integralen Höhenflügen zum Boden zu bringen, sodass er einen Richtungswechsel einschlage.            

Gronbachs Stil und seine Hoffnung
Sebastian Gronbachs erstes Buch beträgt 244 Seiten verteilt auf 8 Kapitel mit Anmerkungen und Hinweise. Dazu kommt das eben erwähnte Nachwort. Die Rubriken bestehen aus der ersten Zeile der Kapitel. Der Erste heißt: „Sie lesen gerade ein Buch“. Diese Art Gerede, diverse Trivialitäten und persönliche Berichte sind typisch für seinen Stil. Anfangs machten sie mir Spaß, weil ich sonst oft erlebte, dass manche anthroposophische Bücher zu allgemein und intellektuell waren. Auf Seite 8 schreibt er:


„Ich bin unsicher, ob ich dieses Buch schreiben kann. [Hier ist ein Abschnitt. In den folgenden Zitaten verzichte ich auf die originären Abschnitte. JS] Es ist eine existenzielle Unsicherheit, die damit zu tun hat, dass ich mich nicht sehen kann, wenn andere mich nicht spiegeln.“

Rechnet der Autor damit, von den künftigen Lesern eine Spiegelfläche zu bekommen? Geht er von einem Zeitbegriff aus, der reale Impulse aus der Zukunft einbezieht? Zeigt er somit seine Ehrlichkeit? Oder spielt er in seiner Beweisführung mit mir wie ein Kabarettist, der sich belustigend des Publikums Aufmerksamkeit erhandelt? Sebastian Gronbach hat „die sehnsuchtvolle Hoffnung auf Ruhm und Geld“. Er will mit seinem Buch „anerkannt, gelobt und geliebt werden“. Diese Aufrichtigkeit nehme ich in Kauf, und ich belobe ihn dafür, dass er nicht in Abrede stellt, dass er der Welt ein Geschenk machen will. Nicht aber weil er diese Hoffnung hat, seiner Mission gerecht zu werden und dass sich mit dem Buch Sinn erfüllt, werde ich ihn lieben. Während des Lesens wurde ich dem Autor jedoch immer weniger zugetan, gleichwohl wuchs meine Liebe zum Menschen Sebastian Gronbach nach dem Motto: „Liebe das Böse gut.“ Um das zu begründen, gehe ich nun auf- und abwärts durch manche liebenswürdige Sätze, die ich sowohl für sich stehen lasse als auch mit Fragen und Kommentaren beleuchte.
                    
„Fragen Sie mal Spiderman“
Sebastian Gronbach behauptet auf Seite 15 - die ich beim Busfahrt las -, dass sein Buch mein Leben schon verändert habe:


„Ihr Leben ist also anders verlaufen, als es ohne dieses Buch verlaufen wäre. Was hätten Sie in dieser Zeit sonst getan? Haben Sie gerade die Liebe Ihres Lebens verpasst oder sind Sie nicht auf der Treppe ausgerutscht“

Wenn ich in seinem Buch nicht gelesen hätte, hätte ich gleichwohl denselben Bus genommen! Vielleicht hätte ich mehr gesehen vom schönen Bliesgau in Wind und Nässe, die ich schon so gut kenne. Die Liebe meines Lebens habe ich gewiss nicht verpasst, weil ich sie seit lange im Herzen überall mittrage, aber ein Kleinbisschen hat sich mein Leben gewiss durch das Lesen der Gronbachzeilen verändert.

„Ab sofort gibt es einen unauflöslichen Link, eine feinstoffliche und sehr konkrete Verbindung zwischen Sebastian Gronbach und [Jostein Sæther] […] Es mag ein seidener Faden sein, aber ein Faden ist ein Faden. Fragen Sie mal Spiderman.“

Ich habe noch nicht Spiderman gefragt, aber ich nehme diesen Tipp auf und werde es tun, bevor ich die Rezension vollende. In einem Gespräch mit seinem siebenjährigen Sohn erklärt Sebastian Gronbach, dass Anthroposophie ein cooles Computerprogramm sei.

„Ein Anthroposoph zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er jeden Menschen zu jedem Zeitpunkt exakt die in diesem Moment einzig mögliche Antwort geben kann, was Anthroposophie sei. Egal ob ihm die Frage bei Kerzenlicht und Tee oder bei Schwarzlicht und Wodka oder per SMS gestellt wird.“

Die Geistesgegenwart solcher Anthroposophen in Zweigen und Klassenstunden war für mich vor dem Millenniumwechsel, als ich damals noch selber Mitglied war, jedoch nicht unbekannt.

Gronbachs Steiner
„Ich will kein Chronistenbuch über Rudolf Steiner und die Anthroposophie schreiben. Nun ist es aber so, dass mein Leben ohne Steiners Leben schlichtweg nicht denkbar ist. […] Meine Familiengeschichte ist untrennbar mit Rudolf Steiner verbunden. Seit vier Generationen geht das jetzt so. […] Ich komme nicht umhin, auch etwas ‚Historisches’ über diesen Steiner zu sagen, weil seine Historie meine erst ermöglicht hat.“

Um seinen Steiner vorzustellen, stellt Gronbach zunächst der Steiner-Chronist vor:

„ Der Kaiser unter den anthroposophischen Chronisten ist Dr. Walter Kugler, der Chefarchivar und langjährige Mitherausgeber der Steiner-Gesamtausgabe. […] Walter Kugler weiß was. Ich mag Menschen, die was wissen. […] Ich verstehe auch seine Abneigung gegen spirituell kompetente Leute. Ihm wird wohl zu Recht übel, wenn sie wie aus der Pistole geschossen wissen, wieso, weshalb und warum es karmisch genau richtig ist, dass ein Kind behindert auf die Welt kommen musste, Leute die mit Jahrsiebten, Mondknoten und Temperamenten jeden Schmerz, jede Trennung und jede Hochzeit wegerklären...“

Dann stellt Gronbach seinen Steiner jedoch noch nicht vor, sondern lädt mich als Leser auf sein blaues Sofa vom IKEA ein, um über Bilder, Symbole, transformatorische Energie und Reiseerzählungen von transzendenten Erfahrungen zu reden und Steiner zu zitieren. (Ab dieser Seite 28 habe ich ihn das Du auf integralem Weg angeboten - nach dem 3. Kapitel sogar schriftlich. Einpaar Tage später gewährte er es mir in einem Email. Also erlaube ich mich ihn weiter mit Vornamen zu nennen.) Sebastian sagt:

„Je tiefer ich mich in das Gebiet hineinbegebe, das man als geistige Welt oder spirituelle Dimension bezeichnen kann, desto schwieriger fällt es mir, Begriffe, Namen und Bilder zu finden, die den komplexen Dingen entsprechen, die dort vor mir in Erscheinung treten. Im Laufe dieses Buches wird das so vorkommen […], dass meine Worte nicht ausdrücken können, was sie ausdrücken sollen. Das ist ein Problem […], und es wird garantiert zu Missverständnissen führen.“ 

Hat Sebastian solche komplexe geistige Erscheinungen wahrgenommen? Mindestens erzählt er soweit nicht davon, sondern er stellt nun endlich seinen Steiner vor, der dasselbe Problem gehabt haben soll.

„ Rudolf Steiner begegnete diesem Problem unter anderem dadurch, dass er zum Beispiel ‚Wesenheiten’ beschrieb oder traditionell religiöse oder theosophische Namen, Begriffe oder Bilder als eine Art Transporter für das benutzte, was er ‚rüberbringen’ wollte. Er beschrieb […] die nicht aufzulösende Diskrepanz zwischen dem, was man als Geistesforscher als innere Erkenntnis und Erfahrung wahrnimmt, und dem vorhandenen Wortschatz, mit dem man versucht, das Wahrgenommene […] begreifbar zu machen. […]Sobald diese lebendigen und vorläufigen Imaginationen zu fixierten und endgültigen Kopien werden, verhindern sie nicht nur selbstständige Erfahrungen und Erkenntnisse, sondern wirken auch zerstörend auf alle Versuche, sich in einen Dialog mit […] anderen spirituellen Strömungen zu begeben. […] [Im] Abgrund […] kann er erleben, wie ‚die Herzen beginnen, Gedanken zu haben’, wie es Steiner so wunderschön […] formuliert.“

Ich habe von hier ab als These probiert, ob Sebastian das Herzdenken benutzt. Jedenfalls müsste mein Weg zu Steiner dem Chronisten Kugler vorbeigehen, wo Sebastian mit ihm als Berufsanthroposoph und spiritueller Meilenstein steht.

„Er kennt von Steiner, was sonst noch keiner kennt: Liebesbriefe, Notizbücher, Manuskripte, Fanpost und Drohbriefe. An ihm muss man vorbei, wenn man Steiner besuchen will. […] Verstorbene Helden brauchen jemanden, der einen warmen, verständnisvollen Mantel bereit hält und trotzdem jeden Tag unnachgiebige, kompetente Fragen stellt.“

Abgründen des Menschenlebens
Sebastian stellt die Frage: Wann beginnt die Mission eines Menschen? Er denkt, es hat mit Erwachen zu tun.
Seine Mission allerdings begann mit einem Erwachen. Wer meint, Erwachen ist immer schön und hell, der schläft noch tief und fest, fügt er hinzu. Er schreibt weiter findig über Kindheits- und Jugenderinnerungen, die den Blick in mehreren uns allen bekannten Abgründen des Menschenlebens werfen lassen. Er behandelt verschiedene Erwachenserlebnisse wie das erste Lügen des Dreijährigen, das Rubikon und jugendliche Doppelgängererlebnisse. Er erlangt psychologische Erkenntnisse, die jeder erlebt haben muss, ehe man einen esoterischen Weg antritt.

„ Doppelgänger, Schatten, verdrängtes Selbst, das sind alles Namen für ein und dieselbe Sache: Alles, was wir nicht sein wollen, alles, was nicht in unser positives Selbstbild passt, und alles, was wir verdrängen, nicht wahrhaben wollen und leugnen, alle Eigenschaften, die wir sind, aber an uns ablehnen und ausgrenzen, all das ist unser Schatten.“

Es ist Sebastian hochzuhalten, dass er seine Schatten nicht verberge, sondern sich als fieser und kleingeistiger Kerl bekenne. Er ist sich dem Hochmut bewusst, der ihm einen Bestseller verhelfen soll. Bleibt er trotzdem glaubwürdig? Ob seine Aussagen wahr sind oder nicht, entscheidet nicht, dass ich das ganze Buch lese, sondern dass ich auf Seite 49 erlebte, dass sie der Wirklichkeit seines Seelenraumes entsprachen. Wie er im Text auftrat, deckte sich mit dem Innhalt. Oft entsprachen seine Sätze meine Lebenserfahrungen, aber immer mehr deckten seine Wirklichkeit sich nicht mehr mit meinen Erkenntnissen. So habe ich Bedenken gekriegt und fragte mich: Welche Motive treibt ihn? Ich las weiter, weil ich herausfinden wollte, ob und wie er geistig-übersinnlich Erwacht ist.

Bis ich schließlich etwas über seine Erleuchtung erfuhr, ging aber das Lesen durch viele Hinweise zu und Zitaten von einigen Vorgängern auf den spirituellen Wegen wie C. G. Jung, Felix Hau, Dr. Johannes Schneider und Menschen, die ihrem Schatten nicht bewältigen konnten wie der amerikanisch-evangelische Prediger Ted Haggard. Und Sebastian berichtet aus der Nähe des ehemaligen Waldorfschülers auch von Abgründen und Doppelmoral in der Waldorfbewegung. Er breitet sich lange über das Thema Gewalt und Krieg aus und bringt dabei seine persönliche Einstellung ein:

„Ich bin kein Pazifist. Manchmal muss Krieg sein. Manchmal ist ein Krieg ein guter Krieg. Das ist schrecklich, aber nicht alles, was schrecklich ist, ist auch falsch.“

Er behauptet, dass Deutschland dem Krieg der Alliierten seine Freiheit verdanke:

„Ohne amerikanische Bomben auf Deutschland gäbe es heute beispielsweise keine Waldorfschulen, sondern Nazischulen - und statt Morgenspruch gäbe es das Horst-Wessel-Lied.“

Er versteht nicht, was man gegen Maschinenpistolen hat, die sich in den Händen der richtigen Leute befinden. Er fragt, warum man in Waldorfschulen die Unterscheidung in „böse Pistole“ und „heiliges Schwert“ machen?

„Vielleicht weil das ‚heilige Schwert’ das dunkle Tier in manchem Pädagogen verbergen soll und der Kampf gegen die Pistole einen plakativen Pazifismus propagiert, hinter dem man seine eigenen Aggressionen geschickt verbergen kann. […] Man spürt ganz tief in sich, dass Gewalt ein Mittel ist, welches man für eine Option hält, die der gesellschaftliche Kontext jedoch nicht zulässt, also demonstriert man gegen zeitgenössische und feiert die historische Gewalt.“

„Ich habe die Gewalt satt“               
Diese Worte entstammen nicht seiner Stimme. Leider nicht! Dr. Martin Luther King Jr. sprach sie auf Amerikanisch vor 40 Jahren kurz vor seiner Ermordung am 4. April 1968. Ebenfalls ich habe die Gewalt satt. In den Osterferien erlebte ich hautnah, dass eine alleinerziehende Waldorfmutter ihren Sohn mitten auf offener Straße schlug, weil er einen Stein auf sie geworfen hatte. Drei Tage später erfuhr ich, ehe ich aufgestanden war, während mein Sohn und sein Freund mit mir im Bett spielten, die Schwerkraft eines Schulkindes auf meinem linken Brustkorb. Vom „Berg“ meiner Knie abzustürzen macht nicht nur Kindern Spaß, sondern auch dem Erwachsenen, dem das innere Kind lebendig ist.


Wenn das zweite Kind aber nach meinem Alarm nicht Acht geben wollte, hilft es keinem, den süßen „Schuldigen“ zu schlagen oder ihn die Wut anzuprangern, nachdem mir ein Rippen gebrochen war. Diesem Schmerz muss ich alleine tragen, bis das Kind von seiner „Last“, Vaterlos zu sein, erlöst wird. Sebastian zitiert Lievegoed: „Jedes Licht schafft Schatten.“ Und er fragt sich, ob auch die Anthroposophie einen Schatten hat.

„Auch das ist ganz einfach: Hören wir auf unsere Kritiker und denken wir an die Grundregel der Schattenarbeit: Das, was uns nur informiert, ist ohne Relevanz, aber das, was uns verletzt und trifft, bietet uns ein Thema. […] Wer seine Fehler und Wunden öffentlich zeigt, gewinnt an Stärke und potenziert seine Authentizität - nichts wirkt selbstbewusster als ein lässiger und präziser Blick auf die eigenen Makel.“

Es ist notwendig und an höchster Zeit, dass jemand die eigenen Schatten und die Makel der Anthroposophen öffentlich unter die Lupe setzt. Lange genug wurden in der anthroposophischen Bewegung die Fehler und die überholten Arbeitsweisen nicht eingeräumt. Stattdessen werden schwarze Schafe intern ausgehängt und unerwünschte Mitarbeiter erleiden Mobbing und werden ohne Aufklärung gekündigt. Wie will nun Sebastian einer der größten Herausforderungen der Gegenwart begegnen? Auf Seite 63 bekomme ich seine zweifelsfreie Antwort:

„Weil Anthroposophen verstanden haben, um was es geht, müssten sie als Erste aufstehen und laut ‚Nein’ rufen, wenn jemand das rigide Gesetz eines bärtigen Propheten über die Maximen der Liebe und der Freiheit stellt. […] Weil wir Mädchen und Jungen als gleichwertige Geschöpfe achten und fördern, wartete ich darauf, vom Goetheanum in Dornach darüber informiert zu werden, wann welche Veranstaltungen stattfänden, die sich mit dem eklatanten Problem der radikalen Koranschulen, der brutalen Zwangsehe, den diskriminierenden Schwimm- und Sportverbote für islamische Mädchen und dem altertümlichen islamischen Machotum auseinander setzen. Ich wartete vergebens.“

Plädiert Sebastian etwa eine „platonisch“ eingeschränkte Gewalt? Wann sei Gewalt notwendig, wenn überhaupt? Er antwortet mich diese Fragen nicht, aber als ich den nächsten Satz las, konnte ich ahnen, wie Martin Luther King sich gefühlt haben mag in dem Augenblick, als die von Millionen Menschen autorisierte Mörderkugel in seinen Körper drang:                           

„Die Toleranz gegen die Intoleranz jedoch erschafft monströse Drachen. Ist der Erzengel Michael ein toleranter Drachenversteher? Ich hatte das anders in Erinnerung.“

Es scheint mir, als ob Sebastian Martin Luther King und andere Vertreter der gewaltfreien Kommunikation und der gewaltlosen Opposition im 20. Jahrhundert wie Mahatma Gandhi, Dag Hammarskjöld, Janusz Korczak, Nelson Mandela, Marshall B. Rosenberg obgleich vergessen hat. Obwohl Mandelas Namen zwischen mehreren Hundert Namen auf dem Umschlag des Buches steht, ändert es mein Verdacht nicht. (Der Sinn dieser Namensliste wird mir erst später sonnenklar.) Daher entscheide ich mich als Neudeutsche auf meinem weißen Ikeasofa zu einer gewaltlosen Minidemonstration, die Sebastian meinem Du entzieht. So reiche ich ihn das alte Sie - das im Übrigen Friedrich Nietzsche und seine späteren „Übermenschen“ auch benutzten - und greife zu seinem Familiennamen nochmals.

Entscheidungen          
Sebastian Gronbach denkt, dass auch Steiners Mission zu tun hatte mit der wachsenden Fähigkeit, sich entscheiden zu können:


„Rudolf Steiner war ein Meister darin, seinen spirituellen Ideengehalt in vertraute mythologische Gewänder zu kleiden und so diesem Ideengehalt, dem trojanischen Pferde gleich, Einlass in die Häuser, Häupter und Herzen zu verschaffen.“

Schon auf Seite 70 stellt Sebastian Gronbach fest, dass zwei geistigen Wesen, die mit den Begriffen Ahriman und Luzifer bezeichnet werden, als Symbole für die beiden Fliehkräfte der menschlichen Psyche stehen. Auf Seite 94 schaut er Michael näher an:     

„Ein Geniestreich ist die Neuinszenierung des Erzengels Michael. […] Dieses ‚Michael-Zeitalter’ ist dann angebrochen, wenn sich Folgendes als Lebensgefühl einstellt - und nun formuliert Steiner den Satz, der wirklich viele Menschen durch Höhen und Tiefen ihres anthroposophischen Schaffens getragen hat [und gleich zitiert Gronbach aus Steiners Artikelsammlung Anthroposophische Leitsätze, GA 26]
:“

„Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern gedankengetragener Seelenklarheit. Dies verstehen, heißt, Michael in sein Gemüt aufnehmen.“

Für Sebastian Gronbach ist das „geistige Power-Poesie“, ohne die Anthroposophie niemals das geworden wäre, was sie heute weltweit ist. Er stellt sich vor, Steiner hätte statt des dramatischen Entwurfs notiert, dass nun der Wendepunkt von der Mechanisierung des Denkens zur Spiritualisierung des Denkens erreicht sei und die mitfühlende Begleitung von Denkprozessen zu einem höheren, integralen Bewusstseinszustand führen wird. Auf Seite 97 wird dann Steiners Anthroposophie als bloße „mystische Tatsache“, als geniale, aber poetische Beschreibungen der steinerschen Innenwelt entlarvt:

„Die Erzengel, die Widersachermächte Luzifer und Ahriman, die Elementarwesen, am Ende auch Christus […], das alles sind Steiners geniale und poetische Beschreibungen spezifischer Formen und Zustände der menschlichen Innenwelt. […] Ideen finden so den Weg in unsere Seele.“

Gronbach beschreibt dann viele Schwellenphänomene und macht humorvolle Ausblicke auf Grenzwächter wie Klofrauen, Kassierer in Pornokinos, Krankenschwester der Intensivstation und er führt Grenzpatrone der Literatur wie Herrmann Hesse und die Matrix-Filme vor. Er erklärt auch den Unterschied zwischen grundlegend und bedeutsam und sinnt über die „Hüter der Schwelle“ nach.

Ein ständiger nichtanwesender Begleiter auf seinem Weg ist der spirituelle Philosoph der Post-Postmoderne, Ken Wilber, ein der Urheber der bewusstseinserweiternden Spiritualität. Auf Seite 123 ist es nun endlich soweit, die ersten Andeutungen zu erfahren, welche Früchte sich aus dieser entscheidenden Begleitung ergeben haben.

„Ich hatte immer schreckliche Angst davor, dass in dem Moment, wo ich an dieser Transformation Anteil hätte, meine tiefen menschlichen Gefühle irgendwie seicht und flach würden, und ich stemmte mich heftig gegen diese Verwandlung - aber als sie eintrat, war alles ganz anders.“

Alsdann fährt Gronbach fort, die Dinge des „niederen Menschen“, die Sexualität, die Naivität der Ökofreunde, die Kapitalismus und der Wohlstandsmüll zu erläutern, und ich gebe ihm recht darin, dass wir alle, die sein Buch lesen und sich mit Waldorfpädagogik, Anthroposophie und Esoterik beschäftigen, einer Elite gehören.

Über Geist und Gott                 
Das 7. Kapitel fängt mit folgender Argumentation an: 
 

„Eliten sind Menschen, die ihre Persönlichkeit veredelt haben. Und es sind Menschen, die ihre überdurchschnittlichen kognitiven, emotionalen und physischen Merkmale dienend und über sich hinaus für andere Menschen einsetzen möchten, die noch nicht in dieser Weise über solche Merkmale verfügen oder sie durch tragische Umstände verloren haben. […]
Anthroposophie ist in diesem Sinne elitär.“

Später heißt es über persönliche Entwicklung und über Geist:

„Ich dachte lange Zeit […],
irgendwie ist alles okay, Hauptsache man ist authentisch. […] Ich vergaß, dass auch völlig asoziales und blödsinniges Verhalten authentisch, also in Deckung mit meiner Person, sein kann, wenn dasjenige, auf was es sich bezieht, der asoziale und blödsinnige Teil meiner Persönlichkeit ist...“

Und über ethischen Individualismus:

„Was in jenem oder diesem individuellen Falle an sozialem Engagement zu tun ist und was ihn zum Lachen bringt, das entscheidet der ethische Individualist ganz allein, indem er sich fragt, was er liebt.“

Über den natürlichen Hang zu irdischen Dingen und der Schönheit der Natur schreibt Gronbach:

„Die Erde, die Natur und alles in und aus ihr, so auch der Mensch, ist dem Tod geweiht, nicht dem unsterblichen, ewigen Leben. […] Nicht nur Sex and Drugs and Rock‘n Roll und Computerspiele machen abhängig, auch der Berg, der mich ruft, und der Schmetterling, von dem ich nicht den Blick wenden kann. Auch das sind Todesboten.“

Gronbachs Erleuchtung
Im letzten Kapitel über seine Erleuchtung stellt Sebastian Gronbach ungeschminkt und mit neumodischer Kühnheit sein Verständnis von Erleuchtung, Reinkarnation und Karma und seinem integralen „Christus“ vor.


„Erleuchtung bedeutet, dass sich das individuelle Bewusstsein über das persönliche, werdende und vergängliche Ego hin aus in das ewige Sein ausbreitet und dort dauerhaft ankommt. […] Dieser Schritt in das Licht der Liebe ist ein Geschenk. Jeder weitere Schritt ist Arbeit.“

Die Einzelheiten seiner Erleuchtungsgeschichte bitte ich jeden selbst im Buch nachzulesen. Gronbachs Konklusion lautet:  

„Jetzt war Sebastian zersprungen und er war als das Makellose zu dieser Wirklichkeit erwacht. Er […] war ein ‚Ich bin - das ich bin’. […]Das Super-Maximal-Bewusstsein ist erwacht, weil Menschen erwachen. Gott ist im Menschen erwacht.“

Seit diesem Tag mitten im Schreiben seines ersten Buches ist Sebastian Gronbach erleuchtet. Er ist wieder einmal auf einer Stufe aufgewacht, von der er immer dachte, er würde sie nie erreichen. Sofort weiß er auch um die Probleme, die damit verbunden sind. Er weiß, dass Erleuchtung nicht Erleuchtung ist, weil es Grade und Stufen der Erleuchtung und des Erwachens gibt.

„Er weiß, das seine Stufe noch wackelig und seine Erleuchtung im Vergleich zu älteren Leuchten noch flackernd ist, und er kennt die Riesenkräfte des Grundlegenden, er weiß, dass andere höher, weiter und umfassender diesen Zustand manifestiert haben, er weiß, dass Müdigkeit und Schlaf mächtig und gnadenlos sein können.“

Für Sebastian Gronbach ist seine Erleuchtung ein kosmisches Aha-Erlebnis, in der „seine“ Anthroposophie verbrannte und mit ihr alle alten Begriffe. Im Stapel loderte die größte Flamme um den größten Begriff, um „den Christus“. „Er“ verbrannte und es blieb: „Ich bin“.

„Christus war kein Er mehr, auch kein Es, kein Bild und kein Wesen. Er wurde ein ‚Ich bin’, er wurde das einzige und einfachste Gefühl, was ich jemals gefühlt hatte. […] Wenn man das ‚Ich bin’ erlebt, gibt man unwillkürlich seinen eigenen, tradierten Diskurs auf. Das kann ein schmerzvoller Prozess sein. Einer Kreuzigung gleich. Dann aber beginnt die Auferstehung der wirklichen Wirklichkeit. Genau das versuchte Steiner mit dem ‚ätherischen Christus’. […] Rudolf Steiner […] erschuf Wesen, er konstruierte und übernahm geistige Kreaturen. […]
Der Geist ist wie Gas. Flüchtig und nicht fassbar.“

Ist Geist wirklich wie Gas? Erzeugt Sebastian Gronbach darin einen „Gasballon“? Aus einer Art Reduktionismus entpuppt sich der „neue“ Christus in der Stand-up-Anthroposophie als ein Nichts. Da ist nichts vom Herrn des Karmas übrig. Mein inneres Kind hätte doch gern mindestens einen Kaspar-Christus gehabt! Statt etwas zu sein, ein Wesen für sich zu sein, steht „er“ für etwas im Bewusstsein des Erleuchteten:  

„Christus steht für dieses göttliche EINE in der menschlichen Vielheit. […] Im Zustand der Erleuchtung nimmt man eine vollkommene Perspektive ein und erlebt die Einheit als eine Dreiheit und die Dreiheit als Einheit. Was man Christus nennt, erfahre ich dann als mein ICH. Zu diesem Ich gibt es keine Beziehung. Es ist ein Ich-bin-ich-Gefühl, und wenn ich so fühle, dann fühle ich den Strahl, der aus der einen Sonne kommt.


Gronbachs Karmaverständnis
Es führt hier zu weit, zu schildern, wie Gronbach sein Transzendieren der Christus-Idee mit dem des Rudolf Steiners in Deckung zu bringen versucht. Abschließend möchte ich einpaar Belegstellen geben, die die herkömmliche Idee von Reinkarnation und Karma prompt abschaffen:


„Dieses niedere Selbst, das Ego der Menschen schafft an der schwarzen Sonne, am Mega-EGO der MENSCHHEIT, und je mächtiger dieses Mega-EGO wird, desto größer wird seine negativ-inspirierende Wirkung auf das Einzel-Ego des Menschen. […] Die Raffinesse, mit der unser persönliches Ego uns den Blick aus dieser befreienden Sicht verbauen will, ist nicht zu unterschätzen, und es kleidet sich dabei in die fantastischsten Formen. Sein bösartigster Tricks besteht darin, sich als SELBST zu tarnen […] und gegen alle guten Absichten bläst der falsch verstandene Glauben an Reinkarnation und Karma dieses Ego noch größer auf, als es eh schon ist.“

Der tolerante Gronbach fasst die herkömmliche Reinkarnationsidee wie folgt zusammen:

„Nach dem irdischen Tod eines Menschen wandert die Individualität eines bestimmten Menschen durch die ‚geistige Welt’, um sich am Ende in den neuen Körper eines anderen Menschen erneut zu inkarnieren. Ein neuer Mensch wird geboren, der bereits einmal ein Mensch war, und so geht seine Reise wechselnd zwischen Himmel und Erde hin und her, um immer neue Erfahrungen zu machen und an seiner individuellen Entwicklung zu arbeiten.“

Der Begriff „geistige Welt“ steht aber in Anführungszeichen. Meint er wirklich, dass es auch hier sich nur um einen Metapher handelt, und, dass der Begriff keiner geistigen Realität von Engeln und Hierarchien entspricht? Seine neue Schicksalsbotschaft lautet:

„ Die klassische Interpretation von Reinkarnation und Karma, nach der sich einzelne Individuen immer wieder verkörpern, nützt mittlerweile mehr dem kleinen Ego und schadet dem großen Selbst.“

Ich kriege eine Alltagserleuchtung: Sebastian Gronbach plädiert dafür, dass nicht die Menschen (Elias, Johannes der Täufer, Raffael, Novalis) sich wiederverkörpern, sondern in wiederholten Erdenleben sind diese von Steiner erforschten Biographien insgesamt die anderen etwa 60 Beispiele der Reinkarnationsreihen von bekannten Individualitäten in seinen Karmavorträgen nur Teilnehmer an den Widerverkörperungen des großgeschriebenen MENSCHEN. Das würde heißen, dass ich „meine“ früheren Leben in allen je inkarnierten Menschen erkennen dürfe. Somit wären meine Bemühungen nutzlos, jahrelang Karmaforschung betrieben zu haben, da die konkreten Inkarnationen, die ich gefunden habe, nicht nur zu mir selbst gerechnet werden dürfen, sondern jedem anderen auch gehören. Statt einer individuell-realen Reinkarnation gibt es für Sebastian Gronbach nur eine allgemein-ideelle, die mit Karmaarbeit und Reinkarnationstherapie Strich machen.

„Es ist der eine GEIST der sich im Menschen in milliardenfacher Form individuell inkarniert, und dieser GEIST hat die Erfahrungen, Errungenschaften und Erkenntnissen aller vorherigen inkarnierten Individuen in sein Bewusstsein integriert. Es ist darum keinesfalls seltsam, wenn sich Menschen an andere und an viele andere Leben erinnern, denn sie alle sind Ausstülpungen des einen integralen Bewusstsein und haben so als Teilsystem den Zugriff auf den Hauptrechner. […] Das ist der Ort, an dem wir uns in Wirklichkeit treffen, und das ist der Ort, […] an dem alle Ungeborenen und alle Gestorbenen ihr Dasein habe. Das ist das Super-Mega-Bewusstsein, wo alle sind, die sind, waren und sein werden. Wir können uns an andere Leben erinnern, aber nicht, weil wir als individuelles Ich-Wesen von Leben zu Leben wandern, sondern weil wir Teilhaber des SELBST sind, dessen Bewusstsein in alle Leben hineinreicht, wenn wir uns dafür öffnen und frei machen.“

Ich bezweifle überhaupt nicht, dass Sebastian Gronbach eine tief greifende psychische Erfahrung mit dem integralen Hauptrechner hatte. Dessen ungeachtet ist seine „Anthroposophie“ nichts als ein polierter Irrtum. Seine eigenen Worte können ihm selbst einverleibt werden:

„Eine Illusion ist eine Spiegelung des GEISTES, die vorgibt, der GEIST selbst zu sein. Es ist das Echo, das sich als Ruf ausgibt, es ist der Schatten in der Höhle.“

Entgegen seinem Super-Mega-Gasballon und seiner wesenslosen Fata Morgana stehe ich auf und drücke einfach aus: Ich kann mich an andere Leben erinnern, weil ich tatsächlich als individuelles Ich-Wesen von Leben zu Leben wandle.

Soeben frage ich „Spiderman“ über die Beziehung zwischen mir und Herrn Gronbach: Sind wir karmisch verbunden? War er im Mittelalter etwa als arabischer Denker am Hofe des sizilianischen Königs inkarniert, gegen dem und dessen Heer ich als der deutsche Legat Christian I. von Mainz kämpfte? Ohne zu erwidern scheint der Netzgeist sofort entwichen zu sein, ehe ich die zweite Frage stelle. Erläuternde Antworte quellen anderwärts, aber ich werde sie noch einen Zeitraum unter meinem geknackten Rippen tragen. Sie erwecken indessen weitere Fragen. In wessen Licht steht denn Gronbach auf der integralen Bühne? Wie tief in den realen Abgrund der drei Geisttiere wirft der Schatten, der von seiner Sonne ausgeht? „Der Geheimrat gehört dem Luzifer an, und das Geld, das er im Beutel hat, gehört Ahriman“, sagte einmal Rudolf Steiner. Trifft das etwa auf Sebastian Gronbach zu?

Für mich sind diese beiden Widersachermächte und der Dritte dazu - Steiner nennt ihn Asuras - aus authentischer Erfahrung (jeder kann in meinem ersten Buch darüber nachblättern) reale Eigenwesen, die uns nicht nur so verführen können, dass wir sie erkennen, sondern sie können sich auch in unseren Begriffen, Vorstellungen und Erleuchtungen so einnisten, dass wir sie nicht gleich bemerken.

In Gronbachs nagelneue Pilotprogramm habe ich entdeckt einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte. Hat sein Verleger diesen hybrid mission bemerkt? Wenn ja, dann ist das Verlag wirklich so frei, wie es sich herausgibt zu sein. Wenn nein, dann sollte das Verlag Freies Geistesleben in Stuttgart letztmöglich schließen und keine Bücher mehr auflegen, sondern sich einzig die Kabarettbühne zuzuwenden. Apropos ist mein klassisches Virenprogramm karmaexercise09.05.24 zu beziehen im GA 236 von Dr. Rudolf Steiner.

Sebastian Gronbach, Missionen. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008. 244 Seiten. ISBN 978-3-7725-2077-8

*Der Begriff integral wird in mehreren Gebieten z. B. in der Mathematik benutzt. In diesem Zusammenhang geht es um eine Erweiterung oder Durchbruch des neuen integralen Bewusstseins, dessen Grundthema die Überwindung des Raumes und der Zeit ist. Diese Beschreibung geht auf den Philosophen, Schriftsteller und Übersetzer Jean Gebser (1905-73) zurück, der einer der ersten Bewusstseinsforscher war, der ein Strukturmodell der Bewusstseinsgeschichte des Menschen etablierte. Gebser zeigt auf durch seine phänomenologische Betrachtung der Kulturgeschichte und durch linguistische Untersuchungen, dass sich vier Bewusstseinsstrukturen nachweisen lassen, die den heutigen europäischen Menschen konstituieren und die historisch aufeinander folgend in Erscheinung traten. Er nennt diese Bewusstseinsstrukturen die archaische, die magische, die mythische und die mentale. Das integrale Bewusstsein wäre das fünfte Gefüge dieser Entwicklung.

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Künstlerporträt: Marius Wahl-Gran
Anfang der 1990er jahre leitete ich eine kunstabteilung am Steinerseminar in Järna (SE). Einer meiner schüler war der Norweger Marius Wahl-Gran. 1997 half ich ihm als assistent bei der umsetzung seines designs für die anthroposophische manifestation an der esoterikmesse in Oslo. Marius ist ein geschätzter künstler auch außerhalb der anthroszene. Mit seinen feierlichen, oft in moll gestimmten farbtönen schafft er bilder der kontemplation und der zielstrebigkeit. Klicke auf die bilder und seine website wird erscheinen.   
Wir leben in einer leidkultur, die kunst in unserer zeit möchte gern dieses leid vermitteln. Ich denke allerdings, dass es genau so wichtig ist, hoffnung, glaube, schönheit zu vermitteln, etwas, was uns über das ganze heben kann, uns fähig macht, etwas größeres zu schauen.

Marius Wahl-Gran 
Marius Wahl-Gran, Natur morte.
Öltempera auf Leinwand.
100 x 200 cm
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
Marius Wahl-Gran, Heimkehr.
Öltempera auf Holz und Kupfer.
100 x 200 cm
Marius Wahl-Gran,
Ohne Titel.
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by Jostein Sæther
   
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