Gamamila

2008/05/18

Kann ich so klar wie der Ton eines Triangels wissen, was eine karmische Begegnung ist?

Ja. Eine karmische Begegnung lässt sich mit hundertprozentiger Wahrheitsgehalt ausfindig machen. Ich kann die Kriterien einer karmischen Begegnung auf meine innere, seelische Goldwaage legen und sehen, wie die Werte ausschlagen. Schon Rudolf Steiner beschrieb wie wir gucken müssen, um zu wissen, ob ein Mensch, den wir zum ersten Mal im Leben begegnen, mit uns aus früheren Leben verbunden ist oder nicht. Nach seinen Vorschlägen, die uralten göttlichen Gesetzen entsprechen, gestalte ich auch in dieser Richtung mein tägliches Leben.

Heute bin ich über zwei Stunden mit Auto gefahren, um jemand zu begegnen, der von seinem Zuhause die gleiche Zeit benutzte, um zu unserem verabredeten Ort zu kommen. Selbstverständlich hatten wir vorab einen Briefwechsel per Emails, und einmal sprachen wir miteinander über das Festnetz. Kurz vor der allerersten Begegnung in der Nähe eines mittelalterlichen Klosters, das heute noch von Mönchen betrieben wird, weckselten wir einpaar Worte übers Handy. Somit hatte sich eine allererste Sensitivität in der Seele gebildet, darüber, wer dieser Mensch sein könnte.

Im Zusammenhang, der hier angefragten Kriterien, ist es eigentlich egal, ob der Betreffende eine Frau oder einen Mann ist. Karmisch gesehen ist es zunächst weniger wichtig, welches Geschlecht eine Individualität gerade jetzt hat, mit der ich verbunden bin. Also nenne ich dieser Unbekannte hier mit dem Pseudonym „Kim“, das sowohl ein männlicher als auch ein weiblicher Name in unterschiedlichen Ländern sein kann.

Wir trafen uns, grüßten uns und lachten einander an. Das Duzen war schon per Schrift eingeholt. Also konnten wir sofort mit dem Gespräch und den vielen Fragen loslegen, indem wir einen langen Spaziergang entlang eines Sees durchführten. Das Essen und Trinken bei einem Bootclub der Jugend, das gerade eine Frühlingsfeier abhielt, brachten keine Unterbrechung des immer tiefer gehenden Gesprächs über gemeinsame und andersartige Lebenserfahrungen.

Die etwa dreistündige Begegnung war allzu schnell zu Ende, und wegen menschlicher Umstände, die nicht in unseren Händen lagen, die aber hier nicht umschrieben werden sollen, mussten wir unseren ersten Abschied ins Gesicht sehen. Davor schafften wir glücklicherweise eine kleine Stunde auf einem Bank unter einem Gartenhäuschen zu sitzen, wo auch eine meditative Vertiefung stattfinden konnte.

Nur diesen andeutenden Umriss einer ersten Begegnung zweier Menschen, macht uns klar, dass es um eine karmische Begegnung geht. Die Realisierung, die Unmittelbarkeit und die Unvoreingenommenheit des Treffens zeigen zunächst auf ein unkompliziertes Karma. Es spricht sich hier einen Willen aus, dass Kim und ich uns beide bemüht haben – z. B. trotz einer Halsinfektion – den Treff durchzuführen. Da war auch viel Sympathie bei Zuhören des Anderen und sogar unmittelbare Gefühle der Anziehung, die zwischendurch schafften, dass wir uns kurz berührten oder uns aneinander beim Laufen knuffen ließen.

Steiner erklärte: Wenn Gefühle und Emotionen zwischen Sympathie und Antipathie bei einer Begegnung oder in einer Beziehung entstehen, dauerhaft sind oder sich verändern oder umkehren – z. B. Verliebtheit ins Hass – zeigt es auf eine gemeinsame karmische Vergangenheit. Auch wenn man etwas zusammen tun will, oder der eine möchte mit dem anderen etwas erledigen, besteht ein karmischer Hintergrund. Also sowohl mein Gefühl als auch mein Wille zeigen auf die Kriterien des „alten“ Karmas.

Wenn alles von der Brust hinab nicht oder nur im totaler Balance angesprochen wird, wenn nur mein Denken vom Ideenreichtum oder der Denkart des Anderen in irgendwelche Art berührt wird, besteht kein Karma, das aufgearbeitet werden muss. Wir begegnen uns dann möglichenfalls zum ersten Mal auf der Erde. In dieser Begegnungsvariante könnte es jedoch sein, dass wir uns früher begegnet sind, aber die gemeinsamen karmischen Aufgaben waren schon in einem früheren Leben erledigt, sodass jetzt keine Aufgabe besteht, sich aneinander abzufeilen.

In der kleinen Meditation machten Kim und ich interessante innere Begegnungen mit Archetypen von Licht, Luft, Wasser, Boot, Insel, Schmuck, Tieren und Menschen, die jeder für sich weitere Hinweise geben, unser gemeinsames Karma aufzuklären. Die nächsten Tage, die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie ich und Kim individuell verschiedentlich unsere erste Begegnung verarbeiten werden und den entstandenen Kontakt pflegen möchten. Auch das wird viel über unser Karma aussagen.

Die Art unserer ersten Begegnung hat jedoch so viel Freiheit und Liebe offenbart, dass die Möglichkeit besteht, das unser Karma uns nicht überrollen wird, falls wir herausfinden, dass eine Aufgabe uns erwartet, für die wir noch nicht reif sind. Der erste Begegnungsraum war ebenfalls so lichtvoll und weich, dass jeder allmählich seine Achtsamkeit erstärken kann, sodass nichts übereilt getan wird. Jede neue Begegnung darf also seine Zeit bekommen, bis das heranreift, was daraus wachsen kann. Sodann können andere Menschen sich an unsere Begegnung Anteil nehmen, wenn sie Karma mit uns haben oder die Freiheit zu Neuem besitzen, – und auch die Unsichtbaren können sich dann mit voller Kraft und Energie an der neuen Aufgabe einsetzen. Bis zum heutigen Tag haben sie aus den kosmischen Fernen still und behutsam uns einander nahe geführt. Der emphatische Ton dieser Begegnung hat sich nun in meiner Seele wohnhaft gemacht. Möglicherweise werde ich mich einen konkreten Triangel dafür anlegen.