Die Sicherheitsnadel
Ein Beispiel zum Thema Nebenübungen und KarmaschauMichael Eggert macht auf seiner Website Egoisten mit dem Beispiel „Stuhl“ ein durchsichtiges Expose über Gedankenkontrolle, meditative Anfangs- und Konzentrationsübungen. Da im Kommentarbereich dazu leicht die Kontrolle über den Gedanken und Gefühlen versackt, wegen etwa zu starker Ichbezogenheit, möchte ich hier in aller Ruhe das Thema mit einem anderen Beispiel erweitern und zeigen, wie diese Gedankenübung auch mit der Karmafrage erweitert werden kann.
Immer wieder wurden von Pionieren der esoterischen Schulung die Wichtigkeit der Stärkung des Denkens, Fühlens und Wollens und die Pflege der gesamten Charakterbildung bei einer Geistesschulung betont. Dafür arbeitete Rudolf Steiner die so genannten Nebenübungen in seinen Vorträgen und Büchern aus. Diese Verhaltensmaßregeln zur Selbsterkenntnis und Selbsterstarkung sollen hier keineswegs in Frage gestellt werden. Jeder muss selber darauf achten, wie ausgebildet oder unentwickelt er in dieser Hinsicht noch ist, so dass möglicherweise eine erforderliche Ergänzung oder Ausweitung solcher Übungen vorgenommen werden sollte ein Anliegen, das hier nur unvollständig berührt werden kann… [weiter] Labels: Blog, Meditation
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6 Kommentare:
Da ich mit meinem Design herumgearbeitet habe, verschwand der Beitrag mit der Sicherheitsnadel, und die Kommentare wurden auch leider auch gelöscht. Deswegen setze ich sie hiermit wieder rein. Glücklicherweise hatte ich sie kopiert...
mick321 hatte gesagt...
Nun hat die Sicherheitsnadel allerdings auch etwas von einem Notbehelf, von einem improvisierten Lösungsversuch. Daher käme mir die Eheschliessung in diesem Zusammenhang nicht so sehr schnell in den Sinn. Aber diese Gedanken sind sehr anregend, ich kann das gar nicht ausführen. Mit dem stuhl habe ich ja auch nur sehr wenige Linien der Gedanken ausgeführt. Der Blick vom Thron auf die Untertanen- das charakterisiert auch eine Ära. Auch der Blick der Untertanen auf den Herrscher. Der Herrscher unterlag dabei einer gewissen Versuchung- typisch für die Empfindungsseele. Dieser Versuchung unterliegen wir heute alle. Bei der Sicherheitsnadel ist es ähnlich. Man verknüpft zwei Gedanken, die wenig miteinander zu tun haben- hängt sie geschickt aneinander. Das ist auch eine Methode der Manipulation und Suggestion.
...und ich hatte geantwortet...
Lieber mick231,
Die Sicherheitsnadel kann immer ein Ersatz z. B. für Knöpfe sein - auch sicherlich in der Not. In der Bühneneurythmie sind sie jedoch kein Ersatz, sondern sie spielt eine „unsichtbare“ Hauptrolle - deswegen also die zusammenhaltende Kugel und keine offene Hülse, wo die dünnen Seidenschleier sich festhaken könnten. In vielen Seminaren habe ich sie und ansonsten andere Gegenstände benutzt. Das beschriebene Bespiel ist nur eine in der Reihe. Z. B. kam die Haarspange in mehreren Variationen vor. Es geht immer auch im Imaginativen um den Blickwinkel, aber so, dass man bereit sein muss, ihn immer zu wechseln, gerade um die Gefahr der Manipulation und Selbstsuggestion herumzukommen. Beim fortgesetzten Üben können wir tatsächlich eine imaginative Erkenntnis entwickeln, wie Steiner das beschreibt. Diese Methode in sich ist dabei frei und auch frei von Manipulation. Man kann selbstverständlich gucken wer sie auch wie benutzt, und wie derjenige zu seinen Resultaten steht.
Von
Jostein, Am/um
7. August 2008 14:39
Lieber Jostein, zur Imagination kann ich nichts Näheres sagen. Ich bin damit beschäftigt, die "prima materia", die im Meditativen frei gesetzte geistige Substanz, immer mehr in die Hand zu nehmen, zu kneten und zu formen. Sie macht noch, was sie will, um es mal so zu sagen. Sie ist noch nicht transparent. Diese Materie ist natürlich nicht materiell, und es ist offensichtlich, dass sie "Organe" bilden kann. Aber dazu muss sie wohl reif werden wie guter Wein. Sie wird es allerdings nicht von selbst. Aber tatsächlich führt auch so eine schlichte Gegenstandsmeditation an diesen Punkt. Der Kraftaufwand, dessen es dabei bedarf, die Kräfte, mit denen man dabei zu tun hat, sind allerdings am Anfang des Weges kaum zu erahnen. zumindest für jemanden wie mich, der keine Begabungen in dieser Hinsicht mitgebracht hat.
Herzlich
Don Michele
Von
mick321, Am/um
7. August 2008 19:25
Lieber Don Michele,
Ist die „prima materia“ doch nicht dieselbe Substanz, von der auch die Imaginationen gemacht werden? Und nichts wird von selbst - da hast du Recht -, wenn es in der dreidimensionalen Welt eingegliedert ist. Hier muss schon der Geist wie von Außen herankommen, um etwas zu bewirken. Deswegen meditieren wir ja, um aus dem Körper vorübergehend soviel zu kommen, dass unser Geist tätig werden kann. Im Normalfall ist er ja nur wie ein Kompostpräparat in der Gehirnmasse tätig. Die Begabungen haben wir allerdings alle mitgebracht. Das steht schon bei Steiner in „Wie erlangt man...“ zu lesen: In jedem Menschen schlummert Organe… usw. (von mir frei referiert).
Von
Jostein, Am/um
8. August 2008 23:13
Lieber Jostein, ich kenne einige Leute, die nicht nur die "Organe" mitbringen, sondern anscheinend fast von selbst die Fähigkeiten haben, sie auch zu benutzen. Bei mir ist alles Handarbeit, und ein mühsames Unterfangen. Es gibt Anstösse, ja, die wie Geschenke wirken, aber das sind Ausnahmesituationen, die in meinem Fall jedenfalls mit der Lebensmitte aufhörten. Und dann gibt es noch diejenigen, die - nehmen wir zB Eckhart Tolle- eine plötzliche Erleuchtung haben und dann den Schlüssel in der Hand halten. Bei den ersten - den Begabten- habe ich manchmal auch einige Zweifel, bei den plötzlich Erleuchteten auch. Manchmal.
Die von mir genannte "prima materia" ist wohl das Imaginative, wenn es denn durchsichtig wird. Ich nehme das an. Aber ich erlebe es als Ströme, die nicht durchsichtig sind. Das nur als eine Positionsbestimmung.
Herzlich
Michael
Von
mick321, Am/um
8. August 2008 23:30
Gestern hatten wir von einer solchen Ausnahmesituation Besuch. Wie Steiner hatte er seit seiner Kindheit einen Kontakt mit dem Übersinnlichen. Nach einigen Jugendjahren, wo der Kontakt fast „weg“ war, entwickelte er wieder diese innere Fähigkeit, z. B. auch mit Naturwesen zu kommunizieren. Heute kanalisiert er u. a. der sogenannte Metathron. Dabei ist sein normales Bewusstsein fast ausgeschaltet, und er erinnert sich nicht von den Mitteilungen - etwa wie beim Edgar Cayse (http://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Cayce). Wenngleich derjenige ein Freund unserer Familie ist, und ich solche Phänomene und Fähigkeiten mit großem Interesse verfolge, stehe ich seiner Position sehr fern, da er wenig von Selbsterkenntnis spricht und kein Forschungstrieb hat.
Nach meinem geistigen Durchbruch im alter von 42 Jahren erweiterten sich mein Bewusstsein und geistige Fähigkeiten so weit, dass ich sie jederzeit benutzen konnte. Dieser Zustand eines außergewöhnlichen Hellsehens, das ich auch im ersten Buch beschreibe, entfernte mich so von meiner Umgebung, dass ich mich entschloss, sie auf bestimmte sozialen Aufgaben zu lenken. Meine Hellsichtigkeit hat sich inzwischen somit im Alltag auf ein gesundes Minimum eingestellt. Wenn ich heute allein meditiere oder mit Menschen direkt über geistige und karmische Fragen arbeite, kann ich jedoch dieses höhere Bewusstsein folgend den Gesetzen der Gnade „einsetzen“. Also stellt sich nicht immer etwas ein.
Von
Jostein, Am/um
11. August 2008 09:35
Ja, das sehe ich auch. Egal, an welchem Punkt der Entwicklung und egal, wie viele Begabungen in dieser Hinsicht man mit bringen sollte, es gibt längere Situationen, in denen man sich sehr stark auf das innere Geschehen einlässt. Es sind ja auch wirklich Veränderungen in den Wesensgliedern. Und es ändern sich grundsätzliche Perspektiven. Es ist sehr wichtig, dass man gut verbunden im Sozialen ist. Wenn man in einer Situation ist, zu viel allein und etwas schrullig zu sein, wird die Sache nicht unbedingt bekömmlich sein. Manchmal beobachtet man auch Verhärtungen im Sinne einer egozentrischen Sichtverengung. Da läuft dann etwas schief. Argumente helfen nicht viel, weil in diesem Stadium die "innere Stimme" (so seltsam sie auch in den Ohren Anderer klingen mag) absoluten Vorrang hat. Aber am "Ausgleich" arbeiten muss wohl jeder.
Von
mick321, Am/um
13. August 2008 22:01
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