Katarina Frostenson
NAHE SUBOTICA
(für Danilo Kiš)
Wildhunde. Gleise. Die Maisfelder um Subotica herum
Spuren eines Zirkusbesuchs im Lehm, Pfähle in der Erde
Licht nach Wimpeln in der Luft
Eine Arche in der Landschaft gestrandet, ein Mann
Mit lammbraunem Haar schaut von ihr hinaus
Von deinem Dreitagekörper blickst du auf die Felder
sprichst zu dem, was du siehst: wem gehören die Felder
Felder, kommt zurück, wie ihr wart
vor der Schlacht, ihr habt nur den Drosseln gehört
die Stimme verstummt schroff im Nebel
eine blauschwarze Zunge, unser Fahrzeug
Aus: Katarina Frostenson, Korallen, Walström & Widstrand, Kristianstad 1999. Meine Übersetzung.
Unter den vielen schwedischen Dichtern und Schriftstellern, deren Werke mir durchs Leben begleiten, steht die Poetin und Dramatikerin Katarina Frostenson auf vorderste Stelle. Von ihr ist ein Gedichtband Die in den Landschaften verschwunden sind (Hanserverlag, 1999, ISBN 3-446-19685-4) ins Deutsche übersetzt und titel-magazin.de schreibt darüber. Zwei theaterstücke - Saal P und Traum - von ihr sind auch von Angelika Gundlach für das Rowohlt Theater Verlag übersetzt worden.
Beim internationalen Literaturfestival in Berlin 2005 war sie als Gast anwesend. Auf YouTube gibt es noch ein Interview mit ihr, aber halt auf Schwedisch. 2004 erhielt sie den Henrik-Steffens-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Dieser deutsche Preis ist benannt nach dem in Stavanger/Norwegen geborenen Naturforscher, Naturphilosophen und Schriftsteller Henrik Steffens (1773-1845), der die Ideen der Romantik – u. a. war er mit Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis, und mit dem Philosophen Friedrich Schelling persönlich befreundet - nach Skandinavien und während seines langen Wirkens an deutschen Universitäten ebenso fruchtbar nordische Geistesart nach Deutschland vermittelte. Seit 1992 gehört Katarina Frostenson der Schwedischen Akademie, Svenska Akademien, und zurzeit auch dessen Nobelkomitee, der die Literaturnobelpreisträger bestimmt.
Labels: Poesie


2 Kommentare:
lieber Jostein,
leider wissen wir (naja: genaugenommen ich) gar nichts über nordische Literatur, bloß die Krimiautoren kennt man.
Von
Foersterliesel, Am/um
22. Oktober 2008 17:34
Liebe Liesel,
Halldór Laxness (Island), Henrik Ibsen, Knut Hamsun (Norwegen), August Strindberg, Selma Lagerlöf, Nelly Sachs, Astrid Lindgren (Schweden) und Edith Södergran (Finland) - um nur eine Handvoll nordische Schriftsteller zu nennen - sind doch in vielen Sprachen übersetzt und auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz relativ bekannt. Oder?
Von
Jostein, Am/um
26. Oktober 2008 17:00
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