Die anthroposophische Stimme von Michael Kiske
„Würde Rudolf Steiner wieder unter uns Mitteleuropäern auftreten, die offiziellen Vertreter der Anthroposophie würden ihn wohl am allerhärtesten bekämpfen, weil sie das neue lebendige Licht mit ihren erstarrten Formen nicht mehr zusammenbringen könnten. Das wieder ganz verjüngte menschliche Lächeln Zarathustras würde ihnen große Angst einjagen. (Heute muss man längst Rudolf Steiner selber vor den offiziellen Anthroposophen retten!) Vor allem aber kollidiert der Heilige Geist – wo und wie er auch auftritt – immer mit dem Allgemeinen, mit der Masse und den Gewohnheiten und Vorurteilen eines Zeitalters.“Michael Kiske
in: Über Freunde und Feinde der Anthroposophie
Kiske behauptet, dass „die offizielle Anthroposophenschaft es heute nur noch hinbekommt, Rudolf Steiner und sein Seelen-retten-könnendes Werk in den Augen der Menschen vollkommen unmöglich zu machen.“ Er meint, dass die Anthroposophie nicht allgemein referierend, sondern viel direkter aus persönlicher Authentizität hervortreten solle, weil so viele Menschen da sind, die sie „dringend brauchen, um überhaupt ihrem Karma gemäß leben zu können“.
Tritt mit Michael Kiske ein Vorbild einer neuen Generation Anthroposophen vor uns, jemand, der schon lange in der Musikszene sich einen Platz durch Kreativität und Eigenständigkeit geschafft und dadurch Gemeinschaft gebildet hat?
Bild: Michael Kiske, Past in Different Ways (Akustikaufnahmen alter Helloween-Songs) 2008.
Labels: Anthroposophie, Kunst, Rudolf Steiner


2 Kommentare:
Michael Kiskes Vorstellung von Anthroposophie ist natürlich ein Aufwecker. Wir geben uns also größte Mühe, authentisch zu sein! Vielleicht wird ein bisschen Referendum in Zukunft dennoch erlaubt sein...
Von
Annette, Am/um
21. November 2008 00:54
Liebe Annette,
Michael Kiske weckt auf, aber vielleicht ist er manchmal zu bombastisch. Zuerst wenn das Individuelle und Authentische die Fähigkeit hat mit anderen, etwas zu verwerfen, zwischen Alternativen zu wählen oder etwas zu entscheiden, weil etwas getan werden muss, wird es im Sozialen spannend. Das Problem in der Anthroposophischen Gesellschaft und in anthroposophischen Gremien nach meiner Erfahrung war oft, dass Menschen ohne einen besonderen persönlichen Profil sich hinter Entscheide versteckten, und dann kamen die Krisen, und man wurde von einer Vielzahl übertrampelt, weil eine starke Meinung die unengagierten Mitläufer mitgerissen hatte.
Von
Jostein, Am/um
21. November 2008 10:58
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