Gamamila

2008/11/06

Melancholie


Mein Temperament ist zusammengesetzt von mehreren Komponenten und eine Dominante zeigt sich je nach Lebensphase anders und je nachdem, wie die verschiedenen inneren und äußeren Umstände usw. sind. Zurzeit dominiert ein melancholischer Zug. Der Melancholiker trägt viel Vergangenes mit. Der Ätherleib des Melancholikers lässt noch immer in sich nachschwingen, was er in vergangenen Zeiten miterlebt hat, bemerkt Rudolf Steiner (GA 145.73).

„Fügt ein Mensch seinen Mitmenschen viel Schmerzen zu, so beruht dies zunächst auf Merkmalen des Astralleibes; aber auch da wirkt die Wiederholung so, dass dem Ätherleib etwas mitgeteilt wird, was sich im nächsten Leben als melancholische Anlage zeigt, die ja auch auf Eigenschaften des Ätherleibes beruht.“ (34.405) Ich erkenne, dass bei mir nicht nur noch aus dem letzten Leben sondern aus mehreren früheren Leben dieses Mitschwingen der Zufügung von Schmerzen an Andere diese depressive Anlage geprägt hat. Und an diesen Menschen in ihren jetzigen Inkarnation aufzuwachen, falls ich sie karmisch erkennen mag, sehe ich als eine besondere Aufgabe, weil ich da vielleicht etwas geben kann, was ihnen hilft, mit ihrem Karma zurechtzukommen.

Mein meisterliches Vorbild in der Heilpädagogik und in der Sozialtherapie, Åslaug Nysæther (1919-80), sagte einmal, dass der Monat November besonders kräftig den Menschen in Depressionen mitreißen könnte. Gegen diese Tendenz im Jahreslauf, als das Verwelkten in der Natur übernimmt, setzte sie den inneren schöpferischen Tatwillen. Sie benutzte selbst diese Zeit immer wieder dazu, sich dem Aquarellmalen zu widmen, um über die Melancholie Herr zu werden.

Bild: Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553),
Melancholie (1532). Quelle: Wikipedia

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7 Kommentare:

  • Lieber Jostein, man macht "Stimmungsschwankungen" gern an allem möglichen fest- an Jahreszeiten, Wetter, Bewegungsfreude, Alter, Karma... Bei mir war es, wie ich nach Jahren erst entdeckte, tatsächlich das Essen. Insbesondere Konsum von Fruktosezucker war ein klarer Auslöser. Andere Nahrungsmittel waren auch problematisch, aber seit ich die Vermeidungs- Diät streng einhalte, habe ich mich völlig stabilisiert. Keinerlei Verstimmung dieser Art mehr. Es kann also manchmal ganz schlichte Ursachen haben- man muss sie nur finden.

    Von Blogger mick321, Am/um 6. November 2008 22:06  

  • ...oder aber, lieber Jostein, es ist das Sinken des inneren Mutes auf Kosten der verkappten Feigheit zum Geistig-Seelischen. Der Mensch erkennt, dass er lebt auf Kosten des Sterbens. Die Gestalt des Todes verbirgt sich in der Melancholie. Und unsere übertriebene Geschäftigkeit wirkt da nur als eine raffinierte Betäubung (GA 266c.466)!!!
    Herzlichst Nadine
    ***

    Von Blogger monalisa, Am/um 6. November 2008 23:15  

  • Ach Gottchen. Jostein und seine Freunde sind doch wirklich esoterische Heulsusen. Ist das hier ein Seniorentreff mit Diättips? Auch diese Heulbrief an Jüngl. "Huuuuhhhhää, ich höre keine Begeisterung". Was seid ihr denn für Männer? Sind alle Anthroposofen solche Weichsusen?

    Von Anonymous Anonym, Am/um 7. November 2008 08:16  

  • Lieber Michael, man kann psychische Stimmungen und auch verschiedene Krankheiten bestimmt durch das Ändern der Nahrung beeinflussen. Das Kenne ich selber; z. B. Stichwort: Magnesium. Auch viele Klienten haben da interessante Erfahrungen berichtet, was ihnen im Leben geholfen haben, einen neuen Weg einzuschlagen.

    Lieber Nadine, „Die Gestalt des Todes verbirgt sich in der Melancholie.“ In der Melancholie, die ich meine, verbirgt sich eher ein Lebensrest aus früheren Verkörperungen. Man hatte etwa ein letztes Leben, wo man „zuviel“ auf sich selbst gestellt und gezwungen war, z. B. im engsten Familienkreis zu leben und viel für sich allein zu sein. Dieses immer sich mit sich selbst zu beschäftigen, sodass wenig Interesse für die Umwelt entwickelt wurde, schafft die melancholische Tendenz, nicht richtig aus sich heraus zu kommen. (Vgl. Steiner, GA 295.52) Ist doch verständlich?

    Lieber Anonymer, ja, gestern änderte ich die Kriterien für die Kommentare in diesem Blog, und bø-ø-ø, sieh da, ein „Fuchs“ möchte gucken, ob es hier „Hühner“ gibt. Ja, gewiss, aber ich brauche meine Eier selbst für Pfannkuchen. „Ist das hier ein Seniorentreff mit Diättips?“ Ja, sicher, aber da bist du wohl im falschen Heim. Sag mir dein Alter, und wir sind quitt. Könntest du genauer sagen, was dir in meinem „Heulbrief“ bewegt hat, das Taschentuch zu sehen. „Was seid ihr denn für Männer?“ Ich bin wohl kein Mann in deinem Sinne. Soll ich „Gott sei dank“ sagen? „Sind alle Anthroposofen solche Weichsusen?“ Nicht alle, aber sicher einige. Ich nicht. Und falls ich weine, das kommt vor, habe ich einen guten Grund dazu. Über Sebastian Jüngel werden wir uns sicher weiter unterhalten können, falls du nicht draußen vor dem Zaun stehen möchtest. Komm ruhig rein, und zeige Gesicht. Ich schlage nicht, spucke auch nicht und trete keinem auf die schmerzenden Zähen. Und wenn meine Tränen dich abschrecken, kostet eine 3-stündige Sitzung bei mir nur 100 Euro. Meine Telefonnummer und meine Adresse sind auf meine Website zu finden, falls du das nicht schon gesehen hast.

    Von Blogger Jostein, Am/um 7. November 2008 11:23  

  • Lieber Anonymer, noch einige Fragen: Was kennzeichnet in deinen Augen einen „Anthroposofen“? Ist dieser Begriff das gleiche wie Anthroposoph? In Norwegen heißt es „antroposof“. Falls du von Mitgliedern der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft redest, bin ich seit 2002 keiner mehr. „Sind alle Anthroposofen solche Weichsusen?“ (Übrigens: ich esse gern weich gekochten Eier.) Hast du diese Frage auch anderswo gestellt und immer ein Ja bekommen? Warum bist du dann auf der Suche nach Nichtweichsusenanthroposophen? Oder kennst du einige dieser Sorte? Und gegebenenfalls, warum nennen sie sich dann nicht mehr Anthroposofen?

    Von Blogger Jostein, Am/um 7. November 2008 12:29  

  • "3-stündige Sitzung bei mir nur 100 Euro."

    Hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha Karmaquasselbruder Heulsuse im Größenwahn hahahahahahahahahahahahahahahaahah.

    "bin ich seit 2002 keiner mehr"
    Besser so. Für die AAG. Hahahahahahahahahahahahahahahahahah

    Von Anonymous Anonym, Am/um 7. November 2008 16:35  

  • Lieber anonym,
    mit diesem Lachen nehme ich an, dass du kein Mitglied der AAG bist. Besser so. "Gelebtes Lachen"! Oder schreib mal ein Beitrag für "Das Goetheanum" über Humor. Sebastian Jüngel ist dort Redakteuer.

    Von Blogger Jostein, Am/um 7. November 2008 18:07  

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