Gamamila

2008/06/30

Der Kleptomane

Die folgende kleine karmsiche Geschichte stammt aus meinem 1. Buch:

In einer sozialtherapeutischen Einrichtung, in der ich einmal beauftragt war, die Farbgestaltung zu machen und deswegen auch die Anstricharbeit erledigte, kam ich in die Lage, nachzuforschen eine Situation in Zusammenhang mit einem meiner früheren Leben während des 19. Jahrhundert, das überwiegend in Nordamerika stattfand.

Es gab u. a. in der Einrichtung zwei Erwachsene und ihren Betreuer, und die zwei jungen Betreuten hatten ziemlich kontrastierende Probleme. Einer von ihnen, ein aufgeschlossener Mann, war stumm, aber in der Lage, zu verstehen, was auch immer ihm gesagt wurde. Er mochte die Arbeit mit der Schubkarre draußen in der frischen Luft, während der Andere Jobs draußen ablehnte. Er zog vor, manchmal in der Küche mitzuhelfen, aber am liebsten saß er in seinem Zimmer mit dem Fernseher an, oder er plauderte einfach mit jedem. Er hatte immer Münzen in seinen Taschen, die er oft zwischen seinen Fingern sehr geschickt jonglierte.

Die drei Männer setzten auf zu ihrem wöchentlichen Ausflug in die Stadt, wohin sie nach dem Einkaufen zu einem Café gingen. Unterdessen beendete ich eine transparente Farbschicht, die ich in einem Neuanbau angefangen hatte, und ich ging zu meinem Gästezimmer für ein wenig Pause. Dort entdeckte ich, dass mein Geldbeutel, der auf dem Schreibtisch gelegen hatte, einfach vom Geld herausgeleert war. Ich stellte sofort fest, dass der zweite Mann ein Kleptomane war. Nach einem Handyanruf zum Betreuer wurde die Angelegenheit für alle Parten zufrieden stellend geklärt, und ich kriegte mein Geld zurück.

Das Eingetroffene ermöglichte es mir, die Konstellation karmisch nachzuforschen. Ich entdeckte im Betreuer der einst gewesene Kapitän eines atlantischen Dampfers, der eine bestimmte Kneipe in Boston immer besuchte. Dann sah ich, dass der Kleptomane die Inhaberin dieser Gaststätte gewesen war, die immer im Schatten hinter der Theke saß. Sie trug immer schwarze Kleider, und sie hatte ihre Seele irgendwie verhärtet, um in der männlichen Welt des Hafens zu überleben beim Aufrechterhalten ihres Geschäfts. Manchmal musste sie betrunkene Matrosen mit ihren Fäusten weg kämpfen.

Es gab auch einen Kellner im Pub, einen mexikanischen Sänger, der seine Mandoline für sie spielte und spanische Lieder sang. Er genoss nicht mehr seine Arbeit. Am liebsten wollte er nach Europa im Schiff des Kapitäns auswandern, aber die Inhaberin wünschte ihn in ihrer Obhut zu behalten und tat alles mit Nachdruck, um ihn zu überzeugen, bei ihr zu bleiben, da sein Singen viele Kunden anzog. Ich erkannte im Mexikaner den Stummen.

Kommentar: Diese Geschichte zeigt deutlich, wie das Karma wirkt, und wie drei Menschen, die in einem Leben mit einander zu tun haben, auch in einem späteren zusammenkommen. Das Gegenwärtige als Gleichnis und als ein Fenster in die Vergangenheit!

Andererseits – wenn wir uns das Thema Diebstahl in einer weiteren Perspektive betrachten - kann uns die Geschichte auch darauf hinweisen, dass nicht alles was glänzt, echtes selbstverdientes Gold ist, sondern nur wenn es durch das karmische Nadelohr von Tod und neuer Geburt geht, kann es einen neuen Wert bekommen. So sehe ich manche Mitteilungen und Eingebungen, die kanalisiert werden und sofort ins Internet gesetzt werden, gleichgestellt eines Diebstahls, weil sie vom okkulten Licht der „Sonne um Mitternacht“ nicht umgeschmolzen sind. Die geschnappten „Meisterworte“ gehören dem „Schreiber“ also nicht. Sie sind einfach entstellte Unterschlagungen aus der geistigen Welt, und sie können viel mehr Unfug und Schaden anrichten als jede andere kriminelle Tat in der physischen Welt.

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2008/06/27

Radikale Intimität

Ab Heute habe ich zu einem stilleren blauen Bild- und Textfläche gewechselt, zumal in einem Kommentar neulich gefragt wurde, warum ich die „Pünktchen“ benutzt habe. Einen Grund dafür habe ich andernorts abgelegt, weshalb hier nicht neu begründet werden soll, da ja jeder seine eigenen Grundlagen erarbeiten kann. Lass mich nur die kleine Änderung im Titel von „michaelisscher Spiritualität“ zu „radikaler Intimität“ begründen. Insofern ist es nur äußerlich eine Änderung, innerlich besteht dieselbe Wahrheit, da radikale Intimität ohne michaelische Spiritualität nicht möglich sei. Ich verfolge hier für mich selbst wiederholt ein Thema, das ich künftig durch weitere Beiträge im Auge behalten werde.

Es geht um die Schritte zu einer neuen Kultur, da die altbekannte westliche, europäisch-amerikanisch dominierte Zivilisation mit dem Übergang zum neuen Millennium meines Erachtens gestorben ist. Da hat Rudolf Steiner noch einmal recht in seinen Vorausblicken bekommen, indem er vor über 80 Jahren davor warnte, dass das Intellekt, wenn es nicht spiritualisiert wird, dazu beitragen würde, die bestehende Kultur Todesstiche zu geben. Was wir jeden Tag - auch mit Deutschland in der Finale der Fußballeuropameisterschaft - erleben, sind die Sterbezuckungen der alten Kultur, die wahrscheinlich noch Jahrzehnte und Jahrhunderte andauern werden. Auch bei intellektuellen, gescheiten Anthroposophen – wenn ich lebendige Beispiele, die öffentlich tätig sind, mit Namen nenne, würde die Liste lang werden - finde ich wenig Verständnis für ein neues imaginatives Bewusstsein, das meines Erachtens notwendig ist, um zukunftsträchtige Initiativen zu gebären und zu begleiten.
Den Begriff „radikale Intimität“ hörte ich zum ersten Mal vom norwegischen Maler und Kunstprofessor Jan Valentin Sæther in Oslo benutzt. Ihm ging es darum, was sonst hinter Rollen wie „privat“ und „öffentlich“ versteckt wird, aus einer höheren Warte wahrhaftig und ehrlich „ohne Schminke“ in jeder Lebenssituation authentisch zu vertreten. Demzufolge möchte ich diese neue Parole ausprobieren.

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2008/06/10

Das Unaussprechliche

Wir brechen nichts. Damit
bin ich einverstanden. Du zerbrichst
nichts, solange Ehrlichkeit waltet
und ich füge etwas hinzu, etwas
das noch nicht gewesen ist
eine Hinzufügung zu Leiersaiten
oder zu Nabelsträngen, die
im Anzug sein werden

Du wirst mit ihnen kommen
Und du wirst mit ihr herwandern
mit der Nachricht. Steht auch
deine Berichterstattung bevor
oder dein Vaterschaftstest
vielleicht ein Hinweis, eine
umgekehrte Vergesslichkeit

Und soll ich mit ihm jetzt kommen
dem Elefanten, und wirst du auf ihm reiten
Du mit ihm? Warum bluten
die Engel auf deiner Schildkrötenzunge
Zusammen mit den Feinden der Einsamkeit
werden wir, wir Einsiedler
mit ihr ankommen, mit der Windeltreppe
und mit dem Apokryphen und mit den Zukunftsfeen

Dieses Unaussprechliche, das Unsagbare
das Andauernde, diese jahrtausendalte Unvermeidlichkeit
steht an. Dem ungeachtet, was facht
die Obeliskwandalen an

Diese Zurückhaltung auf der Zungespitze
Das Weltenwort fügt alles
was früher zerbrochen war
in den Seelen zusammen

Die Mutterweisheit
hat etwas in den Seelen gebildet
in den Seelen, in meiner Seele, in deiner Seele
und in deinem Zweifel, du, meine Zwillingsseele
zurückhaltend das, was Körper und Ich umfasst
meinem Leib mit deinem zusammenhält
meinem Ich mit deinem Ich, mit ihren Busen
meiner Seele mit deiner und seinem Sakralchakra

Du, stillschweigende Isis-Sophia (1)
kannst ruhen und wieder erwachen
in meinem Merkurkörper
in deiner eigenen Seele
oder in seinem Saturnleib und ich in ihrem
deine Sternenseele in meinem Purpurich
du und ich und du und du. Du und du

Ach, du Madonna
welche große Seele
O, welcher Höhepunkt des Ich
O, welcher Fühlungnahme mit Gliedern

Ich berühre den geheilten Leib des Osiris (2)
mit Hilfe des Weltennabels in Delphi (3)
Warum flüstert dein Safransengel
der Engel der Unbestechlichkeit
bei meinem linken Ohr nichts

(1) Isis, ägyptische „Göttin“, die „große Zauberin“ und Göttin der Magie. Ihr wurde auch von den Griechen und Römern Verehrung erwiesen; sogar bis nach Deutschland zum Stamm der Sueven drang ihr Ruf. Isis-Sophia deutet auf ein geistiges Wesen, das Züge der Sophia-Gestalt des orthodoxen Christentums mit denen der ägypt. Göttin vereint. Sie reicht Menschen die Gabe, das weibliche Prinzip der Schöpfung wieder ins Gleichgewicht mit dem ganzen Kosmos zu bringen.
(2) Osiris, männliche Gottheit in der ägyptischen Mythologie, Gemahl von Isis, Richter über den Tod und Gott des Nils. Nach seinem Tod und der Schändung seiner Leiche fügte Isis wieder zusammen die Leibesteile, die sie gefunden hatte.
(3) Griechische Mysterien- und Einweihungsort, der bis ins 4. Jahrtausend in Funktion war. „Der Nabel der Erde“ ist ein antiker Steinplastik, das noch heute in Delphi steht.

Das Bild, das früher hier war, musste auf Wunsch des Künstlers entfernt werden.

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2008/06/03

Tibet und Tash Despa

Ein Artikel mit dem Titel Minderheit im eigenen Land von Sabrina Hoffmann über die aktuelle Lage in Tibet und über einen Film vom Exiltibeter Tash Despa und dem englischen Filmemacher Jezza Neumann ist sehr gut und informativ, und er beschreibt, was im Film gezeigt wird. Ich habe den Film von Tash Despa nämlich gestern im Fernsehen gesehen. Der Film ist eindeutig, beeindruckend und sogleich erschütternd. Auch wenn ich von den chinesischen Unterdrückungen in Tibet wusste, z. B. durch andere Dokumentarfilme und viele Pressemitteilungen und einige Berichte im Wochenschrift Das Goetheanum, gaben der Film und die Kommentare von Despa mir neuen konkreten Bildern und Hinweisen zu den grausamen Wahrheiten. Der Artikel von Hoffmann ist übrigens auf verschiedenen Seiten im Web zu finden: z. B. hier oder dort.

Jeder Sportler, Trainer und andere Teammitglieder aus allen Ländern, die zu den olympischen Spielen in China fahren, sollten diesen Film vorher gesehen haben. Höchstwahrscheinlich würden sie trotzdem reisen, aber sie würden dann die Freiheit stärker besitzen und deswegen die Möglichkeit bei jeder erdenklichen Gelegenheit ergreifen können, unwissenden Chinesen auf die politischen Gräueltaten ihres Regimes aufmerksam zu machen. Ohne die notwendige Zivilcourage werden diese Spiele ihre Zukunftsaufgabe verlieren. Somit wird dieser Sommer zu einem neuen Prüfstein werden, über die Frage, wohin die Menschheit will.

Das 20. Jahrhundert mit Nazis, Holocaust, Faschismus, Kommunismus usw. mit ihren Millionen und Abermillionen Opfern ist in Europa gerade beendet. Auf manchen Orten in Asien und besonders in China scheint die Zeit in dieser Hinsicht still zu stehen, und mit politischen Scheuklappen machen die westlichen Regierungen und viele Konzerne wirtschaftliche und andere Übereinkunfte mit China. Das finde ich kulturell, politisch und wirtschaftlich empörend und unmoralisch. Wo bleibt hier die brüderliche Globalitätsgesinnung?


Die International Campaign for Tibet Deutschland e.V. (ICT) gibt dem stillen Widerstand des tibetischen Volkes mit über 100.000 Förderern und seit 20 Jahren eine Stimme, die weltweit gehört wird.

Das Bild, das früher hier war, musste auf Wunsch des Künstlers entfernt werden.

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2008/06/02

Lapislazuli

Auf meine Poesieseite habe ich einpaar Gedichte in Deutsch veröffentlicht. Meistens schreibe ich aber Poesie in Norwegisch, früher auch in Schwedisch. Hier ist nun ein Versuch, das Geheimnis der Begegnung stammelnd festzuhalten und mit dem „Teuersten“ der Erde zu verbinden – mit demjenigen, wo Kulturerbe für immer verschollen ist und mit dem, was im Gestein immer neu entstehen könnte, wenn unsere Herzen nicht nur von Gier und Macht eingegossen sind:

Lapislazuli

Ich gebe dir einen blauen Stein
aus Afghanistan - einen Lapislazuli
für dein Vertrauen

Weil du dich traust
mich zu begleiten
in den Schatten der Abneigungen
gebe ich dir den Stein der Weisen –
mein Leib als Nahrung
deiner wundersamen Seele

Ein Stein der Geborgenheit
des verlangsamten Spiels
der kostbaren Berührungen
der Geduldsamen Hinwendungen
des großherzigen Mitgefühls
des heilsamen Verzeihens

Ein Stein
der Dämmerung
der Dankbarkeit
der Ruhe
der Meditation

Ein Stein des Beischlafs
ein Stein der Tränen
ein Stein des Gesprächs

Ein Stein
des Regens
des Himmelsblaus
des Meeresgrundes
der glücklichen Neigung
zu unterirdischen Gewässern –
ein Stein für die Quellen des Lichts
in der unverhüllten Materie

Nach Afghanistan gehen wir unsichtbar
zu den Steinmetzen der Weisen

Die trauernden Seelen
wollen Wüsten betreten
Steine bewohnen –
Grausteine der Verschmutzung
sodass Lapislazuli
jenseits den zersprengten Buddhas
fortwährend steinern werde


Das Bild, das früher hier war, musste auf Wunsch des Künstlers entfernt werden.