Gamamila

2009/01/14

Larimar














Wie entsteht 
die Ehe zweier Augen?  
Wer kann mit den Augen 
der Verstorbenen sehen?
Können die Toten staunen 
durch Fassettenaugen 
durch rieselnden Niederschlag 
durch den Tautropfen auf Grashalmen?

Dürfen wir ein Heiligtum 
haben, das im Garten 
der Trauer emporsteigt?
Die Kathedrale des Nidaros 
steigt im Garten des Glücks empor 
Sollen Obelisken der Freiheit 
sich ebenso erheben
in unserem Gemeinschaftsgarten?

Die Verstorbenen
können Regen weinen
falls wir sie lieben 
wenn sie abgehen
wenn sie über der glühenden 
Wiese der Toleranz wandeln
Dort fallen nun Schneeflocken 
auf die Gartengesellschaft nieder

Die Libellen zelebrieren 
für uns Lebende, für die Künstler
für den Liedermacher 
für die Therapeuten
für diejenigen, die nicht
die Verwandlung des Todes 
und auch nicht die Schneeglocken 
in deiner Elefantenseele verstehen

Dort bei den Treueseelen
bei den Perlentauchern in dir
und im stummen Weinen deines Ehemanns
du, der bei mir einen Freitag im Oktober
deinen Geist bei mir verbarg
stehen nach der Andacht des Glücksteins 
Kompositionen des Larimars bevor
aus der Reinheit, aus dem Geheiligtsein

Bild: Larimar (Pektolith), genannt „Atlantisstein“. In der Esoterik steht er für Offenheit; u. a. soll er helfen, Empfindsamkeit zu entwickeln, mächtige Eindrücke auszuhalten und gegen Platzangst beschützen. Larimar würde außerdem sehr charakteristische Heilwirkungen auf den gesamten Knochenbau haben und Atembeschwerden heilen. Quelle: larimar.at

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