Larimar

Wie entsteht
die Ehe zweier Augen?
Wer kann mit den Augen
der Verstorbenen sehen?
Können die Toten staunen
durch Fassettenaugen
durch rieselnden Niederschlag
durch den Tautropfen auf Grashalmen?
Dürfen wir ein Heiligtum
haben, das im Garten
der Trauer emporsteigt?
Die Kathedrale des Nidaros
steigt im Garten des Glücks empor
Sollen Obelisken der Freiheit
sich ebenso erheben
in unserem Gemeinschaftsgarten?
Die Verstorbenen
können Regen weinen
falls wir sie lieben
wenn sie abgehen
wenn sie über der glühenden
Wiese der Toleranz wandeln
Dort fallen nun Schneeflocken
auf die Gartengesellschaft nieder
Die Libellen zelebrieren
für uns Lebende, für die Künstler
für den Liedermacher
für die Therapeuten
für diejenigen, die nicht
die Verwandlung des Todes
und auch nicht die Schneeglocken
in deiner Elefantenseele verstehen
Dort bei den Treueseelen
bei den Perlentauchern in dir
und im stummen Weinen deines Ehemanns
du, der bei mir einen Freitag im Oktober
deinen Geist bei mir verbarg
stehen nach der Andacht des Glücksteins
Kompositionen des Larimars bevor
aus der Reinheit, aus dem Geheiligtsein
Bild: Larimar (Pektolith), genannt „Atlantisstein“. In der Esoterik steht er für Offenheit; u. a. soll er helfen, Empfindsamkeit zu entwickeln, mächtige Eindrücke auszuhalten und gegen Platzangst beschützen. Larimar würde außerdem sehr charakteristische Heilwirkungen auf den gesamten Knochenbau haben und Atembeschwerden heilen. Quelle: larimar.at
Labels: Poesie


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