Gamamila

2009/04/08

Durchchristetwerden

Der Willensweg zu Christus

Christus ist wiedergekommen. Er ist mit der ätherischen Erde vereinigt. Um ihn zu schauen, muss die menschliche Seele sich entwickeln. Wie gewinne ich denn ein Verhältnis zu ihm? In diesem Osterbeitrag möchte ich kurzerhand skizzieren, wie der Willensweg zu Christus durch Lebensphasen der Befremdung und der karmischen Prüfung gehen. Die Ausweitung dieses wichtigen Lebensthemas könnte übrigens ein ganzes Buch füllen.

Christologie, anthroposophisch begriffen und meditativ geübt, kann zu erstaunlichen Erlebnissen führen. Geknüpft mit Biographiearbeit und Rückblick regt sie hin und wieder zu überraschenden imaginativen Begegnungen mit Engelartigem. Für das neue Christus-Ereignis, das tatsächlich ätherisch dauernd vorangeht, beschrieb Rudolf Steiner, dass Christus dann den Menschen quasi innerhalb der eigenen Erinnerung als engelartiges Wesen erscheint. Er benutzte für diesen Anfachungsprozess den Begriff ‹Durchchristetwerden›...[Weiter]

Abgelegt in Chronik

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Bild: El Greco (1541-1614), Christus am Ölberg. Originalformat 103 x 132 cm. Entstanden um 1605. Quelle: kunstbilder-galerie.de

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2009/04/06

Die Bürde


Hier sehe ich sie,
Millionen von Wesen,
gehen gebeugt unter einer gewaltigen Bürde.
Unzählige Geschlechter und Völker,
durch Jahrhunderte und Jahrtausende…
Ohne Rast und Ruhe,
kaum, dass sie ein Augeblick ruhen dürfen
unter einem freundlichen Baum am Wege!
Einige sind mit Gold und Silber gelastet und stolzieren in
                                                       teueren Brokaten,
andere tragen eine Bürde von Plunder,
eine Ladung aus Lumpen und Armut.
Für einige ist es die unerträgliche Ekstase der Last,
die sie wie ein Teufel auf dem Rücken reitet.
Für andere – oh, Rätsel –
ist es eine rauschende Freude,
ein Engel steht auf ihren Schultern!

Andere wieder sehe ich mit einem Sack voller Grübelei,
die sie zur Erde drücken,
und abermals andere, die hängen unter einem Ballon
                                voller aufgespielten Gefühlen.
Sie hüpfen hinüber die Erde!
Aber ich kann sehen, dass es die gleiche Bürde ist,
nur bemessen nach Natur und Begabung eines jeden.
Welche Bürde ist es?
Es ist das Leben!

Auch ich trage diese Bürde.
Und mich wiegt es schwerer als die meisten,
denn ich weiß, was ich trage.

Alf Larsen

Übersetzt nach Byrden in: Alf Larsen, Siste strofer, Dikt, Dreyers forlag, Oslo 1969.

Alf Larsen (1885-1967) norwegischer Lyriker, Essayist und Redakteur. Er engagierte sich als Dichter und Schriftsteller sowie als Herausgeber für ein freies Geistesleben in Norwegen. Durch die Zeitschrift „Janus“ stellte er die Anthroposophie fruchtbar in das öffentliche Kulturleben Norwegens. Als der Nationalsozialismus über Europa kam, trat er zusammen mit Johannes Hohlenberg als engagierter Kritiker und Warner auf. Weitere biographische Auskünfte über Alf Larsen gibt es in der Biographien-Dokumentation der Forschungsstelle Kulturimpuls zu lesen.

Bild: William Blake (1757-1827),
Satan schüttet die Plagen über Hiob aus. Quelle: Wikipedia

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