Karma als Traum
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Das Motiv auf einer Pastellskizze von Steiner enthält ein großes, ernstes Antlitz in rosa-violettem Farbton...
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Der Umgang mit Kunst baut eine seelische Brücke, die zu geistigem Erleben führt...
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Im höheren Bewusstsein betritt man geistige Orte, wo man sich normalerweise nicht auskennt...
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In vielen Ereignissen ist man allein gewesen...
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Biografisches zu denken, zu bewegen und zu vertiefen, ist eine Voraussetzung für karmische Erkenntnisse...
3. Februar 2008
Fragen über und an die Anthroposophie führen durch...
Jostein Sæther | Ist Sebastian Gronbach eine Gefahr?
In einem Kommentar seiner eigenen Rezension des Buchs Missionen von Sebastian Gronbach - das ich schon im Frühjahr besprach - drückt Christoph Kühn auf seinem Blog A Goy’s World seine Überraschung aus, dass ich „eine Gefahr in dem Buch bzw. seinem R.- und Karmaverständnis“ sehe. Kühn schreibt in der Rezension, dass man selbst merken kann, „dass Gronbach eingefahrene Denkmuster gegen den Strich bürsten will und dabei gerade auch in Bezug auf eine anthroposophische Leserschaft provozierend plakative Formulierungen wählt.“ Vor genau 10 Jahren wurde ich von einem in der Öffentlichkeit renommierten Anthroposoph in interner Führungsposition als „eine große Gefahr für die anthroposophische Bewegung“ bezeichnet. Wie dieser heute zu Sebastian Gronbach steht oder stehen würde, wäre interessant zu wissen; ich werde darüber aber nicht um Auskunft bitten.
Kühn findet bei Gronbach kritische Ausführungen über die anthroposophische Rezeption von Rudolf Steiners Christologie und Karmaforschung, aber er findet auch, dass „das Buch etwas Visionäres“ hat, und er erhofft sich im großen Ganzen für das Buch seines Blognachbars nur Gutes: „Es wäre ihm zu wünschen, dass es in anthroposophischen Zusammenhängen eine große Leserschaft gewinnt.“ Was dieses Visionäre in Bezug auf Rudolf Steiners Anthroposophie sein sollte, führt Kühn jedoch nicht aus. Ich kann selbst da nichts Entsprechendes finden, weil ich mit visionär etwa fortschrittlich sein meine. Falls Kühn mit dem Wort aber eingebildet sein meint, bin ich jedoch einverstanden.
Es gaben inzwischen mehrere Buchbesprechungen zu den Missionen, wobei einige ebenfalls sehr kritisch waren. Hier möchte ich nur kurz das Urteil von Anna-Katharina Dehmelt in der Wochenschrift Das Goetheanum (Nr. 24/2008) erwähnen, das zu einer scharfen Antwort von Holger Niederhausen führte. Dehmelt, die Gronbach persönlich kennt, schreibt ihn direkt an: „Von der Lektüre deines Buches geht ein gewaltiger Modernisierungsschub aus. Irgendwie war man bisher wohl hoffnungslos naiv gegenüber der Anthroposophie:“ Niederhausen wiederum - der seine Zuschrift auf Dehmelts milde Beurteilung zu einem scharfen Kritik für die Zeitschrift Der Europäer (Nr. 8/2008) umgewandelt hat - sieht in Gronbachs Missionen eine Irreführung. Niederhausen schreibt: „Gronbachs Buch erscheint an manchen Stellen auf den ersten Blick tatsächlich ‚mutig’ und ‚authentisch’, bei genauerem Lesen jedoch als hoch-mütig und narzistisch. […] Gronbach vertritt geschickt die vom Info3-Kreis gepflegte und verbreitete Vorstellung, die Anthroposophie führe zum All-Eins-Erleben eines kosmischen Bewusstseins, und Michael, Christus und andere Wesen seien heute unbrauchbare Symbole, die Steiner seinerseits benutzt hat, um Menschen zu diesem Erleben zu führen.“
Holger Niederhausen behauptet, dass Gronbach trotz seines Erläutungserlebnisses am Computer nicht den Geist individuell erlebt, sondern ihn leugnet, und er lässt seine Beschwerde freien Lauf: „Dass das wahre Wesen der Anthroposophie heute immer weniger verstanden wird, macht die wirkliche Tragik aus und lässt um die wahre Entwicklung des Menschen bangen.“ Allenfalls habe ich doch beim Weiterlesen damals und beim Rezensieren des Buches ein richtiges Gespür bekommen, dass hier größte Aufmerksamkeit und Achtung angesagt sei?
Nun war Sebastian Gronbach seither und am 18. August als Gast in der saarländischen Buchkultur in Bexbach, also gerade in dem Buchladen, wo ich sein Buch gekauft hatte. Leider konnte ich physisch dort nicht präsent sein, da ich gleichzeitig in Italien mit der praktisch-künstlerischen Umsetzung einer Anthroposophie der Wesensrealitäten tätig war.
Am 7. September 2008 veröffentlichte nun Gronbach einen Blog mit dem Titel Das Karma und der buddhistische Christus in welchem er auf die Frage eingeht: Was ist Karma? Von seinem „erwachten Standpunkt“ gesehen, antwortet er selbst: „Karma ist das Grundgesetzt des Traumes. Karma IST der Traum. Karma IST mein Schatten und wenn ich nicht mehr da bin (was der natürliche Zustand des Erwacht-Seins ist) dann ist auch der Schatten futsch.“ Für Steiner war Karma kein Traum, sondern „der Inbegriff der ganzen Evolution. Karma […] ist die Spirale der Weltentwicklung. Die Christus-Kraft schaltet sich in die Entwicklung dieser karmischen Linie als richtungsgebende Achse ein.“ (Aus: Rudolf Steiner, Kosmogonie, GA 94, Dornach 1979, Seite 116.)
Schon im Normalbewusstsein seit meiner Jugend war für mich der Karmagedanke nie ein Traum. Vielleicht ist Karma ein Traum für Menschen, die Anthroposophie und Spiritualität nicht ernst nehmen. Nach meinem Erwachen im karmischen Hellsehen, verweile und denke ich in der Spirale, von der Steiner spricht. Und das ist kein Traum, auch nicht nur ein Leben, sondern ein existentes Bewusstsein von der Realität der menschlichen Individualität. Dass es heute auch lebendige Menschen geben, die in der Welt tätig sind, in denen es keine Menschen-Iche in normalem Sinne inkarniert sind, ist eine andere Tatsache, die aber hier nicht zur Diskussion steht.
Gronbach hat ja in seinem Buch beschrieben, dass seine Erleuchtung alles, was in seinem Bewusstsein vorher war, quasi „verbrannt“ hat. Er ist nach seinem Worten aus „dem großen Traum“ erwacht, und dementsprechend kann nichts mehr einen Schatten in seinem Bewusstsein werfen. In dem Blogtext postuliert er: „Andersherum: Je tiefer der Traum, desto wirksamer ist Karma. Karmaforschung ist im Grunde Traumwissenschaft. Dann verliert Karmaforschung total und absolut ihre Bedeutung. Ihre Bedeutung besteht jetzt nur noch darin, die Träume der Schlafenden besser zu verstehen und darin, den Träumern helfen zu können.“ Mir scheint es, dass Gronbach nach seinem Saarlandauftritt - sicherlich hat er das nicht beabsichtigt - meine Haupttätigkeit dementsprechend beurteilt und umdeutet, ja, eigentlich verleugnet oder abschafft.
Gronbach behauptet, Steiner hätte das Thema Karma so groß geschrieben , weil „er die Träume der Menschen verbessern wollte.“ Ich kann ihn recht darin geben, dass dieses anthroposophische „Programm welches letztlich das Erwachen von innen heraus ermöglichen soll“, zu einem bewussten Aufwachen in der geistigen Welt führen kann. Nun ist aber die geistige Welt und die karmischen Wahrheiten, in welchen ich aufgewacht bin, ganz anderer Wesensart und Duktus, als die „All-Eins-Super-Maximal-Bewusstseins-Erleuchtung“, von der Gronbach bereits missioniert. Meine Erleuchtungen und meine Initiation im Herbst 1996 waren ebenfalls allgegenwärtig, gleichzeitig physisch-seelisch-geistig, maximal umwandelnd, und farbkräftig durchleuchtend und wesensbegegnend bis ins tiefste Urgrund der Schöpfung, wo noch zu den Menschenindividualitäten und guten höheren Hierarchienwesen ein Erwachen erfolgte gegenüber einem Vertreter des Bösen, der quasi in der totalen finsteren Gottesverneinung selbst weset.
Entweder bin ich damals total durchgeknallt und psychisch krank geworden oder es handelte sich um reales Geist-Erleben, das bis heute fortlebt. Jedenfalls sind wenige Anthroposophen von solchen Geist-Erfahrungen noch 12 Jahre später wenig oder kaum interessiert - und Sebastian Gronbach und seine Freunde nun jedenfalls nicht. Also bleiben meine und Gronbachs Erfahrungen wohl doch ziemlich konträr. Zu privaten Gesprächen und zu zeitgemäßem Austausch oder zu gemeinsamen öffentlichen Auftritten sind er und der Info3-Redaktion auch nicht bereit. Haben sie doch wohl Angst vor der realen geistigen Welt? Etwas, was ja überhaupt nicht schlimm ist, fast man das zugibt.
Ist Gronbach dann eine Gefahr? Und für was? Für die geistige Welt der lebendigen vielfältigen Wesen? Für seine Leser? Nicht so viel - möglicherweise habe ich vor einem halben Jahr einbisschen übertrieben -, aber er könnte schon gefährlich - mindestens für sich selbst - werden. Sein Buch ist also keine wirkliche Gefahr, aber die Auffassung zu Reinkarnation und Karma, die er vertritt, ist mit Rudolf Steiners Anthroposophie und Karmaforschung trotzdem überhaupt nicht kompatibel, und so auch mit meiner Erfahrung desgleichen nicht.
So verstehe ich auch nicht, warum er sich als Anthroposoph weiter vermarktet - und sein Verlag ihn als Anthroposoph, was nach traditionellen Kriterien falsch ist -, weil auch immer mehr Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft sich gegen ihm markieren. Oder tun sie das nicht? Ich war nie gegenüber der Anthroposophie naiv, wie wohl Anna-Katharina Dehmelt es war, - über die Anthroposophen war ich es schon bis zum Millenniumwechsel, aber ich bin es nicht mehr. Insofern könnte ich mich sogar ausmalen, dass Sebastian Gronbach in eine nicht weit entfernte Zukunft sogar im Dornacher Vorstand landen könnte. Wenn dieser Fall eintreffen würde, sofort würde ich wieder meinen Eintritt anmelden!
Für Leserkommentar gehe zu meinem Blog

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Traum oder Karmabewusstsein? Das Foto von 2007 stammt von einem Hotel an der Atlantikküste in Galizien, Spanien.
© Miguel Lopez Manresa