Lichtmeditation
Gamamila
28. Juni 2008
Chronikarchiv

24. Juni 2008
Baummeditation

26. Mai 2008
Italien und die Zukunft des Südens

22. April 2008
Künstlerische Natur-Beobachtung

17. April 2008
Bjørn Moen: Karl Ludvig Reichelt - der Apostel des Johanneischen Christentums

11. April 2008
Frieden durch gegenseitiges Lernen -
Kari Bu im Gespräch mit Christian Egge

2. April 2008
Sebastian Gronbach und sein integraler Gasballon - eine Rezension

21. März 2008
Meister und Hüter der Meditation...

16. März 2008
Das Motiv auf einer Pastellskizze von Steiner enthält ein großes, ernstes Antlitz in rosa-violettem Farbton...

10. März 2008
Statt diesmal einen weiteren Aufsatz zu bringen, möchte ich mein Blog präsentieren...
» mehr

2. März 2008
Der Umgang mit Kunst baut eine seelische Brücke, die zu geistigem Erleben führt...


24. Februar 2008
Im höheren Bewusstsein betritt man geistige Orte, wo man sich normalerweise nicht auskennt...

17. Februar 2008
In vielen Ereignissen ist man allein gewesen...
» mehr


10. Februar 2008
Biografisches zu denken, zu bewegen und zu vertiefen, ist eine Voraussetzung für karmische Erkenntnisse...          


3. Februar 2008
Fragen über und an die Anthroposophie führen durch... 
           
„Für den Lernenden, für den sich zu höherer Schaukraft, zu Hellsichtigkeit Entwickelnden ist es von großer Bedeutung, wenn er Übungen macht wie etwa die folgende: Er stellt sich den Raum finster vor, ohne dass ein äußeres Licht auf ihn einwirkt - sei es bei nächtlichem Dunkel oder durch Schließen der Augen - und sucht dann nach und nach vorzudringen durch eigene innere Kraft zu der Vorstellung des Lichts. Wenn der Mensch sich diese Vorstellung intensiv genug bilden kann, so wird es nach und nach heller, und er wird dann ein Licht sehen, das kein physisches Licht ist, sondern ein Licht, das er nun sich selber schafft, das er durch innere Kraft in sich erzeugt. Und das ist ein Licht, das durchstrahlt sein wird von der Weisheit, in dem ihm die schaffende Weisheit erscheint. Das ist das, was man Astrallicht nennt. Durch Meditation kommt der Mensch dazu, durch innere Kraft Licht zu erzeugen. Dieses Licht ist ein Vorbote dessen, was der Mensch dereinst - nicht mit physischen Augen, sondern mit feineren Sinnesorganen - sehen wird. Es wird das Kleid werden für wirklich vorhandene Geistwesen.“ (1)

Lichtmeditation
Für einen seiner esoterischen Schüler, Friedrich Krüger, hat Steiner um 1912 eine Spruchmeditation gegeben, die ich mit der angeführten Lichtmeditation zusammengeknüpft habe. (2) Sie geht wie folgt:

Licht um mich
Licht erfülle mich
Licht stärke mich
Licht befreie mich
Licht stelle mich
Auf mich selber
Ich

Wenn es nicht genügt, die physischen Lichtverhältnisse durch Ausschalten der Zimmerbeleuchtung oder durch Augenschließen zu dämpfen, kannst du noch um Augen und Kopf ein Tuch binden, ohne dass ein Druck entsteht. Konzentriere dich sodann auf eine innere Welt und auf den Raum, der dort um dich herum sich befindet. Probiere dann, das Dunkel aufzugreifen und zu erleben. Wie kommt dir Dunkel eigentlich vor? Wie charakterisierst du es? Versuche dann, Erinnerungen von Nächten und Dunkelerlebnissen in deiner Biografie nachzugehen. Wie hast du es damals erlebt? Achte wieder auf den Augenblick und das momentane Dunkel. Ist es ganz schwarz oder sind Grautöne vorhanden? Ist es nicht der Kohle ähnlich, so ist schon ein bisschen Lichtqualität vorhanden.

Versuche dann eine Lichtquelle außer dir in der Ferne zu erzeugen oder zu entdecken. Probiere aus verschiedenen Vorstellungen, wie Dämmerung, Morgengrauen, Sterne am Himmel oder ein entferntes Lichtfenster wirken. Entschließe dich für einen bestimmten Charakter des Lichts, der dann wie ortsgebunden ein Stück weit von dir entfernt sein soll. Lasse dich von diesem Licht beleuchten. Entdecke, welche Gestalt du dabei annimmst.

Die Weisheit als Leben spendendes Prinzip
Wechsle dann den Ort deines Bewusstseins. Gehe in die erzeugte Lichtquelle hinein. Begreife dich als diese Lichtquelle. Schaue auf deine Gestalt zurück, die stehen geblieben ist. Wenn es gelingt, heißt das, dass du dich in gewissem Sinne ‚entzweit
hast, ohne dich zu verlieren. Das entstandene Licht vereint euch oder lässt dich zwischen den beiden Standpunkten frei bewegen. Du kannst ein Hin- und Herströmen des Lichtes erleben.

Die Übung kann auch anders gemacht werden. Statt die Lichtquelle außerhalb zu suchen, kannst du aus dir heraus, von innen her, das Licht entstehen lassen, so wie es bei der Poesiemeditation beschrieben wurde. Das Ergebnis dieser Lichtübung soll meines Erachtens sein, dass man die eigene Lichtqualität des Astralleibes, des
Sternenleibes, entdeckt, gemäß dem Spruch von Steiner an Herrn Krüger. Diese Lichtgestalt wird in der weiteren meditativen Arbeit keine statische Lichtquelle sein, sondern es wird ein wandelndes Licht sein, welches das Dunkel der übersinnlichen, geistigen Welt Schicht für Schicht, Stück für Stück auflichtet und bewusst macht.

Es ist außerdem möglich und auch sinnvoll, beide Varianten zusammen zu bringen, so dass du um dich herum eine Lichtform bekommst, die z. B. einem Ei oder einem Oval gleicht. Bei weiterer Arbeit mit dieser Lichtübung, bei der es sich empfiehlt, sie in regelmäßigen Abständen erneut aufzugreifen, wirst du Zusammenhänge, die mit der menschlichen Aura zu tun haben, erkennen. Sowohl bei dir selbst wie bei Anderen wirst du mitunter Licht- und Farbwahrnehmungen bekommen, die Aspekte der göttlichen Weisheit erscheinen lassen werden. Wie die Erscheinung der Weisheit wahrgenommen werden kann, musst du bestimmt durch mehrfaches Üben herausfinden. Weisheit wird normalerweise so erfasst, dass man darunter ein bestimmtes Wissen erkennt, das beispielsweise als Satz formuliert werden kann.

Erleuchtung
Die Weisheit als Kraft, Wesensgebilde oder Wesenheit lässt sich aber inmitten des meditativ erlebten, astralischen Lichts erkennen. Wenn das Astrallicht selber sich gleichsam als ordnendes Prinzip kundgibt, kann die Weisheit als Leben spendendes Prinzip, als ein göttliches Wesen imaginativ, inspirativ und intuitiv erkannt werden. Verweilend innerhalb dieses Lebens im Geiste - das in der Esoterik als Erleuchtung oder das Erleben des so genannten Kundalinifeuers bezeichnet wird - wirst du des Weiteren entdecken, dass das eigene, gewöhnliche Selbst oder Ich nur ein Abbild eines großen, so genannten höheren Selbst ist. (3) Aber dieses höhere Selbst - die Individualität - ist auch nur ein kleiner
Tropfen von
einem noch größeren Selbst draußen im kosmischen
Weltenmeer.

Alles, was du den Übungen und Vorschlägen hier und in meinem 2. Buch folgend fortan in der Meditation durch Eigentätigkeit bildest, sollst du als ein individuelles Kunstwerk verstehen lernen, das im Astrallicht gestaltet wird. Die objektive Weisheit wird sich diesem Individuellen anschließen - in dem Maße, wie du lernst, die Gesetze der Imagination zu respektieren und ihnen zu folgen. Was du als dein Karma entdecken wirst, sind die Wegschilder im geistigen Straßennetz, die du brauchst, um ein Geistesforscher zu werden, und die dich bei deiner ersten Fahrt daran hindern sollen, mit jemand Anderem zu
kollidieren, oder die dich von überhöhtem Tempo abhalten, so dass du nicht in den Graben fährst.

Wenn zum Denken und Fühlen ein geläutertes, tugendhaftes Wollen - dass du wirklich etwas Wahres, Gutes und Faires anstrebt - in den seelischen Übungen und in der Meditation hinzu treten kann, ist die Zeit reif, die eigentliche Forschung auf geistigem Felde herbei zu sehnen. Als erstes Gebiet wäre es dann adäquat, Reinkarnation und Karma anzugehen.

________________________________________________________
1 Rudolf Steiner, Mythen und Zeichen
- Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101, Dornach 1987, Seite 149.
73 Rudolf Steiner, Mantrische Sprüche. Seelenübungen II, GA 268, Dornach 1999, Seite 150.
74 Vergleiche: Jostein Sæther, Wandeln unter unsichtbaren Menschen, Seite 269ff.
Jostein Sæther | Erleuchtung im Sinne Rudolf Steiners - seine Lichtübung frei interpretiert

In Folge anderer Themen, die hier behandelt wurden, möchte ich heute eine meditative Übung geben, die ich als eine Vorübung betrachte der meditativen Karmaarbeit, die ich betreibe. Diese Übung kann aber jeder tun, der vielleicht keine karmische Erkenntnisse sucht, sondern sich auf andere spirituelle Erfahrungen vorbereiten möchte. Das hier Beschriebene kann auch als Kommentar und Antwort zu verschiedenen Debatten - beispielsweise über das Thema Erleuchtung -, die anderweitig im Internet in Foren und in Blogs betrieben werden. 

Lichtmeditation
Rudolf Steiner hat äußerst umfassende Angaben zur meditativen Arbeit gemacht und immer wieder neue Anregungen und konkrete Übungen gegeben. In diesem Zusammenhang möchte ich eine seiner Übungen zunächst in seinem Wortlaut wiedergeben und dann die Übung im Aufbau so charakterisieren und schildern, wie ich und Andere sie geübt haben. Die Übung ist einfach im Duktus. Dessen ungeachtet hättest du jedoch, wenn das Gesuchte dabei entstehen soll, für die weitere Meditationsarbeit eine bedeutsame Grundlage gefunden, die dir unentbehrlich werden wird.
Sowohl das hier früher erschienene Künstlerporträt als auch die Bilder dazu wurden auf der Bitte des betreffenden Künstlers entfernt.



































 
____________________
Copyright © 2008
by Jostein Sæther
   
All Rights reserved 
  
eMail:
Nach oben