Rut Nilsson
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Jostein Sæther | Der Almandin
Ein Gedenken an Rut Nilsson
und einerlei zu karmischen Anhaltspunkten
„That we must neither buy nor sell. Money must not any longer (after our work of the Earths Community is advanced) be the great god that hedges in some and hedges out others, for money is but part of the Earth; for after our work of the Earthly Community is advanced, we must make use of gold and silver as we do of other metals but not to buy or sell.”
Gerrard Winstanley am 1. Juni 1649 in: A Declaration from the Poor Oppressed People of England
Almandin ist ein häufig vorkommendes Silikatmineral. Es ist ein so genanntes Inselsilicat aus der Familie der Granate. Seine Farben liegen zwischen rot und violett. Seltenere Farbtöne sind rotbraun oder schwarz. Das Mineral kristallisiert im kubischen Kristallsystem typischerweise in rhombischen Dodekaedern. Es treten aber auch 24-flächige Trapezoeder, Kombinationen dieser Formen und manchmal auch 48-flächigen Hexoktaeder auf.
Der Almandin schenkt Mut, Hoffnung und Zuversicht
Die Heilwirkung von Almandin soll sowohl für den Körper als auch der Seele und den Geist förderlich sein. Es heißt, dass seine Schwingungen jedes Körpergewebe durchdringen und auch besonders tief sitzende seelische Blockaden lösen. Er soll die Durchblutung helfen und allgemein die Herzfunktion stärken, und ebenfalls für Nierenleiden wird er eingesetzt. Er soll Selbstvertrauen fördernd und wäre gut gegen fehlende Tatkraft, Willenlosigkeit und Depressionen. Er schenkt angeblich auch Mut, Hoffnung und Zuversicht. Der Almandin soll direkt am Körper als Kette, Anhänger, Rohstein oder Handschmeichler getragen werden oder auf die betroffene Körperstelle gelegt werden. Direkter Hautkontakt wäre also wichtig.
Die Künstlerin und Autorin Barbara Stewen hat eine Arbeit genannt Mythos Granat, Faszination Karfunkel in Geschichte, Literatur und Medizin geschrieben. Sie schreibt darin:
„In meiner Arbeit bringen Legenden, Sagen, Fakten und Auszüge alter Chroniken die Personen, die in Verbindung zum Granat stehen, dem Leser näher und lassen ihren Schmuck in einem anderen Licht erscheinen, denn die blutroten Farbtöne der Granatarten Almandin und Pyrop signalisierten bis ins Mittelalter Herrscherwürde und Macht im weltlichen und kirchlichen Bereich. Sie waren aber auch ein Symbol der Opferbereitschaft.“
Almandine tauchen in der Geschichte oft auf und sie sind auf vielem Schmuck aus früheren Zeiten aufgefunden. Der Schwertanhänger aus Magnesit mit Almandinschmuck in goldenem Zellwerk in den Beigaben eines Männergrabes in Niederstotzingen ist ein Beispiel dafür. Die Schwerter der germanischen Franken waren z. B. mit Gold und roten Granaten verziert. Renate Pirling schreibt in „Ein fränkisches Fürstengrab aus Krefeld-GeIIep“:
„Die Grabausstattung des Herrn von Gellep enthält alle Elemente, aus denen sich die materielle Kultur seiner Zeit zusammensetzte. Einheimisch-fränkisch sind die Eisenwaffen und wohl auch die Bronzegefäße. Als Erzeugnisse der fränkischen ‚Hofkunst’ darf man die kunstvollen Gold- und Almandinarbeiten: Schwertknauf, Riemenverteiler und Besatzstücke des Pferdegeschirrs, Taschenbügel und Messergriffe betrachten. Ostgotischer Provenienz sind Spangenhelm und Silberlöffel. Die Schwerttroddel und die silber- und goldblechverkleideten Trensen verraten ebenso wie die Almandineinlagen späte Nachwirkungen der östlich-reiternomadischen Einflüsse, die mit dem Attilazug nach dem Westen gelangten. Mediterrane Einflüsse zeigen die reichen Filigranauflagen auf Fingerring, Zaumzeugbesatz und Messergriffen. Daß die beiden Glasgefäße eindeutig spätrömische Erzeugnisse sind, mutet fast wie ein Symbol für die Kontinuität an, welche die Bedeutung der Gräberfelder von Gellep ausmacht.“
Die Bergwerke zu Falun
In E. T. A. Hoffmanns Novelle Die Bergwerke zu Falun in der Sammlung Die Serapionsbrüder begegnet der Hauptperson Elis Fröbom einen alten Bergmann, der ihn rät, sein Arbeit des Bergmanns aufzugreifen, „dessen Wissenschaft, dessen unverdrossenem Fleiß die Natur ihre geheimsten Schatzkammern erschließt.“ Hoffmann erzählt weiter:
„Mit diesen Worten setzte sich der Alte hin auf die Bank neben Elis und begann sehr ausführlich zu beschreiben, wie es bei dem Bergbau hergehe, und mühte sich, mit den lebendigsten Farben dem Unwissenden alles recht deutlich vor Augen zu bringen. Er kam auf die Bergwerke von Falun, in denen er, wie er sagte, seit seiner frühen Jugend gearbeitet, er beschrieb die große Tagesöffnung mit den schwarzbraunen Wänden, die dort anzutreffen, er sprach von dem unermeßlichen Reichtum der Erzgrube an dem schönsten Gestein. Immer lebendiger und lebendiger wurde seine Rede, immer glühender sein Blick. Er durchwanderte die Schachten wie die Gänge eines Zaubergartens. Das Gestein lebte auf, die Fossile regten sich, der wunderbare Pyrosmalith, der Almandin blitzten im Schein der Grubenlichter - die Bergkristalle leuchteten und flimmerten durcheinander.“
Almandin klingt wie das Lateinische almus für fruchtbar, erquickend, gut, segenbringend, glückspendend. Vergleichen können wir mit dem mittelalterliche Begriff Almosen, d. h. Scherflein geben. Mehrere Firmen, die mit Mineralien arbeiten und Edelsteine und Schmuck verkaufen, nennen sich nach diesen schönen Stein. Auch Urlaubsanbieter und Veranstaltungsorte nennen sich Almandin. Und in Järna, Schweden, gibt es ein Wohn- und Musikhaus, das „Almandinen“, der Almandin, genannt wird.
Rut Nilsson
Dieses einzigartige Haus wurde vom dänischen Architekten Erik „Abbi“ Asmussen (1914-98) nach der Idee von der Lehrerin und Historikerin Rut Nilsson gemacht. Auf ihre Kosten wurde Almandinen anfangs der 1970er Jahre errichtet. Hier wohnte Rut - ich nenne sie mit Vornamen, weil ich sie persönlich kannte und dies in Skandinavien so wie so üblich ist - mehrere Jahre in Wohngemeinschaft mit ihrer Schwester. In Schweden wird der U wie dem deutschen Ü ausgesprochen. Nach deren Tod wohnte Rut dort weiter bis etwa Mitte der 80er Jahre. Im Erdgeschoß befanden sich auch einige Studentenzimmer.
In einem dieser schönen Zimmer mit Glastüren zum Garten von Rut wohnte ich im Herbst 1978, während ich mein Kunststudiums am Rudolf Steiner Seminar betrat. Im Obergeschoß befindet sich ein Vorlesungs- und Musiksaal mit gewölbter Decke. Merkwürdigerweise ist Rut Nilsson in der sonst umfangreichen biographischen Dokumentation Anthroposophie im 20. Jahrhundert der Forschungsstelle Kulturimpuls nicht repräsentiert, auch wenn die meisten hervortretenden Persönlichkeiten der anthroposophischen Bewegung in Skandinavien dort vertreten sind. Weil sie entscheidend in der anthroposophischen Arbeit in Schweden seit der 1930er Jahre mitgewirkt hatte, später in den nordischen Sommertagungen mitwirkte und bei der Gründung der Rudolf Steiner Seminar markant beitrug, wäre die Erwähnung dort jedoch obligatorisch.
Ich hatte Rut Nilsson schon im Sommer 1973 während einer nordischen Jugendkonferenz als eine charmante und gebildete Rednerin kennen gelernt. Nach dem Sommerkurs arbeitete ich u. a. mit Rut in ihrem Garten, um eine kleine Bewässerungsanlage für Regenwasser einzurichten. Fünf Jahre später als ich in Almandinen wohnte, half ich ihr mit ihrer Korrespondenz, z. B. um handgeschriebene Briefe auf der Schreibmaschine zu tippen. In meiner karmischen Autobiographie schrieb ich 1999 Folgendes über Rut:
„Durch Rut Nilsson angeregt, begann ich die Geschichte des Grals zu studieren. Ihre noch im hohen Alter gehaltenen Vorträge über den Weg des Parzifal und ihre Erforschung der Rosenkreuzerbewegung in England im siebzehnten Jahrhundert gaben mir das Gefühl, dass sie zu diesen geistigen Strömungen gehörte. Sie erzählte von ihren persönlichen Begegnungen mit Rudolf Steiner in Dornach und vom Brand des ersten Goetheanum, den sie vor Ort miterlebt hatte. Sie schilderte in prophetischen Bildern, dass in Zukunft auf allen Hügeln der Welt, wo anthroposophische Gemeinschaften sich als Kulturinseln zusammen fänden, Doppelkuppelgebäude entstehen würden. In ihrem Zweig „Björkagruppen“ fanden sich Menschen zusammen, die sich durch ihre gemütliche, humorvolle und herzenswarme Ausstrahlung angezogen fühlten“
In diesem Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft in Schweden, genannt Björkagruppen, der damals ihre Veranstaltungen in Almandienens Musiksaal arrangierte mit nachfolgender Kaffeebewirtung - mit wenigstens sieben Sorten süße Kuchen - im privaten Wohnzimmer, hielt Rut selbst viele Vorträge über den Gralsstrom und zu den unterschiedlichsten historischen Themen. In der Zeitschrift Antropos veröffentlichte sie in der 70er Jahren einige Aufätze über ihre Forschungen zu den sogenannten Diggers in England im 17. Jahrhundert.
Diggers war eine englische Gruppe, die von Gerrard Winstanley (1609-76) als True Levellers im Jahr 1649 gegründet wurde. Sie wurden abfällig Digger oder Buddler (Gräber) von ihren Gegnern genannt. Selbst nannten sie sich True Levellers. Dieser Name entstammte ihrem Glauben an die wirtschaftliche Gleichberechtigung, der auf eine spezielle Passage in der Apostelgeschichte des Lukas zurückgeht. Sie versuchten, die bestehende Gesellschaft zu reformieren, die Besitzstände einzuebnen, indem sie eine agrarische Lebensweise anstrebten, die mit der der Gründung kleiner, ländlicher Kommunen einherging. Sie waren eine von den damaligen vielen Dissidentengruppen in England.
Gerrard Winstanley
Winstanley war erlernter Schneider in London. Seit 1635 wurde er selbstständig, aber nach dem englischen Bürgerkrieg 1648 ging er Konkurs. Daraufhin arbeitete er als Viehhirte in seiner Heimat Lancashire. Hier schloss er sich kurz den Baptisten an. Aus dem Bibelstudium und angeregt durch innere Erlebnisse, die er „Visionen des inneren Lichts“ nannte, entwickelte er seine religiösen Grundsätze, die auch später seine politischen Überzeugungen untermauerten.
Aufgrund einer solchen Imagination besetzte er 1649 mit einigen Freunden brachliegendes Land in Surrey, um es gemeinsam zu kultivieren. Seine Gruppe griffen bewusst kein Privateigentum an, sondern besetzten nur unkultiviertes und gemeinfreies Land und verteilten ihre Ernte, ohne etwas dafür zu verlangen. Ihr Beispiel fand rasch etwa 50 Nachahmer auch anderswo. Einige Landbesitzer versuchten sie zunächst ohne Erfolg zu vertreiben, da sie um ihre Gewinne fürchteten. Dann zeigten sie den Fall in London an, und der oberste Richter verurteilen die „Diggers“, sodass ihre Ernte und Werkzeuge zerstört wurden. Nachdem dies geschah, wurde das soziale Experiment nach nur drei Monate beendet.
Sein kurzlebiger Versuch einer christlichen Landkommune wurde der Nachwelt nur durch seine eigenen Publikationen bekannt. Er schrieb über einen agrarischen Kommunismus, den er theologisch mit der Bibel begründete, anscheinend ohne zu wissen von früheren Reformatoren, die ähnlichen Ideen vertraten. Auch 1649 hatte er einen ersten großen Traktat über seine Anschauungen veröffentlicht: Das neue Gesetz der Gerechtigkeit. Hier bezieht er sich auf die Schöpfungsgeschichte des „Alten“ und die Apostelgeschichte des „Neuen Bundes“. Er sah die Beschreibung der Jerusalemer Urgemeinde als Auftrag an die Politik und versuchte sie, beispielhaft in seiner Heimatgegend zu realisieren. Mit Hinweis auf Bibeltexten forderte er die Abschaffung von Grundbesitz und Adelsherrschaft.
Nach kürzerem Arrest schloss sich Winstanley 1660 der Society of Friends („Gesellschaft der Freunde“) an, die später als die Quäker
bekannt sind. Winstanley hielt auch nach der brutalen Aussiedlung der True Levellers an seiner Idee fest und publizierte 1652 einen zweiten Traktat: Das neue Gesetz der Freiheit. Darin argumentierte er erneut auf biblischer Grundlage für eine Gesellschaft ohne Eigentum und Löhne und sprach die Adeligen direkt an:
„Die Macht, Land einzugrenzen und Boden zu besitzen, wurde von euren Vorfahren mit dem Schwert in die Schöpfung gebracht. Dieses ermordete zuerst ihre Mitgeschöpfe, Menschen, und plünderte oder raubte ihnen sodann ihr Land. Sie hinterließen es erfolgreich euch, ihren Kindern. Und darum, obwohl ihr nicht tötet oder stehlt, haltet ihr dennoch diese verbrecherische Sache in euren Händen mit der Macht des Schwertes. Und damit rechtfertigt ihr die gemeinen Taten eurer Väter; und diese Sünde eurer Väter wird an euren Häuptern und denen eurer Kinder heimgesucht werden bis in die dritte oder vierte Generation und länger: solange, bis eure blutige und räuberische Macht von diesem Land ausgerottet sein wird.“
Über Winstanleys letzte Jahre ist wenig bekannt. Es ist möglich, dass er sich wieder in London als Kleiderhändler niedersetzte. Gerrard Winstanley starb 1676.
Wolfram von Eschenbach
In den letzten Lebensjahren von Rut Nilsson erschien auf Schwedisch eine neue Übersetzung des Epos Parzival des Wolframs von Eschenbach mit schönen Aquarellen und Kapitelinitialen der dänischen Künstlerin Susanne Rasmussen, die in diesen Jahren in unserem Skilleby Ateljé arbeitete. Diese beispiellose Ausgabe folgte dem Erzählerstil der Heilpädagogin Marit Laurin, einer Bekannte von Rut, die die Gralsgeschichte über die Jahre vielen Jugendlichen und Mitarbeiter einer sozialtherapeutischen Einrichtung in Järna ermittelt hatte. Auch der Allkünstler Arne Klingborg begleitete diese Ausgabe.
Was wir über Wolframs Leben kennen, ermittelt sich ausschließlich aus seinen eigenen Dichtungen und aus den Aussagen anderer Autoren des 13. Jahrhunderts. Sein Namen lässt ableiten, dass er oder seine Familie aus einem Ort namens Eschenbach stammte. Geographische Anspielungen in seinem Werk legen nahe, dass es sich um Obereschenbach bei Ansbach (heute Wolframs-Eschenbach) handelt.
Es ist bekannt, dass er in seinem Leben an zahlreichen Höfen Dienst tat. Z. B. ist es bezeugt, dass er beim Herzog Welf VI. auf dem im Mittelalter berühmte, aber später von den Lechhochwassern weggerissen Versammlungsort und Territorialbesitz Gunzenlee nahe Augsburg zu Gast war. In meinen karmischen Autobiographie setzte ich schon vor 9 Jahren den mit Rut Nilsson und Marit Laurin auch freundschaftlich verbundenen Sozialpädagogen Hans Glaser (1903-90) mit diesem Herzog in karmischer Verbindung. Wahrscheinlich war Wolfram vorübergehend im Dienst beim Grafen von Wertheim und bei den Herren von Dürn. Den Letzteren gehörte die Burg Wildenberg im Odenwald, wo Wolfram einen Teil seines Parzival verfasst haben soll. Noch während der Arbeit am Epos ist er wohl in den Dienst des Landgrafen Hermann I. von Thüringen (1190-1217) getreten, des bedeutendsten Förderers der deutschen Literatur seiner Zeit. Zu diesen beiden Welf werde ich in einem anderen Zusammenhang zurückkommen.
Es ist umstritten, welche Bildung Wolfram hatte. Weil er das gelehrte Buchwissen ablehnt, wird es so gedeutet, dass er Analphabet gewesen wäre. Viel denkbarer ist, dass seine Aussagen diesbezüglich einer neuen Autor-Rolle vorstellt: der des Laiendichters als Kontrast zu den klerikalen Schreibern der Klöster und zu den amtlichen Schriftführern der Fürsten.
Unbestreitbar ist allerdings, dass er umfangreiches Wissen aus der lateinischen Bildungstradition besaß. Sein Werk ist geprägt von sachkundig behandeltem Kenntnisse der Naturkunde, Geographie, Medizin und Astronomie. Außerdem führt er geschickte theologische Gedankengänge. Auch seine Kenntnisse der zeitgenössischen französischen Sprache und Literatur sind offenbar enorm gewesen. Als Analphabet hätte er sich dieses Wissen kaum aneignen können, trotz des andersartigen Informationsdienstes mit allerhand Hörensagen und mündlichen Vermittlungen zu seiner Zeit.
Karmische Anhaltspunkte
„Gewöhnliche Aufeinanderfolgen von Erdenleben zeigen uns in der Regel nicht historische Persönlichkeiten, zeigen uns auch nicht Persönlichkeiten so, daß wir mit oberflächlicher Betrachtung eine fortlaufende Kette sehen würden. Aber es gibt tatsächlich Erdenleben, die so aufeinanderfolgen, daß man, indem man sie zusammenfaßt, gleichzeitig Geschichte darstellt.“ (Rudolf Steiner in: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band IV, Das geistige Leben der Gegenwart in Zusammenhang mit der anthroposophischen
Bewegung, GA 238, Seite 121.)
Es macht wenig Sinn, wie auch einige meiner Kritiker meinen, karmische Reihen aufzustellen, ohne die mit Namen genannten Persönlichkeiten zu charakterisieren. Wenn es um aus der allgemeinen Geschichte sehr bekannte Personen handeln, die aus meiner Sicht in weniger bekannten oder in überhaupt nicht auffallenden Inkarnationen wieder aufgetreten sind, ist es nicht einfach, Belege zu geben, sodass eine karmische Zuweisung plausibel wird. Es ist jedenfalls gut, was bekannt ist von Daten der Lebensläufe und des Biographischen der Persönlichkeiten, die ich miteinander karmisch in Verbindung setzen möchte, darzustellen, um sie dann für sich sprechen zu lassen.
Es heißt, dass Wolframs Erzählstil bildhaft ist, reich an Ironie und Pointen, wobei seine Syntax gedrängt und sperrig erscheint. Ob dass auch für Winstanley stimmt, kann ich nicht beurteilen, da ich zu wenig von ihm gelesen habe. Für Rut stimmt es gleichwohl überein. Sie war sehr Humorvoll, und ihr Lächeln und feines Lachen, indem ihr ganzer hagerer Körper leicht schütterte, konnte eine ganze Hörerschaft ins Lächeln bringen. Typisch für Wolframs Wortbildung ist die sogenannte Hybridbildung komplexer Wörter, deren Bestandteile aus mindestens zwei verschiedenen Sprachen stammen. Ich betrachtete Rut öfters am Schluss ihres Lebens im Speisesaal Robygge in Järna, indem sie auf das Mittagessen am Tisch wartete. Sie stand meistens mehrere Minuten vor dem Klingeln alleine an ihrem Tisch mit einem Mona Lisa-Lächeln um den Mund. Sie stand oft lächelnd und schweigend nur da! Alle anderen warteten draußen oder unten im Saal. Sie strahlte eine Würde und eine Eigenständigkeit aus, die auch Gerrard Winstanley eigen war.
Zusammenhänge in der Karmaforschung können gefunden werden, wie Steiner es in seinen Karmavorträgen von 1924 ausgearbeitet hat, wenn angeschaut und darüber meditiert wird solche Anhaltspunkte, Eigentümlichkeiten und Kleinigkeiten des Lebens, die meistens unauffällig, aber kennzeichnend für den betreffenden Person sind. In einem Beitrag im Buch Wie wir wurden, wer wir sind - herausgegeben von Nothart Rohlfs - habe ich eine solche Begebenheit betreffend das ehemalige Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach Jørgen Smit (1916-91) herausgearbeitet, ohne dass sein Namen aber dort erwähnt wird. Das wollte damals 1999 der Verlag nicht.
Solche Anhaltspunkte können für alle diese drei Persönlichkeiten gefunden werden, und jeder kann über sie meditieren, auch wenn man mit ihnen nicht direkt karmisch verbunden ist. In diesem Aufsatz wollte ich Hinweise in dieser Richtung machen, was betrifft Wolfram von Eschenbach, Gerrard Winstanley und Rut Nilsson. Ich kann für die Wahrheit einer konkreten Reinkarnation zwischen diesen Persönlichkeiten für keinen anderen bürgen, sondern nur einige lapidare Charakteristika neben einander setzen, die eventuell eine Plausibilität der karmischen Zuweisung zeigen. Ich werde weiteres Biographisches zu Rut später veröffentlichen, falls und je nachdem es mir in die Hände kommt. Ich bin der Überzeugung, dass es viel Sinn macht, in dieser Richtung mit karmischen Anregungen zu arbeiten. Wenn ich sie nicht als eine Doktrin festhalte, sondern weiter auf der suche der Wahrheit bleibe, muss ich einen Irrtum nicht unterliegen. Sonst warnt ja Steiner nachdrücklich vor falschen Reinkarnationsverknüpfungen:
„Es findet nicht nur Reinkarnation der einzelnen Iche statt, sondern auch der einzelnen Glieder. Es ist wichtig, daß wir auf solche Dinge hinweisen, weil es sich herausgestellt hat, daß irrtümliche Ansichten fatale Wirkungen ausüben nicht nur auf die, welche Anfänger sind, sondern auch Vorgerücktere werden verhängnisvoll beeinflußt, wenn sie glauben, daß diese oder jene Individualität verkörpert sei in dieser oder jener Persönlichkeit. Dem wird man einen Riegel vorschieben können, wenn man weiß, daß auch einzelne Glieder sich wiederverkörpern können. (Rudolf Steiner in: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit
Wiederverkörperungsfragen, GA109, Seite 285f.)
Der Almandin gilt im Kreuzworträtsel sowohl als Abart des Granats als auch als Halbedelstein, als Mineral und als Schmuckstein. Im Karmarätsel der hier drei vorgestellen Persönlichkeiten könnte der Almandin uns einen Code sein, um ihr Karma mit der Wahrheit in Verbindung zu bringen. Die Almandine aus Eisen-Aluminium-Silicat haben einen Stich ins Violette. Deswegen liebte Rut sie so gerne und dementsprechend wurde die gleichähnliche braunviolette Farbe des Eisenoxids Caput mortuum (lateinisch Totenkopf) für die Außenfarbgestaltung des Almandinen gewählt. Wenn das Aluminium Wolfram von Eschenbach zugeschrieben werden darf, das Eisen Gerrard Winstanley, dürfte Rut Nilsson für das Silikat stehen, dieweil sie wie ein Bergkristall wirkte. In der Esoterik gilt reiner Bergkristall als Heilstein, der uns vor schädlichen Strahlen bewahrt. Dementsprechend wirkt die Individualität der Rut Nilsson für die Heilung des Menschen und der Erde durch ihre direkten Hinweise auf den Gral. So verstanden wäre sie dann ein Anhaltspunkt am Abgrund des Seins für jeden Karmaforscher.
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Wolfram von Eschenbach; Autorbild als Ritter im Codex Manesse
Sängerkrieg auf der Wartburg. Miniatur aus dem Codex Manesse.
Welf VI. mit seinem Sohn Welf VII. und dem von ihm gegründeten Kloster Steingaden (Darstellung des 16. Jahrhunderts)
Eine Deklaration der Diggers aus dem Jahr 1649, verfasst von William Everard
Zeitgenössische Karikatur zum Englischen Bürgerkrieg
Granat -Almandin
in Matrix, das heißt
in der Petrographie die Grundmasse magmatischer Gesteine und das Bindemittel in Sedimentgesteinen oderPorphyrisches Gefüge
Fundort: Brasilien
E.T.A. Hoffmann (1776-1822)
Ausscnitt eines Foto um 1930 von der Schule in Frövifors, Schweden. Es soll Rut Nilsson abbilden, die in dieser Zeit dort angeblich Lehrerin gewesen sei.
Mein Passfoto aus dem Jahr 1974,
in der Zeit ich Rut Nilsson kennen lernte.
Reiner Quarz oder Bergkristall
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by Jostein Sæther
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Almandinen im Winter. Musiksaal und Wohnhaus in Järna (SE) entworfen von Erik Asmussen nach einer Idee von Rut Nilsson.
Foto: © Arthur Ross