Interview
Gamamila
31. Januar 2009
Chronikarchiv
26. Januar 2009
Holger Niederhausen II
20. Januar 2009
Holger Niederhausen I
15. Januar 2009
Die Anthroposophie in Norwegen
5. Januar 2009
Das Traumlied vom Olav Åsteson
12. Dezember 2008
Über die Enthüllung der Mysterien
1. November 2008
Dafür ist Güte nötig
2. Oktober 2008
Anwältin für Rudolf Steiner
23. September 2008
Ist Sebastian Gronbach eine Gefahr?
3. September 2008
Der Almandin
29. August 2008
Ich-Kunst und Karmaforschung
28. Juni 2008
Erleuchtung im Sinne Rudolf Steiners - seine Lichtübung frei interpretiert
24. Juni 2008
Baummeditation
26. Mai 2008
Italien und die Zukunft des Südens
Wie gestaltest du deine Kurse? Können Menschen ohne vorherige meditative Erfahrung da einfach einsteigen? Welche Beziehung war dir möglich zu den Hierarchien aufzubauen? Wie ist das Christuswirken heute? Welche Hilfen für die soziale Praxis bringt die Karmaforschung? Wie siehst du die Weltsituation heute? Wie siehst du Israel? Wie wird Esoterik richtig vertreten? Solche und ähnliche Fragen stellte Dr. Wolfgang Garvelmann, Heilpädagoge und Autor, mir in einem Interview vor knapp 7 Jahren. Ich hatte das interessante Gespräch überhaupt nicht mehr vorne im Gedächtnis, als ich es vor einpaar Tagen auf Garvelmanns Website wieder entdeckte. Beim neuen Lesen schien es mir, als könnte einige Gesichtspunkte darin noch eine Aktualität haben in Anbetracht vieler Diskussionen u. a. im Internet und bezüglich der brisanten Weltlage. Meine Antworten habe ich für die Neuveröffentlichung, die mit Wolfgangs freundlicher Genehmigung erfolgt, sehr leicht redigiert, mit Fußnoten und mit Zwischenrubriken versehen. Einige Ergänzungen sind in rechteckigen Klammern gesetzt.
Interview mit Jostein Sæther in einem Landhaus in Riedern-Öhningen am Bodensee am 21.-22. Mai 2002
Wolfgang: Einige neuere anthroposophische Forschungen sind ja im wesentlichen von Holland ausgegangen. [Bernhard] Lievegoed begann mit der Erforschung und Bewusstmachung sozialer Gruppenprozesse unter Einbeziehung der Charakteristik der verschiedenen Lebensalter, das hat sich dann erweitert zur Biographiearbeit, auch indem Coenraad van Houten, die von Rudolf Steiner gekennzeichneten sieben Lebensprozesse in Verbindung zu Lernprozessen gebracht und in die Biographie-Forschung eingeführt hat. - Und das hat sich dann weiterhin zur Karmaforschung entwickelt. Wir haben selbst einmal Kurse bei van Houten und Carla van Dijk mitgemacht. (1)
Wie gestaltest du deine Kurse?
Es ist ja oft so, dass die Menschen, wenn es wirklich in die Tiefen geht - dorthin, wohin man lieber nicht blickt, weil sich dort Regungen finden, die man lieber nicht wahr haben möchte - -„zumachen", die Maske aufsetzen, tausend Gründe finden, die weitere Mitarbeit zu blockieren...
Jostein: Zunächst muss man sich entschließen, dabei zu bleiben und sich selbst nicht zurückzuziehen. Wenn jemand sich zurückzieht, sich versteckt - und ich wurde gebeten, mit ihm zu arbeiten - dann darf ich nicht zurückschrecken vor seinem Schrecken. Man merkt: Er ist zu einer Schmerzgrenze gekommen. Dann muss man die drei Fähigkeiten entwickeln: Staunen, Mitgefühl, Gewissen - also Denken, Fühlen und Wollen im Praktischen, aus dem Seelischen heraus.
Das Staunen bei sich selbst als Frage zulassen - und nicht persönlich betroffen zu sein, sondern durchs Staunen ins Mitleid kommen. Mitgehen mit dem, was sich dann in dem Betreffenden staut - und wenn man das in einer Art objektivem Seelenfluss übt - man muss es im Praktischen immer wieder üben, denn man fällt ja selbst immer in solche Verletzungen - sich observieren: Könnte ich mich nicht davon frei machen? Und dann weiter gehen bis zum Gewissen, also sich fragen, was kann ich hier tun, kann ich helfen? Ja, ich möchte helfen, d. h. ein Bewusstsein davon schaffen! - Und das ist dann „Heilpädagogik“! Aber es ist nicht sicher, ob man es schafft, wenn sich so etwas als karmische Verknotung zeigt. (2)
Karmische Gesinnung
Wolfgang: Ich habe eine konkrete Situation im Auge, wo der Betreffende sich selbst und seine ganze Umgebung durch eine Lebenslüge blockiert...
Jostein: Man kann auf der psychologischen Ebene nichts machen - da kommt man zu einer Grenze, wo alles zugeschüttet ist. Da muss man prüfen, ob es sich dabei vielleicht auch um unberechtigte persönliche Urteile bei einem selbst handelt; man kann es von vielen Seiten beschreiben und kommt dann doch zu einer Charakteristik, warum diese Persönlichkeit in solcher Art da steht. Den Weg weiterzugehen, um das aufzulösen, das schafft man nicht aus dem normalen Bewusstsein heraus. Die Ursachen, die Wurzeln liegen ja außerhalb, die sehen wir nicht - und die haben diese Persönlichkeit geformt - und das hat mit Karma zu tun, das sind Tatsachen.
Was ich in meiner Arbeit mache, ist: Eine Art „karmische Gesinnung“ in mir zu entwickeln, um das Karmische gewissermaßen heranzuziehen, das Karmische erkennen zu wollen. Wenn man das bei einem anderen erkennen will, muss man sich selbst mit einbeziehen - da heißt, den eigenen Hintergrund, den ich nicht schaue, wo ich unbewusst bin, mit einzubeziehen: Ich habe nicht nur mit dem Problem des Anderen zu tun, ich bin selber mittendrin. Karma ist ein Faden, der verbindet, was zwischen Menschen aus alten Taten entstanden ist und jetzt außerhalb unseres Bewusstseins über uns schwebt. Es wirkt sich aus, wie wir als Persönlichkeiten stehen und uns behaupten.
Wir haben ja Ansätze schon in der Waldorfpädagogik und in der Heilpädagogik, aber sie müssen in Zukunft alles sehr verstärkt werden. Die Übung des Überschlafens oder auch des Lernens in Drei-Tages-Schritten muss im Hinblick auf kommende Krankheiten oder andere soziale Probleme durch bestimmte Übungen und Meditationen sehr intensiviert werden, wenn Lösungen gefunden werden sollen. (3) Alles, was sonst im Schlaf oder nach dem Tod normalerweise geschieht, alle Umwandlung und Neuanlagen, das muss jetzt hinein gebeten, hineingesucht werden ins Bewusstsein, sodass man sich hinaufarbeitet mit seinem Ich in diese Regionen. Da wird man dann direkt Bilder mit Inspirationen oder Intuitionen bekommen, wie man mit den betreffenden Problemen umgehen kann. Ich habe eine Methode entwickelt, wie man das machen kann; sie übe ich mit den Menschen, die zu mir kommen.
Stilgefühl entwickeln
Wolfgang: Können Menschen ohne vorherige meditative Erfahrung da einfach einsteigen?
Jostein: Ich schaue die Menschen an: Wie lange wird die Arbeit gehen? Was ist gefragt? Ich versuche, an ihre Fragen heranzugehen. Sie haben etwas gehört, vielleicht mein Buch gelesen; auf das gehe ich ein. Da habe ich eine Reihe von seelischen Übungen anhand der Natur oder Bewegungsübungen im Raum, Sinnesübungen und Gedankenübungen. Das sind sozusagen „Nebenübungen“, die man auch im Kreis, in einer Gruppe, machen kann. Es kommen Erinnerungsübungen dazu, dass wir an der Biographie arbeiten. Immer wieder werden Gespräche und Rückblicke auf das Geübte gemacht, und beschrieben, was man geübt hat. Ich frage, ob sie zu solchen Übungen bereit sind, also zu Gedanken-, Gefühls- und Willensarbeit. Das nötige Vertrauen kann man nur im Zeitverlauf entstehen lassen, - oder es entsteht nicht.
Ich muss mich ständig selbst beobachten, denn ich bin ja mittendrin, - wo kann ich mich öffnen, wo schließen. Ich muss ein Stilgefühl entwickeln. Was kann man machen - mit Ernst, mit Freude und Heiterkeit. Ich habe ja in der anthroposophischen Heilpädagogik gearbeitet und in Waldorfschulen, und ich kann diesen Erfahrungen nutzen.
Wolfgang: Um auf den konkreten Fall zurückzukommen: Du siehst also nun gleichsam den Luzifer hinter der Person stehen, deren Selbstgefühl er ständig aufbläht - du kannst doch jetzt nicht sagen: Erhebe einmal die Augen und schaue hinter dich! Im religiösen Bereich wird man beten - im anthroposophischen wird man außerdem versuchen, sich an die wirkliche Persönlichkeit heranzutasten und der zu erzählen, was man sieht. Das könnte ich mir als Heilungsprozess vorstellen.
Ich möchte, wenn zwischenmenschliche Schwierigkeiten auftreten, nicht gleich an Karma denken. Im alltäglichen Bereich hat man ja die „sechs Übungen“ (nach R. Steiner: Gedankenkontrolle, Handlungskontrolle, Gelassenheit, Positivität, Unbefangenheit), um sozial-verträglich miteinander auszukommen. Und mit dem Karmagedanken halte ich es im Allgemeinen so: Haben wir ein gutes Karma miteinander, dann ist sowieso alles in Ordnung. Haben wir ein schlechtes, muss ich alles tun, damit es gut wird. Im praktischen Leben kommt das auf eines heraus.
Eine unendliche Geschichte
Ich bin da nicht neugierig - mit einer Ausnahme: Ich habe nach einer Schlüsselinkarnation gesucht, die mir die Ungereimtheiten meiner derzeitigen Inkarnation erklären kann. Diese Erklärung kam dann auch - in einem Alter, wo sie nicht mehr schaden konnte. Es war verblüffend - nicht im Entferntesten denkbar - und recht deprimierend...
Jostein: Sollte man da nicht weiterforschen? Wenn wir ein anderes Gebiet nehmen: Die anthroposophische Geschichte nach Steiner und die verschiedenen Schwierigkeiten von Persönlichkeiten. Wäre es nicht fruchtbar, dies im Nachhinein aufzuarbeiten? Und damit diesen Persönlichkeiten eine Hilfe von höherem Aspekt aus zu geben?
Wolfgang: Dafür hat er ja direkt einen Auftrag gegeben und die Karma-Übungen... Mit dem Thema der Platoniker und Aristoteliker hat er das auf einer zunächst leichten Schiene angeschoben... Aber jetzt wird Karmaforschung ja allmählich angegangen - wir sprachen ja schon von van Houten und Carla van Dijk.
Jostein: Ja, ich kenne Coen van Houten und Carla van Dijk!
Wolfgang: Sie gehen allerdings nicht so ins Konkrete wie Du, sondern versuchen zunächst einmal, bestimmte individuelle Lebens-Themen und -Tendenzen aufzudecken und ins Bewusstsein zu rufen. „Rückführungen“ werden ja von verschiedenen Seiten praktiziert, und meine Frage ist immer, wie viel von der Bilderfähigkeit der eigenen Seele beigetragen wird. Eine esoterisch bewegte Freundin berichtete von einer Rückführung, bei der der „Führer“ in einem Rollstuhl saß. Ob dieses Umstandes befragt, antwortete er: Weil Du mich hineingesetzt hast!!! Das „Bergwerk der Bilder“ in der eigenen Seele, das Michael Ende in der „Unendlichen Geschichte“ beschrieben hat, spielt doch wohl in alle Imaginationen hinein und lässt eigene Bilder aufsteigen, die dann imaginativ mitverarbeitet werden!
Jostein: Es gibt ja Schichten, man muss von Schicht zu Schicht sich hindurcharbeiten. Es ist ein Lernprozess, die eigene Seele kennen zu lernen. Was hat man als Erinnerungen, Phantasien; mit welchen Urbildern lebt man, - man muss also die Seele auch tiefenpsychologisch durchsuchen, und das ist ein Teil meiner Arbeit, wenn ich mit Menschen Einzelarbeit betreibe. Man braucht viel Zeit, wenn Menschen eine kontinuierliche Arbeit eingehen wollen, vielleicht Jahre. Dann hat man die Möglichkeit, die unterschiedlichen Ebenen aufzuarbeiten.
Wenn am Anfang der Arbeit starke Imaginationen da waren, - man nimmt sie zunächst als mögliche karmische Schauungen -, dann kommen später andere Dinge, Ergänzungen, und dann muss man zurückgehen und fragen, wie diese behauptete Imagination jetzt zu verstehen ist. Es ist nicht nur ein Abspielen-Lassen von Bildern, sondern es ist ein Prozess, hin und her!
Wolfgang: Ja, das musst du immer wieder betonen. Du tust es ja tatsächlich, dein halbes Buch besteht aus der Beschreibung deines Lebenslaufes und deines Schulungsweges, es ist ein absolut ehrliches Buch, aber das haben die Leute offenbar nie gelesen, die dir Kritiklosigkeit vorwerfen. Bei Steiner hat man von vorn herein Vertrauen, - bei dir spricht man von wilden Phantasien, wenn du Situationen zusammenfassend schilderst, als liefen sie auf einer Bühne ab.
Jostein: Es ist ja nicht ein einmaliger Ablauf, sondern ein Resümee aus den vielen Einblicken und wiederholten Untersuchungen. Das wird von mir nicht noch mal und noch mal pointiert. Aber das kommt im zweiten Buch, - es kommt ein Buch von tausend Seiten!
Die Methode…
die ich aufbaue, ist: Die Kräfte des Künstlerischen aufzurufen! Wenn ich mit Menschen lange zusammenarbeite, geht es um die Kräfte aller Kunstarten. Es ist kein philosophischer oder denkerischer Ansatz, sondern ein künstlerischer! Ein innerer Kunstweg. Das Architektonische, das Plastisch-Malerische, Musisch-Dichterische, Beweglichkeit, Heilendes, Soziales, - das alles ist da drin. Die Bildmeditationen arbeiten mit Empfindungen, Gedanken, Urbildern - vor allem Urbildern: Landschaft, Garten, Haus, Hütte, Tempel und mit Schiff. Sie arbeiten mit Erde, Mond und kosmischen Gegebenheiten, aber zuerst aus dem Künstlerischen, aus der schöpferischen Phantasie.
Aus ihr kann vielleicht ein Imaginationsbewusstsein entwickelt werden und eine gewisse Beständigkeit, die man ja nicht von Anfang an hat. Es geht um ein Sich-Hinarbeiten durch Bilder, die man selber schafft. Ich habe das bisher nur angedeutet, aber im neuen Buch wird es ausführlicher beschrieben!
Wolfgang: Hoffentlich kann man es auch lesen! Das neue Buch von Ben Aharon ist so gründlich und differenziert, dass das Lesen schwer wird!
Jostein: Es wird ganz einfach und künstlerisch! Kleine Berichte, Beschreibungen, man kann es sogar aphoristisch lesen - aber auch durchgehend!
Wolfgang: Die Lebensbilder deines schon vorliegenden Buches sind wirklich so schön und künstlerisch und in höchstem Masse anrührend! Man kann sich dort hineinfinden mit etwas künstlerischem Gefühl und es gibt ganz neue Einsichten jenseits unserer gängigen Vorstellungen: wie hat das in früheren Kulturen gewirkt! Das Tier, dessen Fell für die atlantische Magie gebraucht wird, muss liebevoll in den Tod begleitet werden - die junge Elefantenbändigerin darf in das Auge und die Seele des gewaltigen Tieres schauen - sogar der liebevoll bunt gebänderte chinesische Holzphallus hat eine künstlerische Dimension... (4)
Jostein: Er ist in der englischen Ausgabe zusammen mit Anderem weggefallen, leider ohne mich zu fragen... Ja, die Bilder sind so erschütternd überraschend, so anders und neu. Es ist so „frech“ hingestellt, und deshalb muss man erschrecken oder Abstand nehmen. Ich kann das akzeptieren und sagen: Das ist eine Stufe jetzt!
Buddha ist nicht verschwunden
Wolfgang: Inzwischen ist mir eine Hauptfrage beantwortet: Rudolf Steiner beschreibt die Akasha-Chronik nicht eigentlich bildhaft, sondern als ein Miterleben der Seelenregungen der historischen Akteure - wobei zunächst unklar bleibt, ob sie ihre Tendenzen und Absichten tatsächlich ausgelebt und verwirklicht haben. Bei dir ist man versucht, deine Lebenstableaus als wie auf einer Bühne geschaut anzunehmen, eben weil du sie so einfach und zusammenhängend darstellst - aber das hast du ja inzwischen gründlich richtig gestellt!
Das bringt mich nun zu einer Nachfrage in Bezug auf das imaginative Erleben als solches. Ich habe nur ganz wenige imaginative Erfahrung, aber aus dem Wenigen entnehme ich, dass die imaginative Schauung - im Gegensatz zum Erinnerungsbild, das wenigstens mir als ein abgeschwächter Seh-Eindruck erscheint - ein viel intensiver gesättigter Sinneseindruck ist als die gewöhnliche Sinneserfahrung. Als potenzierten sich Licht und Farben auf einer inneren Bühne - auf der allerdings die Darsteller aus dem schon besprochenen eigenen Bühnen-Bilder-Fundus aufsteigen. Als verstärke, konzentriere und konsolidiere sich der Seh-Prozess als solcher in einem inneren Auge.
Jostein: Ich würde das auch so sagen. Weil im normalen Sinnesleben - in den 12 Sinnen - unser Ich, das wir ja darin entwickeln und erkennen wollen, getrübt ist, sich versteckt hat in der Verkettung an die Persönlichkeit, so werden die 12 Sinne, die wir ja im Körper haben, nicht ausgenutzt. (5) Mein heutiges [2002] Sinnesleben ist ganz anders als vor zehn Jahren. Es ist mehr Empfindsamkeit entwickelt worden. Es ist individuell verschieden, wie das werden kann...
Wolfgang: Das innere Licht wird sozusagen Licht als solches, Sehkraft, die sonst nach außen geht, konzentriert sich nach innen und daher die starke Intensität des Bildes. Kennst du Max Reuschle? (6) Ein Stuttgarter Dichter, der gegen Ende seines Lebens Imaginationen von traumhafter Schönheit bekam: Bilder der griechischen Mythologie und des christlichen Mysterienweges. Das muss intensiver gewesen sein als jeder Sinneseindruck!
Jostein: Das kann ich auch bestätigen. Es gibt so gewaltige innere Erlebnisse, die einen sogar zurückschrecken.
Wolfgang: Rudolf Steiner beschreibt ja, dass ein Schüler in seinem Erleben bis an die Grenzen des Erträglichen gebracht wird. Das geht bis an die Wurzeln der Existenz.
Jostein: Ja, so geht das! So ist es mir auch gegangen, und so geht es immer wieder. Auch wenn wir nur Äußerlichkeiten nehmen, z. B. die Verhältnisse innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft: Sie bringen zur Verzweiflung, wir kommen in depressionsähnliche Zustände, aber mit Ich-Beteiligung, denn man muss sich ja bewusst damit auseinandersetzen! Das wird dann zur geisteswissenschaftlichen Frage, die ich in der gleichen Art angehen muss, als wenn ich ausgeglichen bin. Weil ich eine Art Ich-bin-Erfahrung entwickelt habe, die nie verschwindet, gehe ich mit dieser in die Depressionstiefe, in das innere Gelähmtsein, und versuche das dann zu erforschen.
Wolfgang: Die anthroposophische Schulungsmethode würde ja die wunderbarsten Möglichkeiten ergeben, sich in „Schamballa“ auszuruhen - dem paradiesischen Lichtreiche Luzifers - aber man kann sich ja nicht ausschließen, wenn die übrige Welt in Blut und Tränen schwimmt... (7)
Jostein: Wenn ich das versuche, werde ich entdecken, dass sogar auch der Buddha zutiefst verbunden ist mit meiner Problematik, mit unserem Leiden hier. Er ist nicht verschwunden, ist zutiefst dabei in unserer Menschheitsentwicklung.
Wolfgang: Nein, er hat es nicht „geschafft“, wie seine Anhänger behaupten, „den Seinsgedanken aufzugeben“, hat es - von einer höchsten Warte aus, nicht gewollt.
Jostein: Er hat es in einer schöpferischen Weise gemacht!
Die Grundsteinmeditation und die Hierarchien
Wolfgang: Welche Beziehung war dir möglich zu den Hierarchien aufzubauen? Für mich ist die Grundsteinmeditation seit Jahrzehnten der Mittelpunkt meiner Arbeit - und dieses „Denn“ - „denn es waltet“ das Göttliche - und dann folgt der Anruf der Hierarchien - das ist mir sehr wichtig. (8) In allem, was heutzutage als „Esoterik“ betrieben wird, ist nie die Rede davon, es sind immer nur die unteren Partien der geistigen Welt, sozusagen die Welt der Magie, die interessiert. Auch Daskalos spricht kaum darüber. (9) Aber als Mensch sollte man wenigstens ein kleines bisschen bemerken, wo in unserem Leben die „Fingerabdrücke“ der Hierarchien zu finden sind.
Jostein: Ich habe auch mit der Grundsteinmeditation gelebt - damals in den 1970er-80er Jahren - und versucht, mich in den Text einzuleben, ihn zu verstehen. Als dann eine nächste Stufe kam, dass ich sozusagen die Meditation in einer anderen Weise ergreifen konnte durch den Versuch, innerlich bildhaft wirksam zu werden, sie z. B. in einen gestalteten Raum, eine Landschaft zu führen, oder eine „Hütte“ zu bauen, dass es also nicht nur um Stimmungen ging und um das Begreifen und das Erspüren der Kräfte, sondern jetzt sich an einem anderen Ort fühlen und „es“ wesenhaft um sich herum haben; - als das kam, habe ich versucht, neu den Grundstein oder nur einige Elemente im Grundstein wie eine Art Plastik zu haben.
Wie ein Kunstwerk habe ich versucht, die Elemente des Grundstein vor mir zu haben, aber auch, sie wie eine Art Lichtsäule zu denken: Ich befinde mich in einem Raum, ich weiß zunächst nicht, wie er ausgestaltet ist, aber ich möchte es auf diese Weise fühlen, - und von oben strömt Licht herunter, Licht wie eine Art Säule, und ich stelle mich hinein in diese Lichtsäule, die ich selber gleichzeitig sozusagen aufbaue, und dort wieder einige Elemente des Grundsteins innerlich sprechend, - aber gleichzeitig wissend, dass das Göttliche mit dem zu tun hat, was jetzt durch mich hindurchströmen will. Das ist ein Anfang, dass ich mich wie hineingeführt oder aufgehoben gefühlt habe in dem Lichtstrom.
Dann kam - nachdem ich um einen Aspekt der Engelhierarchie gefragt habe - etwa: Darf ich erfahren, wie sie beschäftigt sind? Dann wurde ich hingeführt, und dann schaue ich eine Art Wasserfall, der sich in ein tiefes Tal stürzt, und ich bewege mich innerlich dahin, um herunterzublicken, wohin das Wasser fließt. Es ist ja kein Wasser, sondern nur Bild für etwas, was ich noch nicht weiß. Und sich schaue in dieses Dunkel und sehe, wie wenn diese Schlucht auseinandergehen will. Das Dunkel kommt hoch, das Wasser muss sich zurückziehen und es sind Wesen damit beschäftigt, diese Schlucht zusammenzuhalten; - sie leben darin.
Und das ist sozusagen eine erste Empfindung von höheren Wesen, die wirksam sind. Aber das ist schon so gewaltig, dass ich merke, es ist in diesem Moment schon fast zu viel. Ich muss mich zurückziehen und anders vorbereiten, um solche Antworten zu bekommen. Und es ist das Merkwürdige, dass ich immer wieder innere Erfahrungen bekomme, dass ich merke: Das ist zu viel! Du musst dich erst weiterentwickeln, um solche höhere Erfahrungen zu bekommen! So habe ich im Buch sehr wenig über die geistige Welt geschrieben. Es lebt in mir eine Vorsicht. Ich habe gelernt zu warten. Das heißt nicht, dass in meinem Bewusstsein nicht die Würdigung da ist...
Wolfgang: Dass du das alles bildhaft hast!
Jostein: Ich „schildere“ ja diese Bildhaftigkeit, aber die Kräfte sind immer dabei, die Empfindungen von unterschiedlichen Qualitäten; aber sie sind sehr schwierig zu beschreiben. Bilder sind immer mit anderen Bildern zu vergleichen...
Wolfgang: Ich kenne es eigentlich nur sozusagen im Kräfteweben: „In deinem Denken leben wir, die Engel“, „In deinem Fühlen fühlen wir, die Erzengel“, „In deinem Wollen wollen wir, die Archai“ - und diese Beziehungen sind es! Der Mensch wird mir zum Wunder, weil er eine Art Ameisenhaufen ist, zusammengesetzt aus vielen Wesen, und das Wunder ist, dass alles doch funktioniert. Die Wesen der zweiten Hierarchie sind in unsrem Herzschlage und unserem Atmen zu finden und in allem, was Licht ist. Das ist bei mir ganz bildlos, ist ein Wesenseindruck.
Jostein: Ich denke, das ist auch karmisch: Welcher Strömung gehört man an, welche Erfahrungen hat man? Wie stand man früher zur Bilddarstellung oder zur Kunst? Wie stand man zum Wort? Wenn man die Kunstarten zu Hilfe nimmt: Wer hat mehr im Worte und in der Bewegung gelebt und gelehrt - oder in Formen oder in Bildzusammenhängen oder in Strukturen oder mehr im Musikalischen oder mehr im Licht - wer vielleicht mehr Ich-Mensch ist…
Wolfgang: „Du sollst dir kein Bildnis machen“ - die althebräische Kultur ist ja eine ganz inspirative Angelegenheit, keine bildhafte.
Jostein: Auch dort sind starke Bildkräfte, aber sie gehen sofort über in Geschichten oder in Dramen von Menschenleben. Die Genesis besteht ja auch aus Bildern, aber sehr zusammengefasst, lapidar.
Wolfgang: Und bei dem Gesetz kam es eigentlich nur auf die Willenstruktur an - dass es befolgt, getan wird. Nun aber etwas anderes:
Die Anthroposophische Gesellschaft und die Klasse
Ich habe mir aufgeschrieben als Frage: Derzeitige und künftige Situation der Anthroposophischen Gesellschaft? Welche Hoffnungen hast du, auch in Bezug auf den neuen Vorstand? (10) Da gibt es doch neue Möglichkeiten!
Jostein: Da kann man immer hoffen! Alle, die hoffen, sollen es versuchen. Ich habe es versucht nach meinen Möglichkeiten und Kräften, und ich bin gescheitert.
Wolfgang: Mir ist klar: Wenn ich austrete, dann verliere ich jede Art der Einwirkensmöglichkeit.
Jostein: Ich hatte auch vorher die Einwirkensmöglichkeit nicht. Ich bin seit zwei Monaten nicht mehr Mitglied der Gesellschaft. Ich bin herausgegangen, weil ich in die Klasse nicht wieder aufgenommen wurde. Ich bin vor zwei Jahren aus der Hochschule [ausgetreten]...
Wolfgang: Die Klasse lässt sich doch nur verstehen, wenn man sie selbst bei Rudolf Steiner liest...
Jostein: Da brauche ich aber keine Mitgliedschaft in der Hochschule oder in der Gesellschaft, um das zu pflegen, denn äußerlich gesehen ist ja alles zugänglich! (11) Aber als ich noch Klassenmitglied war, habe ich mir gesagt, ich brauche diese Bücher nicht. Denn, wenn die Hochschule für mich einen Sinn haben soll, dann muss sie von Menschen gepflegt werden, die sich treffen. Und so habe ich diese Menschen gesucht, die sich treffen wollen. Dann habe ich erfahren: Es gibt dort [auch] Menschen, die wollen mich nicht treffen. Bei dem, was ich entwickelt habe und sozusagen anbiete, bin ich [beim Vorstand] auf kein Vertrauen gestoßen. Da bin ich ausgetreten, weil Hochschulmitglieder und -Vertreter über mich falsche Gerüchte verbreitet haben.
Wolfgang: Warum wolltest du wieder eintreten?
Jostein: Weil Prozesse im Laufe der Zeit geschehen sind bis in den Vorstand und das Hochschulkollegium, eine Art Reinigung ist für mich entstanden, - und so habe ich mich neu vorgestellt. Der Vorstand hat mich abgelehnt, der ganze Vorstand. Sie schrieben einen Brief, in dem man mit keinem Wort merken kann, dass sie zu meinen Fragen stehen - menschlich-anthroposophisch, es war ein rein „politischer“ Brief. Ich hatte offen so viele Fragen gestellt und Angebote gemacht - auf die einzugehen sie nicht verpflichtet sind - aber weil sie überhaupt nicht darauf eingingen und auch nicht ein Gespräch anboten, sah ich für mich keinen Grund, diesen Vorstand zu unterstützen. Deshalb bin ich dann ausgetreten. Wenn jetzt Gespräche gewünscht werden, dann sollen sie zeigen, dass sie wirklich interessiert sind.
Weltsituation und geistige Weltenarbeit - Afghanistan und die soziale Frage
Wolfgang: Wie siehst du die Weltsituation heute? Wie ist das Christuswirken heute? In dieser Welt kann ich mich ja nur heimisch fühlen, wenn ich etwas mitbekomme von den Geisteskämpfen, die sich hinter der Kulisse abspielen. Was erfährst du davon?
Jostein: Es spielt sich sehr viel ab. Es geschehen wunderbare Dinge, weil Menschen - Einzelmenschen und Menschengruppen - geistig arbeiten, meditieren und forschen. Daran können Geistwesen - Individualitäten, die inkarniert sind und auch geistig tätig sein können oder verstorben sind - sie können sich an diese Weltenarbeit anschließen. Zum Beispiel mittendrin in diesen Konflikten in Afghanistan im Herbst und im Winter läuft ein anderer Kampf - ein Geisteskampf um dieses geographische Gebiet -, um zu versuchen, dieses Gebiet für die Zukunft zu behalten, dass es nicht besetzt wird; vereinfacht gesagt: dass Gralsgebiet nicht Klingsorgebiet wird. Da gibt es sozusagen Mysterienstätten in der Äthersphäre des Geographischen. In dieser Zeit, in der äußerlich so viel vernichtet wird, Menschen so sehr leiden, wird noch ein Stück Erde durch Gralsimpulse gerettet. Das sind Tatsachen! Mit diesen Gralsorten kann man sich ja geistig verbinden.
Wolfgang: Mein Eindruck ist, dass ein ungeheures Licht da ist und letztendlich - allerdings nach langer Leidenszeit - siegen wird...
Jostein: Es wird siegen - es ist nur die Frage, wie man weiterarbeitet. Die manichäische Aufgabe ist ja, auch mit den dämonischen Geistwesen umgehen zu lernen, um sie auch in Seinen Dienst zu bekommen, dass sie auch für Christus kämpfen, oder auch nur mitgehen wollen - zur Heilung des ganzen Erdensystems. Da wird vielleicht zu wenig gemacht.
Wolfgang: Dirk Kruse hat auch noch die Frage gehabt: Welche Hilfen für die soziale Praxis bringt die Karmaforschung?
Jostein: Dass man selber lernt, sich zu Andern anders zu verhalten. Etwa: Man hat mit einer Persönlichkeit ein Problem; - und wenn dann überhaupt nichts geht, dass man dann aufhört, eine Lösung zu suchen, dass man also noch mehr Abstand bekommen kann. Ein Beispiel von zwei Menschen in einer sozialen Gemeinschaft, die immer miteinander unsicher waren: Ein Arzt und ein Therapeut, - und der Arzt kann dem Therapeuten nicht recht vertrauen. Und er entdeckt: Er hat in Ägypten als Frau diesem Therapeuten als Mann gedient. Es war damals eine wunderbare Arbeit zwischen den beiden, die sich gut verstanden hatten. Das kann er jetzt benutzen als Bild, um auf einer tieferen Ebene eine Art Vertrauensgrund zu finden, sodass er sich ihm jetzt doch annähern kann. So kann eine Fortführung dieses alten guten Karmas jetzt entstehen. Dazwischen liegt vielleicht problematisches Karma.
Israel und Holocaust
Wolfgang: Wie siehst du Israel? In den fünfziger, sechziger Jahren erlebte man dort ganz intensiv endlich einmal eine menschliche Atmosphäre im Gegensatz zu unserem Wirtschaftswunderdenken - die Politik hat offenbar viel auch dort korrumpiert. Rudolf Steiner hat seinerzeit gemeint, ein jüdischer Nationalstaat könne ein Unglück für die Menschheit werden - das hat er gesagt, bevor die Juden ihren Holocaust, ihr Golgatha durchgemacht haben, danach konnte man von der karmawandelnden Kraft des Leidens, des Opfers überzeugt sein.
Jostein: Einige Gesichtspunkte Steiners kann man auch auf Geschichtliches zurückführen. Ein Beispiel: Ein Mensch hat eine Krankheit und stirbt. Dann denkt man: Er stirbt wegen dieser Krankheit. Aber Steiner sagt: Das Schicksal soll zum Sterben walten. Der Tod also wirft sich „rückwärts“ hinein und bildet diese Krankheit. Etwas aus der Zukunft schafft die Krankheit, - sie wird nicht zur Ursache des Todes.
Da frage ich mich, ob es richtig ist zu beschreiben: Aus dem Holocaust ist dieser Nationalstaat entstanden. Da frage ich, ob nicht schon Zukünftiges versucht, sich zu bilden, und in diesem Kampf entsteht diese grausame Gegenwart des Holocausts. Die Gewalttaten des Nationalsozialismus hätten nie geschehen dürfen. Warum geschahen sie? Die Menschen, die dort voreinander standen, sie hatten ja miteinander zu tun; - hier wartet Karma auf eine Antwort. Es ist nicht geantwortet worden, es ist gescheitert. Das Karma zwischen diesen Menschen ist untergegangen.
Wolfgang: Verstehe ich nicht!
Jostein: Man sollte erforschen: Was führte denn die Menschen, die als Juden geboren wurden; was führte dieses jüdische Volk in der Geschichte und warum entstehen daraus diese Konfrontationen? Was liegt da dahinter? Das sind die Fragen, die gestellt werden müssen. Auch heute - bei dem Konflikt zwischen Palästinensern und Israel liegt Vergangenheit dahinter - bis zurück in atlantische Zeiten!
Wolfgang: Nun, andererseits kann man den ganz starken Eindruck haben, dass dieses jüdische Volk Träger eines menschheitlichen Impulse ist, der immer wieder auftaucht - mit dem Erdenleben Christi nicht zu Ende gekommen ist - immer wieder auftaucht, wenn es nötig ist, und der natürlich korrumpiert wird, weil er eine spirituelle Mission bedeutet.
Warum zum Beispiel sind die Manichäer die bestgehassten Menschen? Weil ihnen der Hass alles Gewöhnlichen aus jedem einzelnen Menschen heraus entgegenschlägt. Durchschaut werden ist nicht schön - und die Manichäer sind diejenigen, die das Schicksal haben, andere zu durchschauen. Ich habe den Eindruck, dass es um einen Kampf geht, der sich generell gegen menschliche „Eliten“ richtet. Auf der anderen Seite sind diese „Eliten“ natürlich umso verletzlicher gegenüber der Verführung und der Korrumpierung ihrer Mission. Ob da nicht auch so etwas vorliegt? Was hätte sein können, wenn man wirklich mit dem „fremden“ Volke in echter Gleichberechtigung zusammengelebt hätte? Denn es entwickelte sich ja sehr bald eine soziale Differenzierung.
Wir kennen ja den eigenartigen Satz: „Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben...“ - Als Christ hat man die Möglichkeit, Karma zu verwandeln...
Jostein: Es kann ja nur bei dem Einzelnen stattfinden. Es ist eine Ich-Frage. Was hat Steiner die Kraft gegeben, seinen Weg zu gehen? Diese Fülle von Neuerungen zu schaffen? Sein in Einsamkeit vollbrachtes Sich-Verbinden mit dem Golgatha-Mysterium? Dass er die Möglichkeit geschaut hat, die damals für die ganze Menschheit entstanden ist? Dass er seine Beziehung dazu gefunden hat? Das muss ja vollmenschlich werden und wirken. Es sind einige wenige Persönlichkeiten in der Geschichte, die ähnliches schaffen. „Das“ Christentum ist noch nicht da. Deshalb sind die anderen „...tümer“ da - der Islam ist entstanden und das Judentum hat viele Krisen überdauert.
Der okkulte Aspekt des Islam…
liegt darin, dass er kommen musste, weil das Christentum es nicht schafft, die Kraft der Sonne zwischen den Menschen in Gemeinschaft wirksam zu lassen. Die Art und Weise, wie die Christ-Menschen in der Welt leben, muss gespiegelt werden - und darum wird der Mond-Aspekt hineingestellt. So entsteht dieser Kampf, und insofern ist der Islam berechtigt, solange, bis die Sonne wirklich Tag und Nacht bei den Kulturen entstehen lässt. Es müsste das Christentum sich zurückziehen und nicht diese äußerlich-missionarische Welle reiten. Sie stört ja alle feineren Impulse.
Und das kommt aus der Vergangenheit wieder zurück. Was ist karmisch durch die „christliche“ Missionierung in Afrika oder auch Amerika entstanden? Das hat Rudolf Steiner nicht erforscht beziehungsweise keine Andeutungen darüber gemacht. Das sind die Hürden, mit denen wir zu tun haben! Der ganze Terrorismus heute geht auf frühere Terrorismen zurück.

Der Gral in der Mitte von Artus’ Tafelrunde. Französische Handschrift des 14. Jhs. Quelle: Wikipedia
Wolfgang: Auch die Israelis haben ihr Land freigebombt, bis die Engländer gingen...
Ich sehe den Islam etwas anders: Ging die Inspiration, die Mohammed empfangen hat, wirklich von Gabriel aus? Sie ist so vielseitig deutbar, dass jeder sie für sich zur Bestärkung der eigenen Meinung in Anspruch nehmen kann, (was ja leider auch in anderen Zusammenhängen geschieht). Welcher ernstzunehmende Religionsgründer bekommt Sonderrechte eingeräumt? Er darf 12 Frauen haben - jeder andere nur vier...
Jostein: Es ist ja alles ins Wort gebracht worden. Aber vielleicht hat [Muhammed] das alles imaginativ erlebt. Was bedeutet die Zwölfheit? Was bedeutet die Vierheit? Wenn man es wörtlich ins soziale Leben hereinbringe, wird es destruktiv, da werden alle Doppelgänger rege, aber wenn man es imaginativ nimmt: Was bewegte ihn eigentlich? - dann müsste man ihn geistig erforschen. Hätten wir Steiner noch, dann wäre ich auf ihn losgegangen und hätte gefragt - wie Walter Johannes Stein (12) es getan hat: „Können Sie mir Hinweise geben, wie ich zu dieser Individualität komme? Dass ich verstehe, was hinter diesem Impuls liegt! Und hat sich Mohammed vielleicht später von dieser Strömung distanziert - genau, wie Swedenborg sich distanziert hat von seinem Loyola-Leben?“. (13) Das sind die Fragen, die gestellt werden müssen... Das wird verschlafen; - und dann entstehen auch keine Erneuerungen. - Was ist mit Bin Laden? (14) Ich interessiere mich [mehr] für diese Individualität [als] für die Persönlichkeit!
Wolfgang: Welchen Unterschied machst du da?
Jostein: Die Persönlichkeit in dieser konkreten Inkarnation - und die Individualität, die durch die gesamten Leben geht. Die Frage liegt vor: Ist da eine Individualität oder nicht? Das muss man sich heute fragen.
Wolfgang: Unsere RAF-Terroristen waren meines Erachtens hochidealisiert, und gerieten durch den Frust, nichts von dem Erhofften verwirklichen zu können, in immer stärkere Extreme...
Jostein: Sie waren Idealisten im Denken, aber im Willensleben sind sie besessen gewesen! Das Willensleben lebt im Unbewussten, - da wirken die Dämonen. Das wirkt übrigens auch unter uns, - und da hat [Manfred] Schmidt-Brabant wirklich eine letzte bedeutende Tat vollbracht, als er die Thematik von der okkulten Gefangenschaft hineingestellt hat. (15)
Wolfgang: Aber er hat sie verkehrt gedeutet - veräußerlicht...
Jostein: Das ist was anderes. Aber er hat es getan, das ist Geschichte, anthroposophische Geschichte. Dafür ehre ich ihn. Ich habe ihn verfolgen können; ich habe sogar in Unterlängenhart Vorträge über diese Individualität gehalten. Er ist eine der wichtigsten, interessantesten, merkwürdigsten Individualitäten überhaupt, ich habe ihn charakterisiert als „Die Perle der Menschheit“. Was ist eine Perle? Sehr hart, sehr glänzend, und darin ist ein Fremdkörper. Aber der ist aufgenommen.
Indianische Mysterien
Wolfgang: Hast du eine Beziehung zu den amerikanischen Mysterien um Vitzliputzli gefunden, von denen Steiner ja als Parallelmysterien zu Golgatha spricht? (16)
Jostein: Noch nicht. (17) Ich verfolge einige indianische Mysterien durch die Inkarnationsforschung und bin auf ein Mysterium bei den Inkas gestoßen - das läuft etwa zweitausend Jahre von etwa 1200 vor bis etwa 800 nach Christus. (18) Etwa ein „Vulkan-Mysterium“ ganz im Verborgenen, das dafür da war, den Vulkanismus auf der Erde zu beruhigen, damit in der damaligen Kulturepoche keine großen Vulkanausbrüche kommen sollten. Da sind Mysterienorte, sie opfern dort ihre Nachtod-Tableaus in den Erdenleib, in den ätherischen Erdenorganismus hinein. Sie stürzen sich in den Vulkan hinein - wie Empedokles. (19) [Es existierte] ein Empedokles-Mysterium in Südamerika damals. Das ist mir begegnet durch einen Anthroposophen, der damals in diese Mysterien eingeweiht war. (20) Das Forschen nach so etwas muss entstehen durch eine zwischenmenschliche Beziehung, nicht durch eine abstrakte Frage.
Wolfgang: Und diese Dinge sind zunächst besser nicht auszusprechen, weil sie sich dadurch sofort verhärten und damit zu falschen Bildern führen.
Jostein: Das Christentum ist noch eine „Wildrose“ in der Welt...
Wie wird Esoterik richtig vertreten?
Wolfgang: Auf der einen Seite ist das Kali-Yuga vorbei, der Himmel voller Licht, das in die Menschheit hinein möchte, aber - so scheint es manchmal - leider nicht mehr auf unserem anthroposophischen Wege.
Jostein: Es kommt, da wo Fenster und Türen schon geöffnet sind, auch wenn es noch nicht gestaltet ist. Wird es dann nach außen getragen, sieht es manchmal ganz komisch aus, wie etwa in den verschiedenen spirituellen Bewegungen heute. Sie haben einiges aufgenommen. Die Anthroposophen haben das durch Steiner aufgenommen. Das war ja eine Vorbereitung...
Wolfgang: Aber es intellektuell aufzunehmen, verhärtet die Seele, weil sich dadurch unberechtigt zu feste Gedanken über das Spirituelle bilden und der Mensch für das, was wirklich da ist, nicht mehr offen sein kann. Aber wie wird Esoterik richtig vertreten? Rudolf Steiner hat es richtig gemacht, hat immer vor diesen inneren Gefahren gewarnt - und wäre es richtig aufgegriffen worden...
Jostein: Esoterik kann heute nur noch vertreten werden sozusagen auf der Bühne. Direkt. Im Fernsehen. Es ist Schluss mit dem Alten. Hintertüren gehen nicht mehr. Mit dem zwanzigsten Jahrhundert ist das Alte vorbei. Steiner hat den Versuch gemacht, und das ist nicht gelungen. So sehe ich das, ganz krass. Man könnte das Ganze weglegen, um sich sofort damit neu zu verbinden, - aber jetzt von Mensch zu Mensch. Man kann es machen unabhängig von den entstandenen Systemen. Denn Systeme, die heute entstehen, funktionieren morgen nicht mehr.
Wolfgang: Nun, ich wäre ohne Rudolf Steiner ein „völlig normales“, materialistisches Individuum geworden...
Jostein: Aber das ist Karma, dass du damit verbunden bist, das geht ja zurück in die Vergangenheit, und man sollte jeden Menschen, dem man begegnet, innerlich fragen: Bist du vielleicht ein Anthroposoph?
Wolfgang: Wir haben eigentlich einen bestimmten Forschungsauftrag: Rudolf Steiner hat angedeutet, dass in der Hochschularbeit für die geplante „zweite Klasse“ als Thema anstünde die Bearbeitung der kosmischen Imaginationen, die Michael im Laufe des 18. Jahrhunderts in seiner übersinnlichen Mysterienschule zur Vorbereitung der Anthroposophie den sich wieder inkarnierenden Geistesschülern gegeben hat. (21) Diese Imaginationen wieder ins Bewusstsein zu holen...
Jostein: Das kann man auch, aber dazu muss man auf der Erde zwei Stützpunkte haben, um zum Schauen so hoch zu kommen. Das heißt: Wirklich wissen, wer man ist - und das frühere Leben, das davor liegt, kennen - und dann den Bogen spannen. Sonst ist keine Dynamik da. Eine Karmaerkenntnis würde dich hin führen können, um in diese nachtodliche beziehungsweise vorgeburtliche Erfahrung hineinzukommen und diese Imaginationen zu erfragen.
Wolfgang: Ich würde mich an Michael selbst wenden...
Jostein: Das muss man sowieso. Michael ist ja verbunden mit diesen karmischen Aufgaben; - das war ja sozusagen Steiners Hauptanliegen. Und dann müssten wir, wir, die wir uns als Anthroposophen verstehen, einander dabei unterstützen und aufmuntern, - und nur das habe ich versucht in diesen letzten fünf bis sechs Jahren und bin nur Unverständnis begegnet. Es ist mir ein Rätsel!
Das manichäische Prinzip
Wolfgang: Vom Manichäischen her gesehen ist es doch so, dass die Widersacher versuchen, die Wahrheitsfindung zu unterdrücken. (22) Wie Ben Aharon sagte: Erst wenn alle auf den Trümmern ihrer Kulturen stehen, werden sie einsehen, dass Hass und Vergeltung niemals irgendwelche Lösungen schaffen können. Die Apokalypse bekommt doch Recht.
Jostein: Das sind gewaltige Imaginationen, die gefüllt sind von allen weiteren Inspirationen und Intuitionen. Johannes hat darinnen gestanden, hat alles, was damals schon als Haupttendenzen beschrieben werden konnte, geschaut; - das sieht man so. Es gibt auch heute gewaltige Zukunftsimaginationen sowohl in Richtung wunderbar fruchtbarer Entwicklungsmöglichkeiten als auch gewaltig Erschreckendes über die Macht des Bösen, dass man sich selbst fragt: Wie weit bin ich eigentlich selbst mit meiner Menschwerdung? Warum habe ich soviel versagt? Wie trage ich bei zu dieser Verspätung oder Verfrühung der Entwicklung, zu Luzifer und Ahriman? Wie steht die asurische Versuchung da, die alle Richtungen zusperrt?
Wolfgang: Dem Satan gegenüber gibt es den Zauberspruch: „Ich will dich nicht! Verschwinde! Ich will den Vater und seine Ordnung!“
Jostein: Gegenüber diesem Bösen gilt das manichäische Prinzip: „Treue zum Vater, Treue zum Sohn, Treue zur Mutter!“ Da wird der Blick frei…
(Erstveröffentlichung in: „Menschenbild“, Frühjahr 2003.)
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Wolfgang Garvelmann |
Durch Gralsimpulse ein Stück Erde retten
Einstimmen aufs Karma erschien
am 16. April 2008.
Das Buch hat keine 1000 Seiten, aber 412 schon.
Wolfgang Garvelmann,
Ich bin bei euch, Pforte Verlag, Dornach 1994.
Jesaiah Ben Aharon, Die neue Erfahrung des Übersinnlichen. Das anthroposophische Erkenntnisdrama der Wiederkunft, Verlag am Goetheanum, Dornach 1997
Der Gral wird von Repanse de Schoye auf einem Tuch präsentiert, Bildausschnitt aus einer Parzival-Handschrift des 13. Jhs.
Quelle: Wikipedia
Raffael (auch Raffael da Urbino, Raffaello Santi, 1483-1520), ein Maler und Baumeister der Hochrenaissance, Vermählung Mariä. Quelle: Zeno
„Buddhapada“,
1. Jh., Gandhara, Motiv aus der buddhistischen Kunst. Der Fußabdruck (Sanskrit: Buddhapada), ein Sinnbild dafür, dass der Buddha das Dharma in die Welt „geprägt“ hat, oft mit einer Reihe weiterer Symbole (z. B. dem Dharmachakra) versehen. Dharma ist ein zentraler Begriff sowohl des Hinduismus, als auch des Buddhismus, es bezeichnet Sitte, Recht und Gesetz, ethische und religiöse Verpflichtungen, auch Ausdruck für Moral, im englischen oft einengend mit Religion übersetzt. Von der Erfüllung des Dharma hängt das Karma ab, die aus den Taten des Individuums entstandenen Resultate (Ursache und Wirkung). Quelle: Wikipedia
Der Priester Zacharias, Vater von Johannes dem Täufer, bekommt im Tempel Besuch von einem Engel, so berichtet es Lukas im 1. Kapitel. Anschließend verstummt er. Les Très Riches Heures du duc de Berry, Folio 43v, Musée Condé, Chantilly. Quelle: Wikipedia
Der große Saal im Goetheanum, Dornach, Schweiz. Foto vom 2005. Quelle: Wikipedia
Elefantenfigur aus Lapislazuli mit Pyriteinschlüssen. Länge: 8 cm. Lapislazuli, auch Lapis Lazuli (Lapis lazuli), Lasurstein oder kurz Lapis genannt, ist ein blauglänzendes Mineralgemisch. Lapislazuli spielte als Pigment in der Kunst eine große Rolle. Die bekanntesten Fundstätten liegen im westlichen Hindukusch in Afghanistan. Die Gewinnungsstellen bei Sar-é Sang vom Kokscha-Tal in der Provinz Badakhshan, in der noch heute Lapislazuli gewonnen wird, war schon zu Zeiten des alten Ägypten in Betrieb. Weitere wichtige Fundstätten befinden sich in Russland. Ferner existieren Fundorte in Chile, in Iran sowie in Kalifornien und in Arkansas (USA). Quelle: Wikipedia
Der Prophet Mohammed;
aus der Apokalypse des Mohammed, 1436, Herat. Das Werk befindet sich in der Sammlung der Bibliothèque Nationale in Paris. Quelle: Wikipedia
Darstellung des Huitzilopochtli aus dem Codex Telleriano-Remensis.
Quelle:
Wikipedia
Francesco di Giovanni Botticini (1416-97), Michael, Raphael und Gabriel führen Tobias (1470). Quelle: Wikipedia
Manichäische Priester, Wandfreske aus Khocho, Xinjiang, 10. und 11. Jahrhundert nach Christus (Museum für Asiatische Kunst in Berlin-Dahlem). Quelle: Wikipedia
Manichäer aus einem Manuskript von Khocho, Tarimbecken. Quelle: Wikipedia



7. „Die orientalischen Schriften, besonders die tibetanischen, sprechen viel von einem Lande, das verschwunden sei, und mit Wehmut nennen sie es Schamballa, ein Land, das im Zeitalter des Kali Yuga verschwunden sei. Aber mit Recht wird gesagt, dass die Eingeweihten sich zurückziehen können nach Schamballa, um von dort für die Menschheit zu holen, was sie braucht, um in ihrer Entwickelung gefördert zu werden. Alle Bodhisattvas* holen Kraft und Weisheit aus dem Lande Schamballa. Für den Menschen mit durchschnittlicher Entwickelung ist es verschwunden. Aber es gibt Prophezeiungen, dass dieses Land Schamballa wieder zu den Menschen zurückkommen wird.“ Rudolf Steiner in: Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt, GA 118, Dornach 1977, Seite 141.
8. Die Grundsteinmeditation von Rudolf Steiner wurde ins Internet u. a. von Frank Thomas Smith gestellt. Quelle: southerncrossreview.org
9. Dr. Stylianos Atteshlis (1912-95), genannt Daskalos, wirkte auf Cypern als spiritueller Lehrer und christlicher Heiler. Ein Text von Günther Zwahlen aus der Wochenschrift Das Goetheanum ist hier zu finden.
10. Der heutige Vorstand am Goetheanum besteht aus Seija Zimmermann, Bodo v. Plato, Paul Mackay, Cornelius M. Pietzner, Virginia Sease und Sergej Prokofieff. Quelle: goetheanum.org
11. Siehe: Rudolf Steiner, Esoterische Unterweisungen für die erste klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum, Band I-IV, GA 270/I-IV, Dornach 1999.
5. Zur anthroposophischen Sinneslehre siehe; Rudolf Steiner, Die zwölf Sinne des Menschen in ihrer Beziehung zu Imagination, Inspiration, Intuition. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2005.
6. Max Reuschle (1890-1947), deutscher Schriftsteller, schrieb Gedichte und Aphorismen. Sein Gedicht Gesetzt ist hier zu finden. Sonst ist im Internet wenig über ihn zu lesen.
4. Wandeln unter unsichtbaren Menschen, Seite 195f.
3. Die sogenannte 3- oder 4-tägige Karmaübung von Rudolf Steiner entspricht einem geistigen Gesetz, der auch in den dreitägigen Einweihungsritualen vieler alter Mysterien beachtet wurde. Vgl.: Rudolf Steiner, Vortrag vom 9. mai 1924, in: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band II. GA 236 und Jostein Sæther, Wandeln unter unsichtbaren Menschen, Seite 122f.
1. Bernard Lievegoed
(1905-92) war ein niederländischer Arzt, Sozialökonom und Anthroposoph. Seine größte Bekanntheit rührt von seiner Theorie der Organisationsentwicklung her. Er gründete das N.P.I. (Niederländisches Pädagogisches Institut). Außerdem gründete er die Vrije Hogeschool (Freie Universität) in Driebergen.
Coenraad J. van Houten - von allen kurz „Coen“ genannt, Jahrgang 1922, niederländischer Autor und Erwachsenenbildner. Er gründete seine Biographie- und Schicksalsarbeit auf die von Rudolf Steiner entdeckten 7 Lebensprozesse, indem er sie mit dem menschlichen Lebenslauf und dem sozialen Leben verband.
Carla van Dijk, Dozentin für Sozialkunst und Erwachsenenbildung
Jahrgang 1946, vielfältige berufliche Ausbildungen und Erfahrungen im waldorfpädagogischen Bereich, erfahren in Training, Coaching und Beratung.
2. Staunen, Mitgefühl und Gewissen sind drei zentrale Begriffe in der Anthroposophie. Rudolf Steiner knüpfte sie mit der künftigen Entwicklung des esoterischen Christentums zusammen. Zum Zusammenhang zwischen Gedächtnis und Gewissen siehe: Einstimmen aufs Karma, Seite 136f.

12. Walter Johannes Stein (1891-1957) war ein österreichischer Anthroposoph, Waldorflehrer, Heilpraktiker und Schriftsteller.
13. Emanuel Swedenborg (1688-1772) war ein schwedischer Wissenschaftler, Mystiker und Theologe. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Schriften verfasste er ausschließlich in lateinischer Sprache.
Ignatius von Loyola (1491-1556) war der wichtigste Mitbegründer und Gestalter der später als Jesuitenorden bezeichneten Gesellschaft Jesu (lat.: Societas Jesu). Er wurde 1622 heilig gesprochen. Rudolf Steiner stellte in seinen Karmavorträgen fest, dass Swedenborg eine Reinkarnation von Loyola sei. Vgl.: Rudolf Steiner, Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band II. GA 240. Seite 281ff.
14. Usama ibn Muhammad ibn Awad ibn Ladin (vermutlich am 10. März 1957 in Riad, Saudi-Arabien geboren), kurz als Osama bin Laden bekannt, ist spirituelles Oberhaupt verschiedener dschihadistischer Gruppierungen wie beispielsweise al-Qaida. Später begannen die USA, bin Laden für mehrere Anschläge verantwortlich zu machen, bei denen US-Bürger ums Leben kamen. Dazu werden häufig auch die Terroranschläge am 11. September 2001 gezählt, obwohl das FBI erklärt hat, in diesem Fall keine eindeutigen Beweise für eine Beteiligung bin Ladens zu besitzen. Auf Hinweise zu seinem Verbleib setzte der US-Senat im Juli 2007 ein Kopfgeld in Höhe von 50 Millionen Dollar aus. Seit 1994 ist er staatenlos. Quelle: Wikipedia
15. Manfred Schmidt-Brabant (1926-2001), Vortragsredner und Autor. Er war seit 175 bis zu seinem Tod Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und Leiter der Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum. Quelle: biographien.kulturimpuls
16. Vitzliputzli, auch Huitzilopochtli oder Uitzilopochtli („Kolibri des Südens“ oder „Der des Südens“ oder „Kolibri der linken Seite/Hand“) geschrieben. In der aztekischen Mythologie war Huitzilopochtli Kriegs- und Sonnengott und Schutzpatron der Stadt Tenochtitlán. Quelle: Wikipedia
17. Später durfte ich einige Aspekte der aztekischen Mysterien karmisch erforschen bis auf Ausläufer in der Zeit, als die europäischen Eroberer ankamen, und bis auf karmische Wirkungen in unserer Gegenwart. Ich habe ein konkretes Beispiel davon wiedergegeben im Kapitel Zusammenhänge zwischen Krafttieren und Karma in: Einstimmen aufs Karma, Seite 263f. Steiners geistige Forschungen und eingehenden Darstellungen dazu, sind im GA 171 zu finden. Zuerst nach meinen eigenen Forschungen las ich Steiners diesbezügliche Texte, die sich gegenseitig decken.
18. Es handelt sich hier - entgegen des Gesagten - nicht um eine Inka-Kultur sondern um ein Volk in präinkaischer Zeit wahrscheinlich auf der Quito-Hochebene im heutigen Ecuador. Nach archäologischen Funden war diese Hochebene seit etwa 1500 v. Chr. besiedelt. Die bedeutendsten Funde gehen auf die so genannte Cotocollao-Kultur zurück, eine sesshafte Ackerbaukultur, die bis etwa 500 n. Chr. dort nachgewiesen werden kann. Südamerika ist eine der größten und vulkanisch aktivsten Region der Erde. Die tektonische Verschiebung der pazifischen Nazca-Platte Richtung Osten unter die südamerikanische Platte erzeugt eine der höchsten Gebirgszüge - die Anden. Dadurch unterteilt sich diese so genannte Subduktionszone in drei vulkanisch aktive Abschnitte. Einer davon in den nördlichen Anden erstreckt sich von Kolumbien der Küste entlang bis nach Ecuador. Zu den bekanntesten heute aktiven Vulkanen in Ecuador zählen der Pichincha, der Tungurahua und der Cotopaxi.
19. Empedokles (um 494-34 v. Chr.) war ein antiker griechischer Philosoph (Vorsokratiker), Arzt, Politiker, Priester und Dichter. Er war in Akragas (heute Agrigent) auf Sizilien geboren.
20. Vgl. Einstimmen aufs Karma, Seite 264f.
21. Vgl. Rudolf Steiner, Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band III. GA 237.
22. Vgl. das Kapitel Die manichäische Aufgabe in: Einstimmen aufs Karma, Seite 329ff.