








Jostein Sæther | Anthroposophische Publizistik und freies Geistesleben
In der letzten Ausgabe von den infoseiten anthroposophie - Beilage für nahezu alle anthroposophischen Zeitschriften mit einer Auflage von 65000 gedruckten Exemplare diskutieren die zwei Zeitschriftenmacher Ramon Brüll von Seiten der info3 und Sebastian Jüngel von der Wochenschrift Das Goetheanum in einer, was sie nennen, „Zukunftswerkstatt“ über die Aufgaben und Bedingungen der anthroposophischen Publizistik. Da dieses Thema mich seit den 1970er Jahren und noch heute zutiefst interessiert, habe ich ihr aus einer Korrespondenz entstandenes Gespräch mit ihren offen gelegten Widersprüchen mehrmals gelesen. Dann habe ich ihre Sichtweisen mit meinen Erfahrungen aus der anthroposophischen Bewegung verglichen.
Des Öfteren kommen Brüll und Jüngel zu divergierenden Schlussfolgerungen über die Grundbedingungen der anthroposophischen Publizistik. Meine Feststellungen stimmen sowohl mit einigen Gesichtspunkten von Brüll als auch mit anderen Beschreibungen von Jüngel übereins. Darüber hinaus möchte ich die Frage untersuchen, ob sie beide in ihrer Werkstatt von der Vergangenheit oder von der Zukunft sich steuern lassen. Genauer gefragt: Arbeiten sie reell mit der Aufgabe, ein freies Geistesleben zu verwirklichen?
Ich füge noch hinzu, dass ich den beiden Publizisten begegnet bin. Ramon Brüll habe ich nur einmal erlebt und zwar in Dornach Mitte der 1980er Jahre an der ersten Journalistenkonferenz, die von Manfred Schmidt-Brabant anordnet war. Das in mancher Hinsicht bemerkenswerte Treffen und die interessierten Gäste wie Ingrid Sahlberg und ich, die von außermitteleuropäischen Orten angereist waren, wurde aber leider von einem beharrlichen internen Streit zwischen info3 und Das Goetheanum überschattet. Sebastian Jüngel kenne ich seit der Zeit des Millenniumwechsels, als er die Beratungen und die Betreuung meiner Beiträge für das Goetheanum übernahm.
Bild und Text
Bevor ich zum Inhalt des Gesprächs komme, möchte ich etwas zum Gebrauch von Bildern sagen. In meiner Arbeit mit Layout, mit dem Zusammenstellen von Fotos, Illustrationen und Texten, habe ich immer eine nahe Verbindung zwischen Bild und Inhalt gesucht, so wie es Rudolf Steiner vorbildlich anlegte und in dessen Fortführung durch Arne Klingborg ich gelernt habe. Zu vielen meiner Aufsätze in Das Goetheanum der letzten Jahre illustrierte ich dementsprechend meine Texte mit eigenen Zeichnungen. Viele Redakteure arbeiten jedoch ganz anders. Sie holen sich Bilder und Fotos von irgendeiner Quelle, eine Prozedur, die heutzutage durch das Internet ohne viel Aufwand und zu geringen Kosten erfolgen kann. Das Goetheanum arbeitet zunehmend so, und die Info3 hat wohl immer ebenso gearbeitet.
Der hier zu besprechende Text wird mit einem Foto angekündigt, das der Internetquelle fotolia.com und dem Fotografen Gary Blakeley entstammt. Das ist schon mustergültig angegeben. Der nicht aufmerksame Leser könnte jedoch sofort glauben, dass das Photo den zwei Herren Brüll und Jüngel mitten im Gespräch auf einem Bank in Frankfurt oder in Dornach als schattigen Gestalten in Zwielicht zeigen, zudem „sie“ auch im Prolog mit „links“ und „rechts“ angegeben werden, ähnlich wie ihren tatsächlichen Individualfotos mit dazugehörenden Personalia weiter unten aufgestellt sind.
Wurden Ramon Brüll und Sebastian Jüngel wirklich von Blakeley fotografiert? Wenn es der Wahrheit nicht entspricht, wird aber eine Authentizität suggeriert, und diese feine Manipulation entspricht meines Erachtens nicht dem Adjektiv „anthroposophisch“. In der Layoutfrage sollte eine eindeutige Klarheit herrschen - mindestens muss im Text darauf hingewiesen werden, sonst wird die Freiheit des Lesers umgegangen -, wenn sonst im Textzusammenhang die zu Behandlung stehenden Fragen selbstverständlich eine Zwei- oder Mehrdeutigkeit aufzuweisen dürfen.
Die Goetheanum-Krise 1997
Ramon Brüll weist sodann auf die sogenannte Goetheanum-Krise 1997 hin, als die Redaktion der Wochenschrift ausgehend von einem Aufsatz von Amnon Reuveni in Konflikt kam mit ihrem Herausgeber - die Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) - wo darauf folgend beinahe ein gemeinsames Blatt zur Erscheinung gekommen wäre. Brüll erzählt dem darüber überraschten, scheinbar nicht wissenden Jüngel von ernsten Gesprächen zwischen Martin Barkhoff - dem damaligen Chefredakteur - und seiner Crew und info3 mit dem Ziel einer Zusammenführung beider Redaktionen: „Was wir aber ernsthaft diskutiert haben, war die Frage, ob beide Teams nicht zusammen ein großes, neues, auflagenstarkes und modernes Produkt hätten machen können. Wir von info3 waren bereit, Richtung Basel umzuziehen, allerdings, nicht ins symbolträchtige Dornach. An unsere Bedingung, das neue Organ müsse unabhängig von allen anthroposophischen Gremien konstituiert und ausschließlich in der Selbstverwaltung ihrer Redakteure herausgegeben werden, scheiterte der Plan. Soviel Eigeninitiative konnten Deine Vorgänger sich dann doch nicht vorstellen…“
Das Goetheanum wurde aber nicht eingestellt, sondern eine total neue Redaktion wurde von dem Vorstand der AAG einberufen und somit kam auch Sebastian Jüngel bald nach seinen ersten Texten in der info3 hinzu, um immer mehr eine zentrale Rolle zu füllen in der bald mit jüngeren Mitarbeitern besetzten Dornacher Redaktion. Er konstatiert, dass heute „ein ausdifferenziertes anthroposophisches Medienwesen, gegliedert nach Fachgebieten, Organisationen und nach Denkrichtungen mit je eigenen Identitäten“ existiert. Trotzdem stellt er fest, dass heute ein anthroposophisches Medium fehlt, „das in der allgemeinen Medienlandschaft ein Referenzmedium ist, also eines, auf das man sich bei spirituellen Fragen bezieht, eines, das man zitiert…“ Er stellt deshalb die Frage: „Gemeinsames Austausch - getrenntes Arbeiten: Ist das auf Dauer genügend, müsste es nicht einen Schritt weiter gehen? Denn in Redaktionen wie der Drei, der Erziehungskunst, von info3 und dem Goetheanum nehme ich ein gewachsenes Verantwortungsgefühl für die durch die Medien geschaffene Öffentlichkeit von Anthroposophie wahr.“
Initiativverhinderungsstrukturen
Ramon Brüll sieht dagegen in einer verbandsähnlichen Struktur gewisse Gefahren für die anthroposophische Druckmedien: „Ich sehe das für unser Metier höchst kritisch! So wertvoll, ja notwendig der Erfahrungsaustausch unter Kollegen ist, so unabdingbar die gegenseitigen Bekanntschaften, die Entstehung von ‚kurzer Wegen’, so beängstigend finde ich die Bestrebung, diese informelle Zusammenarbeit zu institutionalisieren.“ Wenn es einerseits um konkrete Projekte wie das Herausgeben eines Pressespiegels oder die gemeinsamen Infoseiten geht, findet er ein solches Zusammenziehen in Ordnung, aber er weist andererseits auf folgende Tendenzen hin:
„ Man braucht nur offenen Auges in unserer eigenen Szene herumzublicken, um festzustellen: Jeder institutionalisierte Verband, auch solche, die ‚von unten’ heraus entstanden sind, neigt früher oder später zur Verhärtung: Posten und Pöstchen werden verteilt, Machtstrukturen halten Einzug, Vorstände werden benannt und mit Kompetenzen anusgestattet, angeblich nur weil das Vereinsgesetz das so will, usw. Funktionärsgehabe bestimmt bald den Alltag. Es entsteht der Anspruch, die alleinseligmachende Anschauung oder Strategie zu vertreten, demokratisch abgestimmt, versteht sich. Ich habe noch nicht so recht verstanden, wodurch genau die Selbstverwaltung in Fremdbestimmung umkippt. Tatsache ist jedoch, dass große Teile ausgerechnet der anthroposophischen Bewegung mit Initiativverhinderungsstrukturen zu kämpfen haben. Wir brauchen keine (weiteren) Kontrollmechanismen.“
Sebastian Jüngel sieht die AAG nicht als einen Kontrollfaktor, sondern als eine freie Initiative, deren Vertreter sich verpflichtet haben, die Anthroposophie zu repräsentieren und die Erbe Steiners als öffentlichen Kulturfaktor zu verwalten, damit Menschen angeregt, ermutigt, inspiriert werden, Aufgaben der Zeit anzugehen. Für ihn stellt Brülls provokative Entweder-oder-Frage sich nicht - also, ob Anthroposophie eine verwaltete Erbe oder ein öffentlicher Kulturfaktor sei - wenn man sich „mittendrin im Geistigen erlebt“.
Während meiner jahrzehntelangen Verbindungen zur AAG und zu vielen anthroposophischen Printmedien erfuhr ich einiges von diesen Initiativverhinderungsstrukturenin der anthroposophischen Bewegung und von der Besserwisserneigung einiger Mitglieder. Die Stockholmer Zeitschrift Antropos, in deren Redaktion ich mitwirkte in den 1980er Jahren, war ursprünglich in meinem Geburtsjahr aus einem Mitteilungsblatt der schwedischen Landesgesellschaft entstanden. Über Jahrzehnte mit wechselnden Redakteuren war Antropos das öffentliche Organ der schwedischen Gesellschaft mit Arne Klingborg - der damaligen Vorsitzenden und zugleich Generalsekretär - als Herausgeber.
Mitte der 80er kam unangemeldet der Entschluss des schwedischen Vorstands, die Zeitschrift aus deren Verlegerschaft zu entziehen. Somit wurde die Redaktion gezwungen, sich „selbständig“ zu machen und ein eigener Verein zu gründen. In der Redaktion waren wir weiterhin sowohl Gesellschafts- als auch Hochschulmitglieder. So sah ich kein wesentlicher Unterschied zwischen der alten und der neuen Herausgebersituation, und ich verstand nicht, warum es uns nicht fortgesetzt erlaubt waren, die Zeitschrift als ein Organ der Anthroposophischen Gesellschaft zu bezeichnen. Aber weil das Meiste in der AAG vereinsmäßig läuft, wie der schwedische Vorstand es damals interpretierte, wie es hier und anderswo üblich war und wohl noch heute ist, und weil keiner von ihnen nicht mehr mit unserer Zeitschrift etwas direkt zu tun hatte - also wenig und selten etwas publizierten - wollten sie auch keine Verantwortung für das tägliche Treiben tragen.
Ende der 90er Jahren schrieb ich einpaar Aufsätze in der Mitgliederzeitschrift der norwegischen Landesgesellschaft auf Einladung der damaligigen Redakteur Arve Mathiesen über Geist-Erleben und über eine individuelle Christuserfahrung. Meine Darstellungen wurden - für mich überraschend - demnächst von einigen anderen Mitgliedern scharf kritisiert. Interessanterweise unterschrieben auf ein Mal drei prominente anthroposophische Ärzte in Oslo - Arne Enge, Stein Schage und Arne Smit - ein gemeinsames Bagatellisieren meines imaginativen Erlebens. Mehrere andere Leser, die meine Arbeit gut und mich persönlich auch kannten, zurückwiesen ihre - wie sie fanden - „diffamierende“ Argumente. Wenn ein solches Rechthaben-Wollen nur intern abläuft, kann man vielleicht Wege finden, sich zu verständigen, falls Freunde dazwischen gehen, um Aufklärung zu schaffen.
In diesem Fall ging das nicht, zudem auch der Aufsatz der Ärzte ohne Bezugnahme zu den inzwischen gefolgten Kommentaren ins Englische in der Jahresschrift The Golden Blade veröffentlicht wurde. Kurz davor hatte ich eine deren Redakteure - Andrew Wolpert - in Zusammenhang mit einer Klassenstunde der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft (FHG) in England kennen gelernt. Wolpert war ein Lektor der Hochschule. Kurz vor dem Erscheinen des Aufsatzes der Ärzte sollte mir durch das Eingreifen eines anderen FHG-Mitglieds die Möglichkeit gegeben werden, gegenzulesen und einen Kommentar in eigener Sache zu schreiben, aber als ich ihn abschicken wollte, wurde ich damit konfrontiert, dass Wolpert das entsprechende Nummer schon veröffentlicht hatte. Ich ließ meinen Kommentar fallen, und als zuerst im nächsten Jahr Professor Angus Jenkinson, der meine Seminare besucht hatte, einen Aufsatz schrieb, konnte einiges richtig gestellt werden. Der Schaden durch die demonstrativen Fazite der einflussreichen Herren Enge, Schage und Smit hatten aber schon ihre Wirkung gemacht, sodass eine fortgeführte Tätigkeit für mich nicht nur in Norwegen sondern auch in England dadurch erschwert wurde. - Dass ich meditativ geübt habe, diese Geschehnisse in Zusammenhang mit gemeinsamem Karma der involvierten Personen zu durchschauen, und behaupte, einiges erkannt zu haben, ist aber eine andere Geschichte.
Diese Beispiele sind nur zwei in einer Reihe von vielen, wo ich mit den Initiativverhinderungsstrukturen in der AAG, in der FHG und in der anthroposophischen Bewegung konfrontiert war. Mit Zeitschriftenredaktionen, mit Verlagen und deren Gremien, mit Lehrerkollegien und mit Priestern der Christengemeinschaft habe ich seinesgleichen Abneigung und solche Intoleranz begegnet, die ich davor nicht gedacht habe, dass es hier überhaupt geben würde, wo man von edlen Tugenden, von Redlichkeit und von dem freien Geistesleben so herrlich spricht und so herzenswarm schwärmt. So kann ich nur komplett das Konstatieren von Brüll bestätigen, wo er sagt, dass „Funktionärsgehabe“ maßgebend für die Arbeit und für den Alltag in anthroposophischen Zusammenhängen bestimmend ist. Leider ist es oft so und das ist tragisch, aber anders als Brüll, der noch nicht so recht verstanden hat, „wodurch genau die Selbstverwaltung in Fremdbestimmung umkippt“ - behaupte ich inzwischen erfahren zu haben, wo dieses Umkippen erfolgt.
Wodurch kippt die Selbstverwaltung in Fremdbestimmung um?
Das Umkippen geschieht genau da, wo der Einzelne oder öfters eine Gruppe, ein Gremium, nicht bereit ist, nach dem Geistigen in seinem Gegenüber offen zu sein, das heißt, wenn man nicht bereit ist, sich für das eventuell gemeinsam Karmische im sozialen Zwischenmenschlichen zu öffnen, und nicht Wege suchen wollen, um die Andersartigkeit als etwas Fruchtbares zu sehen. „Zwischen den bedingungslosen Verehrern Dr. Steiners und diejenigen, die bereit sind, im öffentlichen Diskurs auch kritische Fragen zuzulassen, liegen Welten“, konstatiert Ramon Brüll. Sebastian Jüngel indessen denkt, „dass die Kluft überbrückbar ist“. Ich denke auch, dass der Abgrund, der oft sowohl einen weltanschaulichen als auch einen karmischen Hintergrund hat, überbrückbar ist, aber es wird zuwenig oder meist überhaupt nicht versucht, das Brückenbauen von beiden Seiten herzustellen.
Die Entwicklungsperspektiven für die anthroposophische Publizistik muss laut Brüll einige Grundbedingungen erfüllen: „Sie sollte weder direkt, noch indirekt von Verbandsinteressen abhängig sein; sie sollte keinen Unterschied zwischen Innen und Außen (ich meine: zwischen Anthroposophen und der Rest der Welt) mehr machen müssen, und sie sollte […] eine Vielfalt von Sichtweisen zum Ausdruck bringen und auch unbequeme Fragen zulassen, um damit jeglicher Dogmatik entgegenzuwirken.“ Wenn ich diese Perspektive ernst nehme, und sie auf die Zeitschriften der beiden Gesprächspartner anwende, bemerke ich, dass Das Goetheanum durchfällt, weil es von internen Interessen der eigenen Szene abhängig ist - wie auch Jünger selbst zugibt, indem er sagt, dass „ein Referenzmedium“ fehle, „auf das man sich bei spirituellen Fragen“ beziehe.
Für Brüll zählt die Selbstverwaltung der Redakteure zur inneren Notwendigkeit eines anthroposophischen Organs. Seit über einem Jahr sucht Das Goetheanum professionelle Verstärkung für die Redaktion. Nicht aber die Redaktion selbst sondern das Personalwesen der AAG vertreten durch Traute Zimmermann nimmt Bewerbungen mit Textproben entgegen. Im Sommer 2007 bewarb ich mich nachdem mehrfach annonciert worden war. Bekommt der Redaktion denn überhaupt zum Wissen, wer sich bewirbt? Ich weiß es nicht. Da ich noch nach meiner Bewerbung, die freundlich zurückgewiesen wurde, Aufsätze in der Wochenschrift zum Druck wieder erscheinen lassen konnte, hatte ich noch Kontakt mit Sebastian Jüngel, aber ich hatte den Eindruck, dass er nicht wusste, dass ich mich als Redakteur angeboten hatte. Dort wie anderswo bei Bewerbungen ist es üblich, ein "Nein-Danke!" zu begründen. Entweder hat das Personalwesen am Goetheanum zuwenig Bewerber gehabt, - dann wäre es ein Zeichen dafür, dass die Wochenschrift zuwenig attraktiv ist -, oder die Bewerber, wie ich, haben nicht in ihr Konzept gepasst. Somit weiß man nicht, ob oder wie man als Freiberufler in der Natur des sogenannten freien Geisteslebens angesiedelt ist, falls man das überhaupt ist.
Mittendrin im Geistigen
Meiner Ansicht nach fällt auch die info3 durch ihr eigenes Kriteriumsgarn, durch das Loch der „Vielfalt von Sichtweisen“. Ich würde hier eher von einer „Einfalt“ der Sichtweise sprechen. Trotz ihren ernsthaften und lobenswerten Bemühungen im ständigen Gespräch mit einigen sowohl anthroposophischen als auch anderen geistigen Strömungen zu sein, bemerke ich, dass einige Redakteure der info3, mit der ich korrespondiert habe, in der Begegnung mit der Strömung der Anthroposophie, die z. B. ich selbst repräsentiere, sich genau so verhalten, wie Ramon Brüll über andere urteilt, wenn er von den „Intoleranten“, von den „ewig Gestrigen“, von den „Erzkonservativen“ schreibt. Sie urteilen, ehe man sich überhaupt „begegnet“ hat. Wo bleibt hier die angefragte Vorurteilslosigkeit? Wo kippt die Freimütigkeit in Unzugänglichkeit um? Im Haken der eigenen Interpretation der Anthroposophie oder im subjektiven Erleben des Spirituellen macht man Halt aus Angst vor einer individuellen geistigen Realität und/oder vor dem karmischen Aufwachen.
In derselben Nummer der infoseiten erhofft sich Jens Heisterkamp, dass die Anthroposophie in eine neue Phase ihrer Erscheinung trete nach der Abgrenzung und der Aus-sich-selbst-schöpfen-Können durch die Dialogfähigkeit der Praxisfelder zu einer dritten Phase der Raumschaffung für den aktuellen Zeitgeist. Sofern er mit diesem Zeitgeist das Wesen „Michael“ meint, das sein Kollege Sebastian Gronbach abmythologisiert, ja, ganz abgeschafft hat, dann wäre unser Zwischenraum so abgrundtief, dass nur ein Wesen der geistigen Welt, wie ich sie erlebe, ihn überbrücken könnte. Ich könnte es noch nicht! Ob du, Sebastian (Jüngel) es „mittendrin im Geistigen“ erlebend schaffen würde, nachdem du mit Kollegen der anthroposophischen Publizistik schon 12 Jahre lang geübt hast? In einem solchen - mir scheint es so - leeren Geistesleben bin ich inzwischen sehr unzumute. In den langsam aufkeimenden klitzekleinen Bloggesellschaften ahne ich einen neuen Freiraum. Oder irre ich mich nur?
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Gamamila
Publizistik
infoseiten anthroposophie.
Herbst 2008.
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12. Oktober 2008
Das Foto (FR/Arnold) von Ramon Brüll stammt aus einem Aufsatz von Andreas Müller in fr-online
Sebastian Jüngel
Quelle:
dasgoetheanum.ch
Ein interessanter Aufsatz von Sebastian Jüngel über Unvoreingenommen-heit und Schwellen-erfahrungen im Journalismus ist übrigens hier zu finden.
Das Redaktionshaus des Goetheanum in Dornach
Quelle:
dasgoetheanum.ch
Die Stockholmer Zeitschrift Antropos in dem Layout der 90er Jahre
von Fritz Fuchs.
Chefredakteurin zwischen 1975 bis ihrem Tod 2001 war Ingrid Sahlberg.
antroposofi I NORGE, das Mitteilungsblatt der norwegischen Anthroposophischen Gesellschaft möchte - wie es auf der Internetsite heißt - die praktische Arbeit mit Anthroposophie in Norwegen und international spiegeln, samt ein Organ der Vertiefung und der Untersuchung der anthroposophischen Ideen sein.
The Golden Blade 49, Jahrgang 1997. Im nächsten Jahrgang wurde so ein Aufsatz von mir über Karmaforschung publiziert und 1999 erschien der Angriff von Arne Enge, Stein Schage und Arne Smit.
Ein Umschlagsbild der Zeitschrift info3. Hoffentlich sagt die schlechte Aufläösung des Fotos (ich konnte wegen dem Abstand zwischen Blieskastel und Frankfurt die Schärfe nicht besser einstellen) nichts über den Zustand der Redaktion aus.