Atlantis
Gamamila
Jostein Sæther | Atlantis im Auge

Atlantis bezeichnet in der esoterischen Tradition, auf Platons Beschreibung zurückgreifend, ein untergegangener Kontinent, dessen Lage viele Forscher für eine prähistorische Zeit zwischen Europa/
Afrika und Amerika im heutigen Ozean annimmt. Seit Erscheinen des Buchs Atlantis - The Antediluvian World des amerikanischen Kongressabgeordneten Ignatius Donnelly (1831-1901) hat das Thema zu unzähligen Forschungen und neuen Theoriebildungen über die Lage und Wirklichkeit der Atlantis Anlass gegeben.


Zu karmischen Aufarbeitungen, die mit Atlantis zu tun haben

In der neueren Esoterik finden sich viele Berichte, die durch Rückführungen und meditative Forschungen vieles dieser alten Theorien bestätigen. In der atlantischen Zeit haben Menschen Erfahrungen gemacht und Taten vollbracht, von denen einige karmische Folgen bis jetzt noch nicht aufgearbeitet sind. Hier stößt man an ein Forschungsgebiet, auf welchem auch Wesentliches zu einer Erneuerung wichtiger Heilkräfte zu finden ist.

Hier möchte ich nun eiige meiner spirituellen Forschungsergebnissen und Geist-Erkenntnissen besonders zum Thema "Atlantis" beschreiben, die Rudolf Steiners Beschreibungen entsprechen, und somit zeigen, dass er sich in diesen Dingen nicht geirrt habe.

Manche, die sich oberflächlich mit dem Karmagedanken befassen, meinen, dass man so von Leben zu Leben weiter schreite, dass in dem heutigen Leben lediglich dasjenige Karmische weiterwirke, was nur mit der letzen Inkarnation in Verbindung steht. Das würde heißen, dass die weiter zurückliegenden Leben damit erledigt seien. - Meine Forschungen und Entdeckungen und auch mir bekannte, nicht veröffentlichte, eigenständige Arbeiten anderer Forscher zeigen komplexere Zusammenhänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Es hat sich immer wieder gezeigt, dass viel umfassendere karmische Verbindungen zwischen den früheren Inkarnationen und heute vorliegen, als man annehmen würde. Ein Ereignis in einem früheren Leben ist nicht unbedingt ausgeschöpft, wenn die direkte karmische Folge, beispielsweise einer negativen Tat, aufgearbeitet ist. Eine einmalige Tat wirft eine immense Vielfalt von ‹Wirkungsstrahlen› - wir können von karmischen Weisheitsradien sprechen - in die Zukunft hinein, und in unbeschränkter Weise wird einem solchen Radius das Walten der Schicksalsmächte angeschlossen.  Für viele Epochen und Kulturen habe ich manche bedeutungsvollen karmischen Erkenntnisse gesammelt, die aber hier nur in einer Richtung, die mit dem Thema Atlantis zu tun hat, exemplarisch beschrieben werden sollen.

Eine Persönlichkeit schaute in lebendigen und überraschend einleuchtenden Imaginationen einen Lebensabschnitt in einer weit zurückliegenden Inkarnation. Sie entdeckte sich als eine junge Frau, die unter der Führung eines Eingeweihten aus dem Sonnenorakel die nötige Ausbildung bekam, um im Zusammenhang des Venusorakels tätig zu werden. Nach der Abschlussfeier wurde sie auf dem Höhenzug oberhalb der Siedlung, wo sie aufgewachsen war, von einem fliegenden Fahrzeug abgeholt, das sie zum Venusorakel bringen sollte. Das Schiff wurde von einigen Männern aus dem Merkurorakel, die sie nicht kannte, geführt. Im Laufe der mehrtägigen Reise wurde nichts gesprochen, und die junge Frau, hier "Sedawa" genannt, wagte es nicht, den Fremdlingen Fragen zu stellen.

Am Rande vermerkt, sei noch erwähnt, dass bei dieser Erforschung auch einige Feinheiten zur Steuerung dieser Schiffe, die ich im ersten Buch mit dem Begriff Gamamila bezeichnete, entdeckt wurden. Am neuen Ort ihres Wirkens wurde Sedawa mit einer Arbeit betraut, die sie zusammen mit anderen Frauen auszuführen hatte. Nicht weit entfernt von der Siedlung auf der anderen Seite eines Hügels gab es einen See. Ein Stück weit vom Ufer entfernt existierten überdachte Plattformen, die je aus den lebendigen Blattkronen von vier aus dem Wasser aufsteigenden Bäumen zusammengeflochten waren, auf welchen jede der Frauen für sich alleine ihre Arbeitsaufgaben zu erledigen hatten.

Junge Männer, die noch Kandidaten bei ihren Schulungen waren, trugen für die Frauen die notwendigen Seile, weitere Werkzeuge und an bestimmten Tagen auch neue Pflanzenkeime herbei. In schmalen Kanus wurden die Frauen mit ihren Arbeitsgeräten zu den Postamenten gerudert. Der Ort am Gewässer war eine Plantage, auf der besondere Früchte angebaut wurden, die Samen von starker Lebenskraft entwickelten. Diese Samen wurden dann als Treibstoff für unterschiedliche atlantische Erfindungen benutzt. Um eine neue Anpflanzung anzulegen, tauchten die Frauen unter Wasser und pflanzten die Keime um die Pfosten.

Auf den Plattformen, die ganz aus den Ästen und dem Blätterwerk der vier Baumstämme geflochten waren, lebten Sedawa und ihre Freundinnen tagsüber. Es wurde gespielt, gesungen, gebetet und getanzt. Oft trafen sich mehrere Frauen auf einem Podium zu gemeinsamem Spiel, aber lange Stunden war jede alleine für sich beschäftigt. Die besondere Aufgabe der vielfältigen Tätigkeiten der Frauen auf den Plattformen bestand darin, eine verstärkte Verbindung zwischen Wachstumsprozessen und kosmischen Einflüssen herzustellen. Sie sollten durch ihre ätherische Brücke zwischen der Erde und den außerirdischen Planeten schaffen. Somit wurde eine Steigerung der auf die Erde naturgemäß hineinfallenden kosmischen Energien erzielt.

Viele Jahre hindurch war Sedawa unverändert mit dieser Beschäftigung betreut. Zu der Plantage kamen in regelmäßigen Abständen Abgesandte des Merkurorakels, die die Samenernte an die vielen Stätten auf Atlantis verteilen sollten. Sedawa lernte einige dieser Männer näher kennen und zu einem von ihnen entstand ein Liebesverhältnis. In dieser Zeit und an diesem Ort bestanden strenge Vorschriften über das Verhalten von Männern und Frauen zueinander. So gab es für Sedawa keine Möglichkeit, die Verbindung mit ihrem neuen Liebhaber von der Siedlungsverwaltung legitimiert zu bekommen. Ihr Geliebter entschloss sich daher, sie heimlich in seinem Schiff mitzunehmen.

Der weitere Verlauf der Geschichte ergab, dass Sedawa eine Ächtungserklärung über sich ergehen lassen musste, die besagte, dass sie an keinem Ort mehr ihre ehemalige Arbeit ausführen durfte. In späteren Inkarnationen entwickelte sich bei dieser Individualität häufig eine Tendenz, Aufgaben aus der Agrikultur zu ergreifen, aber auch aus dem Bereich der Fortpflanzung und im Zusammenhang mit der Liebeskunst. In einer markanten Fraueninkarnation während der Renaissancezeit wurde sie Mätresse eines französischen Königs, dem sie erfolgreiche Ratschläge durch ihre stolze und mutige Haltung und adelige Gelehrtheit geben konnte. Heute verhalfen ihr die Einblicke in die atlantische Lebensart zu einem neuen Verständnis für den Entwicklungsgedanken überhaupt im Fortschreiten der Menschheit.

Der Wächter im Vulkanorakel
Eine andere Persönlichkeit, hier mit einem Decknamen der damaligen Inkarnation, Jescham genannt, schaute sich und ihrem damaligen Bruder, hier Gascham genannt, als zwei Ausgesandte des Merkurorakels. Der Bruder wurde zum Dienst im Sonnenorakel und er selber für die Aufgaben im Vulkanorakel weiter ausgebildet. Manchmal trafen sie sich, um ihre Beschäftigungen gegenseitig zu ergänzen, weil Gascham für das Sonnenorakel über bestimmte Gewinne der Arbeit von Jescham zuständig war.

Jeschams Arbeitsplatz lag auf einer Insel, die von Menschenhand angelegt worden war. Die Insel sah von außen wie eine runde Klippe aus. Im Inneren des Berges gab es aber eine große Halle, wo regsame Arbeit durch eine Gruppe von Eingeweihten geleistet wurde. In der Mitte der Halle war im Erdboden ein großer Hohlraum, der nach unten weit in das Erdinnere ging. Wenn man hinunterschaute, sah man den leuchtend roten Vulkanschmelzfluss, der auf und ab wogte wie ein lebendiges Wesen. Die Arbeit am Lavabrunnen wurde geleitet von einem Eingeweihten, hier Galascham genannt.

Jescham war mit den Dingen im Felsinneren vertraut, aber er hatte keine Befugnisse, dort zu arbeiten. Seine Aufgabe war, den Eingang zu hüten, damit keine Außenstehenden hineintreten konnten. Keine Tiere und keine Unvorbereiteten durften das Geheimnis der vulkanischen Stätte stören.  Zwischen Jescham und Galascham entwickelte sich im Laufe der Jahre eine vertrauensvolle Beziehung, sodass in späteren Jahren Galascham oft umher-reisen konnte, um an anderen Orten sein Wissen über die Feuerkräfte zu verbreiten. Manchmal war Jescham sogar wie ein Einsiedler ganz alleine auf der kahlen Insel. Ihm wurde lediglich von Dienern das tägliche Essen und Trinken geliefert.

Diese Einsamkeit war für Jescham keine Erfreulichkeit. Deshalb ließ er es bald zu, wenn umherirrende Ausgestoßene von irgend-welchen Orakeln oder Siedlungen ihm ihre Geschichten erzählen wollten. So kam es dazu, dass ein solcher Bursche, ohne von Jescham bemerkt zu werden, eines Nachts in seinem Paddelboot zur Insel zurückkam. Jescham lag schlafend vor dem Tor, und der Taugenichts konnte unbemerkt in das Innere gelangen. Wie eine Mücke, die sich in die Flamme stürzt, wurde der Unerfahrene so von der Feuerpracht der Lava beeindruckt, dass er sich wie gebannt hineinstürzte. Damit war sein Leben beendet.

Galascham erfuhr das Unglück in direkter Gleichzeitigkeit, aber seine Folgen konnte er nicht aufheben. Dieser Umstand war nicht der einzige, welcher sich im Vulkanorakel ereignete, sondern es entstanden darüber hinaus viele weitere Tragödien durch den nachlässigen Umgang mit dem Feuerelement und der falschen Betätigung der Egokräfte des Menschen, was dazu führte, dass ein "Scheideweg" zwischen dem Vulkanorakel und dem Sonnenorakel angelegt werden musste. Im Leben von Jescham ereignete sich diese Wendung folgendermaßen:

Eines Tages stand Jescham auf einer flachen Festlandserhebung am Meer, die als "Flughafen" benutzt wurde. Aus dem Norden kam ein Luftfahrzeug vom Sonnenorakel, das Gascham, seinen Bruder, herbeibrachte. Über das Meer kam aus dem Osten ein anderes fliegendes Gefährt aus dem Merkurorakel dazu, das einen seiner alten Freunde mitbrachte, hier ‹Schamuradhin› genannt, der als Feldrichter zwischen den Brüdern wirken sollte. Eine Aussprache zwischen den dreien entfaltete sich in einem Stil, der verglichen mit den Gewohnheiten unserer Zeitverhältnisse sehr fremd erscheinen muss. Eine annähernde Übertragung würde etwa dieserart erklingen:

Schamuradhin: Lasset euch aus der Not der Gegenwart die Früchte der Vergangenheit für die Zukunft zukommen. Es ereignet sich ein Wandel, der uns befähigen soll, das Leben auf der Erde nicht festfahren zu lassen. Schamuradhin möchte euch eine Brücke anpreisen.

Jescham: Die Kräfte der Erde haben mich aus dem Schlaf erweckt. Jescham ist aufgrund des unerlaubten Todes des Ausgestoßenen ein anderer geworden, aber Jescham möchte sich auch fernerhin dem Gesetz Galaschams unterordnen.

Gascham: Gaschams Gesetze sind nicht mehr mit der Mission von Galascham übereinstimmend. Das Feuer des Südens brennt uns ins Gesicht. Gascham hat seine Gefolgsleute und euch vor dem Brand des Vulkanfeuers gewarnt. Das Herzfeuer hätte noch lange im Dienst des Okkulten das Widerstehen gegenüber dem äußeren Feuer zu üben gehabt. Wir sehen, dass Galascham nicht mehr den Wirrnissen der Ausgestoßenen widerstehen kann.

Schamuradhin: Schamuradhin schaut die zukünftigen Liebschaften der Menschheit, deren Entzifferung wir noch nicht bewältigen können. Das Übel der Gegenwart wird erst dann aufgehoben sein, wenn Menschen gelernt haben werden, die Götterglut in sich zu handhaben. Wenn die Glut aus dem Innern des Menschen selbst wie ein richtig gehüteter Vulkan nichts mehr zerstört, sondern Seelenfelder mit Honig und Milch bewässern wird, dann wird Jeschams Zerstörung ausgeglichen sein. Bis dahin aber werden wir verschiedene Erdenwege betreten müssen.

Gascham: Gascham muss sich von seinem lieben Bruder entfernen. Göttertaten werden unsere Wege einmal wieder miteinander kreuzen lassen.

Jescham: Jescham weint Tränen, die wie Schnee auf die Erde fallen. Er wird stille Tränen in den Feuer speienden Brunnen fallen lassen, um den Schmerz der Erdenmutter zu besänftigen.

In dem darauf folgenden Moment, als die zwei Schiffe sich ins Schweben setzten und Jescham sich auf den Weg in die Richtung der Residenz des Galascham begab, fing es an zu schneien. Seine nackten Füße machten deutliche Spuren im frisch gefallenen Schnee. Diese Individualität entwickelte in nachatlantischen Inkarnationen eine besondere Begabung, einerseits als Magier zu wirken, um andere Menschen in ihrer Ich-Entwicklung zu unterstützen, anderseits sich als Kämpfer für Fortschritte innerhalb dekadenter Gesellschaften einzusetzen. Einmal stritt sie gemäß meinen Forschungen als Ritter in der Tafelrunde des Königs Arthur im neunten Jahrhundert, ein andermal erforschte sie im 19. Jahrhundert die alten Mysterien mittels Reisen vor Ort im Nahen und im Fernen Osten.

Durch die Einordnung in die atlantischen Mysterien konnte dieser Mensch heute eine erforderliche neue Gelassenheit gegenüber sich selbst und seinem nächsten karmischen Umkreis entwickeln.   

Der nordische Anführer

Ein in Mitteleuropa lebender Geschäftsmann stand in einer erneuten Beziehung zu einer Frau, mit der er bereits einmal zusammen gewesen war, die ihm jetzt erklärte, dass sie sich wieder von ihm trennen wollte. Der Mann jedoch wünschte sich, die Beziehung fortsetzen zu können, und wollte deswegen meditativ karmische Hintergründe zu dieser Problematik suchen.

In einem weit zurückliegenden Leben in vorchristlicher Zeit fand sich eine Thematik zwischen den beiden, die ein Muster eingeprägt hatte, das anscheinend seither in keinem Leben wieder aufgelöst werden konnte. Er schaute sich in einer männlichen Person, die innerhalb eines Volkstamms im südlichen Norwegen eine bestimmende Rolle als Anführer der Jägertruppe innehatte. Die geistige Leitung des kleinen Volks wurde von einer Priesterin ausgeübt, die ihre Schulung in einem weit entfernten Land im Süden bekommen hatte. Der Meditierende erkannte diese Priesterin als seine jetzige Freundin.

Zwischen den beiden bestand damals so etwas wie eine geschwisterliche Verbindung. Nach Erledigung der alltäglichen Pflichten und nach dem Zusammensein mit den anderen Einwohnern trafen sie sich oft bei Sonnenuntergang oder -aufgang auf einer runden Klippe, wo die Aussicht nach Süden sehr schön war. Dann erzählte er ihr allerlei über die Jagd und männliche Bräuche. Sie erzählte ihm ihrerseits von besonderen Begegnungen, die ihr während ihrer Zeit im Süden zuteil geworden waren, als sie ihre Einweihung bekommen hatte. 

Eines Tages berichtete sie ihm überraschenderweise, dass sie wieder nach Süden reisen würde. Darauf wurde er sehr trübsinnig, bis sie ihm zugestand, dass er mitfahren durfte, was ihn vor Glückseligkeit fast außer sich geraten ließ. Am Tag der Abreise wurden sie von Fischern an der Küste über das Meer zum heutigen Jütland, Dänemark, gefahren. Angelangt am anderen Festland reisten sie etliche Wochen von Ort zu Ort und wurden dabei von Pfadfindern begleitet, die alle einen blauen Schmuckstein trugen, der ganz der Art entsprach, wie ihn die Priesterin besaß.

Während der Reise wurde zwischen den beiden nicht viel gesprochen. Die Priesterin redete manchmal in einer fremdländischen Mundart mit den Menschen, die ihnen begegneten. Der Jägermeister sah und hörte sich alles an und lernte dabei viel Neues. Nach zahlreichen Tagesmarschen kamen sie zu einem Ort auf einer Hochebene, wo merkwürdigerweise Menschen um einige runde Schiffe herum standen, obwohl es dort kein Wasser gab. Staunend verfolgte er das Ereignis, bei dem sie alle von diesen Schiffen durch die Luft weiter gegen Süden getragen wurden. Nach gut einer Woche gelangten sie an das Ziel der langen Reise.

Es war eine Ansiedlung auf einem der Höhenzüge, die wir heute dem marokkanischen Atlasgebirge zuordnen. Spätere Untersuchungen, die ich erstellt habe, ergaben, dass hier noch in atlantischer Zeit ein Ableger des Sonnenorakels eingerichtet worden war, um Menschengruppen, die zur Auswanderung aus Atlantis zusammengeführt wurden, in ihre neuen Heimatländer zu geleiten. Hier wurden die zwei Besucher aus dem hohen Norden gut umsorgt, aber sie sahen während der Besuchszeit nicht viel von einander.

Die Priesterin ging jeden Tag zu ihrem Unterricht und zu Zeremonien, die der Jägersmann nicht besuchen durfte. Meistens durchsuchte er die umliegenden Landschaften, oder er hielt sich im Tempelhof auf, falls er irgendeine Schulung erhalten sollte. Er hatte sich ausgemalt, dass auch er eine Einweihung bekommen würde, jedoch es geschah nichts in dieser Richtung. Beim Abschiedsfest erhielt er ein Geschenk, das er für die Nordländer mitnehmen durfte. Es handelte sich um einen langen, mit bemaltem Schmuck verzierten Speer, der einen metallenen Spitzkopf hatte. Es wurde ihm gesagt, dass eine magische Kraft den daran befestigten Bärenpelz erfülle, die Glück beim Jagen bringen würde.

Während der Heimreise wurde wieder wenig zwischen den beiden gesprochen. Die in seinen Augen noch schöner gewordene Priesterin war in sich wie versunken. Nach Hause zurückgekommen, setzte der Anführer den Speer für die Jagd ein und erfuhr durch seine Kameraden viel Bewunderung, da es sich herausstellte, dass mit der neuen Waffe mehr Beute als je zuvor erlegt werden konnte. Ja, es war sogar möglich, Bären ohne vorangegangene Belagerung allein mit Hilfe dieses Speeres aus einigem Abstand heraus zu erlegen, als würde der Speer den Jäger für den Bären unsichtbar machen.

Jedoch gelang es dem Anführer nicht, den Kontakt zur Priesterin zu erneuern, weil sie ihn aus Gründen zu meiden schien, die er nicht durchschaute. Manchmal saß er alleine auf dem runden Berg und grübelte darüber nach, warum das Leben so anders geworden war. Er konnte nicht herausfinden, ob er etwas Falsches gemacht hatte, und er wagte es nicht, die Priesterin danach zu fragen. Nach einigen Jahren überließ er einem Jüngeren den magischen Speer, weil er einmal bei der Jagd von einem nicht ganz zu Tode getroffenen Wildschwein verletzt worden war. Er ging immer trübsinniger herum, und um niemanden mehr damit zu stören, hielt er sich in dieser Zeit entfernt von der Kolonie im Wald auf.

Eines Abends, als er einsam auf dem Berg saß, entschloss er sich, den Heimatort ganz zu verlassen. Er begab sich auf eine Wanderung gegen Norden hin in Gegenden, die er früher nie gesehen hatte. In einem abseits liegenden Tal hielt er erschöpft Rast. Doch geriet er dabei in die Nähe einer Braunbärin mit kleinen Jungen. Er versuchte, dem vergrämten Tier zu entfliehen, aber der wütenden Bärin gelang es, den ermüdeten Weidmann zu zerfleischen. So beendete er in einem ansonsten frohgemuten Zeitalter seine persönliche Tragödie.

Diese und andere Motive aus weiteren Inkarnationen, die wir entdeckten, verhalfen dem Geistsuchenden, seine gegenwärtige Lebenssituation neu zu ergreifen, um eine Lösung für die in Frage gestellte Beziehung zu finden. Zur Zeit dieser Erforschung hatte die entsprechende Frau - die ehemalig Priesterin - keine Gelegenheit, in die gemeinsame Karmaarbeit mit dem Geschäftsmann und mit mir einzusteigen. Schon damals spürte ich, dass es gut gewesen wäre, wenn sie sich anschließen würde. Viele Jahre später, nachdem die Beziehung zwischen den beiden längstens vorbei war und ich mit dem Geschäftsmann eine Weiterarbeit anhaltend betrieben hatte, rief die Frau eines Tages unerwartet an. Jetzt hatte sie den Zeitpunkt gefunden, aus sich heraus Kontakt aufzunehmen, um ihr Karma bewusst anzuschauen. 

Voratlantische Stufen
Wenn du die Ereignisse zurück in die atlantische Zivilisationszeit verfolgst, wirst du höchstwahrscheinlich auf eine Schlüsselinkarnation stoßen, innerhalb welcher du damals einen Teil deines Ich-Wesens das erste Mal als Einschlag ins Tagesbewusstsein empfangen hast. Dieser Vorgang ist Vergleichbar mit dem Ereignis, wenn ein Kind um das dritte Lebensjahr sich zum ersten Mal selber Ich nennt. Ein Kind und ein Jugendlicher, die noch nicht zum eigenen Ich erwacht sind, brauchen von Eltern, Verwandten, Vorgesetzten und Lehrern die nötigen Vorbilder und die Hilfe, um ihr Leben ethisch im Griff zu kriegen. Vergleichbar durchlebte man normalerweise auch seine Inkarnationen zu atlantischer Zeit ab vor über ungefähr 20000 Jahren bis hinein in das dritte nachatlantische Kulturzeitalter (um 3000-650 v. Chr.).

Das vollzog sich innerhalb von Gemeinschaften aller Art, welche die Ich-Entwicklung förderten. Zuerst waren es Inkarnationen innerhalb von Kulturen, die diesem dritten Kulturimpuls entsprachen. Danach erreichten wir diejenige Ich-Phase, welche mit dem Erwachsenwerden um das 21. Lebensjahr verglichen werden kann. Seitdem wurde eine allgemeine Individualisierung in der karmischen Entwicklung maßgebend. Bei führenden Individualitäten fing der Beginn dieser Phase schon in atlantischer Zeit an.  

In der unsichtbaren übersinnlichen Nähe wirken der Schutzengel, der Stuntman und andere Wesen mit, sodass die individuellen und karmischen Aufgaben eines jungen Menschen nicht unterbrochen werden. Für einen Menschen, der schon in der lemurischen Zeit seine Inkarnationsreihe begonnen hat, aber erst gegen die Mitte des Atlantis oder etwas später seinen ersten Ich-Einschlag aufnahm, wurde einerseits durch Gruppenseelenwesen gelenkt, anderseits aber durch das ihm beigeordnete Wesen des späteren Doubles gehütet. Dieser Faktor gestattet es, solche weit zurückliegenden Leben in Lemurien zu schauen und sie bis in Details der Umstände zu verfolgen, wie ich es auch in meinem ersten Buch exemplifiziert habe.

Die atlantische Schlüsselinkarnation
Der kosmische Ursprung des karmischen Doppelgängerwesens bleibt bei dieser Stufe des Übens noch verhüllt. Eine Annäherung zum Entschleiern findest du, wenn du die Kraft entwickelst, eine solche Inkarnation innerhalb der atlantischen Zivilisationen zu verfolgen, die als ein Schlüssel- oder Modelleben bezeichnet werden kann, weil es musterhaft ganz verschiedene Aspekte des Menschseins in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur Abbildung brachte.

In gewisser Hinsicht macht der Mensch innerhalb jeder Entwicklungsphase über mehrere Inkarnationen oder sogar innerhalb eines Lebens die gesamte Menschheitsentwicklung immer wieder durch. Das bedeutet, dass z.B. der Schritt in die allererste Inkarnation, der bildlich als die Austreibung aus dem Paradies bezeichnet werden kann, in wiederkehrenden "Spiegelungen" durchlebt wird.

Meiner Ansicht nach hatten sehr viele Individualitäten - vielleicht alle -, die schon in Lemurien Inkarnationen hatten, seit etwa der Mitte der Atlantis eine Inkarnation, die diesen Schritt zur Verkörperung in sehr mark-anter Weise nochmals bis in die äußeren Lebensumstände nachbildete. Insbesondere mussten die Individuen für allerlei Aufgaben ihre Hauptgruppe verlassen. Oder sie mussten Prüfungen bestehen, in denen ihre bisher ausgelebten Fähigkeiten magischer Art sie in eine innere Enge führten. Manche verloren sie ganz. In solchen kritischen Probezeiten war es höheren, hierarchischen Wesen in Zusammenklang mit den Eingeweihten unterschiedlicher Orakelstätten, die in geistigem Austausch mit dem sogenannten Sonnenorakel standen, möglich, die untere menschliche Ich-Wesenheit einem Individuum einzugliedern.

Mache dich durch Meditation bereit, diese bestimmte Inkarnation für dich zu entdecken. Finde heraus, welche werktätigen Fähigkeiten du besaßest und welchen Beruf du ausgeübt hast. Dabei wirst du sehen, mit welchen Elementen du hauptsächlich zu tun hattest und welche Geräte, Werkzeuge oder Hilfsmittel du dazu benutzen durftest. Bei ausdauernder Erforschung in den geistigen Regionen sowohl innerhalb dieses Atlantislebens als auch in den vorbereitenden Geistzuständen vor dieser Inkarnation wirst du sicherlich auch die planetarische Region ausfindig machen, die mit deinem Beruf innerlich zusammengehörte.

In meinem ersten Buch habe ich solche Zusammenhänge für mich angedeutet, indem ich das Leben des Schamuradhin beschrieb, die dir bei diesen Vorhaben als Musterexempel dienen könnten. Dein karmischer Doppelgänger wirkte damals mehr als ein Vermittler zwischen dir und deiner naturbedingten Umwelt, weniger als ein Wesen, das dir soziale oder karmische Störungen zufügte. Deine karmische Last war derzeitig so gering, dass er hauptsächlich in der Art eines Elementenwesens förderlich wirken konnte.

Statt außerhalb deines Wesens oder im sozialen Kontext aufzutreten, lebte er mit und in deinem Ätherleib darinnen. Er stellte sozusagen deine verlängerten Gliedmaßen in die elementarische Welt dar. Er war das Bindeglied zwischen dir und den Elementarwesen, die in deiner von göttlichen Wesen durchdrungenen sehr lebendigen, umgebenden Natur existierten.  Nun wurde dieser Hirte der Elementargewalt - wie wir ihn nennen dürfen, also der spätere, karmische Doppelgänger - durch Eingriffe von Eingeweihten, die dich in dieser Zeit erzogen, meist etappenweise oder in einigen Fällen auch geschwind von seinem Träger getrennt. Von seiner einstigen Hüterfunktion wurde er für Jahrtausende entbunden.

Die Initiierten, die selber von führenden Geistwesen aus den höheren Hierarchien gelenkt wurden, hatten schon solch eine Entwicklung in einem vorangegangenen Leben durchgemacht. Sie durften jetzt bei anderen Menschen dasselbe Geschehen überwachen. Wenn du verfolgst, wie diese Behandlung und deren Folgen für dich wurden, wirst du auch den Charakter deines Doppels vor und nach diesem Ereignis anschauen können.

Nicht nur für dich bringen diese Forschungen oder überhaupt die Karmaforschung und die Geistesschulung neue Erkenntnisse, sondern dem Wesen des Doppelgängers wird dadurch ein Stück Selbstbestimmung gegeben, sodass er als geistiges Wesen ebenfalls etwas für sich selbst tun kann. Er wacht innerhalb deiner Imaginationen gleichsam auf, sodass er die Wirklichkeit deines Engels zum ersten Mal seit Atlantis wieder "erlebt". Das erlaubt dem Engel, sich ihm zu nahen und ihm, dem karmischen Doppel, eine solche "Weihe" zu geben, dass dieser wieder ein Hüter im weiteren Sinne werden kann.

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Zu weiteren Aufsätzen:

Esoterik und Streitkultur…[weiter]…
Karmafähig werden…[weiter]…
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Perspektiven der Karmaforschung…[weiter]…
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Das Luzifer-Mysterium I…[weiter]…
Variationen
über das Thema Atlantis
1. Innere Landschaft
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2. Lichtpflege
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6.Doppelkreise
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9. Inneres Licht
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