Spirituelle Forschung
Gamamila
Das Bauen der imaginativen Hütte
Wir können durch die Kunst als Begleiterin des Lebens auf dasjenige aufmerksam werden, was uns als Mensch eigentlich ausmacht und uns von Steinen, Pflanzen und Tieren unterscheidet. Der Mensch, der unterwegs ist in seiner ethischen und geistigen Vervollkommnung, kann sich selber begegnen in der künstlerischen Anschauung und dort wertvolle Korrektur finden.

Wenn zu dem sinnlichen Üben noch seelische Übungen und Meditationen dazukommen, öffnet die künstlerische Betrachtung neue Dimensionen. Wer sich so in der Meditation versenken und vertiefen lernt, wie er sich in der Kunst gefunden hat, kann seine Biographie neu enträtseln und für Beziehungen, die festgefahren waren, neue Möglichkeiten der Öffnung oder Veränderung entdecken.

Die Perspektive von Reinkarnation und Karma, die zunächst für viele Menschen heute eine Gedankenmöglichkeit und eine interessante Idee darstellt, bringt mit meditativem Üben durch die Methode der dynamischen Kunst- oder Bildmeditation beschreibbare Imaginationen, die mit der Zeit ihren wahren Inhalt über authentische frühere Leben freigeben werden. Ein Teil der meditaitven Arbeit nenne ich "das Bauen der imaginativen Hütte", die ich in loser Folge im Chronik beschreiben werde. Meine meditative Forschung baut auf dieser meditativen Tätigkeit. Dieses und andere innere architektonische Vorhaben als Prinzipien der Bildmeditation ergänzen sich durch weitere Seelenübungen, die die Möglichkeit schaffen, stationär und beweglich in mehrere Raumes- und Zeitdimensionen zu gelangen.

Geistige Beförderer und Hüter
Die Karmaforschung bringt nicht nur Einsicht in die Vergangenheit antiker Kulturen und alter Lebensformen, sondern sie bildet auch übersinnliche Organe, die Chakras, aus, die einen befähigen, in Kontakt zu Wesen zu treten, die nicht in einem physischen Körper wirken, in welchem der Mensch während des Lebens inkarniert ist. Der esoterische Weg führt zu Begegnungen mit dem Schutzengel, mit anderen höheren Wesen, mit verstorbenen Freunden und mit Naturwesen in Erde, Wasser, Luft, Licht und Wärme. Nicht nur diese sogenannten gut wirkenden Wesen sollen die Aufmerksamkeit des Meditierenden bekommen, sondern auch solche Wesen, die als hemmend, verführend und zerstörend in der karmischen Entwicklung des Menschen
sein können, können in ihrer Tätigkeit entdeckt werden.

Sowohl geistige Beförderer und Hüter als auch Widersacher und Einpeitscher werden in höheren Bewusstseinsarten, die durch dynamische Meditation genau geübt und gelernt werden können, in ihrem Wesen erkannt. Geistige Tatsachen, die z. B. in der Anthroposophie oder in anderen esoterischen Schulungen beschrieben werden, wird der eigenständige Geistesforscher selber durch authentische Erfahrung untersuchen können und je nach Bedarf individuelle Beschreibungen und Begriffe dafür entwickeln. Der Übende auf diesem Bildungsweg wird bestimmte Begeg-nungen im meditativen Bewusstsein haben, die ihm die Möglichkeit verleihen, zu prüfen, ob er gegen Täuschungen in seinen übersinnlichen Schauungen geschützt ist oder nicht.

Ich werde so lange weiterarbeiten, bis ich die innere Natürlichkeit gewonnen habe, um alles, was ich im Alltag tue, vergessen zu lernen, solange ich meditativ tätig bin, und alles, was ich übersinnlich erlebe, im Alltag jedoch nicht zu vergessen. Das heißt nicht, dass ich alle imaginativen Bildzusammenhänge als geistige Wahrheit vor anderen darstelle, sondern ich legt alles, was innerlich erlebt oder geschaut wurde, auf die Waage des von Selbstsucht gereinigten Ich, sodass alles Illusionäre von der Wahrheit abgestreift wird. Nur das, was von meinen Erlebnissen und Erforschungen im Leben weiterhin als fruchtbar und sozial aufbauend wirkt, verbindet ich mit der Wahrheit.

Die Karmaidee
Karma entsteht immer aus dem Innersten des eigenen Ich und wird später dem anderen, dem ich früher z. B. etwas negativ angetan habe, als Ausgleich, als Erleichterung geschenkt, auch wenn ich dies zuerst nicht bewusst nachvollziehe. Die Karmaidee bedeutet nichts Geringeres, als dass kein Mensch sich erhebe zum Richter über das Innere eines anderen Menschen. Im Sinne des Karmas darf jeder sein eigener Richter sein. Solange ein Mensch über einen anderen kritisierend urteilt, so lange stellt er den anderen unter den Zwang des eigenen Ich, und er handelt deshalb im Grunde gegen das Karma.

Das über- und unterbewusste Nehmen und Geben des Karmas durch die Inkarnationen wird durch Karmaerkenntnis freigelegt und als eine große Selbsterziehungshilfe, ja, sogar als eine friedensstiftende Energie entdeckt. Wie Karma wirk, ist äußerst vielgestaltig, und wenn wir die verschiedenen Karmagesetze, wie sie uns der Buddhismus, die Theosophie oder die Anthroposophie vermitteln, auch aus direkter Sichtweise kennen lernen, können wir unser Leben und dessen Stellung in einem karmischen Gestaltungsgang zwischen vergangenen und zukünftigen Inkarnationen denkerisch einigermaßen einordnen.

Durch das normale Erkenntnisvermögen, das jedem heutzutage mit dem üblichen, gesunden Tagesbewusstsein zur Verfügung steht, können solche Zusammenhänge schon gefühlsmäßig ausgemalt werden.  Bis zu einem gewissen Grad könnte man gewiss Wahrhaftigem über frühere Leben durch ein sogenanntes intuitives Denken auf die Spur kommen. Aber vor allem ein gewollt erstrebtes höheres Bewusstsein, das innerhalb übersinnlicher Forschung mit imaginativer Schau sich entfalten würde, kann umfassendere Inhalte und Gegebenheiten in Bezug auf diese früheren Inkarnationen erschließen.

Mut zu versöhnlichem Handeln
Ein Orientierungslauf in meditativen Gebieten, der als Richtungsziel Karmaerkenntnis hat, wird einem selbst die Stationen zur Auffindung der Kriterien geben, wo Illusion und Wirklichkeit auseinander gehalten werden können. Eine Imagination ist eine freie und neutrale Tat im lebendigen Denken, die mit dem Schwung des Fühlens und der Wärme des Wollens eine Erkenntnis reifen lassen kann. Karmische Zusammenhänge dürfen aus dem Dunkel und der Unsichtbarkeit der Vergangenheit als imaginatives Ergebnis dieser Tat treten. Denn Karmaerkenntnis stärkt das Selbstvertrauen, bildet Empathie aus, entwickelt ein umfangreiches Bewusstsein über Karmawirken und frühere Erdenleben, schafft ein Interesse für übersinnliche Wesen und spirituelle Wahrheiten und weckt den Mut zu versöhnlichem Handeln in einer oft rücksichtlosen Welt.
   
Wenn diese Vorleben nicht schon aus dem Historischen bekannt sind, werden sie neu entdeckt, und solche, die bekannt sind, werden unter Umständen, was überlieferte Darstellungen betrifft, ergänzt oder korrigiert, geradeso wie ich es im ersten Buch bei einigen Beispielen dargestellt habe. Eine erkämpfte inspirative und intuitive Erkenntnis, der Imaginationsinhalte noch innewohnen oder die solche Inhalte ermittelt, gibt dem Geistesschüler nicht nur ein neues intellektuelles Wissen, sondern durch das höhere Erkennen entwickelt er seine seelisch-geistigen Organe, die Chakras, die ihn befähigen, göttliche Kraftimpulse für die Welt und für die Menschheit durch sich hindurchströmen oder sogar aus sich heraus als neue Licht- und Wärmeenergie entstehen zu lassen. Also begründet diese aus karmischer Erkenntnis erzeugten heilsamen, geistigen Effekte, die der Karmaforscher bewusst einzusetzen vermag, zusätzlich die gewissenhafte Forschung zu Reinkarnation und Karma.

Die Notwendigkeit einer neuen Geistesforschung
Ich streite für die Einstellung, dass gegenwärtig eine neue Geistesforschung auf allen Gebieten des Lebens und des Daseins dringlich ist, damit den drohenden Niedergangskräften und verfehlten Aktivitäten der westlichen Zivilisation sowie der anderen Kulturen Positives und Fortschrittliches entgegengestellt werden kann. Aber ein Geistesforscher kann sich nur "behaupten", insofern er sich auch in übersinnlichen Zusammenhängen frei macht, dass er es quasi schafft, eventuelle Indiskretion durch Geistwesen oder ihm gegnerisch gesinnte Menschen zu durchschauen und sie von der inneren Aktivität seiner eigenen Forschung fernzuhalten.

Es wird eine wahre Lebenskunst nötig sein, um solche Ideen und Impulse ins Leben zu bringen, die aus Karmaerkenntnis und Geistesforschung stammen. Wir müssen keine neuen Gesetze aus dem Gefundenen aufstellen, sondern alles so lebendig, flüssig und beweglich halten, dass immer ein neuer Anstoß zu freudigem Üben und zu weiterer Forschung entsteht. Die Pespektive einer Lebenskunst aus Geist-Erkenntnis ist so umfassend, dass sie wohl eine eigene Darstellung benötigt, um gut beschrieben zu werden. Nur die Tatsache, dass Meditation zum Alltagsleben gehören könnte, würde die alten Lebens- und Arbeitsformen auf den Kopf stellen, wenn wir annehmen würden, dass es nicht eine Privatsache wäre, Meditation zu betreiben.

Nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die architektonische Umwelt müsste anders beschaffen sein, wenn Meditation als Kulturimpuls ernst genommen würde.Die Tatsache der Reinkarnation und des Karmas würde viele Angewohnheiten überhaupt abschaffen und einige Institutionen und Betriebe von Arbeitnehmern total entleeren, wenn sie diese Ideen und ihre Konsequenzen wirklich als Wahrheiten annehmen würden. Das militärische System und alle mit ihm verbundenen Fabriken würden kein weiterer Sinn und keine Bedeutung mehr haben, wenn ihre Vertreter die Karmaidee verkörpern würden. Dadurch würde definitiv keine Arbeitslosigkeit, sondern eher bei vielen eine innovative Initiativkraft entstehen, neue Beschäftigungen und Projekte entwickeln zu wollen. Die Entscheidung, Übungen anzufangen, um frühere Leben erkennen zu wollen, ist schon eine anfeuernde Aktion für die umfassende Kunst des Lebens.


Zum Glossar

Zu weiteren Aufsätzen in dieser Reihe:

Esoterik und Streitkultur…[weiter]…
Karmafähig werden…[weiter]…
Atlantis im Auge…[weiter]…
Können wir Rudolf Steiner bestätigen…[weiter]…
Perspektiven der Karmaforschung…[weiter]…
Die Sicherheitsnadel…[weiter]…
Das Luzifer-Mysterium I…[weiter]…


Zu früher veröffentlichten Aufsätzen im Wochenschrift  "Das Goetheanum":

Sich aufrichten …[weiter]…
Der heimatlose Mensch…[weiter]…
Der kleine Hüter als karmischer Botschafter…[weiter]…
Christus als der große Hüter…[weiter]…
Verwandlung des Karmas…[weiter]…
Intellektualismus und Klimawandel…[weiter]…
Die Körperindustrie…[weiter]…

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Eine künstlerische Betrachtung der Umwelt und des eigenen Lebens ist eine adäquate Haltung, um gegen deprimierende Verhältnisse in der Welt zu arbeiten. Sie führt zum Interesse für das Geistige "hinter" dem sinnlichen Dasein. Kunstausübung  und -betrachtung steigert das Interesse für die Welt, für die Natur und für Menschen. Kunst öffnet die Augen für das Wesentliche im Alltag und lehrt uns Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen. Somit ist Kunst die beste Grundlage für jede Entwicklung und besonders für die spirituelle Forschung.
Variationen
über das Thema Imagination
1. Lichtweben
Variationen
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2. Sich aufrichten
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über das Thema Imagination
3. Mikrokosmos
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über das Thema Imagination
4. Mitten hindurch
Variationen
über das Thema Imagination
5. Einsicht
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