Glossar  A- E
Gamamila
Vorbemerkung
So wenig wie möglich werden auf meiner Homepage Begriffe benutzt aus der Anthroposophie oder aus der modernen Esoterik, die nicht aus dem Durchgehenden lesbar sind.  Interpretationen zu Begriffen, die ich aus sachlichen Gründen dennoch verwende, kannst du aber in diesem Glossar finden. Es bietet sonst auch weitere erläuternde Nachweise, die im laufenden Text oder in späteren Beiträgen nicht weiter aufgegriffen werden. Hergen Nordendorp möchte ich hier danken, da er mir durch seinen geschulten Sprachsinn und seine spirituelle Kenntnis wertvolle Hinweise gegeben hat. Besonders danke ich ihm, dass ich für das Glossar einige Auszüge aus seinen im Internet schon veröffentlichten Erklärungen übernehmen durfte


Agape
  Griech.’"Nächstenliebe"
Sie stellt die höchste, die dritte Kategorie der Liebe dar. A. ist die geistige Liebe, die auch als sogenannte platonische Liebe bezeichnet wird. Sie kann, weil sie ohne Egoismus ist, Philia und Eros miteinander in Einklang bringen.

Ahriman, ahrimanisches Wesen Pers. "böser Geist"
In der altpersischen Religion "der König der Finsternis", der böse Grundsatz, der allem Guten zuwiderläuft und mit diesem stets im Kampf liegt. In der Anthroposophie ist A. das Wesen der Verhärtung, der Täuschung, der Herr der Materie und des Toten, der dem Menschen sein Karma verhüllen will, um seine geistigen Zukunftskeime für sich zu gewinnen. A. saugt am Ätherleib des Menschen. Er ist ein retardierter Erzengel, der von der normalen Evolution der gottestreuen Hierarchien abgefallen ist. Seine mit Luzifer zusammenhängenden Wirksamkeiten geben aber dem Menschen die Möglichkeit, durch Erkenntnis des Bösen die Freiheit zu erlang-en. Ahrimanische Wesen finden sich in verschiedenen Ordnungen und Stufen unter Naturwesen und Doppelgängern bis hin zu den Engeln. Sie haben A. als eine kollektive Führerwesenheit gefunden. A. entspricht dem biblischen Satan und ist im esoterischen Christentum ein Antipode des göttlichen Sohnes. Wie einst Luzifer und Christus in Menschenleibern inkarniert waren, wird auch einmal in der Zukunft Ahriman sich inkarnieren, laut Aussagen von Rudolf Steiner.

Ahriman-Schule, geistige
In der Anthroposophie die geistige Versammlung um Ahriman, die als Gegeneinrichtung zur geistigen Michael-Schule gebildet wurde. Seit dem Anbruch der Neuzeit ist die Aktivität aus dieser geistigen Bastion stark angestiegen, sodass nicht nur geistige Wesen, sondern auch Menschenseelen sich der A. angeschlossen haben. Die Wirksamkeit der A. hat sich über, um und in der Erde verbreitet. Wo sie sich irdisch fokussiert, kann das als negative Ausstrahlungsorte z. B. geomantisch festgestellt werden.

Akasha-Chronik
Sanskr. "Das Buch des Lebens"
Eine übersinnliche Weltenchronik, in der alle Taten, Empfindungen und Gedanken der gesamten Vergangenheit als Einprägungen im Weltenäther aufgezeichnet sind. Alles, was wir im Leben durchmachen, wird beobachtet von sogenannten Mondenwesen, die Rudolf Steiner "Urlehrer" der Menschheit nennt, weil sie einmal mit uns die Erde bewohnt haben als Geistwesen. Sie sind die Registratoren für die Erlebnisse der Menschheit, und sie tragen alles in lebendiger Gestalt in die Akasha-Substanz ein. Die A. wird von ihnen als deren Erinnerung gehütet und zusammengehalten. Diese Erinnerungen können heutzutage nur auf meditativen Wegen exakt erschlossen werden. Mediale und andere paranormale Hinwendungen (z. B. Channelling) an die geistige Welt können gewisse Aspekte aus der A. erschließen.

Anthropo-Sophia
In der Anthroposophie Bezeichnung eine geistige Wesenheit, aus der immerwährend neue Erkenntnisse zur modernen Spiritualität dem ehrlich geistig suchenden Menschen zuströmen. 

Anthroposophie, anthroposophisch 
Die von dem österreichischen Goetheforscher und Philosophen Rudolf Steiner (1861-1925) entwickelte seelische Methode geistiger Forschung. A. und anthroposophisch bezeichnet heutzutage eine Spiritualität, die im Einklang mit Steiners umfangreichem Lebenswerk ist. A. spricht über eine Aufschlüsselung von geistigen Themen wie das Golgatha-Mysterium, Reinkarnation und Karma. Sie liefert auch Impulse für eine Erneuerung der gesamten modernen Kultur, was sich z. B. in der Waldorfpädagogik, der anthroposophischen Medizin und der biologisch-dynamischen Landwirtschaft zeigt. A. umfasst ferner alles, was ein Mensch durch geistige Forschung heute neu entwickelt, wenn es mit der Wahrheit im Einklang ist, selbst dann, wenn dem Forscher von der historischen A. zuvor nichts bekannt war. 

Arkanum
Archana Hind. Blumen- und Blätteropfer bei der Götterverehrung. Die 22 großen und die 56 kleinen Arkana sind Karten mit komplexen Motiven im Tarot-Kartenspiel. Arcanum, eine Bezeichnung für den Stein der Weisen. Hier wird A. als die göttliche Idee eines jeden Menschen verstanden, die Ursubstanz der Individualität, die sowohl in der Mannigfaltigkeit und als auch der Einheit (griech. Monade) auftritt. Das A. ist die Quelle des höheren Ich, und sie ist auch ein individuelles, geistiges Heilmittel für die bestehenden Schwächen, die aus den Verirrungen der niederen Ichhaftigkeit entstanden sind und weiter entstehen, wenn Karmaverständnis ausgeblendet wird. 

Astralität
Die übersinnlichen emotionalen und triebartigen Emanationen eines Astralleibes. Sie gehen von beseelten Wesen  wie Tieren, Menschen oder noch höher stehenden Wesenheiten aus.

Astralleib

Der A. ist das übersinnliche, seelische Wesensglied von Tier und Mensch, in dem Bewusstsein aufleuchtet. Im A. werden von außen kommende Einwirkungen als Bedürfnisse, Triebe und Regungen - kurz: als Empfindungen bewusst. Deshalb kann der A. neben Bewusstseinsleib auch als Empfindungsleib  bezeichnet werden. Der A. wird auch in der Esoterik als Mental- oder Seelenkörper bezeichnet.

Asuras, asurische Wesen
In der Anthroposophie Widersacherwesen, die von A. gelenkt werden. Den A. entspricht das Urböse, das für sich selbst glaubt, Gottvater zu sein. Diese Zerstörermacht ist bestrebt, das Ich des Menschen zum Verlöschen zu bringen oder es zu zersplittern. Sie versucht dies durch Einwirkungen in die genetischen Strukturen der belebten physischen Welt. Die A. sind im esoterisch-christlichen Verständnis die Antipoden des göttlichen Vaters.

Ätherleib

Der Ä. - auch Lebens- oder Vitalkörper genant - ist eine den physischen Leib direkt umgebende und durchdringende übersinnliche Kräfteorganisation, ein "feinstoffliches" Agens, das diesen mit dem Astralleib verbindet. Pflanzen, Tiere und Menschen finden im Ä. das, was man als Vitalenergie bezeichnet.  Besonders werden alle körperlichen Organe durch die strömenden Kräfte und Bewegungen des Ä. dynamisch in ihrer Form und Gestalt gehalten und umgebildet. Diese Umbildung, die sich parallel zum Austausch der Stoffe vollzieht, ist das Altern.

Atlantis, atlantisch

In der esoterischen Tradition, auf Platons Beschreibung zurückgreifend, ein untergegangener Kontinent, dessen Lage viel Forscher für eine prähistorische Zeit zwischen Europa/Afrika und Amerika im heutigen Ozean annimmt. Seit Erscheinen des Buchs Atlantis - The Antediluvian World des amerik. Kongressabgeordneten Ignatius Donnelly (1831-1901) hat das Thema zu unzähligen Forschungen und neuen Theoriebildungen über die Lage und Wirklichkeit der A. Anlass gegeben. In der neueren Esoterik finden sich viele Berichte, die durch Rückführungen und meditative Forschungen vieles dieser alten Theorien bestätigen. In der atlantischen Zeit haben Menschen Erfahrungen gemacht und Taten vollbracht, von denen meines Erachtens  einige karmische Folgen bis jetzt noch nicht aufgearbeitet sind. Hier stoßen wir an ein Forschungsgebiet, auf welchem auch Wesentliches zu einer Erneuerung wichtiger Heilkräfte zu finden ist.

Auferstehung

Eine durch das Christus-Wesen vollbrachte Wiederherstellung der göttlichen Idee des Menschen am 5. April im Jahre 33, die die Jünger und Frauen um Jerusalem, in Judäa und in Galiläa in den nächsten 40 Tagen erlebten. Mit der A. wurde nach Rudolf Steiners Forschungen das an den Tod gebundene menschliche Phantom des physischen Leibes aus der Verhaftung an unlösliche Aschekräfte befreit. Unter Phantom versteht die Anthroposophie die unsichtbare Strukturleiblichkeit des physischen Leibes. Sichtbar wird sie durch Einlagerung von Materie.
Ursprünglich sollte die Einlagerung von Materie in das P. so sein, dass nur Salzhaftes hineingenommen würde. Dieses hätte sich mit dem Tode völlig aufgelöst, und der Verstorbene hätte das P. unmittelbar mit in die geistige Welt nehmen können. Durch den Sündenfall wurde aber unlösliches Aschehaftes eingelagert. Aus diesen Bestandteilen resultiert der eigentliche Tod des P. Durch das Mysterium von Golgatha hat Christus durch die besondere Leiblichkeit des Jesus von Nazareth dieses Aschehafte im P. so locker halten können, dass es erlösbar wurde. So brachte er Ostern als Auferstehungsleib dieses von Asche befreite P. mit. Der Geistesmensch kann nur aus dem erlösten Phantom gebildet werden. Daher war das Christusopfer unerlässlich.

Bewusstseinsseele
In der Anthroposophie ein drittes Glied der Seele, das besonders im mittleren Erwachsenenalter (35-42) ausgebildet wird, indem der Mensch seine bewussten Erfahrungen, die er an seinem physischen Leib und dessen Sinneswesen macht, verinnerlicht. Die B. ist diejenige Seelenhülle, in welcher sich das selbstständige Ich des Menschen geistig erfahren und begreifen kann. Kulturgeschichtlich oder evolutionsgeschichtlich vollzieht sich diese Seelenbildung ab der Renaissance für die gesamte Menschheit. Dieses Seelenglied dient der Überwindung der Ichbezogenheit. In dem Maße, wie diese errungen wird, erlangt der Einzelne die Grundlage zu einer objektiven geistigen Forschung.

Bodhisattva
Buddh. "Erleuchtungswesen"
Darunter versteht der Buddhismus bestimmte Wesen, die aber nicht eher ins Nirwana eingehen wollen, bevor sie alle anderen Wesen aus dem leidvollen Rad der Geburten befreit haben. Sie können von den Gläubigen verehrt werden. Eine Individualität wird B. genannt, welche alle potenziellen irdischen Erfahrungen aufgenommen hat, sodass  sie  von  jedem  Ding  weiß, wie es verwendet werden kann, und daher ein Schöpfer geworden ist. Ein B. ist reif, aus den inneren Geistimpulsen der Menschheit zu wirken. Die Menschheitsführer, Weisen  und Meister  der  Erde  sind  noch  nicht Bodhisattvas. Erst wenn einer das ganze Wissen des Erdorganismus in sein Ich-Wesen aufgenommen hat, um schaffen, heilen und initiieren zu können, wird er zu einem B.
Zarathustra, Buddha, Jeshu ben Pandira und Skythianos waren Bodhisattvas. Sie können die fortdauernde Entwicklung immer analysieren und neu regeln. Sie können und wollen etwas für die Menschheit Fremdes aber nicht hineinbringen. Ob sie inkarniert sind oder nicht, können sie höhere Geistwesen wie Erzengel in ihren Ätherleibern tragen und von ihnen beseelt sein. Es wird vom Kreis der zwölf Bodhisattvas, der "Geschmückten", überliefert, sie von einem Dreizehnten, dem "Gesalbten", dem Christus, als ihrer schöpferischen Mitte, getragen werden.  

Chakra
Sanskr. "Rad", "Lotusblume"
Hierunter versteht man übersinnliche Energiezentren, die sich in der Nähe von Organen im menschlichen Körper befinden. Sie sind durch Kanäle (sanskr. nadis) miteinander verbunden. Es gibt sieben Haupt- und eine Anzahl Ne­benchakras. Ein C. besteht im übertragenen Sinne aus ei­nem Blütenkelch und Stängel, die im Astralleib lokalisiert sind, sowie einer Wurzel, die den physischen Körper des Menschen mit Wirkungen versieht. Die Hauptchakras sind: Muladhara (Steißbein) oder Wurzelchakra, Svadhisthana (Ge­schlechtsorgane) oder Sakralchakra, Manipura (Nabel) oder Nabelchakra, Anahata (Thymusdrüse) oder Herzchakra, Visuddha (Schilddrüse) oder Halschakra, Ajna (Hypo­physe) oder Stirnchakra, Sahasrara (Scheitel des Kopfes) oder Scheitelschakra. Die Chakras entsprechen bestimmten Wirkungsbereichen und verharren in Untätigkeit, bis ein Aufwecken sie erblühen lässt. Die "Schlangenkraft", Kundalini genannt, die dem Astrallicht entspricht, durchströmt sie mit neuen Schwingungen. Ein erwecktes C. dient u. a. der Geistesforschung als Wahrnehmungsorgan, weil man dann nicht mehr vom Astrallicht ‚geblendet’ wird.

Devachan
Dieser Ausdruck ist ein zusammen­gesetztes sanskrit-tibetisches Wort: Deva "ein Gott"; chan "Land, Be­reich, Gegend". Man kann es über­setzen mit "Götterland", "Götter­reich". Es ist jene Existenzebene zwischen zwei Inkarnationen, in die das mensch­liche Ich-Wesen, die menschliche Individualität eingeht und wo sie die Umwandlung für ein neues Leben erfährt. Die geistige Welt oder das D. ist eine schöpferische Welt. In ihr weben die Urbilder für Form und Werden aller Wesen, die nach ihnen gestaltet sind und die diesen innewohnen. Ein Hellseher, der die Bewusstseinsstufe der Intuition erreicht hat, kann das D. bewusst betreten und z. B. mit Verstorbenen kommunizieren.

Eksomatose
Griech. "außerhalb des Körpers"
Die Fähigkeit, sich auf eigenen Wunsch vom Körper zu lösen, um vollbewusst in den höheren, geistigen Dimensionen zu leben und danach in den Körper zurückzukehren. Hierzu gehört auch die Fähigkeit, die Erinnerung an alles, was man in dem Zustand der E. erlebt und unternimmt, zu entwickeln. E. ist ein Standardbegriff in der Lehre von Daskalos (Styliatos Atteshlis) 

Elemental
Bei Daskalos der Begriff einer Gedankenform. Jedes Gefühl, jeder Gedanke, den der Einzelne aussendet, ist ein Elemental. E. besitzen Gestalt und eigenes Leben, unabhängig von dem, der sie ausgesandt hat. Die Wirkung eines Elementals kann je nach Art seiner gespeicherten Energie aufbauend oder destruktiv sein. E. entsprechen in der Anthroposophie denjenigen Gedanken- und Gefühlsformen, die auf dem Astralplan lebendige, sich bewegende und tätige Wirklichkeiten sind. Sie sind vom Menschen selbst erschaffene Elementarwesen, die aus Astralstoff bestehen. Sie werden aber auch von anderen Wesenheiten als Werkzeuge ihrer Ziele benutzt. Ein Liebesgedanke ist als Gedankenform offen und kann die Stimme eines Meisters hindurchtönen lassen. Aber die geschlossene Gedankenform des Hasses lässt die göttliche Stimme keinen Eingang finden, sodass sie ungehört bleiben muss. Der Liebesgedanke, imaginativ geschaut, sieht aus wie eine wunderschöne Blume, die sich sanft öffnet und den, dem die Liebe gilt, wohltuend ganz umfasst. Denkt man einen Hassgedanken, so bildet er eine spitze, eckige Form, eben geschlossen, um jemand zu verwunden.

Empfindungsseele

In der Anthroposophie das erste Glied der Seele, das der individuelle Mensch besonders im jüngeren Erwachsenenalter (21-28) ausbildet. Die E. wurde als eine Grundlage der Seelenentwicklung der ganzen Menschheit in der Kulturepoche der Chaldäer, Babylonier und Ägypter um 3000-700 v. Chr. erworben. Die E. unterscheidet den Menschen vom Tier. Der allererste Selbstbewusstseinsfunke im seelischen Element der Innerlichkeit erscheint zunächst nur als eine Art Selbstgefühl oder -empfindung. Man erlebt es in spontanen Ekelempfindungen, Wutausbrüchen und Depressionen - kurz: in allen Emotionen, die sich in irgendeiner Weise kundtun. Sie entstehen an äußerlichen Impulsen, die an die Leiblichkeit herandringen. Wenn der Impuls vorüber ist, verschwinden beim Tier sofort auch die daran gebundenen Empfindungen; anders beim Menschen. Indem diese Impulse in die Innerlichkeit eindringen, werden sie von ihrer Verursachung gelöst und bleiben rein seelisch als Erinnerungen an den Anlass erhalten. Dadurch erlangt der Mensch gegenüber dem Tier die Fähigkeit, durch die Erinnerung an einen angenehmen Anlass beispielsweise aus der Innerlichkeit heraus zu einer selbst gewollten Wiederholung dieses Anlasses zu streben. Dieses triebhafte Wiederaufsuchen eines Anlasses aus der Erinnerung ist ein Vorgang der Empfindungsseele.

Eros Griech. "Liebesgott", lat. "Amor" oder "Cupido"
E. ist die erste Kategorie der Liebe, die mit dem physischen Leib zusammenhängt. Im E. wirkt die zeugende, schöpferische Kraft der Natur, sodass aus der Begegnung zwischen Mann und Frau ein Kind gezeugt werden kann, in welchem sich eine menschliche Individualität inkarnieren kann. Wenn E. von der Eifersucht nicht bedrängt wird, unterstützt und begünstigt sie die Liebe, die Freundschaft, die innige Zuneigung und die Zärtlichkeit.

Esoterik, esoterisch
Das Wissen, das früher in den Mysterienschulen gelehrt und durch Initiation empfangen wurde, galt als e. und es durfte an die breite Bevölkerung nicht gelangen, weil es in den Händen von Unwissenden kulturelle Schäden verursachen konnte. Es war in alter Zeit verboten und mit Todesstrafe verbunden, das Verborgene mitzuteilen. Exoterisches, zugängliches Wissen, durfte allmählich von öffentlichen Lehrstühlen, wie den Universitäten, seit dem Mittelalter verbreitet werden. Rudolf Steiner meinte, wer als Schüler esoterisches Lehrgut von einem Lehrer oder Meister bekommen hat, der würde unter allen Umständen nicht gut tun, diese geheimen Dingen in der ihm überlieferten Form mitzuteilen. Es ist heute nun ratsam, dasjenige weiterzugeben, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muss der übrigen Menschheit dienen. In der sogenannten modernen Esoterikszene, früher auch New Age genannt, wird  alles,  was  mit  spirituellen Fragen zu tun hat, einfach als E. bezeichnet. Man müsste aber mit diesem Begriff vorsichtig umgehen, sodass man sich klar macht, dass das eigentlich Esoterische immer ein Erkennen von Tatsachen ist, die sich in der geistigen Welt abspielen, die hinter dem Schleier der Sinnlichkeit sind, und dass die E. als solche eine fachgemäße Übersetzung benötigt, wenn sie von Nichtesoterikern verstanden werden soll.

Eurythmie
Griech. "regelmäßige,  schöne Bewegung"
Eine von Rudolf Steiner und seiner zweiten Ehefrau, Marie Steiner, entwickelte Bewegungskunst, die außer als reine Bühnenkunst auch als pädagogische E. in der Waldorfpädagogik und als Heileurythmie in der anthroposophischen Medizin zu therapeutischer Anwendung  gelangt.  Die  E. strebt an, mit der körperlichen Bewegung die entsprechende übersinnliche Bewegung, welche sich in der ätherischen Welt vollzieht, auszudrücken. Solche Bewegungen vollziehen sich ätherisch, wenn  ein  Gedicht  gesprochen oder ein Musikstück gespielt wird. Dementsprechend wird E. als sichtbare Sprache und als sichtbarer Gesang bezeichnet.

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