Leserbrief

Intellektualismus
und Klimawandel | Jostein Sæther


In verschiedenen Beiträgen zu den Themen „Klimawandel“ und „Denken“ im „Goetheanum“ in 2006 und 2007 wurden Aspekte so wohl aus der akademischen als auch aus der anthroposophischen Blickrichtung dargelegt, ohne dass ein Bezug zwischen der Art des Denkens und deren eventuellen Einflüsse auf das global-kosmische Milieu fokussiert wurde.

Karen Swassjan klärt nun in seinem prägnanten und wegweisenden Aufsatz zur Christus-Frage in der „Philosophie der Freiheit“ im „Goetheanum“ Nr. 19/2007 ein für manche bisher bestehendes Problem: Kann Denken und Erkennen voraussetzungslos werden? Sein Ansatz ist, dass wir im  „gekonnten Ätherleib“ intellektuelles Denken überwinden. […]

Zahllose Hinweise Rudolf Steiners […] zeigen aus einer okkulten Perspektive heraus, welchen bedrohenden Einfluss die zunehmende Zerstörung der irdischen Elemente auf die Zukunft der Welt hat, und dass der treibende Grund dieser Entwicklung tatsächlich im Intellektualismus liegt - also in einer Denkart, die unfähig ist, spirituelle Dimensionen des Daseins erkennen zu können.

[…] In „Lebendiges Naturerkennen“ (GA 220) konstatiert er kühn, dass die intellektualistische Kultur bereits (1922) in einem Stadium des Verfalls sei, und wenn es so weitergehen würde, wäre das göttliche Ziel der Erdentwicklung nicht mehr zu erreichen.

In Prognosen für unsere Zeit in den intern gehaltenen Karmavorträgen (GA 235 bis GA 240) beschrieb er nicht nur die künftigen Gefahren durch das intellektuelle Denken der „offiziellen“ Kultur, sondern er forderte seine Zuhörer auf, sich auf ein baldiges nächstes Leben vorzubereiten, um sich dann vom „Gescheitsein“ fernzuhalten, sodass die gewaltigen Aufgaben am Ende des 20. Jahrhunderts gemeistert werden könnten. […]

Im letzten Vortrag des Zyklus „Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte“ (GA 222) schildert Rudolf Steiner die absteigen de Bewusstseinsentwicklung während der nachatlantischen Kulturepochen und die künftigen Aufgaben der Menschheit. […] Das Zerstören der Erde beginne mit der Wärme als dem dünnsten Element. Wenn statt dem Intellektuellen die Imaginationsfähigkeit nicht genügend entwickelt werde, verderbe in den nächsten 1500 bis 1600 Jahren die Wärmeatmosphäre der Erde. […] In der anschließenden Epoche gehe der Zerfall eine Stufe hinunter, und die Luft werde vergiftet und mit ihr die Pflanzenwelt. Im darauf folgenden Zeitalter setze sich das Verderben fort mit katastrophalen Folgen für das Wasserelement. Somit würde auch die Gestalt des Mineralischen angegriffen werden.

Hängt also das Seelische in uns mit der Umwelt unmittelbar zusammen? Eine Psychosomatik auf Makroebene? Wir brauchen wenig Imaginationsvermögen, um fest zustellen, dass die beängstigenden Naturvorgänge, die Steiner voraus- sah, schon weit im Gang sind und dass Naturwesen durch die Herzlosigkeit der Menschen verdrängt werden. […]

Die bahnbrechenden Forschungen von Masaru Emuto mit Wasserkristallen sind eindeutig. Er […] belegt, dass das Wasser lebt und fähig ist, Gefühle und Gedanken aufzunehmen. Also wird nicht nur das Wasser im Krug, sondern der Wasserorganismus in uns und in der Erde durch positive und negative Ansichten beeinflusst. Sind auch die Lufthülle und die Wärmeerde genauso beeinflussbar für unsere intellektualistische oder anthroposophische Seelenart?

Das imaginative Denken liefert für den Einzelnen den nötigen Mut, sich mit der Zukunft der Erde und des Kosmos verantwortungsbewusst zu verbinden und sich für einen dringenden zivilisatorischen Umschwung einzusetzen.

Das Goetheanum, Nr. 24-2007
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Gamamila
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Weitere Aufsätze:
Im Erdenruf (2005)
Tempera auf Leinwand. 30x24.