Tierwelt 1
Gamamila
Jostein Sæther | Kraft- und Seelentiere

Tiere aller Kategorien haben wie Menschen eine Seele. Sie haben auch ein Ich-Wesen, d. h. eine Individualität. Sie ist aber nicht inkarniert, weder in den übersinnlichen Leibern noch im sinnlichen Erscheinungsbild eines einzelnen Repräsentanten seiner Gattung, sondern sie existiert unkörperlich als ein Zusammenhalter, Träger oder Fürsorger einer Art von vielen einzelnen Tieren. Eine Menschenindividualität schafft an ihrem eigenen Wesen in der Zeit nacheinander durch die vielen Erdenleben. Die Manifestation einer Tierindividualität tritt als ein Phänomen auf, das sich in gleicher Weise in der Zeit und im Raum ausbreitet, indem sie sich mannigfaltig nacheinander in den Generationen entfaltet, sich aber auch gleichzeitig in ihren vielen Kreaturen innerhalb der Biosphäre zeigt.


Weil die einzelnen Tierseelen keine Reinkarnation wie die Menschen durchmachen, haben sie auch kein Karma wie die Menschen, wohl aber eine Entfaltungskontinuität und ein Erinnerungsvermögen, die aus dem Gesamtschatz der Tierindividualität schöpfen. Die Evolutions- und Leidenswege der Tiere sind aber innig mit der karmischen Entwicklung der Menschheit verbunden. Auch die einzelne Menschenindividualität hat seit Uranfang eine seelisch-geistige Beziehung zu bestimmen Tierarten, so dass es angebracht ist, sie meditativ kennen zu lernen.

Der Geistesschüler wird allmählich auf dem inneren Übungsweg verschiedenen Ebenen begegnen. Dort erscheinen ihm elementarische, seelische und geistige Gegebenheiten und Wesen bildhaft oder imaginativ als Tiergestalten. In diesen Fällen sind innere Bilder mit Tieren als Gleichnisse zu verstehen, als indirekte Sinnbilder von Tatsachen, die sich später in anderer Gestalt ausdrücken werden, wenn man die Ich-Kraft aufbringt, hinter die Bilder zu blicken. Du kannst dich vorzustellen, dass du mit dem höheren Ich-Wesen
- oder auch Gruppenseele genannt - eines bestimmten Tieres der Natur innerlich in Kontakt treten kannst. So wirst du in der meditativen Schulung schrittweise dazu heranreifen zu erkennen, dass jede Menschenindividualität in der Evolution und in den tatsächlichen Inkarnationen auf der Erde mit bestimmten Tiergruppenseelen sowohl in indirekter wie auch direkter Verbindung gelebt hat. Dieser seelisch-geistigen Beziehungen wegen bestand in vielen Inkarnationen unmittelbarer Kontakt mit physischen Repräsentanten der entsprechenden Tiergruppenseelen.

In den religiösen und esoterischen Traditionen wurde das Phänomen, dass ein Mensch, ein Schamane, ein Medizinmann usw. durch verschiedene meditative oder kultische Praktiken in Kontakt mit den Wesen der Tierseelen kommen konnte, mit wechselnden Begriffen bezeichnet. Am häufigsten wird von Krafttieren gesprochen. Es heißt, dass sie Begleiter sind, denen man in der astralen Ebene begegnet und die einem neue Kräfte verleihen können. Sie begleiten uns dort auf dem inneren Weg. Sie geben nützliche Hinweise und man kann von ihnen sehr viel lernen. Jedes Krafttier hat meistens einen speziellen Bereich, wo es uns leiten und führen kann. Welchem Krafttier du begegnen würdest, hängt von deinem seelischen, karmischen und spirituellen Entwicklungsstand ab. Den Begriff
Krafttier stelle ich mit dem der Tiergruppenseele gleich.

Seelentiere hingegen spiegeln in einer Tiergestalt die Wirkung eines Krafttieres in der menschlichen Seele. Ein Seelentier ist kein objektives Wesen, aber es gibt die Charakterzüge eines Menschen bildhaft oder imaginativ in der Gestalt eines Tieres wieder. Geistwesen können sich aber mit diesem
Astralbild einverleiben und uns positiv oder negativ beeinflussen, ja uns dadurch sogar bösartig besetzen. Mit dem Begriff Seelentier wird also prinzipiell kein Eigenwesen, sondern es werden Wesenszüge von uns bezeichnet. Wir erleben das Innenleben eines Krafttieres und wenn wir uns auf der astralen Ebene bewegen, können wir uns in ein Seelentier verwandeln, um mit einem Krafttier in unmittelbaren Kontakt zu treten.

Wenn du irgendwo in der Sinnenswelt spazieren gehst und einen Vogel trällern hörst, lässt dich das Lied vielleicht bis in die Zehenspitzen erschauern. Dieser Laut kann tief in dich eindringen, er berührt die Seele und du wünschst dir nichts inständiger, als wie ein Vogel die Flügel auszubreiten und loszufliegen. Du fühlst dich wie dieser Vogel. Die Seelentiere eines Menschen können sich im Laufe des Lebens verändern, so wie sich jeder eben verändert, wenn er älter und an Erfahrung reicher wird. Ich gehe mit den beiden Kategorien
- Krafttier und Seelentier - sinngemäß um, weil diese beiden übersinnlichen Tatsachen sich im Bewusstsein auch durchdringen können. Die Art der Neigungen, die bestimmte Tiere verfolgen, um ihre irdischen Aufgaben zu realisieren, ist nicht nur mit Instinkten verbunden, die sie unbewusst prägen und dirigieren, sondern die ummittelbare Seelenverfassung, der astralische Charakter der Tierseele, ist dem Verhalten des Tieres einverleibt.

Durch seine Seelentiere ist jeder Mensch verbunden mit Krafttieren, die als übergeordnetes Ich-Wesen die einzelnen Tiere im Lebensraum lenken. Wenn man seine Seelentiere kennen lernt, öffnet sich einerseits eine neue Perspektive für die Tierwelt überhaupt, andererseits für die geistigen Kräfte und Aufgaben der Tierwesen in der Evolution in Bezug zur Menschheit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Außerdem entsteht die Aussicht, das Thema Karma erneut anzuschauen und anschließend eine unerwartete Einstiegsmöglichkeit in bestimmte Ebenen
früherer Leben durch ein Seelentier zu bekommen.



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Zum Glossar

Zu weiteren Aufsätzen in dieser Reihe:

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Die Sicherheitsnadel…[weiter]…
Das Luzifer-Mysterium I…[weiter]…
Shiva und Parvati baden ihren Sohn Ganesha. Miniatur aus dem 18.  Jahrhundert. Ganesha - der Elefantenfott, bedutet „Herr des Heeres Shivas"  - ist eine der beliebtesten Formen des Göttlichen im Hinduismus. Er wird angebetet, wenn man Glück braucht für den Weg oder eine Unternehmung.  Ganesha steht für Beginn und Veränderung, verbunden mit Schutz und Gelassenheit, und er verkörpert Weisheit und Intelligenz. Quelle: Wikipedia
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