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leben in Anthroposophie und Karmapraxis
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jostein sæther | soziale zukunft - perspektiven der karmaforschung
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uf geistige Wesen möchte ich in diesem Beitrag hinweisen, die in Urzeiten mit uns verbunden waren. Je mer wir ihre
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die urlehrer der menschheit
Alles, was wir erleben und durchmachen im Irdischen, wird von diesen Wesen der geistigen Mondsphäre beobachtet. Sie registrieren und tragen es in die Akasha-Substanz hinein. Sie haben einmal mit der Menschheit in Urzeiten die Erde bewohnt. Rudolf Steiner benutzte für sie den Begriff „Urlehrer“. Wenn wir uns mit dem Gebiet des Karmas in allen seinen Facetten und Wirkungen befassen, müssen wir diesen Mondwesen mit ins Blickfeld nehmen. Diese Lehrmeister nahmen damals nicht einen festen, physischen Körper an. Sie wirkten auf die Menschen aus ihren ätherischen Leibern.
Sie waren ätherische Gestalten, die sich nicht im Alltagsleben, sondern nur bei den Mysteriendiensten zeigten. Sie hatten schon in einer vorangehenden Phase der Erdenentwicklung die „Rangstufe“ des Menschentums erreicht und konnten somit Vorreiter der Menschheitsentwicklung werden. Meditativ fiel mir für sie das Urwort Gada ein, der etwa „Kreis des Götterrates“ bedeutet. Die griechische Göttin Gäa stand für diese geistige Qualität. Das Englische gather, was „begegnen“ oder „vereinigen“ bedeutet, und das Altnorwegische gande (vgl. den Namen Gandalf) für „wahrsagen“ stammen ebenso aus demselben Ursprung.
Schon zu atlantischer Zeiten zogen die Gemeinschaften der Gada sich immer mehr zu einer geistigen Ebene zurück, die mit dem Mond zu tun hat. Im Dienste der höheren Hierarchien haben sie dort eine Sonderstellung eingenommen. Wenn wir durch die Phasen zwischen Tod und neuer Geburt gehen, begegnen wir ihnen bei den Wanderungen durch die Mondregion zweimal. Nach dem Tod helfen sie uns, die Erlebnisse während der Schlafzeit des vollzogenen Lebens zu erkennen, indem sie alles wesenhaft durchdringen.
Dadurch wird im Weltenäther der Ausgleich für unsere eigenen Taten fixiert. Wenn man sich wieder der Erde nähert und sich vereinigt mit dem Keim, dem die Eltern geben, geht man durch ihr „Karmaregister“. Während die Urlehrer auf der Erde lebten, brachten sie uns die Urweisheit, die sich auf die Vergangenheit des Weltalls bezog. In ihrem jetzigen kosmischen Dasein halten sie das Vergangene der anderen Menschen fest. Indem wir zum gegenwärtigen Leben den „Abstieg“ machten, schrieben die Gada das ausgleichende Karma in unseren Astralleibern ein.
Der Astralleib ist gefüllt mit Eintragungen der gemeinsamen Erlebnisse mit anderen Menschen aus dem letzten Leben. In der Meditation können wir hinter das Geheimnis kommen, wie die ganze Vergangenheit in uns ruht. Nur weil die Urlehrer uns quasi noch als „Schüler“ einer zusammengehörigen karmischen Gruppe betrachten, verlieren wir unseren nächsten Mitmenschen nicht aus dem Auge. Würden sie uns das entsprechende Ausgleichkarma nicht mehr bereitstellen, würden luziferische und ahrimanische Widersacher einerseits durch physische Umwelteinflüsse, andererseits durch chronische Erbkrankheiten uns permanent auseinander treiben. Die zunehmenden Katastrophen und Tendenzen auf diesen Gebieten in den letzten Jahrzehnten können einerseits als Ausdruck des intensivierten Bösen, andererseits als eine Folge der Freiheitsentfaltung der Menschen gesehen werden. Aus einem „höheren“ Gesichtspunkt sind die beiden Tendenzen natürlich miteinander verwoben.
meditation als ein kulturimpuls
Weil die Liebe die entscheidende Kraft aller übersinnlichen Erkenntnis ist, wird der geistig Übende feststellen, dass er anfängt, aufmerksamer als früher mit jedem Lebewesen und jedem Menschen umzugehen, seitdem er geistige und karmische Erfahrungen pflegt. Rudolf Steiner unterstrich diesen Umstand in der Vortragsreihe Gedankenfreiheit und soziale Kräfte (GA 333), indem er betonte, dass die Liebe selbst sogar die Forschungsmethode auf geistigem Feld werden muss. Aber für die geistigen Regionen, die allmählich sich in der Meditation aufmachen, muss man sich noch viel liebefähiger machen, als man es für das gewöhnliche soziale Leben zu sein hat.
Eine wahre Lebenskunst wird nötig sein, um neue aus individualisierter Anthroposophie stammenden Ideen und Impulse ins Leben zu bringen. Keine neuen Gesetze aus dem Gefundenen müssen aufstellt, sondern alles so lebendig gehalten werden, dass immer ein neuer Anstoß zu freudigem Üben und zu ernster Forschung entsteht. Die Perspektive einer Lebenskunst aus Geist-Erkenntnis ist so umfassend, dass sie wohl eine eigene Darstellung benötigt. Die Tatsache, dass Meditation immer mehr zum Alltagsleben gehört, wandelt alte Arbeits- und Lebensformen um. Nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die architektonische Umwelt wird anders beschaffen sein, wenn Meditation als ein Kulturimpuls ernst genommen wird.
Die Idee von Reinkarnation und Karma würde viele Gewohnheiten überhaupt abschaffen und einige Institutionen und Betriebe von Arbeitgebern und -nehmern total entleeren, wenn sie diese Idee und ihre Perspektiven als Wahrheiten annehmen würden. Das militärische System und alle mit ihm verbundenen Industrien würden keinen Sinn und keine Bedeutung mehr haben, wenn ihre Vertreter die Karmaidee verkörpern würden. Dadurch würde definitiv keine Arbeitslosigkeit, sondern eher ein innovatives Potenzial entstehen, das neue Erfindungen und Projekte befördern würde inklusive den Wiederaufbau kriegsverwüsteter Gebiete und Orte, die durch Materialismus und Imperialismus verlassen wurden - wie ich es selbst in Russland hautnah erlebt habe -, Plätze, die aber künftig wieder durch Umweltbewusstsein bewohnbar sein werden.
neue lebensart aus karmaverständnis
Wenn Menschen sich gegenseitig aus wahrer Karmaerkenntnis verstehen, respektieren und unterstützen, auch da wo der eine und der andere im täglichen Leben noch aus Fehlschätzung handelt, fängt eine wirklich tragende, soziale Kraft sich zu zeigen. In der Entstehungszeit der Mysteriendramen von Rudolf Steiner, als die Karmaidee zum ersten Mal in der Geschichte bewusst und buchstäblich auf die Bühne gebracht wurde, ging 1911 ein Versuch von ihm aus. Für und mit einigen Trägerpersonen der anthroposophischen Bewegung wurde eine „Stiftung für theosophische Art und Kunst“ angesagt, die wohl als eine esoterische „Ausstrahlungsstätte“ gedacht war, um zu bewirken, dass aus Karmaverständnis zwischen konkreten Menschen eine neue Lebensart gefördert werden konnte. Ein Grundmotiv bei dieser Stiftung war die individuelle Souveränität unter den Teilnehmern und gegenüber dem esoterischen Lehrer selbst.
Steiners Idee konnte nicht verwirklicht werden aus Gründen, die durch Dokumente nicht belegt sind. Man weiß nur, welche Persönlichkeiten angesprochen waren, die bestimmte Arbeitsfelder „vertreten“ sollten. Es ist später behauptet worden, dass Steiner eine Wiederaufnahme dieser Idee brachte, als er den sogenannten „esoterischen Vorstand“ bei der Weihnachtstagung 1923-24 initiierte. Die nachfolgende verheerende Geschichte der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft zeigt, dass zuwenig Karmaverständnis vorhanden war, um zu entschärfen die negativen Gereden, die in Umlauf waren, über karmische Angaben - z.B. zu Ita Wegman. In der sozialen Problemen nach Steiners Tod, die über viele Jahrzehnte und mit einigen verspäteten Ausläufern bis heute zu erbitterten Konflikten, Gerichtsverfahren und schmerzenden Trennungen zwischen Einzelnen und Gruppierungen in vielen Ländern führten, sehe ich das fehlende Karmaverständnis als Erzeuger des Übels.
Ein bewusstes sich Zusammenfinden aus Karmaverständnis, wo erforscht wird, warum man sich wieder begegnet, und wo Abbau von eventuellen Spannungen gezielt erstrebt wird, um sich gegenseitig zu helfen, stiftet Frieden auf der Basis der Freiheit und der Liebe. Nur eine solche karmische Aussöhnung könnte eine Erfolg versprechende Art des sozialen Berücksichtigens entwickeln. Ähnlich wie früher in den Zünften der Mittelalter und heute noch bei der Eheschließung die Partner sich verpflichten einer Würdigung für einander, würde eine Stiftung allerorts für karmischen Frieden angewiesen sein auf ein sich gegenseitig Bestätigen in der auf Karmaerkenntnis basierte Willensrichtung.
Karmabewusstsein trägt zu einer sozialen Zukunft bei durch ein erweitertes Verständnis, in welcher der Einzelne im Geistesleben einer Gemeinschaft seine Seelenwurzeln hat. Auch umgekehrt führen ein umfassendes soziales Verständnis und ein echtes globales Denken zu einem Einfühlungsvermögen gegenüber komplexem Karma zwischen Individuen, Religionsgemeinschaften und Nationen. Gemäß Rudolf Steiner in Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis (GA 191) führt soziales Verständnis im nächsten Erdenleben gerade zu einem Blick für das Karma. Es entsteht auch nur, wenn ein spirituelles Interesse nicht nur für die eigene, sondern auch für andersartiger kulturelle Zugehörigkeit vorhanden ist.
Die politischen Katastrophen des letzten Jahrhunderts haben deutlich das Umgekehrte bewiesen. Individuelle Karmaforschung hat eine ordnende Funktion im sozialen Feld. Unabhängig ob andere Menschen wissen, dass jemand solche Einblicke hat, verändert sich sein eigenes Leben wesentlich. Wenn Menschen gemeinsam anfangen, ihr Karma prinzipiell zu ordnen, tauchen Farben- und Zahlenordnungen meditativ auf, die aus dem Dialog mit den ehemaligen Urlehrern, unseren heutigen Karmabildnern entstehen. Man wird sich z.B. als ein „Blauer“ in einem Kreis von Geistesverwandten erkennen, der die Tugend der Milderung vertreten darf. Dadurch kann das größere soziale Umfeld neue Bildungskräfte bekommen. Sogar die Substanz der Akasha-Chronik erfährt dadurch eine Metamorphose, die weit in die Zukunft reicht, bis auf Zustände unseres Sonnensystems, wenn Erde und Mond eine andere astronomische Relation bekommen wird als heute.
Vermittlung erkennen werden, können sie durch ihren Bezug zu unserem Karma die Zukunftsimpulse der Gemeinschaftsbildung immer mehr befördern.
Die Sophia-Sonne, aus dem Newsletter of the Anthropo-sophical Society in North Carolina. Quelle: rtpnet.org
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