Gamamila

2009/06/05

Die Erleuchtungsfalle

Erleuchtung bedeutet für mich, sich als geistiges Wesen zu erkennen. Erleuchtung bedeutet dem Licht des göttlichen Funken zum Vorschein kommen zu lassen, sodass ich etwas wahrnehmen kann, was vorher im Dunkel in mir lag. Diese Erkenntnis leugnet keine Existenz anderer geistigen Wesen, sondern nimmt sie in den eigenen Lichtraum ein. Sie verneint auch nicht, dass es andere Geistwesen außer den Menschengeistern geben. Bin ich damit ein Opfer der Erleuchtungsfalle? Bin ich im Netz der eigenen Wünschen und mythischen Archetypen meiner Seele gefangen, wenn ich spreche von separaten geistigen Wesen außer mir, die innerhalb einer geistigen Ebene leben und wirken, die ich nicht immerwährend sondern nur sporadisch mit meinem höheren Bewusstsein erfassen kann? Verfolge ich die Diskussionen zum Thema Erleuchtung, zu deren Interpretationen und Konsequenzen für das alltägliche Leben, dann komme ich eventuell zu Antworten auf diese und andere Fragen.

Beispielsweise wie kommt es, dass einige sogenannten Erleuchtete in der Gegenwart dieser meiner Erkenntnis in Abrede stellen? Dass sie nur von sich als ein göttliches Wesen sprechen? Dass sie kaum oder überhaupt nicht von anderen Geistwesen sprechen? Wie kann es sein, dass ein Sebastian Gronbach, der als integraler Aktionist eine Art Reformation der Anthroposophie verkündet, als seine Wahrheit postuliert, dass Rudolf Steiner nur geniale und poetische Beschreibungen spezifischer Formen und Zustände der menschlichen Innenwelt erfunden habe, als er von Erzengeln, den Widersachermächten Luzifer und Ahriman, den Elementarwesen und am Ende auch von Christus schrieb und sprach. Er wertet Steiners Anthroposophie ab als „die wissenschaftliche Methode der Versinnbildlichung“ und deutet die spezifischen anthroposophischen Begriffe als Kunstgriffe, „um komplizierte menschliche Ideen in eine populäre Form zu gießen, mit denen wir über das Denken hinaus eine lebendige Beziehung eingehen können.“

Ein geistiger Verwandter Gronbachs, Christian Grauer, der sich mit der Neukreation
Infosoph bezeichnet, scheint mir in seiner spirituellen Aufklärung seiner Anthroposophie gegenüber ehrlicher und weniger schwulstig als jener zu sein, wo dieser quasi von mehreren Seiten seine durch Jahrzehnte aufgetürmten anthroposophischen Phantasien bombardiert in einem Rückblick auf eine existenzielle Krise und ein singuläres meditatives Kulminationsereignis:

„Die Besonderheit dieser Erfahrung liegt nicht in ihrem Inhalt, sondern in ihrer Qualität. Das Erlebnis war nicht annähernd so intensiv wie das von irgend welchen Rauschzuständen oder anderen extatischen Erlebnissen. Es war mit ihm keinerlei exponierter Inhalt, keine Vision oder ein besonderer begrifflicher Zusammenhang verbunden. […] Es ist das Bewusstsein, in dem nicht nur die Welt sondern auch ich selbst aufgehoben bin. Es ist jene reine präsubjektive Operationalität, welche in konstruktivistischen Begriffen jeglicher ontologischen Instanz vorangeht. […] Mit dem Auftauchen dieser Bewusstseinsqualität, die man reines Bewusstsein nennen könnte, entschlüsselte sich für mich auch plötzlich eine bestimmte Schicht jener Mythen und Sagen, jener Fülle an okkulten, esoterischen, gnostischen, spirituellen und religiösen Weisheiten, die in unterschiedlichster Form auf diese Art des bewusst seins Bezug nehmen. […] Man erkennt plötzlich in diesen Versuchen, das Unsagbare zu sagen, was gemeint ist und weiß zugleich, dass man es nie verstehen würde, hätte man es nicht selbst erlebt. […] In dieses reine Bewusstsein fällt die ganze Erleuchtungsrhetorik zusammen.“

Christian Grauer möchte vermitteln „eine ganz grundlegende Erfahrung der Einheit, bei der Karma, Spiritualität, Philosophie und Biographie erst beginnen können, sich im eigentlichen Sinne frei zu entfalten“. Als Anthroposoph ist er an der Entdeckung dieser neuen Erfahrungsschicht besonders überrascht, weil er erlebt, dass hinter den anthroposophischen Beschreibungen einer geistigen Welt die „Erfahrung des Absoluten“ sich verbirgt, die aber – wie es mir scheint – in keiner Weise auf Wesenhaftem außer ihn selbst hinweist. Er konstatiert, dass die Anthroposophie als spiritueller Schulungsweg auf diese Dimension der Erfahrung zwar hinzielt, aber er wäre selber in ihren methodischen Anweisungen verleitet worden:

„Jene Anthroposophie, von der mich abzulösen der Beginn der Entwicklung war, die mich schließlich zu dem geschilderten meditativen Erleben gebracht hatte, führte umfangreiche und komplexe Vorstellungen einer geistigen Welt und ihrer imaginativen, inspirativen und intuitiven Erschließung mit sich. […] Ich erwartete als Anthroposoph tatsächlich, dass sich im Dunkel der von allen sinnlichen Wahrnehmungen abgeschotteten Innerlichkeit die Vision geistiger Inhalte einstellte und gleichsam nur eine zweite Form der Wahrnehmung die erste ersetzte und ergänzte.“

Im einfachen und schlichten Achtsamkeitserlebnis tauchte für Grauer jene Form der Anthroposophie, die er gepflegt hatte, nicht auf: „Meditation ohne Anspruch auf Visionen, Erkenntnisse, Entwicklungsfortschritt, Übung oder eine andere mit Bedeutung gefütterte Zielsetzung wurde gleichsam als leere und geistferne New-Age-Scharlatanerie abgetan. […] Bedauerlich ist dies im Rückblick insbesondere deswegen, weil außer Frage stehen muss, dass Rudolf Steiner diese Tür kannte und nutzte, sie ihm vielleicht wie kaum einem Anderen in unserer Zeit eine gleichsam angeborene Selbstverständlichkeit war. Dies zeigen die durchaus vorhandenen Bemühungen von Steiner, Wege zur geistigen Schulung zu weisen.“

Grauer überlegt, ob Steiner selbst ein Bewusstsein davon hatte, welcher Schritt normalerweise erforderlich ist, um im Alltagsbewusstsein dieser spirituelle Schicht aufzufinden, da sie für ihn, wie er in seiner unvollendeten Autobiographie darstellt, schon seit der Kindheit offen lag. Er stellt fest, dass Steiners Werk bei allen sonstigen erstaunlichen Wirkungen auf dem Gebiet der Esoterik historisch versagt habe, und
die Anthroposophie sei von anderen Strömungen überholt. Für ihn erscheint sie im Kontext moderner spiritueller Strömungen geradezu philiströs zu sein. Sie sei „bepackt mit einer unglaublichen Fülle an theoretischem spirituellem Inhalt und davon inspirierten praktischen Kulturtechniken […] aber dennoch bleibt sie vor den Toren der viel beschworenen geistigen Erfahrung stehen.“

Das konkrete Erleben fehlt
der Anthroposophie, konstatiert Christian Grauer blasiert: „Sie weiß um das höchste Ziel der Menschheitsentwicklung, ist aber gerade dadurch blockiert, den ersten Schritt auch zu tun! Das zumindest ist mein persönlicher Eindruck im Rückblick auf meine Karriere als Anthroposoph und die keineswegs atavistische sondern befruchtende Wirkung der ganz unprätentiösen Hinweise auf die Möglichkeiten des unmittelbaren meditativen Erlebens.“

Christian Grauers Satz
„Diese Fülle an präsupponiertem Inhalt, verbunden mit einer pathetischen und teleologischen Entwicklungsrhetorik und der Vorstellung eines primär visionären Charakters einer spirituellen Bewusstseinserweiterung, verstellte mir im Grunde komplett den Zugang zu dieser Erlebnisqualität reiner Bewusstheit“ nehme ich als Ausgangspunkt einer Rückblicksmeditation. Im Ergebnis dunstet mir eine monströse Imagination auf, die Rudolf Steiner völlig auf dem Kopf stellt. Er wäre irgendwie umgekehrt inkarniert! Sein Tod wäre sein Geburt gewesen und sein Geburt der Tod! Er hätte rückwärts gelebt, sodass seine Karmaforschung am Anfang stehe, gefolgt von der Weihnachtstagung von 1923, der Gründung der Waldorfschule, dem Bau des ersten Goetheanums, den Mysteriendramen, seinen Grundbüchern und dem Eintritt in die Theosophische Gesellschaft! Dann käme die Berliner Zeit, Weimar, Die Philosophie der Freiheit und gegen Ende würde die Begegnung mit dem unbenannten Meister und diejenige mit Felix Koguzki kommen und ganz am Schluss die Jahre mit seiner Familie in Österreich-Ungarn! Solch gelebt, hätte Steiner sich von den mythologischen Irrbildern ausnahmslos befreien können, um du der „einfachen“ Erleuchtung zu kommen, die er als 19jähriger laut Sebastian Gronbach, Christian Grauer und andere Autoren der Zeitschrift Info3 wie Felix Hau gehabt habe!

Sind die Anthroposophen – und ich mit ihnen – Opfer einer makabren Geschichtsverfälschung? Oder könnte es sein, dass Gronbach und Grauer in eine Erleuchtungsfalle geraten sind, wo sie wegen einer Art Verdrängungsmechanismus nicht kapabel sind, zu erkennen, warum sie keine anderen geistigen Wesen außer sich selbst erleben können? Ein Hinweis gerade von Steiner könnte Licht in diese Problematik werfen, sofern man noch dafür offen ist, sich nicht festlegen zu müssen.

„Das, wovon man in Wirklichkeit redet, wenn man heute vielfach von seinem Gott spricht, das ist der einzelne Angelos oder gar das eigene Selbst in der Zeit zwischen dem letzten Tode und der jetzigen Geburt.“ (Rudolf Steiner in:
Erdensterben und Weltenleben, GA 181, Dornach 1967, Seite 353) Steiner sieht also hinter solchen Gottesvorstellungen wie z. B. dem modernen protestantischen (es könnte hinzugefügt werden der mit drei Gesichtern integrale) Gott nichts anderes als das Wesen eines Engels. Steiner ergänzt: „Es ist ein verborgener Egoismus von den Menschen, unmittelbar zu dem Gotte sich erheben zu wollen, denn sie wollen sich in Wahrheit […] nur zu ihrem Gotte, zu ihrem eigenen Engel erheben. Indem der Mensch eigentlich nur zu seinem Angelos aufblickt, das sich aber nicht gesteht, sondern glaubt, er blicke zu dem Gotte auf […] betäubt er durch diese unwahre Vorstellung in einem gewissen Sinne seine Seele.“

Könnte falsche Vorstellungen vom Spirituellen und einen unfreien Umgang mit anthroposophischen Begriffen und Inhalten eine Betäubung der Seele dem eigenen Ich so heruntertrüben, dass bei geistigen Erlebnissen, wie diejenige oben von Christian Grauer geschilderte, sich andere geistige Mächte in die Seele einschmuggeln, die dort in dieser Weise nicht wirken sollen. Steiner erläutert: „Das heißt, es schleicht sich an die Stelle des Engels, den man zunächst verehren wollte, den man umtauft zu ‚Gott’, der luziferische Angelos ein. Dann aber ist die schiefe Ebene, die den Menschen hinunterführt, sehr nahe. […] Und dieser luziferische Engel wird den Menschen alsbald in den Materialismus hineinführen. Dieser maßlose Hochmut, der noch oft als Demut angesprochen wird, er ist es, welcher letzten Endes den Materialismus hat hervorbringen müssen.“ (
Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben, GA 172, Seite 180f)

Die folgende biographische Beschreibung von Christian Grauer stellt die zuletzt zitierten Worte von Steiner in einem aufschlussreichen Licht: „Was mir als unhintergehbarste Gewissheit galt, nämlich dass der Welt irgend so etwas wie ein höherer Sinn unterliege, wie immer der auch aussah, das musste ich anzweifeln. Dass es gleichsam etwas wie eine Auflösung des Rätsels gab, die über die unmittelbar sinnliche Welt hinaus ging, das musste ich in Frage stellen. Ich musste als Spiritualist, der ich als Anthroposoph war, zuallererst zum radikalen Materialisten werden. Und selbst daran würde ich noch zweifeln müssen.“

Wenn es nun so wäre, dass in der modernen Erleuchtung der integralen Szene der eigene Schutzengel nicht sofort erkannt wird, sondern wie vom aufgeblasenen Ego verschoben wird, sodass nur sein letzter „Atemhauch“ als geistige Wahrnehmung bleibt, der dann in schönen, sogar philosophischen Worten als das eigene Geistwesen und zugleich als Gott gepriesen wird, dann wäre diese offenbar-esoterische Ausführung wohl noch ergötzlich. Es könnte aber auch bei jemand der Umstand eintreffen, dass der nicht erkannte Schutzengel nicht imstande ist, ein wahres Geist-Erleben zu vermitteln. Es könnte unter Umständen sein, dass er nicht derjenige ist oder der geeignete ist, um eine sinngemäße Begleiterfunktion in der Meditation zu übernehmen. Rudolf Steiner hat beschrieben, warum schon im Hochmittelalter das Karma der ganzen Menschheit in Unordnung kam, mit der Folge, dass eine Disharmonie in der zu Michael gehörenden Rangordnung der Engelwesen eintrat. (Vgl. Rudolf Steiner,
Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band III, GA 237, Seite 179f)

Auf dem achten ökumenischen Konzil in Konstantinopel im Jahre 869 erhoben die römisch gesinnten Kirchenväter nämlich zum Dogma, dass der Mensch nur aus Leib und Seele besteht. In der westlichen Kirche wurde seitdem dem Geist keine Selbständigkeit mehr zugemessen. Der Geist im Menschen wurde für das allgemeine Bewusstsein der abendländischen Welt quasi ‚abgeschafft’. Damit begann nicht nur auf Erden ein Schisma in der Christenheit, das bis heute ihre Konsequenzen nach sich zieht, sondern auch in der geistigen Welt konnten die Schutzengel der Menschen in den folgenden Erdenleben nicht mehr alle Erlebnisse richtig in das Karma hinein stellen, weil sie die menschliche Freiheit zu respektieren haben, auch wenn jemand seinen Geist, in welchem sein Karma wurzelt, verkennt.

Falls die Herren Gronbach, Grauer und Co. die Bereitschaft hätten, die individuelle Reinkarnation als etwas Wahres zu begutachten, würden sie sich womöglich auftun, ihren früheren Inkarnationen zu suchen und etwa nach einem Leben im 9. Jahrhundert fragen, und falls sie zu konkreten Ergebnissen und gar zu karmischen Imaginationen kommen würden, glaube ich, dass sie auch die Bereitschaft zeigen würden, in einem
anspruchslosen Gespräch über die vielen Phänomene und Hürden der Erleuchtungsfalle sich auszutauschen.

In der meditativen Arbeit mit der Engelfrage kann ich folglich erkennen, ob ein weiterer Engel als mein besonderer Meditationsengel hinzutreten würde. Jeder Mensch steht während der Menschheitsevolution mit mehreren Wesen aus den Rangordnungen der Engel in innigster ‚Berührung’. Diese Tatsache fasst ein altes norwegisches Abendlied zusammen, in dem es heißt, dass „vierzehn Engel um das Bett des Kindes stehe“. So dürfte kein Hindernis aufkommen, wenn der eigene Schutzengel aus noch nicht erkannten, unter Umständen alten karmischen Problemen eine meditative Arbeit gegenwärtig nicht unterstützen würde oder könnte. Das Zusammensein mit einem Engel in der imaginativen, selbst durchleuchtenden Innenwelt steigert sich allmählich so, dass ich mich ihm ganz hingeben kann. Ich traue mich, das Wirken des Engels aufzunehmen, als würde er in mir alles vermitteln, was als Bewusstsein in mir lebt. Von einem leicht als Erleuchtung zu beschreibendes Geist-Erleben, in der es um ein Engelwesen geht, bis zu höheren Hierarchien und zur göttlichen Trinität ist es aber noch einen langen Weg im spirituellen, außerkörperlichen Dasein. Gott sei dank!

Bild: Ein Silen (römische Skulptur aus dem Louvre) ist in der griechischen und römischen Mythologie ein Mischwesen aus Mensch und Pferd, wobei es einem Menschen viel ähnlicher ist als ein Kentaur. Um die Ironie des Sokrates zur Sprache zu bringen, lässt Platon den Alkibiades im Symposion sagen, Sokrates sei wie eine von den hässlichen Silenenfiguren, die man öffnen kann, und aus deren Innerem einem dann goldene Götterbilder entgegenschimmern. Quelle: Wikipedia

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2009/05/29

Erleuchtung und Selbstseinsglück

In den Diskussionen um aktuelle Geist-Erlebnisse und sogenannte Erleuchtungen bei Menschen, die sich an Rudolf Steiners Werk anlehnen, wird häufig postuliert, dass das erweiterte Bewusstsein keine andere Geistwesen vorfinde als diejenigen, die man selber schafft; dass heißt, man selbst sei mitbestimmend, für dasjenige, was im erleuchteten Bewusstsein erfahren wird, man würde nur sich selbst als Geistwesen finden respektive Gott als der Schöpfer des eigenen Selbst und der Du-Wesen der Mitmenschen.

Andrew Cohen (Jahrgang 1955) – einer der beliebtesten spirituellen Lehrer heute – schreibt in einem Text von der neuen evolutionären Erleuchtung, dass die Macht, die Energie und die Intelligenz, die dieses Universum erschaffen haben, nun von uns als die höchst entwickelte Lebensform abhängig wären, „um ihren evolutionären Imperativ zu unserem eigenen Daseinszweck werden zu lassen“. Und er fährt fort:

„Dann werden wir wortwörtlich zum Gott in menschlicher Gestalt. Als Mensch verkörpert zu sein, das heißt du selbst zu sein, hier und jetzt, wird auf wunderbare Weise in ein heiliges Ereignis verwandelt. Und an diesem Punkt finden wir eine neue Definition von Spiritualität, die ich Evolutionary Enlightenment (Evolutionäre Erleuchtung) nenne, die der Realität des menschlichen Dilemmas und Potenzials zu diesem Zeitpunkt gerecht wird. Aber wir müssen die damit verbundenen außergewöhnlichen Anforderungen auch erfüllen.“

In seinem in meinem Blog viel diskutierten Buch
Missionen fasst Sebastian Gronbach kurzerhand zusammen, dass alles Gerede von außer den Menschen existierenden geistigen Wesen zu verstehen sei als erschaffene Repräsentanten einer Idee:

„Wer über geistige Wesen spricht, spricht über sich, über sein Seelenleben, über seine verschiedenen Bewusstseinsstufen. Und natürlich ist alles in uns aktiv und dynamisch – weil ich es bin, weil ich aktiv und dynamisch bin. Natürlich sind die Erzengel und Widersachermächte echte, lebendige Wesen – weil ich ein echtes, lebendiges Wesen bin. […] Es gibt keine geistige Welt, wenn wir sie nicht erbilden. Der gesamte Inhalt der Anthroposophie existiert nicht für sich und unabhängig von einem schöpferischen Bewusstsein. Er verdankt sich dem ‚freien Erbilden der geistigen Welten’ – so Steiner.“

Der Satz
„Natürlich sind die Erzengel und Widersachermächte echte, lebendige Wesen – weil ich ein echtes, lebendiges Wesen bin.“ klingt wie eine Zauberformel, die ein Kind benutzt, um alle seine Spielzeuge innerhalb seines Wirkungskreises „lebendig“ zu machen. Die nachstehenden Worte des erwachsenen Steiners in seinem Hauptwerk Die Geheimwissenschaft im Umriss (GA 13, Taschenbuch 601, Dornach 1962, Seite 271f) klingen etwas anders zur Frage der Geistwesen:

„Nicht derjenige kommt in einer richtigen Weise in die geistige Welt hinein, welcher froh ist, wenn er irgendwo einen Vorgang erleben kann, der ‚von dem menschlichen Vorstellen nicht begriffen werden kann’. Die Vorliebe für das ‚Unerklärliche’ macht gewiss niemanden zum Geistesschüler. Ganz abgewöhnen muß sich dieser das Vorurteil, dass ein ‚Mystiker der sei, welcher in der Welt ein Unerklärliches, Unerforschliches’ überall da voraussetzt, wo es ihm angemessen erscheint. Das rechte Gefühl für den Geistesschüler ist, überall verborgene Kräfte und Wesenheiten anzuerkennen; aber auch vorauszusetzen, dass das Unerforschte erforscht werden kann, wenn die Kräfte dazu vorhanden sind.“

Wie habe ich selbst im November 1996 im höheren imaginativen, inspirativen und intuitiven Erleuchtungsbewusstsein außerkörperlich – oder nach dem Geist-Erleben demnächst – erkannt, dass
nicht ich sondern ein anderes Wesen – und sogar mehrere Wesen wie in einer Kreisbewegung der Zeitlosigkeit gleichsam sowohl synchron als auch nacheinander mich erleuchteten? Einerseits erlebte ich die andauernde Beweglichkeit im geistigen All; es war das Erleben in dem zyklischen, sich selber für immer garantierenden Werden unter geistigen Wesen. Andererseits erlebte ich die Sehnsucht nach der irdischen Zeit, also eine rein menschliche Erfahrung, die ein außersinnliches Wesen nur als Mensch gehabt haben kann – wie Luzifer und Christus, die tatsächlich inkarniert waren –, dass ich quasi einmal entschwinden möchte.

Meine Erleuchtung bedeutete ein Erkennen des eigenen Wesens, das durch erneute Erdenleben geht, ein Erkennen von aus sich wirkenden Natur- und Elementarwesen, ein Erkennen von Engelwesen verschiedener Stufenfolgen, ein Erkennen und ein Fehden mit Widersachern (u. a. mit solchen, die von Steiner als luziferisch und ahrimanisch bezeichnet sind) und nicht zuletzt ein Zusammenkommen mit dem Herrn des Karmas, das über die ganze Erde
Christus genannt wird. Da darf ich von Wesenheiten außer mir sprechen, nicht weil ich es will, sondern weil sie mir und meine Erkenntnis wollen – „außer“ mir, insofern ich im Erkenntnisakt mit ihnen eins bin, aber sie quasi mit mir nicht. Also ein Sowohl-als-nicht. Gronbachs Es ist Zeit, diese Beziehung zu beenden passte gar nicht in das Gefühl der Zeitlosigkeit, weil hier im Doppelstrom der Zeit zuallererst eine geistige Beziehung anfangen konnte. Und dieses Zusammensein in der Eintracht oder in der Zwietracht konnte nur insofern als ein Wesendes unter Wesen erkannt werden, weil ich im Nachhinein wie aus einer Gebärmutter kommend sowohl eine Geburt meines höheren Wesens erfuhr als auch ein Sterben des Egowesens (mein Mutterkuchen!), das vor der Meditation ohne Erwartung auf etwas Bestimmtes mich versorgt hatte.

„In den höheren Welten hat es auch keinen Sinn mehr, von solchen abstrakten Gegensätzen zu sprechen wie Ewigkeit und Zeitlichkeit; die hören auf einen Sinn zu haben. Da muß man von Wesenheiten sprechen. Deshalb spricht man von fortschreitenden göttlichen Wesenheiten und von luziferischen Wesenheiten. Weil die in den höheren Welten da sind, spiegelt sich ihr Verhältnis zueinander als der Gegensatz von Ewigkeit und Zeitlichkeit.“ (Rudolf Steiner im Vortrag vom 30. August 1912 in:
Von der Initiation. Von Ewigkeit und Augenblick. Von Geisteslicht und Lebensdunkel, Dornach 1986, GA 138, Seite 95ff)

Wenn die „erleuchteten“ Fährmänner der modernen Esoterikflutwelle von
primordial consciousness sprechen, worauf bezieht sich dieser Begriff? Besteht vielleicht hier ein Zusammenhang zwischen diesem sogenannten ursprünglichen Bewusstsein und demjenigen, welches sich in den folgenden Worten – die ein der Hauptpersonen, Johannes Thomasius, während seiner Meditation hört – der Bühnengestalt Luzifer in Steiners ersten Mysteriendrama sich ausdrückt?

„O Mensch, erkenne dich, / O Mensch, empfinde mich. / Du hast dich entrungen / Der Geistesführung / Und bist geflohn / In freie Erdenreiche. / Du suchtest eignes Wesen / In Erdenwirrnis; Dich selbst zu finden, / Es ward dir Lohn, / Es ward dein Los. / Du fandest mich. / Es wollten Geister / Dir Schleier vor die Sinne legen. / Ich riss entzwei die Schleier. / Es wollten Geister / In dir nur ihrem Willen folgen. / Ich gab dir Eigenwollen. / O Mensch, erkenne dich, / O Mensch, empfinde mich.

Nach der darauf folgenden Replik von Ahriman, den ich hier einfachhalber auslasse, spricht Luzifer weiter:

„Es gab nicht Zeiten, / Da du mich nicht erlebtest. / Ich folgte dir durch Lebensläufe. / Erfüllen durft’ ich dich / Mit starker Eigenheit, / Mit Selbstseinsglück.“

Die Erleuchtung eines Andrew Cohens und seine Interpretationen derselben scheint mir außerordentlich wichtig zu sein, weil sie uns auf die entscheidende Aufgabe Luzifers in der modernen Geistesschulung hinweist. Es geht um die Entdeckung, um das Bewusstwerden des
Selbstseinsglücks. Die Frage ist nur, ob der betroffene Geisteslehrer, seine Nachfolger und Zeitgenossen – wie Sebastian Gronbach und Christian Grauer – im Gewahrwerden der Idee halt machen bei ihrer Eigenheit oder ob sie zum Wesenhaften fortschreiten. Machen sie Halt vor Luzifer als Wesen – also wollen sie ihn nur als Mythos entlarven und nicht wesenhaft empfinden (Luzifer lädt ja dazu ein, weil er als ehemaliger unbefriedigter Erdenbürger die Hilfe der Menschen braucht, um einmal richtig zu „sterben“!) – können wir kaum von einem Mysteriendrama an einem bundesdeutschen Hauptbahnhof (vgl. Joseph Beuys) reden und auch nicht von einer griechischen Tragödie (vgl. Sophokles) irgendwo im Lande Schamballa.

Bild: Eine Statue von Dionysos in British Museum, London. Dionysos (lat. Dionysus) ist in der griechischen Götterwelt ein Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase. Er wurde von den Griechen und Römern wegen des Lärmes, den sein Gefolge veranstaltete, auch noch Bromios („Lärmer“) und Bacchus („Rufer“) genannt. Quelle: Wikipedia

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2008/12/08

Sich gedulden

„Was ist denn das individuelle Große in der einzelnen Seele anderes als das, was der Keim des Großen in aller Weltenentwickelung der Menschheit ist? Wodurch haben Homer, Shakespeare, Dante, Goethe auf die Menschheit gewirkt? Dadurch, dass sie Egoitäten waren, dass in ihrem Innern ganze Welten waren, Welten, die nur aus ihrem Innern, aus ihrer Egoität herausgekommen sind. Dadurch aber werden – auf dem Umwege durch die Egoitäten – die Impulse des geistigen Lebens hereingetragen, welche von Epoche zu Epoche gerade die größten, nämlich die geistigen Taten der Menschheit vermitteln. Da ist wieder Luzifer drinnen. Da ist er der Lichtträger, der Impuls und die Macht alles Großen, welches aus der großen punktuellen, aus der einzelnen Menschenseele sprudelnden Ewigkeitskraft in die Menschheitsevolution ausstrahlt. Luzifer übt einen guten Einfluss auf die Menschenseele aus, wenn er der Anreger wird zum Herausholen alles dessen aus der Menschenseele, was der Mensch als sein Individuelles hinopfern kann am Altare der Menschheitsevolution. Luzifer wird ein böses Wesen, das heißt was er tut, wird böse, wenn er solche Impulse der Menschenseele gibt, dass diese nur alles zur Selbstbefriedigung in sich hineinführen will. Wie die Taten der Wesen wirken in der Welt, das muß man verfolgen, wenn man auf diese Wesenheiten hingewiesen worden ist. Die Wirkungen der übersinnlichen Wesenheiten kann man bezeichnen als gute und böse; die Wesenheiten selber nimmermehr.“ (Rudolf Steiner, in: GA 138. Seite 110f.)

Wenn ich mich von allen Resten ungünstiger Egoismus - sei es in Verbindung mit sinnlichem Besitz oder seelischem Neid – befreit haben, wird sogar Luzifer ein guter Begleiter und Aufpasser sein können in den übersinnlichen Ebenen, die ich durch Mediation betreten kann. Wer hätte das gedacht? Aus diesem Grund - falls man es verstehen möchte – wird es nachvollziehbar, dass einmal ein luziferisch inspirierter Hellseher mich als „luziferischer Eingeweihter“ versucht hat, abzutun.

Also gilt es nicht nur, sich von den sogenannten Widersachern zu hüten und zu entfernen? Habe ich Luzifer im Sinnesfeld erkannt, werde ich ihm gleichzeitig sozusagen nicht leicht verfallen können, wenn ich für kurze Zeit meinem physischen Leib wegen Geistestaten verlasse. Aber würde ich ihm trotz aller Vorbereitung doch verfallen, finde ich einen Garant der Wahrheit im Zeitgeschehen selbst und im Sich gedulden, im Erklingen der inneren Erlebnisse mindestens über drei Nächte und Tage, gemäß dem Hinweis des Evangelisten:

„Und sie bewahrten Schweigen über das Geschaute und erzählten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.“ (Lukas-Evangelium, 9,36)

Bild: Hans Sebald Beham, Pacientia. Quelle: Wikipedia 

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2008/12/05

Meister Bertrams Luzifer-Darstellung

Bild: Bertram von Minden, Grabower Altar, Petri-Altar, rechter Innenflügel, Außenseite. Ausschnitt. Quelle: Wikipedia

Heutzutage ist Hamburg bekannt als Brutstätte einer besonderen fanatischen Falange des islamistischen Terrorismus. Der neueste Roman von John Le Carré über die Misstrauensgesellschaft stellt Hamburg ins Zentrum der Ereignisse, die zum 11. September 2001 führten. Für mich ist Hamburg eine Stadt der bildenden Künste. Auch Rudolf Steiner erwähnte zweimal Meister Bertrams Luzifer-Darstellung, das noch heute in der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist:

„Wie wird man denn nun, wenn man, innerlich geschaut, den Luzifer darstellen will, also eigentlich ein Mondenwesen darstellen müssen? Man wird ein menschliches Haupt darzustellen haben und etwas wie schlangenförmig daran hängend: das noch nicht verknöcherte Rückgrat. So stellt jener Meister Bertram aus dem 13., 14. Jahrhundert den Luzifer dar auf dem Baum zwischen Adam und Eva. Im Hamburger Museum können Sie das Bild so dargestellt sehen. Der Maler hat das gemalt, also war dazumal noch lebendig das Wissen von der geistigen Welt. Bis zu dem Wissen von der Gestalt des Luzifers war lebendig das Wissen von der geistigen Welt.“

(Rudolf Steiner, in: GA 167. Seite 46f.)

„Der Meister Bertram hat im Ätherischen geschaut, was da eigentlich mit dem Luzifer ist, und hat darnach gemalt. Es war unbewusstes, instinktives Hellsehen. Wenn das Weib den Luzifer zunächst sieht, ist er natürlich dem weiblichen Gesichte nachgebildet.“

(Rudolf Steiner, in: GA 168. Seite 28f.)

Bertram von Minden, auch bekannt als Meister Bertram (um 1340-1414/15), war einer der bedeutendsten Maler der Gotik. Der Ortsteil Bierde von Petershagen an der Weser gilt als Geburtsort von Meister Bertram, da dessen Bruder, Cord van Byrde, vermutlich den Herkunftsort im Familiennamen trug. Bertrams genaue Lebenszeit ist zwar unbekannt. Man vermutet aber, dass er eine Ausbildung bei den Hofkünstlern Kaiser Karls IV. in Prag genieß.

1367 wurde er als Bertram Pictor erstmals in Hamburg genannt, wo er bis zu seinem Tod als Meister tätig blieb. 1390 unternahm er eine Pilgerreise nach Rom und verfasste zuvor ein Testament. Er erhielt die wichtigsten Aufträge der Hansestadt, so sein Hauptwerk, den so genannten Grabower Altar (seit 1900 im Besitz der Hamburger Kunsthalle), der ursprünglich Hochaltar in St. Petri in Hamburg war. Im 18. Jahrhundert wurde dieser Altar, nach Grabow abgegeben. Dadurch überlebte er den verheerenden Brand von St. Petri 1842. Das Werk zeigt im Mittelschrein Skulpturen von Heiligen, die manchmal auch Bertram selbst zugeschrieben wurden. Die Flügel zeigen den berühmten, ikonographisch sehr reichen und eigenständigen Bilderzyklus (u. a. die Schöpfungsgeschichte von der das Bildauschnitt stammt), der eine durch Hell-Dunkel-Abstufungen erreichte Plastizität der Figuren in italienischer Tradition mit reichen Naturbeobachtungen im Detail kombiniert.

Der um 1394 für die Hamburger St.-Johannes-Kirche angefertigte Passionsaltar, heute im Niedersächsischen Landesmuseum (Niedersächsische Landesgalerie) in Hannover, zeigt einen fortgeschrittenen Stil, insbesondere, was die Architekturen betrifft. (Diese Informationen über Meister Bertram habe ich leicht nach Wikipedia modifiziert.)

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2008/12/04

Luzifer erträgt keinen Witz

Luzifer wirkt von Innen ins menschliche Bewusstsein hinein. Sein Wille schafft oft Täuschungen in der Seele. Er wirkt mit seinem weisheitsvollen, luminösen Charakter sehr delikat auf unser Ego, sodass wir glauben, z. B. einen glänzenden philosophischen Gedanken oder einen künstlerischen Idee selbst hervorgebracht zu haben.

Luzifer möchte quasi ganz Esoteriker in uns sein. Er hat nicht das geringste Verständnis für eine harmlose Befriedigung an Dingen, die der Außenwelt entstammen. Er toleriert nur das, was durch das Innere animiert wird, wenn wir leidenschaftlich sind. Unser Begeisterung, Idealismus und besonders der Fanatismus in Religion, Politik und Wirtschaft bereitet ihm eine geistige Wollust. Dann kann er in unseres Bewusstsein heraufbeschwören, was sonst unterbewusst bleibt.

Aber trotz seiner erhabenen Weisheit, die mit den kulturellen Erzeugnissen der ganzen Menschheitsentwicklung zusammenhängt, kann er einen harmlosen Witz nicht verstehen. Steiner betonte, dass man sich gegen luziferische Angriffe dadurch schützen könne, dass man versucht, in dem zu leben, was auf harmlose Weise uns erheitert und von außen hereinkommend uns unterhält. (Vgl. Rudolf Steiner, GA 170, Seite 233f.)

Folglich mache ich den Versuch, ein kleines Kuriosum zu erzählen:

Es war einmal ein Bauherr, namens Giuseppe, der den Luzifer überlisten wollte. Giuseppe baute ein Konferenzcenter ohne Keller, damit Luzifer ihn im Keller nicht umgarnen konnte. Giuseppe baute einen hohen Zaun um das Grundstück, damit Luzifer ihm keine Schlinge legen konnte. Giuseppe baute raffinierte Schlösse in seinen Toren und Türen ein, damit Luzifer nicht einbrechen konnte. Giuseppe plante keine Heizung im Haus zu haben, damit Luzifer nicht unversehen durch den Schonstein sich einschleichen sollte. Giuseppe war glücklich, dass sein Konferenzcenter so geschickt konstruiert war, dass Luzifer ihn und seine Gäste nicht irreleiteten.

Giuseppe wurde aber sehr bestürzt, als er einen Gewittertag entdeckte, dass der Künstler, der sein Haus verschönern sollte, den Luzifer auf der Innendecke gemalt hatte. Giuseppe verjagte den Künstler und ließ das bunte Haus wieder Weiß streichen. Dabei vergaß er in seine eigene Seele zu gucken, wo Luzifer sich ganz gemütlich installiert und ein Spa für seine Getreuen hatte einrichten lassen.

Foto: Darstellung von Schiller und Goethe als Dioskuren (Halb- oder Zwillingsbrüder) von Peter Lenk. Quelle: Wikipedia

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2008/09/28

Das Luzifer-Mysterium I

Luzifers Inkarnation im alten China - und der Ursprung der tibetischen Kultur

Teil I: Volkstümliche Bedingungen und die archaische Sozialstruktur

In der esoterischen Tradition ist Luzifer der weisheitsvolle Lichtbringer, aber auch Herr aller Versuchung. Es heißt, er ist schön von Gestalt, aber bösartig im Herzen. Luzifer entspricht die nordische Gottheit Loki, der Gott der Lüge und des zerstörenden Feuers. Luzifer nistet sich ein im Astralleib des Menschen und versucht, die Arbeit des Schutzengels für den Menschen während der Nacht zu hemmen. Luzifer ist dessen ungeachtet eine geistige Macht, die den Menschen viele Kulturgeschenke hinterließ. Luziferische Wesen sind solche, die von der Weisheit Luzifers beeinflusst sind. Luzifer ist im esoterischen Christentum ein Antipode des Heiligen Geistes

Wie Christus einst inkarniert war, so stellte Rudolf Steiner dar, dass auch Luzifer verkörpert gewesen sei, und zwar um 3000 v. Chr. im alten China (vgl. Rudolf Steiner, Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft, GA 193, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1977). Ehe der Tod bei der betreffenden Trägerpersönlichkeit eintrat, ist gemäß meinen meditativen Forschungen Luzifer aus dem Leib „geflüchtet“, so dass er die Auswirkungen des Sterbens und somit die Folgen des menschlichen Todes nicht miterlebte. Die größte Auswirkung seiner Erdentaten war sozusagen die Inauguration des politischen Denkens, das zum ersten organisierten Militärsystem führte, und die Auswirkungen auf Kunst und Wissenschaft durch seine Erfindungen. 

In diesem Essay versuche ich, einige meiner meditativen Forschungen zu diesem Thema näher zu beleuchten. Es ist meine Hoffnung, dass jetzt im Zusammenhang mit den kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Problemen in Tibet und in China selbst und nach dem äußerlich erfolgreichen Anordnen der olympischen Spielen der richtige Zeitpunkt gekommen ist, diese spirituellen Forschungen zu veröffentlichen...[weiter]

Abgelegt in Forschung

* Der Astralleib ist das übersinnliche, seelische Wesensglied von Tier und Mensch, in dem Bewusstsein aufleuchtet. Im A. werden von außen kommende Einwirkungen als Bedürfnisse, Triebe und Regungen - kurz: als Empfindungen bewusst. Deshalb kann der A. neben Bewusstseinsleib auch als Empfindungsleib bezeichnet werden. Der A. wird auch in der Esoterik als Mental- oder Seelenkörper bezeichnet.

Luciferskulptur von Guillaume Geefs in der Kathedrale von Lüttich (Liège, Belgien). Foto: © Luc Viatour/GFDL-CC

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2008/07/11

Umzug und Sommerpause

Morgen ziehen wir um! Der Computer auch. Dann beginnt die großmütige Sommerruhe. Und mein ahrimanischer Tintenfisch macht ebenfalls Urlaub. Wann er mit der Welt wieder verbunden sein wird, bleibt offen, da wir wegen fehlendem Telecom DSL-Anschluss in unserem neuen Dorf auch Internet- und Telefonanbieter wechseln müssen. Die neue Adresse und eine temporäre Telefonnummer für unentbehrliche Anrufe sind im Kontakt abgelegt.

Für das sommerliche Lesen schlage ich ein Kapitel aus meinem Buch Wandeln unter unsichtbaren Menschen vor, wo beschrieben wird, was aus meiner sportlichen Leistung in Olympia vor etwa 2500 Jahren wurde. Zu meiner sommerlichen Beschäftigung und als Vorbereitung auf die chinesischen Sommerspiele gehört z. B. hinzuschauen, was Luzifer & Co und seine Heerscharen im Moment betreiben, und inwieweit ihre Methoden sich geändert haben seit seinem Erscheinen im alten China vor 5000 Jahren.
Braham Ironiesof betreibt gerade seine Nebenübungen mit Fleiß und Neugier, da er überlegt, nach China zu reisen; so würde er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, einerseits selber die Nachrichten hautnah zu sein und andererseits zu besuchen seine Verwandten, die seinem Großonkel mütterlicherseits, Ola-Ola Nordahl, dem berühmten Missionar, entstammen. Auf Wiedersehen!
Illustration: Neugier von Christian Morgenstern.

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