Gamamila

2009/06/15

Farbmeditation

Begegnen dem Geistwesen des Rots

Es ist außerordentlich empfehlenswert, Rudolf Steiners Angaben zu Farbmeditationen zu lesen, noch mehr aber, sie tatsächlich zu üben. Er stellt in einem Vortrag vom 1. Januar 1915 dar (in: Rudolf Steiner, Das Wesen der Farben, GA 291, Dornach 1976, Seite 96-111), wie der Übende beim Hineinleben in das Gelbe in ein Stadium der Evolution zurück versetzt wird, das noch in die Zeit vor der allerersten Inkarnation fällt.

Wenn wir uns meditativ mit den Farben beschäftigen, wird es allmählich deutlich, dass sie mit unterschiedlichen Ebenen der geistigen Welt, mit wechselnden Attributen des Göttlichen und mit bestimmten moralischen Fähigkeiten des Menschenwesens zu tun haben. Aus diesem Grund können wir auch begreifen, warum sowohl in vielen Mythen wie auch in der Bibel der Regenbogen nach der so genannten Sintflut als Zeichen eines erneuerten Bundes zwischen Gott und den Menschen an den Erdenhimmel gesetzt wurde. – Wenn wir in Meditationen innere Bilder und Vorgänge schauen, die Farbiges beinhalten, so dass wir mit Sicherheit sagen können, wie die Farbe erschienen ist, können wir diese als Grundlage für einzelne vertiefende Meditationen auswählen…[weiter]

Abgelegt in Forschung

Bild: Kasimir Malewitsch (1878-1935), Rotes Quadrat. Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen, 1915, Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg. Quelle: Wikipedia

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2009/06/09

Freies Denken – das schlicht Künstlerische

„Der Weg zur Überzeugung wird nicht von allen beschritten, er hat keine Kennzeichen oder Anweisungen, die sich mitteilen, erlernen oder befolgen ließen. Dennoch hat jeder in sich selbst das Bedürfnis, ihn zu finden, und den eigenen Schmerz als Wegweiser; jeder muss sich den Weg ganz von selbst neu erschließen, denn jeder ist allein und kann nur von sich selbst Hilfe erhoffen: Der Weg zur Überzeugung kennt nur eine einzige Anweisung: Füge dich nicht in die Genügsamkeit mit dem, was dir gegeben ist.“

Carlo Michelstaedter

Durch künstlerische Tätigkeit und Pflege von Seelenübungen, wie solche, die sonst wo auf meiner Website beschriebenen sind, werden wir feststellen, dass gewöhnliches Denken, eingebürgertes Fühlen und gewohntes Wollen mit verschiedenen Dingen belastet sein können, die vor dem meditativen Leben sortiert, klassifiziert und vielleicht ausgeräumt werden müssen, wenn sie uns später nicht im Wege stehen sollen. An unserem Ausgangspunkt sind wir alle durch diesen seelischen Ballast aus Erziehung, Kultur und Gewohnheit geprägt. Das Missverständnis – laut eines Blogkommentars von Michael Eggert –, in welchem ich wahrscheinlich beim Lesen Christian Grauers „Spirituellen Aufklärung“ gefallen bin, bezieht sich letztmöglich auf diesen seelischen Sperrmüll.

Wer würde behaupten wollen, dass das Beste, was er aus früheren Inkarnationen mitgebracht hat, nicht in irgendeiner Weise durch schwierige Kindheits-, Jugend- und Erwachsenerlebnisse – die vielleicht nicht karmisch bedingt sind, aber dennoch aus anderen Gründen aufgetreten sind – gewissermaßen beschädigt worden ist oder sogar fast wie verloren ging? Selbst der in früheren Zeiten höchste Eingeweihte muss in einer heutigen Inkarnation damit rechnen, durch belastende Erfahrungen gehen zu müssen, die ihm klar legen, dass er seine Seele neu zu gestalten hat, wenn er erneut zu Geisterkenntnis kommen will. Die Übungen, die ich in meinem zweiten Buch beschrieben habe, sind solcherart, dass die Seele dabei eine Reinigung, Aufklärung und Läuterung erfährt. Diese Prozesse finden aber nicht ganz automatisch statt, sondern man muss sich dabei beobachten und sehen, wie sich die Wirkung der inneren Arbeit auf das fortdauernde Bewusstsein und das tägliche Leben entfaltet. Der Seelenfaktor, der diese Aufsichtsarbeit mit einem selbst macht, der diese Kontrollfunktion übernehmen muss, ist unbestritten das Denken. Nur jeder selbst kannst wissen, wie weit man sein Denken geschult hast, damit man durch Selbsterkenntnis so weit gelangt, dass bei der weiteren Geistschulung die Seele einen nicht belasten, betrügen oder in die Irre führen wird…[weiter]

Abgelegt in Chronik

Bild. Carlo Raimondo Michelstaedter (1887-1910), Selbstportrait. Er war ein italienischer Schriftsteller, Philosoph und Maler, der sich das Leben im Alter von 23 Jahren nahm. Quelle: Wikipedia

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2009/06/05

Die Erleuchtungsfalle

Erleuchtung bedeutet für mich, sich als geistiges Wesen zu erkennen. Erleuchtung bedeutet dem Licht des göttlichen Funken zum Vorschein kommen zu lassen, sodass ich etwas wahrnehmen kann, was vorher im Dunkel in mir lag. Diese Erkenntnis leugnet keine Existenz anderer geistigen Wesen, sondern nimmt sie in den eigenen Lichtraum ein. Sie verneint auch nicht, dass es andere Geistwesen außer den Menschengeistern geben. Bin ich damit ein Opfer der Erleuchtungsfalle? Bin ich im Netz der eigenen Wünschen und mythischen Archetypen meiner Seele gefangen, wenn ich spreche von separaten geistigen Wesen außer mir, die innerhalb einer geistigen Ebene leben und wirken, die ich nicht immerwährend sondern nur sporadisch mit meinem höheren Bewusstsein erfassen kann? Verfolge ich die Diskussionen zum Thema Erleuchtung, zu deren Interpretationen und Konsequenzen für das alltägliche Leben, dann komme ich eventuell zu Antworten auf diese und andere Fragen.

Beispielsweise wie kommt es, dass einige sogenannten Erleuchtete in der Gegenwart dieser meiner Erkenntnis in Abrede stellen? Dass sie nur von sich als ein göttliches Wesen sprechen? Dass sie kaum oder überhaupt nicht von anderen Geistwesen sprechen? Wie kann es sein, dass ein Sebastian Gronbach, der als integraler Aktionist eine Art Reformation der Anthroposophie verkündet, als seine Wahrheit postuliert, dass Rudolf Steiner nur geniale und poetische Beschreibungen spezifischer Formen und Zustände der menschlichen Innenwelt erfunden habe, als er von Erzengeln, den Widersachermächten Luzifer und Ahriman, den Elementarwesen und am Ende auch von Christus schrieb und sprach. Er wertet Steiners Anthroposophie ab als „die wissenschaftliche Methode der Versinnbildlichung“ und deutet die spezifischen anthroposophischen Begriffe als Kunstgriffe, „um komplizierte menschliche Ideen in eine populäre Form zu gießen, mit denen wir über das Denken hinaus eine lebendige Beziehung eingehen können.“

Ein geistiger Verwandter Gronbachs, Christian Grauer, der sich mit der Neukreation
Infosoph bezeichnet, scheint mir in seiner spirituellen Aufklärung seiner Anthroposophie gegenüber ehrlicher und weniger schwulstig als jener zu sein, wo dieser quasi von mehreren Seiten seine durch Jahrzehnte aufgetürmten anthroposophischen Phantasien bombardiert in einem Rückblick auf eine existenzielle Krise und ein singuläres meditatives Kulminationsereignis:

„Die Besonderheit dieser Erfahrung liegt nicht in ihrem Inhalt, sondern in ihrer Qualität. Das Erlebnis war nicht annähernd so intensiv wie das von irgend welchen Rauschzuständen oder anderen extatischen Erlebnissen. Es war mit ihm keinerlei exponierter Inhalt, keine Vision oder ein besonderer begrifflicher Zusammenhang verbunden. […] Es ist das Bewusstsein, in dem nicht nur die Welt sondern auch ich selbst aufgehoben bin. Es ist jene reine präsubjektive Operationalität, welche in konstruktivistischen Begriffen jeglicher ontologischen Instanz vorangeht. […] Mit dem Auftauchen dieser Bewusstseinsqualität, die man reines Bewusstsein nennen könnte, entschlüsselte sich für mich auch plötzlich eine bestimmte Schicht jener Mythen und Sagen, jener Fülle an okkulten, esoterischen, gnostischen, spirituellen und religiösen Weisheiten, die in unterschiedlichster Form auf diese Art des bewusst seins Bezug nehmen. […] Man erkennt plötzlich in diesen Versuchen, das Unsagbare zu sagen, was gemeint ist und weiß zugleich, dass man es nie verstehen würde, hätte man es nicht selbst erlebt. […] In dieses reine Bewusstsein fällt die ganze Erleuchtungsrhetorik zusammen.“

Christian Grauer möchte vermitteln „eine ganz grundlegende Erfahrung der Einheit, bei der Karma, Spiritualität, Philosophie und Biographie erst beginnen können, sich im eigentlichen Sinne frei zu entfalten“. Als Anthroposoph ist er an der Entdeckung dieser neuen Erfahrungsschicht besonders überrascht, weil er erlebt, dass hinter den anthroposophischen Beschreibungen einer geistigen Welt die „Erfahrung des Absoluten“ sich verbirgt, die aber – wie es mir scheint – in keiner Weise auf Wesenhaftem außer ihn selbst hinweist. Er konstatiert, dass die Anthroposophie als spiritueller Schulungsweg auf diese Dimension der Erfahrung zwar hinzielt, aber er wäre selber in ihren methodischen Anweisungen verleitet worden:

„Jene Anthroposophie, von der mich abzulösen der Beginn der Entwicklung war, die mich schließlich zu dem geschilderten meditativen Erleben gebracht hatte, führte umfangreiche und komplexe Vorstellungen einer geistigen Welt und ihrer imaginativen, inspirativen und intuitiven Erschließung mit sich. […] Ich erwartete als Anthroposoph tatsächlich, dass sich im Dunkel der von allen sinnlichen Wahrnehmungen abgeschotteten Innerlichkeit die Vision geistiger Inhalte einstellte und gleichsam nur eine zweite Form der Wahrnehmung die erste ersetzte und ergänzte.“

Im einfachen und schlichten Achtsamkeitserlebnis tauchte für Grauer jene Form der Anthroposophie, die er gepflegt hatte, nicht auf: „Meditation ohne Anspruch auf Visionen, Erkenntnisse, Entwicklungsfortschritt, Übung oder eine andere mit Bedeutung gefütterte Zielsetzung wurde gleichsam als leere und geistferne New-Age-Scharlatanerie abgetan. […] Bedauerlich ist dies im Rückblick insbesondere deswegen, weil außer Frage stehen muss, dass Rudolf Steiner diese Tür kannte und nutzte, sie ihm vielleicht wie kaum einem Anderen in unserer Zeit eine gleichsam angeborene Selbstverständlichkeit war. Dies zeigen die durchaus vorhandenen Bemühungen von Steiner, Wege zur geistigen Schulung zu weisen.“

Grauer überlegt, ob Steiner selbst ein Bewusstsein davon hatte, welcher Schritt normalerweise erforderlich ist, um im Alltagsbewusstsein dieser spirituelle Schicht aufzufinden, da sie für ihn, wie er in seiner unvollendeten Autobiographie darstellt, schon seit der Kindheit offen lag. Er stellt fest, dass Steiners Werk bei allen sonstigen erstaunlichen Wirkungen auf dem Gebiet der Esoterik historisch versagt habe, und
die Anthroposophie sei von anderen Strömungen überholt. Für ihn erscheint sie im Kontext moderner spiritueller Strömungen geradezu philiströs zu sein. Sie sei „bepackt mit einer unglaublichen Fülle an theoretischem spirituellem Inhalt und davon inspirierten praktischen Kulturtechniken […] aber dennoch bleibt sie vor den Toren der viel beschworenen geistigen Erfahrung stehen.“

Das konkrete Erleben fehlt
der Anthroposophie, konstatiert Christian Grauer blasiert: „Sie weiß um das höchste Ziel der Menschheitsentwicklung, ist aber gerade dadurch blockiert, den ersten Schritt auch zu tun! Das zumindest ist mein persönlicher Eindruck im Rückblick auf meine Karriere als Anthroposoph und die keineswegs atavistische sondern befruchtende Wirkung der ganz unprätentiösen Hinweise auf die Möglichkeiten des unmittelbaren meditativen Erlebens.“

Christian Grauers Satz
„Diese Fülle an präsupponiertem Inhalt, verbunden mit einer pathetischen und teleologischen Entwicklungsrhetorik und der Vorstellung eines primär visionären Charakters einer spirituellen Bewusstseinserweiterung, verstellte mir im Grunde komplett den Zugang zu dieser Erlebnisqualität reiner Bewusstheit“ nehme ich als Ausgangspunkt einer Rückblicksmeditation. Im Ergebnis dunstet mir eine monströse Imagination auf, die Rudolf Steiner völlig auf dem Kopf stellt. Er wäre irgendwie umgekehrt inkarniert! Sein Tod wäre sein Geburt gewesen und sein Geburt der Tod! Er hätte rückwärts gelebt, sodass seine Karmaforschung am Anfang stehe, gefolgt von der Weihnachtstagung von 1923, der Gründung der Waldorfschule, dem Bau des ersten Goetheanums, den Mysteriendramen, seinen Grundbüchern und dem Eintritt in die Theosophische Gesellschaft! Dann käme die Berliner Zeit, Weimar, Die Philosophie der Freiheit und gegen Ende würde die Begegnung mit dem unbenannten Meister und diejenige mit Felix Koguzki kommen und ganz am Schluss die Jahre mit seiner Familie in Österreich-Ungarn! Solch gelebt, hätte Steiner sich von den mythologischen Irrbildern ausnahmslos befreien können, um du der „einfachen“ Erleuchtung zu kommen, die er als 19jähriger laut Sebastian Gronbach, Christian Grauer und andere Autoren der Zeitschrift Info3 wie Felix Hau gehabt habe!

Sind die Anthroposophen – und ich mit ihnen – Opfer einer makabren Geschichtsverfälschung? Oder könnte es sein, dass Gronbach und Grauer in eine Erleuchtungsfalle geraten sind, wo sie wegen einer Art Verdrängungsmechanismus nicht kapabel sind, zu erkennen, warum sie keine anderen geistigen Wesen außer sich selbst erleben können? Ein Hinweis gerade von Steiner könnte Licht in diese Problematik werfen, sofern man noch dafür offen ist, sich nicht festlegen zu müssen.

„Das, wovon man in Wirklichkeit redet, wenn man heute vielfach von seinem Gott spricht, das ist der einzelne Angelos oder gar das eigene Selbst in der Zeit zwischen dem letzten Tode und der jetzigen Geburt.“ (Rudolf Steiner in:
Erdensterben und Weltenleben, GA 181, Dornach 1967, Seite 353) Steiner sieht also hinter solchen Gottesvorstellungen wie z. B. dem modernen protestantischen (es könnte hinzugefügt werden der mit drei Gesichtern integrale) Gott nichts anderes als das Wesen eines Engels. Steiner ergänzt: „Es ist ein verborgener Egoismus von den Menschen, unmittelbar zu dem Gotte sich erheben zu wollen, denn sie wollen sich in Wahrheit […] nur zu ihrem Gotte, zu ihrem eigenen Engel erheben. Indem der Mensch eigentlich nur zu seinem Angelos aufblickt, das sich aber nicht gesteht, sondern glaubt, er blicke zu dem Gotte auf […] betäubt er durch diese unwahre Vorstellung in einem gewissen Sinne seine Seele.“

Könnte falsche Vorstellungen vom Spirituellen und einen unfreien Umgang mit anthroposophischen Begriffen und Inhalten eine Betäubung der Seele dem eigenen Ich so heruntertrüben, dass bei geistigen Erlebnissen, wie diejenige oben von Christian Grauer geschilderte, sich andere geistige Mächte in die Seele einschmuggeln, die dort in dieser Weise nicht wirken sollen. Steiner erläutert: „Das heißt, es schleicht sich an die Stelle des Engels, den man zunächst verehren wollte, den man umtauft zu ‚Gott’, der luziferische Angelos ein. Dann aber ist die schiefe Ebene, die den Menschen hinunterführt, sehr nahe. […] Und dieser luziferische Engel wird den Menschen alsbald in den Materialismus hineinführen. Dieser maßlose Hochmut, der noch oft als Demut angesprochen wird, er ist es, welcher letzten Endes den Materialismus hat hervorbringen müssen.“ (
Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben, GA 172, Seite 180f)

Die folgende biographische Beschreibung von Christian Grauer stellt die zuletzt zitierten Worte von Steiner in einem aufschlussreichen Licht: „Was mir als unhintergehbarste Gewissheit galt, nämlich dass der Welt irgend so etwas wie ein höherer Sinn unterliege, wie immer der auch aussah, das musste ich anzweifeln. Dass es gleichsam etwas wie eine Auflösung des Rätsels gab, die über die unmittelbar sinnliche Welt hinaus ging, das musste ich in Frage stellen. Ich musste als Spiritualist, der ich als Anthroposoph war, zuallererst zum radikalen Materialisten werden. Und selbst daran würde ich noch zweifeln müssen.“

Wenn es nun so wäre, dass in der modernen Erleuchtung der integralen Szene der eigene Schutzengel nicht sofort erkannt wird, sondern wie vom aufgeblasenen Ego verschoben wird, sodass nur sein letzter „Atemhauch“ als geistige Wahrnehmung bleibt, der dann in schönen, sogar philosophischen Worten als das eigene Geistwesen und zugleich als Gott gepriesen wird, dann wäre diese offenbar-esoterische Ausführung wohl noch ergötzlich. Es könnte aber auch bei jemand der Umstand eintreffen, dass der nicht erkannte Schutzengel nicht imstande ist, ein wahres Geist-Erleben zu vermitteln. Es könnte unter Umständen sein, dass er nicht derjenige ist oder der geeignete ist, um eine sinngemäße Begleiterfunktion in der Meditation zu übernehmen. Rudolf Steiner hat beschrieben, warum schon im Hochmittelalter das Karma der ganzen Menschheit in Unordnung kam, mit der Folge, dass eine Disharmonie in der zu Michael gehörenden Rangordnung der Engelwesen eintrat. (Vgl. Rudolf Steiner,
Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band III, GA 237, Seite 179f)

Auf dem achten ökumenischen Konzil in Konstantinopel im Jahre 869 erhoben die römisch gesinnten Kirchenväter nämlich zum Dogma, dass der Mensch nur aus Leib und Seele besteht. In der westlichen Kirche wurde seitdem dem Geist keine Selbständigkeit mehr zugemessen. Der Geist im Menschen wurde für das allgemeine Bewusstsein der abendländischen Welt quasi ‚abgeschafft’. Damit begann nicht nur auf Erden ein Schisma in der Christenheit, das bis heute ihre Konsequenzen nach sich zieht, sondern auch in der geistigen Welt konnten die Schutzengel der Menschen in den folgenden Erdenleben nicht mehr alle Erlebnisse richtig in das Karma hinein stellen, weil sie die menschliche Freiheit zu respektieren haben, auch wenn jemand seinen Geist, in welchem sein Karma wurzelt, verkennt.

Falls die Herren Gronbach, Grauer und Co. die Bereitschaft hätten, die individuelle Reinkarnation als etwas Wahres zu begutachten, würden sie sich womöglich auftun, ihren früheren Inkarnationen zu suchen und etwa nach einem Leben im 9. Jahrhundert fragen, und falls sie zu konkreten Ergebnissen und gar zu karmischen Imaginationen kommen würden, glaube ich, dass sie auch die Bereitschaft zeigen würden, in einem
anspruchslosen Gespräch über die vielen Phänomene und Hürden der Erleuchtungsfalle sich auszutauschen.

In der meditativen Arbeit mit der Engelfrage kann ich folglich erkennen, ob ein weiterer Engel als mein besonderer Meditationsengel hinzutreten würde. Jeder Mensch steht während der Menschheitsevolution mit mehreren Wesen aus den Rangordnungen der Engel in innigster ‚Berührung’. Diese Tatsache fasst ein altes norwegisches Abendlied zusammen, in dem es heißt, dass „vierzehn Engel um das Bett des Kindes stehe“. So dürfte kein Hindernis aufkommen, wenn der eigene Schutzengel aus noch nicht erkannten, unter Umständen alten karmischen Problemen eine meditative Arbeit gegenwärtig nicht unterstützen würde oder könnte. Das Zusammensein mit einem Engel in der imaginativen, selbst durchleuchtenden Innenwelt steigert sich allmählich so, dass ich mich ihm ganz hingeben kann. Ich traue mich, das Wirken des Engels aufzunehmen, als würde er in mir alles vermitteln, was als Bewusstsein in mir lebt. Von einem leicht als Erleuchtung zu beschreibendes Geist-Erleben, in der es um ein Engelwesen geht, bis zu höheren Hierarchien und zur göttlichen Trinität ist es aber noch einen langen Weg im spirituellen, außerkörperlichen Dasein. Gott sei dank!

Bild: Ein Silen (römische Skulptur aus dem Louvre) ist in der griechischen und römischen Mythologie ein Mischwesen aus Mensch und Pferd, wobei es einem Menschen viel ähnlicher ist als ein Kentaur. Um die Ironie des Sokrates zur Sprache zu bringen, lässt Platon den Alkibiades im Symposion sagen, Sokrates sei wie eine von den hässlichen Silenenfiguren, die man öffnen kann, und aus deren Innerem einem dann goldene Götterbilder entgegenschimmern. Quelle: Wikipedia

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2009/03/19

Körperbewusstsein und Zeitreise II

Zurückwandlung in frühere Zeiten 

Ist es befugt, der Begriff ‹Zeitreise› für eine geisteswissenschaftliche Erforschung früherer Zeiten zu benutzen? Kann man überhaupt geistesforscherisch und detailliert die früheren Zeiten und die ehemaligen sinnlich-physischen Verhältnisse ermitteln? Ich behandele in diesem zweiten Aufsatz zum Thema ‹Körperbewusstsein und Zeitreise› diese Fragen im Hinblick auf brisante Aussagen Rudolf Steiners und was meiner eigenen individuellen meditativen Arbeit anbetrifft.

In den Auseinandersetzungen um die Schauungen von Judith von Halle wird der Begriff ‹Zeitreise› benutzt, um auf die Art hinzuweisen, wie sie bestimmte Ereignisse zur Zeitenwende erlebt. Ist es befugt, dieser Begriff zu benutzen für eine geisteswissenschaftliche Erforschung der Vergangenheit und für das Geist-Erleben früherer Inkarnationen, falls es um eigene karmische Motive geht? Und kann man in der Geistesforschung überhaupt die früheren Zeiten und die ehemaligen sinnlich-physischen Verhältnisse detailliert ermitteln bis auf Gesichtszüge, sprachliche Inhalte und Denkweisen?

Ich möchte zeigen, dass die geistige Forschung sehr präzise Auskünfte machen kann auch in Bezug auf ehemalige, physische Zustände. Auf Basis des eigenen meditativen Übens werden die Angaben von Rudolf Steiner sehr schlüssig... [Weiter]

Abgelegt in Chronik

Bild: Bologna im Mittelalter, sichtbar ist der sogenannte „Wald von Türmen“. 1164 trat Bologna in den Lombardenbund gegen Friedrich I. Barbarossa ein, 1256 verkündete die Stadt die Legge del Paradiso (Paradiesgesetz), das Leibherrschaft und Sklaverei abschaffte und die verbleibenden Sklaven mit öffentlichem Geld freikaufte. 50.000 bis 70.000 Menschen lebten zu dieser Zeit in Bologna und machten die Stadt zur sechst- oder siebtgrößten Europas nach Konstantinopel, Córdoba, Paris, Venedig, Florenz und möglicherweise Mailand. Das Stadtzentrum war ein Wald von Türmen: Schätzungsweise 180 Geschlechtertürme der führenden Familien, Kirchtürme und Türme öffentlicher Gebäude bestimmten das Stadtbild. Quelle: Wikipedia

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2008/12/08

Sich gedulden

„Was ist denn das individuelle Große in der einzelnen Seele anderes als das, was der Keim des Großen in aller Weltenentwickelung der Menschheit ist? Wodurch haben Homer, Shakespeare, Dante, Goethe auf die Menschheit gewirkt? Dadurch, dass sie Egoitäten waren, dass in ihrem Innern ganze Welten waren, Welten, die nur aus ihrem Innern, aus ihrer Egoität herausgekommen sind. Dadurch aber werden – auf dem Umwege durch die Egoitäten – die Impulse des geistigen Lebens hereingetragen, welche von Epoche zu Epoche gerade die größten, nämlich die geistigen Taten der Menschheit vermitteln. Da ist wieder Luzifer drinnen. Da ist er der Lichtträger, der Impuls und die Macht alles Großen, welches aus der großen punktuellen, aus der einzelnen Menschenseele sprudelnden Ewigkeitskraft in die Menschheitsevolution ausstrahlt. Luzifer übt einen guten Einfluss auf die Menschenseele aus, wenn er der Anreger wird zum Herausholen alles dessen aus der Menschenseele, was der Mensch als sein Individuelles hinopfern kann am Altare der Menschheitsevolution. Luzifer wird ein böses Wesen, das heißt was er tut, wird böse, wenn er solche Impulse der Menschenseele gibt, dass diese nur alles zur Selbstbefriedigung in sich hineinführen will. Wie die Taten der Wesen wirken in der Welt, das muß man verfolgen, wenn man auf diese Wesenheiten hingewiesen worden ist. Die Wirkungen der übersinnlichen Wesenheiten kann man bezeichnen als gute und böse; die Wesenheiten selber nimmermehr.“ (Rudolf Steiner, in: GA 138. Seite 110f.)

Wenn ich mich von allen Resten ungünstiger Egoismus - sei es in Verbindung mit sinnlichem Besitz oder seelischem Neid – befreit haben, wird sogar Luzifer ein guter Begleiter und Aufpasser sein können in den übersinnlichen Ebenen, die ich durch Mediation betreten kann. Wer hätte das gedacht? Aus diesem Grund - falls man es verstehen möchte – wird es nachvollziehbar, dass einmal ein luziferisch inspirierter Hellseher mich als „luziferischer Eingeweihter“ versucht hat, abzutun.

Also gilt es nicht nur, sich von den sogenannten Widersachern zu hüten und zu entfernen? Habe ich Luzifer im Sinnesfeld erkannt, werde ich ihm gleichzeitig sozusagen nicht leicht verfallen können, wenn ich für kurze Zeit meinem physischen Leib wegen Geistestaten verlasse. Aber würde ich ihm trotz aller Vorbereitung doch verfallen, finde ich einen Garant der Wahrheit im Zeitgeschehen selbst und im Sich gedulden, im Erklingen der inneren Erlebnisse mindestens über drei Nächte und Tage, gemäß dem Hinweis des Evangelisten:

„Und sie bewahrten Schweigen über das Geschaute und erzählten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.“ (Lukas-Evangelium, 9,36)

Bild: Hans Sebald Beham, Pacientia. Quelle: Wikipedia 

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2008/11/23

Ich-Begegnung in der Musik

Gelegentlich konnte ich die neuen Musikinstrumente von Gunhild von Kries hören und sie selbst ausprobieren. Das sind Saiteninstrumente, die mit dem Begriff Tachtivirta (finnisch: Sternenstrom) benannt werden. Diese durch plastisches Schnitzen gefertigten Instrumente werden entweder aus einem Stück Holz, z. B. Birke, Eiche oder Linde, oder auch aus Hölzern von zwei oder auch drei verschiedenen Holzarten gebaut. Ihre künstlerische und geisteswissenschaftliche Ansatz hat Gunhild in einem Buch niedergelegt (Gunhild von Kries, Zeit heilt. Begegnungen mit dem Klang der Zeit, Oratio Verlag, Schaffhausen, 2003).

Beim Spielen und Anhören dieser Saiteninstrumente, die mit Fiedelbogen gespielt werden, bekam ich einmal ein seltsames Ich-Erlebnis, was ich in dieser Art sonst nie erfahren habe. Ich erlebte mich selbst so, als ob ich getragen wurde und mich dabei ganz geborgen fühlen konnte, gleichzeitig aber auch in einer vertikalen Wachheit aufrecht gehalten wurde. Deswegen wollte ich meditativ nachforschen, ob ich einen karmischen Hintergrund entdecken würde, der mit diesen musikalischen Affinitäten zu tun haben könnte. In einer Meditation kam ich in das Leben des Griechen Agamon, des späteren Wagenlenkers, hinein, das heißt in eine meiner Inkarnationen, die ich in meiner karmischen Autobiografie beschrieben habe.

Ich erschaute eine Situation aus seiner Jugend, die ich vorher nicht gekannt hatte: Der Jüngling, Agamon, ist mit Verwandten und Ortsbewohnern aus Delphi in einem Schiff im Mittelmeer unterwegs nach Hause. Es ist ein flauer, heißer Nachmittag, fast Windstille, und die Ruderer halten eine Weile die Holzruder still, nachdem sie stundenlang gerudert haben. Beim Rudern wird im Rhythmus dazu gesungen. Jetzt merken die Bootsfahrer, dass der Wind zunimmt. Die Segel werden schnell gesetzt. Dabei stimmt Agamon einen Sologesang an, sich auf seiner Leier begleitend und mit Tönen den Wind nachahmend. Windböen blähen die Segel auf und das Schiff kommt kräftig in Fahrt, während die Seefahrer ihre Ruder einziehen. So kommen die müden Händler noch vor der Abenddämmerung im Hafen von Delphi an.

Damit war die Schau aber noch nicht zu Ende. Nach dem Ausladen der im Austausch gegen Wolle, Wein und Olivenöl erworbenen Getreidesäcke, Lederwaren und Silbermetall, die in Ochsenwagen zum Dorf hinauf gebracht wurden, wird ein Fest gefeiert. Ein Höhepunkt des Abends ist für Agamon das Leierspiel einer Gruppe von älteren Musikern, deren Solosänger dann einstimmt, als für die Zuhörer der Augenblick geschildert werden soll, wenn der Wind die Segel eines Schiffes auftreibt. Der Sänger stellt den Mast mit dem Segel dar. In der Imagination war es eindeutig, dass für die Griechen ein Segelschiff ein Sinnbild der Menschenseele ist und ein mit einem Segel gespannter Mast die Fähigkeit des Menschen widerspiegelt, dass sein Daimon, das Ich, den Stürmen des Lebens standhalten und von ihnen Gebrauch machen kann.

Mit diesem Beitrag sage ich Auf Wiedersehen für etwa eine Woche, da ich heute wieder nach Italien fahre, um ein Karmaseminar zu geben und im Projekt Casa per Michele weiter zu malen.

Bild: Griechische Augenschale, Schwarzfigurige Vasenmalerei. Signiert von Künstler Exekias, tätig um 550 bis 530 v. Chr. in Athen. Quelle: Wikipedia

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2008/10/30

Gedächtnisarbeit

Nachdem ich vor vielen Jahren reichlich mit Karma-Erinnerungen und Geist-Erkenntnissen begünstigt wurde, bemerkte ich, dass ich einen inneren Wandel meines seelischen Zustands durchmachte. Ich entschied mich daraufhin sogar zu der außergewöhnlichen Tat, öffentlich über meine früheren Inkarnationen zu sprechen und zu schreiben, weil ich an einem authentischen Beispiel zeigen wollte, dass man anhand von Steiners Karmaübungen auch wirklich Erfolge haben kann.

Eine Folge des Auftretens mit karmischen und geistigen Erfahrungen war, dass viele Menschen in meinem damaligen Lebensumkreis so reagierten, als ob ich mir einen höheren Wert beilege, als würde ich mir für die Gegenwart noch die Taten aus historisch bekannten vergangenen Leben jetzt noch zuschreiben. Ich bekam das Gefühl, als ob sie behaupteten, ich wolle, dass sie mich wegen vergangener Leistungen noch heute verehren sollten. Ich merkte, dass ich mit den meditativen Ergebnissen in der Öffentlichkeit auf einem haarscharfen Weg ging, wo diejenigen, die mich kritisch beobachteten, selbst keine geistigen Erfahrungen bewusst pflegten - auch wenn sie spirituell aufgeklärt waren - und deswegen anscheinend unfähig waren, meinen neuen, inneren Standort zu verstehen. 

Warum gilt es denn, sich nur auf die bestehende Inkarnation zu berufen und sich keine Werte aus früheren Leben beizulegen? Die okkulte Schulung bewirkt eine Erweiterung der Seele, die bedeutet, dass man innerhalb der Meditation den so genannten Astralleib hellwach als Erlebnisorgan benutzen kann. Die Ich-Leistungen aus früheren Leben tauchen zunächst in diesem Erlebnisraum auf, in der aufgewachten Seele, so dass die Gefahr besteht, dass das gegenwärtige Ich-Bewusstsein zu schwach ist, um Stand zu halten gegenüber den eigenen Ich-Wirkungen aus der Vergangenheit. Das gegenwärtige Ich, der Selbstbild davon, kann quasi von dem alten, eigenen Ich-Strom überwältigt werden, darin temporär untergehen oder sogar davor einschlafen. 

Im 8. Teil meines neuen Buches pointiere ich diese Gefahr der Karmaarbeit genauer. Nach den ersten karmischen Imaginationen und übersinnlichen Erlebnissen erkennen wir, dass es eine innere Notwendigkeit ist, das gegenwärtige Ich durch Gedächtnis- und Biografiearbeit zu stärken und sich mit Gegenwartsaufgaben zu befassen. Die Gedächtnisarbeit an erinnerbaren Tatsachen aus dem gegenwärtigen Leben schafft folglich eine Ermutigung des Ich-Bewusstseins, einen Zusammenhalt dessen, wer man gegenwärtig ist und künftig werden will.

Bild: Eine Muse mit Wiegenkithara sitzt auf einem Felsen, der als Helikon bezeichnet wird. Attisch weißgrundige Lekythos, eine spezielle griechische Vase zur Aufbewahrung von Olivenöl. 440-430 v. Chr. Die Musen sind in der griechischen Mythologie Schutzgöttinnen der Künste. Sie sind Töchter des Zeus und der Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung. Quelle: Wikipedia

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2008/08/15

Sich demaskieren

Es gibt äußere und innere Schwellenübertritte, die wir meist nicht bemerken. Mit jedem Einschlafen und Aufwachen vollzieht sich ein Übergang zwischen Bewusstseinszuständen. Jeder, der gesund ist, macht diese Wechsel, ohne zu „stolpern“. Nun kann bei psychischer Krankheit ein permanentes „Stolpern“ entstehen oder man kann als Geistesschüler temporär in seelische Zustände geraten, die einen derart packen, dass man Beistand braucht, um wieder in Balance zu kommen. Es ist menschlich, Fehltritte zu machen, aber auch anderen dann die Hand zu reichen. Es braucht uns daher nicht zu entmutigen, dass der innere Pfad viele Stadien kennt, die dem Nichtbetroffenen große Ängste bereiten... [weiter]

Abgelegt in: Goetheanum-Aufsatz

Mit dem Hinweis zu diesem früher publizierten Aufsatz, verabschiede ich mich hier für 10 Tage, weil ich eine Reise nach Skandinavien mache, und in diesem Zeitraum kaum die Möglichkeit bekomme, etwas in dieser Hinsicht zu pflegen. Die allgemeine Schwellensituation nehme ich aber mit, da die geistige Welt genauso real dort ist wie hier. 

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2008/08/07

Die Sicherheitsnadel

Ein Beispiel zum Thema Nebenübungen und Karmaschau

Michael Eggert macht auf seiner Website Egoisten mit dem Beispiel „Stuhl“ ein durchsichtiges Expose über Gedankenkontrolle, meditative Anfangs- und Konzentrationsübungen. Da im Kommentarbereich dazu leicht die Kontrolle über den Gedanken und Gefühlen versackt, wegen etwa zu starker Ichbezogenheit, möchte ich hier in aller Ruhe das Thema mit einem anderen Beispiel erweitern und zeigen, wie diese Gedankenübung auch mit der Karmafrage erweitert werden kann. 

Immer wieder wurden von Pionieren der esoterischen Schulung die Wichtigkeit der Stärkung des Denkens, Fühlens und Wollens und die Pflege der gesamten Charakterbildung bei einer Geistesschulung betont. Dafür arbeitete Rudolf Steiner die so genannten Nebenübungen in seinen Vorträgen und Büchern aus. Diese Verhaltensmaßregeln zur Selbsterkenntnis und Selbsterstarkung sollen hier keineswegs in Frage gestellt werden. Jeder muss selber darauf achten, wie ausgebildet oder unentwickelt er in dieser Hinsicht noch ist, so dass möglicherweise eine erforderliche Ergänzung oder Ausweitung solcher Übungen vorgenommen werden sollte ein Anliegen, das hier nur unvollständig berührt werden kann… [weiter]
Forschung
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2008/07/03

Meister und Hüter der Meditation

Ein weiteres Thema kann die meditative Tätigkeit zu einer erhabenen Angelegenheit erheben. Es betrifft die Frage der so genannten Meister, die mit allem echten Meditieren inniglich immer verbunden sind. Wenn du dich so weit vorgearbeitet hast, dass du dir bestimmte fortgeschrittene Individualitäten oder sogar Meister in dein Interessefeld gerückt hast, darfst du sie selbstverständlich auch auf dieser Stufe deiner Entwicklung in deine geistige Arbeit einbeziehen. Du kannst dir klar machen, wo deine eigene Gesinnung und Verbundenheit mit geistigen oder karmischen Strömungen liegt, in welcher Richtung du die Taten Vorangegangener würdigst und warum du dich jemandem als einem unsichtbaren Helfer zuwenden möchtest...» weiter

Abgelegt im Chronik

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