Gamamila

2009/05/05

Impressionen aus Russland I

„Ihr Lichtes-Geister lasset vom Osten befeuern, was durch den Westen sich formet“

Dieser Sentenz im Titel, entnommen der Grundsteinmeditation von Rudolf Steiner, kommt mir in den Sinn, wenn ich versuche, die Eindrücke während meiner ersten Russlandreise zu formulieren. Vorher dachte ich, dass Russland ein Teil von Europa sei, was er teilweise wahrlich auch geographisch ist. Dennoch sprachen meine neuen russischen Freunde in Moskau andauernd von Europa als etwas auswärts und vom Westen, wenn ich von Begebenheiten in Skandinavien, Deutschland und Mitteleuropa referierte, und wenn es um ihre Perspektive ging. Wenn ich nun bauend nur auf meinen Sinnes- und Seelenseindrücken eine Charakteristik versuche, sind sie so eigen und anders gegenüber allem, was ich vorher kannte, dass ich zum Teil nur berichten kann wie von etwas „Fremdem“. Dieses Wort nehme ich sehr ungern in Gebrauch. Es war für mich quasi ein Fremdwort bis ich 1998 nach Deutschland auszog und dann in fast jedem Dorf Schilder mit dem Text „Fremdenzimmer“ sah.

Die Kenntnisse von Russland, von russischer Kultur und Geschichte, die ich bereits hatte, war nie gering. In den 1960er Jahren war ich einen leidenschaftlichen Ausübender und Kenner der Eisschnelllaufsport, und ich verpasste keine internationalen Meisterschaften durch Rundfunk und Fernseher, sondern schrieb während vieler Jahre alle Resultate in meinen Zeitlisten auf. Ich hatte große Sympathien z. B. für Ants Antson, den ehemaligen estnischen Eisschnellläufer, der bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck für die damalige Sowjetunion die Goldmedaille über 1.500 m gewann. In demselben Jahr wurde er auch Mehrkampf-Europameister…[Weiter]

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Bild: Maximilian Woloschin, Aquarell. Quelle: watercolor.narod.ru

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2008/10/26

Riss in der Achse

Foto: ICE-T-Zug. Die Deutsche Bahn zog ab Samstag fast alle der rund 70 Schnellzüge mit Neigetechnik vorübergehend aus dem Verkehr. Quelle: spiegel.de

Anthroposophische Gesellschaft und Karmapraxis

Während des von der Bochumer Polizei erlaubten NPD-Aufmarsches am Samstag saß ich für einpaar Tage als NRWanthro im Kulturhaus Oskar gegenüber dem Bochumer Schauspielhaus mit weniger als zwei Handvoll Anthroposophen, die die Karmapraxis als soziale Herausforderung zusammen besprachen. Wir nahmen unmittelbar nicht teil an den von vielen hunderten Polizisten überwachten und von knapp 3000 Menschen durchführten Gegendemonstrationen draußen an mehreren Ställen in der NRW-Stadt. Ob diese Demos dunkle Kriege waren, überlasse ich anderen zu urteilen. Jedenfalls gab es keine größeren Zwischenfälle und beim Aufmarsch der rund 200 Rechtsextremisten gab es nur kleinere Rangeleien. Die Polizei sprach von einem eher ruhigen Verlauf der Veranstaltungen. 

Trotzt der durch die Fenster einbrechenden Lautsprecherstimmen, der laute Musik und der emotionalen Wallungen, hatte unsere Veranstaltung auch einen ruhigen Ablauf. Einige im Voraus geahnten kontroversen Sichtweisen und gewisse Nachklänge älterer Streite waren jedoch nicht machtvoll genug, um den Konsens zu verhindern, dass einstimmig beschlossen wurde, solche Kolloquien zum Thema Karmapraxis auch im nächsten Jahr fortzusetzen. Dass ich von der Repräsentanten der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland e. V. – die diesen von mehreren Teilnehmern lange ersehnten Treffen arrangierte - ohne Mitgliedskarte als ein respektierter und geschätzter Mitredner eingeladen war, spricht von einem meines Erfahrens ungewöhnlichen Offenheit und Dialogbereitschaft.

Ist diese Attitüde ein Zeichen einer neuen Sozialkompetenz in der anthroposophischen Gesellschaft? Die Karmafrage war ja kaum mehr ein Gesprächsthema oder in einem Programm zu finden seit dem Kongress 2001 in Kassel, der Northart Rohlfs anordnete, als er dort im Anthroposophischen Zentrum noch Veranstaltungschef war. Sind hoffnungsvolle Veränderungen in der anthroposophischen Oberschicht in Sicht? Zeigt das derzeitige Aufwachen gegenüber Karmafragen, dass eingesehen wird, dass das althergebrachte Verstandesdenken synchron mit dem Tod der Kapitalismus auch zu Ende gekommen ist? Oder bestätigt diese unerwartete Gesprächsbereitschaft, dass die Anthroposophische Gesellschaft selber gestorben sei, sodass ihre Seele als eine Verstorbene betrachtet werden dürfte, die nur durch einem erhöhtem Bewusstsein - sprich: Karmabewusstsein - zu neuem Leben kommen könnte?

Der ICE, in dem ich von Mannheim nach Bochum am Freitag meinen vorbestellten Platz hatte, war halbiert, sodass ich gezwungen wurde, einen IC-Bummelzug vom gegenüberliegenden Gleis zu nehmen. In der Nacht zu Samstag wurden dann rund 70 ähnliche Züge zurückberufen, damit Probleme mit ihren Achsen untersucht werden können. Wenn mit zu hohem Fahrt gekurvt wird, entstehen möglichenfalls solche Materialschäden. Haben die immensen Probleme kompetenzorientierter und zwischenmenschlicher Art innerhalb der anthroposophischen Bewegung heute und eigentlich immer seit Rudolf Steiners Zeiten mit „Rissen in der Achse“ zu tun? 

„Das Karma ist das Gesetz der Ursache und Wirkung in der geistigen Welt; es ist die Spirale der Entwickelung. Die Christus-Kraft schaltet sich in die Entwickelung dieser karmischen Linie als richtunggebende Achse ein.“ Das waren Steiners Worte vor etwa hundert Jahren. Was geschieht denn in einem sozialen Kontext und in einer Gesellschaft, wenn diese Achse nicht oder zuwenig beachtet wird? Meine Antwort: Draußen werden die Demos nochmals stattfinden und eine friedliche Zivilisation wird lange auf sich warten müssen. Und drinnen werden die Gespräche das Karmathema zu etwas ausgeklügelt vermeinten Handfesterem wechseln, bis das nächste Entgleisen geschieht.

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2008/10/08

Wilfried Heidt zur Reinkarnation

Nach dem Aufsatz „Sind Waldorfschulen ein Verstoß gegen das Grundgesetz?“ von Alexander Kissler (SZ, 5. Sept. 2008) beteiligte sich Wilfried Heidt – bekannter anthroposophisch orientierter Aktivist und Sozialwissenschaftler und tätig am Achberger Institut für Zeitgeschichte und 1971 Gründungsinitiator der Freien Waldorfschule im Internationalen Kulturzentrum Achberg – in der interessanten öffentlichen Diskussion in der Süddeutschen Zeitung

Heidt schrieb u. a.: „Rudolf Steiner ‚glaubte’ nicht ‚an die Reinkarnation’, sondern er hat zwischen 1886 und 1904 einen Durchbruch in der Erkenntniswissenschaft erreicht (und diesen in mehreren Schriften publiziert), durch den es für jeden Menschen mittels einer entsprechenden Schulung, deren Arbeitsweise er auch dargestellt hat, möglich wird, die Reinkarnation als Wirklichkeit, wie im Prinzip alle Wirklichkeit zu erkennen.“

Nach diesem allgemeinen Hinweis zu Steiners Position zur Reinkarnationsidee wurde er von einem anderen Kommentator – giini - zu seiner eigenen Position diesbezüglich gefragt. Heidt antwortete dort für viele Beteiligten unpassend langatmig, aber seine Ideenbeschenkung ist nun auf seiner Website new trinity & unity vielleicht passender nachzulesen. Wilfried Heidt vertritt verständlicherweise die Meinung, dass es problematisch ist, über konkrete Reinkarnationserkenntnisse öffentlich zu kommunizieren:

„Nach meinen Erfahrungen ist das wegen des ganz aufs Sensationelle ausgerichteten Charakters der heutigen Bewusstseinsverhältnisse - insbesondere in den elektronischen Massenmedien - und der bisher nur verschwindend wenigen bewusstseinspraktisch im hier besprochenen Sinn arbeitenden und nur dadurch fürs Erkennen des Übersinnlichen entsprechend vorbereiteten Menschen vorläufig verantwortlicherweise ausgeschlossen. Man könnte nur missverstanden werden. Um so wichtiger ist es, Anstöße zu geben, damit auch diese Arbeit von immer mehr Menschen in Angriff genommen wird. Diskurse wie die hier geführten können eine Anregung dafür sein.“

Ein ausführliches, sehr geschichtlich aufschlussreiches - was der Entwicklung neuer soziale Ideen und Projekte seit den 1960er Jahren betrifft - und vielleicht ein historisches Interview unter der Fragestellung Wo war die anthroposophische Bewegung 1968? mit dem 67-jährigen 68-er Wilfried Heidt ist in der Zeitschrift Lazarus21 zu lesen.

Bild: Wilfried Heidt [Hg.], Abschied vom Wachstumswahn. Ökologischer Humanismus als Alternative zur Plünderung des Planeten. Achberger Verlag 1980, Internetversion 2005 - Wilfried Heidt.

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2008/09/22

Thrymskvida – ein aktuelles Lied

Seit vielen Jahren bin ich eingeladen, im Camphill-Dorf Jøssåsen bei Trondheim für alle interessierten Bewohner sowohl Vorträge als auch künstlerische Darbietungen zu geben. Wir haben früher mit unterschiedlichen Themen gearbeitet wie Naturwesen, griechischer Geschichte und Schicksalszusammenhängen zwischen mehreren Leben. Mit einer Kerntruppe der Mitarbeiter leitete ich in den vorangegangenen Jahren Gespräche und meditative Übungen, um aufzuarbeiten eine Reihe von Aspekten aus früheren Kulturen zu konkreten Lebensmotiven, die mit der Problematik der Gegenwart am Jøssåsen und an anderen Orten zusammenhängen.

Auch für die Betreuten wurden durch Gespräche und Improvisationstheater solche Fragen mit Begeisterung und viel Spaß dabei bewegt. Das Improvisieren hat sich als eine sehr folgerichtige Arbeitsart erwiesen, zumal mehrere der Dorfbewohner fast keine Sprache haben, sondern sich nur mit Gesten und des augenblicklichen Einordnens in einem Geschehen mitteilen können. Oft wurden wir mitten im Dramatisieren z. B. der Naturwesen von dem Unmittelbaren eines sprachlosen Auftritts dermaßen verblüfft, dass wir gleich staunten und lachen mussten.    

Im Zeitraum 17.-21. August hatte ich wieder die Möglichkeit dort Gast  zu sein. Von Montagabend bis Donnerstagmittag dieser Woche gab es wieder wie vor einpaar Jahren einen nationalen Dorfkonferenz - einen sogenannten „Landsbykonferanse“ - mit frohen Teilnehmern von anderen norwegischen Camphilldörfern wie Kristoffertunet, Vallersund, Hogganvik und Solborg. Außer dem Morgenkurs, dass ich gab, konnte man Modellieren, Filzen und Musik vor- und nachmittags üben. Jeden Morgen nahmen wir uns anderthalb Stunden Zeit für das „norrøne“ (altnordische) Dichtwerk Thrymskvida, das Thrymlied. Wir lasen und rezitierten die Strophen und die Repliken in diesem interessanten – und wie es sich bald herausstellte – sehr aktuellen Lied.  

Die Geschichte beginnt damit, dass der Gott Thor entdeckt hat, dass sein Hammer gestohlen worden ist. Er erzählt dies seinem Freund Loki, der zur Unterwelt - genannt „Jotunheimen“ wie das in Westnorwegen existente Hochplateau - fährt, um die Sache zu untersuchen. Dort wird es klar, dass der König der Riesen, der Thursenfürst, genannt Thrym, ihn gestohlen und versteckt hat. Wieder gut zu Hause angekommen, erzählt Loki einer aufgeregten Ratsversammlung der Götter in Asenheim – ihr Versammlungsort heißt in Norwegisch „Midgard“, der Mittelhof -, dass Thrym gerne den Hammer zurückgibt, falls er die schöne Göttin Freyja als Gemahlin bekomme. Dieweil Freyja dieses Angebot ablehnt, bekommt der weise Gott, Heimdall, die Idee, dass Thor sich in Frauenkleidern kostümieren und zu Thrym fahren könnte, um ihn zu überlisten. Mit Hilfe von den Gewändern Freyjas und ihrem Schmuck – unter Anderem mit dem sogenannten Halsband, genannt „Brisingamen“ – fahren nun Thor getarnt als Braut und Loki als Magd nach Riesenheim. Nach viel Umstand düpieren sie Thrym und seine eitle Schwester, und somit gewinnen sie den Hammer zurück. 

Wir arbeiteten mit diesem Inhalt, indem wir zuerst viele verschiedene Klöpfel, Schmiedehammer und Keilhammer, die eingesammelt und mitgenommen waren aus den Häusern und vom Bauernhof. Besonders ein kleiner Hammer für Metallschmiede erweckte die Bewunderung von allen. Den riesenschweren Vorschlaghammer probierten auch einige aufzuheben. In unserem improvisierten Drama wurde dann später einer dieser Handwerkzeuge als Thors Hammer ausgewählt. Wir nutzten auch schöne Trachte, Kleider und Perücke aus der Theatergarderobe, und mit schönen Ohrenhängen, Kolliers, Armbändern und Ringen – die die Teilnehmer aus ihrem privatem Besitz ausliehen – wurden diejenigen, die Thor und Loki spielen wollten, drapiert und übertüncht. Sogar Lippenstift kam zum Nutzen für die zwei Herren in Frauenkleider, die ihre Schüchternheit überwanden, ungeachtet des vielen Schmunzelns und des Lachens während unseren Gesprächen und Übungen.  

Wir debattierten viel während des Lesens und Übens der zweiunddreißig Verse. Wir sprachen lange und gut vom Wetter, vom Blitzt und Donner, von Naturkatastrophen, Erdbeben und von dem Fall, wenn ein Tsunami aufzieht, – und wir unterhielten uns durch Beispiele der Teilnehmer über Arbeitsverhältnisse, über das Thema des Sich-geschmackvoll-Machens, über das Kostümieren, über das Lügen und was es heißt, wahrhaftig zu sein und über das Stehlen und wie man sich fühlt, wenn etwas von einem weggeschnappt worden ist.

Viele interessante Erlebnisgeschichten kamen ins Licht, und Aspekte über wie schmerzlich und abstrus es sein kann, einen lieben Gegenstand verloren zu haben, ein Schmuckstück, ein Portmonee, ein Fahrrad usw. Wir redeten auch darüber, wie schwierig es sein könnte, solche Ereignisse aufzuklären, auch wenn die Polizei eingekoppelt worden sei. Sachen konnten für immer verloren sein, oder jemand hatte erlebt, dass selbst andere Erwachsene oder Mitarbeiter nicht bereit waren, herauszufinden, wer das Verbrechen begangen hatte. Das Schwierigste kann aber die Situation sein, wenn jemand beschuldigt wird, etwas gestohlen zu haben, und so ist es überhaupt nicht wahr gewesen, aber weil man z. B. kein Alibi hatte, ist es nicht leicht, seine Unschuld zu beweisen. Mit solchen Meinungsaustauschen über Phänomene, die alle erlebt hatten oder von denen man gehört hatte z. B. in den Nachrichten, erschlossen wir, dass das uralte Thrymlied solche Ereignisse, Gefühle und Tugenden berühren, die uns heute noch allen angehen.

Auf frischer Tat von der Wahrheit selbst wurden wir am dritten Tag ertappt, als es sich zeigte, dass die allermeisten Schmuckstücke – die während der ganzen Tage auf einem Tisch in der Ecke des Saals gelegen hatten – in der Nacht oder am letzten Abend gestohlen waren. Somit wurden wir mit unserer eigenen unmittelbaren Wirklichkeit konfrontiert und mit den Gefühlen, Schmerzen und Formulierungen, die sich direkt der Tatsache anschlossen, dass „unsere“ Kleinodien verschwunden waren. Sofort verordneten wir eine Kommission mit Wortführer, einigen Nichtbetroffenen und Repräsentanten einiger der direkt Berührten. Weil wir doch versuchen wollten, unser Morgenkurs über Thor, Loki, Freyja und die andere nordisch-germanische Götter in annähernd einer Harmonie abzuschließen, mussten wir unser Verlass daran setzen, dass die Kommission ihre Arbeit später aufnehmen würde. Meine Hoffnung ist es ebenso, dass ich irgendwann Genaueres von diesen Ermittlungen hören darf, damit ich von einer Aufklärung der Dieberei auf meinem Blog berichten kann.

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2008/09/19

Bevölkerung gegen Wall Street

Hallo - Die Pleiten und Pannen in der globalen Finanzwelt eskalieren - von Zusammenbrüchen und Notverkäufen zu Renten, Arbeitsplätzen und der Gefahr einer Rezession. Soeben habe ich über untenstehenden Link eine dringende Petition unterzeichnet, die die Missstände ansprechen und beseitigen soll. Sie ist kurz davor, an europäische Spitzenpolitiker übergeben zu werden. Um jedoch einen Eindruck zu hinterlassen, brauchen wir einen weltweiten Aufschrei, um die Mängel zu beseitigen und die Lücken zu schließen und sicherzustellen, dass das öffentliche Interesse in Zukunft berücksichtigt wird. - Bitte folgt dem folgenden Link und entschließt euch, daran teilzunehmen.“

Ich habe dieses wichtige Hinweis zu AVVAZ – wie so oft früher andere Tipps - von meinem guten, spirituell tätigen Freund, Christian Moos, bekommen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Iris Madenach, betreibt er das Strohhaus in Altenkessel, Saarbrücken, wo viele interessante Seminare stattfinden. In Oktober arrangieren sie am Donnerstag den 23. um 20 Uhr ein Vortrag vom niederländischen Standup-Philosoph und Autor, Roland van Vliet, über eine wieder entdeckte Geistesströmung: Der Manichäismus - das vergessene Christentum des Herzens.

Ein Grund der heutigen Finanzkrise liegt ja gerade darin, dass die Ideale dieses Christentums des Herzens nicht genügend in unserer Zivilisation berücksichtigt werden.

ÜBER AVAAZ
Avaaz.org ist eine unabhängige nicht-profitorientierte Organisation, die internationale Kampagnen organisiert und sicherstellt, dass die Meinungen und Wertvorstellungen der Weltöffentlichkeit globale Entscheidungen mitbestimmen (Avaaz bedeutet „Stimme“ in vielen Sprachen). Avaaz akzeptiert kein Geld von Regierungen oder Konzernen und wird von einem internationalen Kampagnenteam geleitet. Avaaz betreibt Büros in New York, Washington DC, London, Paris, Genf und Rio de Janairo.

Illustration von mir: Geisteslicht (2007). Publiziert in Zusammenhang eines Aufsatzes von mir über Manichäismus und über die Verwandlung des Karmas mit dem Titel Geistige Amnestie in „Das Goetheanum“ Nr. 24-2007.

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2008/09/03

Der Almandin

Ein Gedenken an Rut Nilsson 
und einerlei zu karmischen Anhaltspunkten


„That we must neither buy nor sell. Money must not any longer (after our work of the Earths Community is advanced) be the great god that hedges in some and hedges out others, for money is but part of the Earth; for after our work of the Earthly Community is advanced, we must make use of gold and silver as we do of other metals but not to buy or sell.”

Geschrieben vom englischen Sozialreformator Gerrard Winstanley am 1. Juni 1649 in: A Declaration from the Poor Oppressed People of England 

Almandin ist ein häufig vorkommendes Silikatmineral. Es ist ein so genanntes Inselsilicat aus der Familie der Granate. Seine Farben liegen zwischen rot und violett. Seltenere Farbtöne sind rotbraun oder schwarz. Das Mineral kristallisiert im kubischen Kristallsystem typischerweise in rhombischen Dodekaedern. Es treten aber auch 24-flächige Trapezoeder, Kombinationen dieser Formen und manchmal auch 48-flächigen Hexoktaeder auf...[weiter]

Abgelegt in Chronik

Mit diesem Aufsatz verabschiede ich mich für eine Weile, da ich bis Mitte September in Codroipo, Italien, als Farbgestalter tätig sein werde.

Bild: Granat-Almandin in Matrix. Matrix bedeutet hier in der sogenannten Petrographie die Grundmasse magmatischer Gesteine und das Bindemittel in Sedimentgesteinen oder Porphyrisches Gefüge. Fundort: Brasilien

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2008/06/03

Tibet und Tash Despa

Ein Artikel mit dem Titel Minderheit im eigenen Land von Sabrina Hoffmann über die aktuelle Lage in Tibet und über einen Film vom Exiltibeter Tash Despa und dem englischen Filmemacher Jezza Neumann ist sehr gut und informativ, und er beschreibt, was im Film gezeigt wird. Ich habe den Film von Tash Despa nämlich gestern im Fernsehen gesehen. Der Film ist eindeutig, beeindruckend und sogleich erschütternd. Auch wenn ich von den chinesischen Unterdrückungen in Tibet wusste, z. B. durch andere Dokumentarfilme und viele Pressemitteilungen und einige Berichte im Wochenschrift Das Goetheanum, gaben der Film und die Kommentare von Despa mir neuen konkreten Bildern und Hinweisen zu den grausamen Wahrheiten. Der Artikel von Hoffmann ist übrigens auf verschiedenen Seiten im Web zu finden: z. B. hier oder dort.

Jeder Sportler, Trainer und andere Teammitglieder aus allen Ländern, die zu den olympischen Spielen in China fahren, sollten diesen Film vorher gesehen haben. Höchstwahrscheinlich würden sie trotzdem reisen, aber sie würden dann die Freiheit stärker besitzen und deswegen die Möglichkeit bei jeder erdenklichen Gelegenheit ergreifen können, unwissenden Chinesen auf die politischen Gräueltaten ihres Regimes aufmerksam zu machen. Ohne die notwendige Zivilcourage werden diese Spiele ihre Zukunftsaufgabe verlieren. Somit wird dieser Sommer zu einem neuen Prüfstein werden, über die Frage, wohin die Menschheit will.

Das 20. Jahrhundert mit Nazis, Holocaust, Faschismus, Kommunismus usw. mit ihren Millionen und Abermillionen Opfern ist in Europa gerade beendet. Auf manchen Orten in Asien und besonders in China scheint die Zeit in dieser Hinsicht still zu stehen, und mit politischen Scheuklappen machen die westlichen Regierungen und viele Konzerne wirtschaftliche und andere Übereinkunfte mit China. Das finde ich kulturell, politisch und wirtschaftlich empörend und unmoralisch. Wo bleibt hier die brüderliche Globalitätsgesinnung?


Die International Campaign for Tibet Deutschland e.V. (ICT) gibt dem stillen Widerstand des tibetischen Volkes mit über 100.000 Förderern und seit 20 Jahren eine Stimme, die weltweit gehört wird.

Das Bild, das früher hier war, musste auf Wunsch des Künstlers entfernt werden.

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